<h1>Steuerratgeber Pflege- und Betreuungskosten</h1> <h2>Wird zur Betreuung von Angeh&ouml;rigen oder zur F&uuml;hrung des Haushaltes eine Person besch&auml;ftigt, k&ouml;nnen die Aufwendungen hierf&uuml;r steuerlich beg&uuml;nstigt sein... Quelle Ministerium f&uuml;r Finanzen und Europa Saarland</h2> <p>Steuerratgeber Pflege- und Betreuungskosten Unterst&uuml;tzung durch das Steuerrecht f&uuml;r Familien mit pflegebed&uuml;rftigen und zu betreuenden Angeh&ouml;rigen. Familien stehen unter dem besonderen Schutz des Staates. Kinder, aber auch alte und kranke Menschen sowie Menschen mit Behinderung bed&uuml;rfen der Unterst&uuml;tzung der meist berufst&auml;tigen Familienangeh&ouml;rigen. Oft entstehen Kosten z.B. durch den Einsatz von Pflegekr&auml;ften, Haushaltshilfen und Umbauten in der Wohnung. Daher sieht das Steuerrecht eine Reihe von Verg&uuml;nstigungen vor, um die betroffenen Familien zu entlasten. Damit leistet der Staat auch durch das Steuerrecht einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der vorliegende Steuerratgeber verschafft einen Einblick in die bestehende Rechtslage und hilft, sich in den komplexen Steuerrechtsvorschriften zurechtzufinden. Den Schwerpunkt bildet dabei die Lohn- und Einkommensteuer. Die Brosch&uuml;re gibt Ihnen einen kurzen &Uuml;berblick &uuml;ber die steuerlichen Verg&uuml;nstigungen, die Sie ggf. in Anspruch nehmen k&ouml;nnen. Leider ist es nicht m&ouml;glich, im begrenzten Rahmen einer Brosch&uuml;re alle steuerlichen Besonderheiten abschlie&szlig;end darzustellen. Bei weiteren Fragen zum Thema &#039;&#039;Steuern und Familie&#039;&#039; stehen Ihnen die Service-Center der saarl&auml;ndischen Finanz&auml;mter gerne zur Verf&uuml;gung. 1. Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r haushaltsnahe Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse und f&uuml;r die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen und Handwerkerleistungen (&sect; 35a EStG) Wird zur Betreuung von Angeh&ouml;rigen oder zur F&uuml;hrung des Haushaltes eine Person besch&auml;ftigt, k&ouml;nnen die Aufwendungen hierf&uuml;r steuerlich beg&uuml;nstigt sein. Das haushaltsnahe Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis, die haushaltsnahe Dienstleistung oder Handwerkerleistung m&uuml;ssen grds. in einem inl&auml;ndischen oder in einem in der Europ&auml;ischen Union oder im Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen ausge&uuml;bt oder erbracht werden. Folgende Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse und Dienstleistungen sind hierbei beg&uuml;nstigt: Geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse (sog. Minijob) Bei haushaltsnahen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen (zu diesen T&auml;tigkeiten geh&ouml;ren z.B. die Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt, die Reinigung der Wohnung, die Gartenpflege und die Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern sowie von kranken, alten oder pflegebed&uuml;rftigen Personen) in Form eines Minijobs (geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung im Sinne des Sozialgesetzbuchs) vermindert sich die Einkommensteuer um 20% der Aufwendungen, h&ouml;chstens jedoch um 510,- EUR im Jahr. Sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse und andere Dienstleistungen durch Unternehmen F&uuml;r sozialversicherungspflichtige haushaltsnahe Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse, andere Dienstleistungen (z.B. Gartenpflege, Hausreinigung) und Pflege- und Betreuungsleistungen (z.B. durch Pflegedienste) wird eine Steuererm&auml;&szlig;igung in H&ouml;he von 20% der Aufwendungen (gilt nur f&uuml;r in der Rechnung ausgewiesene Arbeitsl&ouml;hne, nicht f&uuml;r Materialkosten), h&ouml;chstens 4.000,- EUR im Jahr, gew&auml;hrt Pflege und Betreuungsleistungen Es reicht aus, wenn Dienstleistungen zur Grundpflege, d.h. zur unmittelbaren Pflege am Menschen (K&ouml;rperpflege, Ern&auml;hrung und Mobilit&auml;t) oder zur Betreuung in Anspruch genommen werden. Die Feststellung und der Nachweis einer Pflegebed&uuml;rftigkeit oder der Bezug von Leistungen der Pflegeversicherung sowie eine Unterscheidung nach Pflegestufen sind nicht erforderlich. Pflege- und Betreuungsleistungen sind nur beg&uuml;nstigt, wenn die Pflege im Haushalt des Pflegenden oder der betreuten Person erfolgt. Beg&uuml;nstigt sind auch Kosten, die wegen der Unterbringung in einem Heim entstehen. Allerdings sind ohne eigenen Haushalt nur die die allgemeinen Unterbringungskosten &uuml;bersteigenden Aufwendungen f&uuml;r Dienstleistungen absetzbar, die mit denen einer Hilfe im Haushalt vergleichbar sind. Die Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r Pflege- und Betreuungsleistungen kann die Person geltend machen, die f&uuml;r die Aufwendungen aufkommt, d.h. neben der pflegebed&uuml;rftigen Person k&ouml;nnen auch z.B. Angeh&ouml;rige eine Steuererm&auml;&szlig;igung geltend machen, wenn sie die Kosten f&uuml;r die Pflege- und Betreuungsleistung zahlen. Das sog. Pflegegeld (Leistungen der Pflegeversicherung im Sinne des &sect; 37 SGB XI) bleibt hierbei unber&uuml;cksichtigt. Die Steuererm&auml;&szlig;igung ist haushaltsbezogen. Werden zwei pflegebed&uuml;rftige Personen in einem Haushalt gepflegt, kann die Steuererm&auml;&szlig;igung deshalb nur einmal gew&auml;hrt werden. Nimmt eine pflegebed&uuml;rftige Person einen Behinderten-Pauschbetrag nach &sect; 33b EStG in Anspruch, schlie&szlig;t dies eine Ber&uuml;cksichtigung der Pflegeaufwendungen nach &sect; 35a EStG bei ihr grds. aus. Dies gilt nicht bei der &Uuml;bertragung des Behinderten-Pauschbetrags eines Kindes auf die Eltern, wenn die Eltern f&uuml;r die Pflege- und Betreuungskosten des Kindes aufkommen. Steuererm&auml;&szlig;igung auch f&uuml;r Handwerkerleistungen Auch f&uuml;r die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen im Haushalt (z.B. f&uuml;r altersgerechte Umbauma&szlig;nahmen, Montageleistungen) erm&auml;&szlig;igt sich die tarifliche Steuer, hier um 20% der Aufwendungen (nur Arbeitsl&ouml;hne, keine Materialkosten), h&ouml;chstens jedoch um 1.200,- EUR im Jahr. Dies gilt nicht f&uuml;r &ouml;ffentlich gef&ouml;rderte Ma&szlig;nahmen, f&uuml;r die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zusch&uuml;sse in Anspruch genommen werden (z.B. KFW-F&ouml;rderprogramme). Weitere Voraussetzungen f&uuml;r die Steuererm&auml;&szlig;igungen F&uuml;r die Aufwendungen f&uuml;r haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen muss von dem leistenden Unternehmen eine Rechnung erteilt worden sein und die Zahlung muss auf ein Konto des Leistungserbringers erfolgt sein (keine Barzahlungen). Konkurrenz zu anderen steuerlichen Verg&uuml;nstigungen Ist eine Ber&uuml;cksichtigung der Aufwendungen f&uuml;r das haushaltsnahe Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis, die haushaltsnahe Dienstleistung (z.B. Pflegedienst) oder die Handwerkerleistung auch als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung m&ouml;glich, bedarf es einer Pr&uuml;fung im Einzelfall, welcher Ansatz am g&uuml;nstigsten ist. Eine doppelte Ber&uuml;cksichtigung der Aufwendungen ist nicht m&ouml;glich. Die gew&uuml;nschten Steuerverg&uuml;nstigungen m&uuml;ssen im Rahmen der Einkommensteuererkl&auml;rung einzeln beantragt werden. Eine G&uuml;nstigerpr&uuml;fung durch das Finanzamt erfolgt nicht. Erfolgt ein Ansatz der Aufwendungen im Rahmen der au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen, so kann f&uuml;r den Teil der Kosten, der wegen Gegenrechnung des Pflegegeldes oder der zumutbaren Belastung nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ber&uuml;cksichtigt wird, eine Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG beantragt werden. Fallen Kinderbetreuungskosten dem Grunde nach unter die Regelung f&uuml;r den Sonderausgabenabzug, kommt eine Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG daf&uuml;r nicht in Betracht. Hier besteht kein Ansatzwahlrecht. 2. Absetzbarkeit au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Belastungen Aufwendungen, die als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung in der Einkommensteuererkl&auml;rung geltend gemacht werden, mindern das zu versteuernde Einkommen und f&uuml;hren so ebenfalls zu einer Steuerentlastung. Sie ist abh&auml;ngig von der H&ouml;he des zu versteuernden Einkommens. Pflege-Pauschbetrag (&sect; 33b EStG) Neben der Steuerm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG k&ouml;nnen Pflegepersonen bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens j&auml;hrlich einen Pflege-Pauschbetrag von 924,- EUR f&uuml;r jede gepflegte Person (z.B. Ehegatte, behindertes Kind oder Elternteil) in voller H&ouml;he geltend machen, auch wenn die Pflege erst w&auml;hrend des Jahres beginnt. Voraussetzung ist, dass die Steuerpflichtigen die Pflege entweder in ihrer Wohnung oder in der Wohnung der gepflegten Person pers&ouml;nlich durchf&uuml;hren und diese Wohnung in einem Mitgliedsstaat der Europ&auml;ischen Union oder in einem Staat liegt, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum anzuwenden ist. Der Freibetrag wird bei mehreren Pflegepersonen nach der Anzahl der Pflegepersonen aufgeteilt. Weitere Voraussetzungen sind, dass die gepflegte Person nicht nur vor&uuml;bergehend hilflos ist, d.h. Pflegestufe III hat oder einen Behindertenausweis mit Merkzeichen &#039;&#039;H&#039;&#039; besitzt und die Pflegeperson grds. keine Einnahmen erh&auml;lt, d.h. das Pflegegeld darf z.B. nicht an die Pflegeperson zu deren freier Verwendung weitergeleitet werden (Ausnahme bei behinderten Kindern). Tats&auml;chliche Pflegeaufwendungen (&sect; 33 EStG) Aufwendungen wegen einer Pflegebed&uuml;rftigkeit und erheblichen Einschr&auml;nkung der Alltagskompetenz sind grds. als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen allgemeiner Art absetzbar, soweit sie die Einnahmen aus der Pflegepflichtversicherung und das aus einer erg&auml;nzenden Pflegekrankenversicherung bezogene Pflegegeld &uuml;bersteigen. Es wird den Steuerpflichtigen allerdings zugemutet, einen Teil dieser Aufwendungen selbst zu tragen (zumutbare Belastung). Die H&ouml;he richtet sich nach dem Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte und dem Familienstand. Sie wird von den Aufwendungen abgezogen. Beg&uuml;nstigter Personenkreis Zu dem beg&uuml;nstigten Personenkreis z&auml;hlen pflegebed&uuml;rftige Personen mit Pflegestufe I bis III (&sect;&sect; 14, 15 SGB XI). Auch Personen, bei denen eine erhebliche Einschr&auml;nkung der Alltagskompetenz nach &sect; 45a SGB XI festgestellt wurde (z.B. durch Demenz), sind beg&uuml;nstigt. Pflegekosten von Personen ohne erhebliche Einschr&auml;nkungen (Pflegestufe 0) k&ouml;nnen ohne weiteren Nachweis dann als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ber&uuml;cksichtigt werden, wenn sie von einem anerkannten Pflegedienst nach &sect; 89 SGB XI gesondert in Rechnung gestellt worden sind. Konkurrenzregelung zum Behinderten-Pauschbetrag und Pflege-Pauschbetrag Behinderte Personen m&uuml;ssen sich entscheiden, ob sie den ihnen zustehenden Behinderten-Pauschbetrag (&sect; 33b EStG) oder die tats&auml;chlichen Pflegeaufwendungen geltend machen wollen. Beides ist nicht m&ouml;glich. Ein Ausnahmefall ist die &Uuml;bertragung des Behinderten-Pauschbetrags bei behinderten Kindern auf die Eltern. Pflegeaufwendungen, die von Steuerpflichtigen wegen Unterhaltsverpflichtung f&uuml;r Dritte (z.B. f&uuml;r Eltern als nahe Angeh&ouml;rige) zwangsl&auml;ufig gezahlt werden m&uuml;ssen, k&ouml;nnen nur alternativ zum Pflege-Pauschbetrag bei diesen mit den tats&auml;chlichen Kosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung allgemeiner Art abgesetzt werden. Auch die Kosten f&uuml;r die krankheits- oder behinderungsbedingte Unterbringung in einem Pflegeheim k&ouml;nnen ber&uuml;cksichtigt werden. Erg&auml;nzende Ausf&uuml;hrungen enthalten die Einkommensteuerrichtlinien in R 33.3. EStR und H 33 Stichwort &#039;&#039;Pflegeaufwendungen Dritter&#039;&#039;. Pflegegeld (&sect; 37 SGB XI) steuerfrei 3. Pflegegeld (&sect; 37 SGB XI) Das Pflegegeld aus der Pflegeversicherung ist f&uuml;r die Pflegebed&uuml;rftigen steuerfrei (&sect; 3 Nr. 1a EStG). Wird es von diesen an die Pflegepersonen zu deren Verf&uuml;gung weitergeleitet, so ist auch diese Einnahme bei den Pflegepersonen steuerfrei (&sect; 3 Nr. 36 EStG). 4. Kinderbetreuungskosten / Sonderausgaben Kinderbetreuungskosten sind in der H&ouml;he von 2/3 der Aufwendungen, bis max. 4.000,- EUR, als Sonderausgaben abzugsf&auml;hig. Sie mindern das zu versteuernde Einkommen und f&uuml;hren so ebenfalls zu einer Steuerentlastung. Voraussetzungen Beg&uuml;nstigt sind die Aufwendungen f&uuml;r ein Kind, das das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder k&ouml;rperlich behindert ist und au&szlig;erstande ist, sich selbst zu unterhalten. Absetzbare Aufwendungen Ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig sind z.B. die Aufwendungen f&uuml;r die Unterbringung von Kindern in Kinderg&auml;rten, Kindertagesst&auml;tten, Kinderhorten, Kinderkrippen, sowie bei Tagesm&uuml;ttern und in Ganztagspflegestellen. Auch die Besch&auml;ftigung von Kinderpflegern, Kinderpflegerinnen, Erziehern, Erzieherinnen und die Beaufsichtigung des Kindes bei der Erledigung seiner h&auml;uslichen Schulaufgaben sind beg&uuml;nstigt. Zu den Aufwendungen rechnen neben den Kosten f&uuml;r die erbrachte Dienstleistung auch &uuml;bernommene Fahrtkosten, soweit sie vertraglich vereinbart wurden. Nicht beg&uuml;nstigt sind die Kosten f&uuml;r Verpflegung und f&uuml;r die Vermittlung besonderer F&auml;higkeiten (Fremdsprachenkurse, Nachhilfe etc.) oder f&uuml;r andere Freizeitaktivit&auml;ten (z.B. Sportverein). Umfassen die Elternbeitr&auml;ge beg&uuml;nstigte und nicht beg&uuml;nstigte Aufwendungen, muss eine Aufteilung erfolgen. Besch&auml;ftigung eines Au-Pairs Auch die Besch&auml;ftigung eines Au-Pairs ist, soweit die Kosten auf die Kinderbetreuung entfallen, steuerlich beg&uuml;nstigt. Enth&auml;lt der Vertrag eindeutige Vereinbarungen, in welchem Umfang die Kinderbetreuung zu erfolgen hat, sind die Kosten insoweit auch abzugsf&auml;hig. Sind keine Vereinbarungen getroffen, ist nach Auffassung der Finanzverwaltung das zu zahlende Entgelt h&auml;lftig auf die Kinderbetreuung und die &uuml;brigen T&auml;tigkeiten im Haushalt aufzuteilen. Betreuung durch Angeh&ouml;rige Die &Uuml;bernahme der Kinderbetreuung durch Angeh&ouml;rige, z.B. die Gro&szlig;mutter, ist ebenfalls beg&uuml;nstigt, sofern die Vereinbarungen wie unter Fremden getroffen worden sind und auch durchgef&uuml;hrt werden. Nicht verheiratete oder dauernd getrennt lebende Elternteile Grds. kann bei nicht verheirateten, dauernd getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten der Elternteil die Kinderbetreuungskosten geltend machen, die er wirtschaftlich getragen hat und zu dessen Haushalt das Kind geh&ouml;rt. Trifft dies f&uuml;r beide Elternteile zu, kann jeder seine Aufwendungen grds. nur bis zum h&auml;lftigen Abzugsbetrag (2.000,- EUR) geltend machen. Etwas anderes gilt nur, wenn die Eltern einvernehmlich eine andere Aufteilung w&auml;hlen und dies beim Finanzamt anzeigen. Weitere Voraussetzungen Weitere Voraussetzung f&uuml;r den Abzug der Aufwendungen ist das Vorliegen einer Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Leistungserbringers. Barzahlungen sind nicht beg&uuml;nstigt. Einer Rechnung steht ein schriftlicher Arbeitsvertrag oder ein Bescheid des &ouml;ffentlichen oder privaten Tr&auml;gers der Kinderbetreuungseinrichtung gleich. Konkurrenz zu anderen steuerlichen Verg&uuml;nstigungen Sind diese Voraussetzungen erf&uuml;llt, kommt insoweit eine andere Beg&uuml;nstigung, insbesondere f&uuml;r haushaltsnahe Dienstleistungen (&sect; 35a EStG), nicht mehr in Betracht. Dies gilt auch f&uuml;r die Aufwendungen, die den H&ouml;chstbetrag &uuml;berschreiten. Publikationen N&auml;here Einzelheiten k&ouml;nnen dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 09.03.2009 entnommen werden, das im Internet unter &#039;&#039;www.bundesfinanzministerium.de&#039;&#039;, Stichwort &#039;&#039;BMF-Schreiben&#039;&#039;, zum Download bereitsteht. Schulgeld Schulgeld f&uuml;r ein Kind, das eine private Schule besucht, ist in H&ouml;he von 30%, max. bis zu einer H&ouml;he von 5.000,- EUR pro Kind, als Sonderausgabe abzugsf&auml;hig. Voraussetzung ist, dass f&uuml;r das Kind Anspruch auf einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld besteht und es sich um eine Einrichtung handelt, die auf einen Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss ordnungsgem&auml;&szlig; vorbereitet. Die Feststellung der schulrechtlichen Kriterien obliegt dem zust&auml;ndigen inl&auml;ndischen Landesministerium, der Kultusministerkonferenz der L&auml;nder oder der zust&auml;ndigen inl&auml;ndischen Zeugnisanerkennungsstelle. Zus&auml;tzliche Voraussetzung ist, dass die Schule in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union liegt. Nicht einbezogen in die Beg&uuml;nstigung sind Besuche von Nachhilfeeinrichtungen, Musikschulen, Ferienkursen und &Auml;hnliches. 5. Zusch&uuml;sse des Arbeitgebers zur Kinderbetreuung Zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern in Kinderg&auml;rten oder vergleichbaren Einrichtungen sind nach &sect; 3 Nr. 33 EStG steuerfreier Arbeitslohn. Kinder unter 6 Jahren werden aus Vereinfachungsgr&uuml;nden als nicht schulpflichtig betrachtet. Erg&auml;nzende Ausf&uuml;hrungen enthalten die Lohnsteuerrichtlinien in R 3.33 LStR. Ein zus&auml;tzlicher Abzug der Aufwendungen als Sonderausgabe oder au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ist dann jedoch ausgeschlossen. 6. Steuerliche Beg&uuml;nstigungen f&uuml;r behinderte Kinder F&uuml;r kranke/behinderte Kinder gelten grds. die gleichen F&ouml;rderm&ouml;glichkeiten. Zus&auml;tzlich kann auch der Behinderten-Pauschbetrag gew&auml;hrt werden. Seine H&ouml;he richtet sich nach der Schwere der Behinderung. Er wird ab einem Grad der Behinderung von 25% gew&auml;hrt und erh&ouml;ht sich f&uuml;r ein Kind das &#039;&#039;blind&#039;&#039; (Bl) oder &#039;&#039;hilflos&#039;&#039; (H) ist, auf 3.700,- EUR (&sect; 33b EStG). Die Behinderten-Pauschbetr&auml;ge gelten grds. alle Kosten ab, die mit der Behinderung einhergehen. Ein Einzelnachweis der Kosten ist anstelle des Pauschbetrages jedoch m&ouml;glich. Zus&auml;tzlich zum Behinderten-Pauschbetrag k&ouml;nnen jedoch weitere Kosten zu ber&uuml;cksichtigen sein: Krankheitskosten Hierzu rechnen Krankheitskosten, auch wenn sie aufgrund der Behinderung entstehen. Privatschule Auch Kosten f&uuml;r eine Privatschule sind, soweit ein Sonderausgabenabzug nicht gew&auml;hrt wurde, als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung neben dem BehindertenPauschbetrag abzugsf&auml;hig, wenn die Schule ausschlie&szlig;lich wegen der Behinderung aufgesucht werden muss. auch Umbauma&szlig;nahmen beg&uuml;nstigt Fahrtkosten Auch Aufwendungen f&uuml;r Fahrten k&ouml;nnen zus&auml;tzlich ber&uuml;cksichtigt werden. Bei einem Grad der Behinderung von 70% und einer Gehbehinderung (&#039;&#039;G&#039;&#039;) k&ouml;nnen pauschal 3.000 km mit einer Pauschale von je 0,30 EUR ber&uuml;cksichtigt werden. Weist der Schwerbehindertenausweis ein &#039;&#039;aG&#039;&#039;, &#039;&#039;Bl&#039;&#039; oder &#039;&#039;H&#039;&#039; aus, k&ouml;nnen bis 15.000 km als angemessen anerkannt werden. Die tats&auml;chliche Fahrleistung ist nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Behindertengerechte Umbauma&szlig;nahme Auch die Kosten f&uuml;r den behindertengerechten Umbau der Wohnung oder eines Hauses k&ouml;nnen zus&auml;tzliche au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen sein. Voraussetzung f&uuml;r den Abzug ist das Vorliegen eines Bewilligungsbescheides &uuml;ber einen pflegebzw. behindertenbedingten Zuschuss oder ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, des Sozialmedizinischen Dienstes oder der Medicproof GmbH &uuml;ber das Erfordernis des Umbaus. Bei den Aufwendungen, die zus&auml;tzlich zu den Pauschbetr&auml;gen in Abzug gebracht werden k&ouml;nnen, sind die Aufwendungen allerdings um die zumutbare Eigenbelastung zu k&uuml;rzen. Auch eine Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG kann, wie umseitig beschrieben, hierf&uuml;r in Betracht kommen. Pflege und Betreuung behinderter Kinder Zus&auml;tzlich k&ouml;nnen auch f&uuml;r die Pflege und Betreuung des kranken/ behinderten Kindes Steuererm&auml;&szlig;igungen greifen. Im Falle der Besch&auml;ftigung einer Haushaltshilfe oder der Heimunterbringung gelten bei Kindern auch die umseitig dargestellten F&ouml;rderungen. Ein Einzelnachweis der Kosten und deren entsprechende Ber&uuml;cksichtigung ist auch bei den Pflegepersonen (z.B. den Eltern) m&ouml;glich. Ein dem Kind zustehender Behinderten-Pauschbetrag kann auf die Eltern &uuml;bertragen werden, wenn diese einen Anspruch auf einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld haben. Unabh&auml;ngig von einer &Uuml;bertragung k&ouml;nnen die Eltern ihre eigenen zwangsl&auml;ufigen Aufwendungen f&uuml;r ein behindertes Kind geltend machen. Konkurrenz zu anderen steuerlichen Verg&uuml;nstigungen Weist der Behindertenausweis ein &#039;&#039;H&#039;&#039; aus, steht den Pflegepersonen der PflegePauschbetrag in H&ouml;he von 924,- EUR zu, wenn die tats&auml;chlichen Aufwendungen nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen geltend gemacht werden. Der Pflege-Pauschbetrag gilt die au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen ab, kann aber neben der Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG gew&auml;hrt werden. Fallbeispiel Die Eltern eines schwerbehinderten, hilflosen Kindes, 15 Jahre, GdB 100%, Merkzeichen &#039;&#039;H&#039;&#039;, die dieses pflegen, hatten 2014 zus&auml;tzlich Aufwendungen f&uuml;r einen Pflegedienst von 13.600,- EUR. Der in Rechnung gestellte Betrag wurde durch &Uuml;berweisung auf das Konto des Pflegedienstes beglichen. Dazu kommen eigene (belegte) Fahrten f&uuml;r das Kind, 15.000 km. Die Pflegekasse hat keine Leistungen &uuml;bernommen. Das erhaltene Pflegegeld (&sect; 37 SGB XI) betr&auml;gt mtl. 700,- EUR. Der Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte der Eltern betr&auml;gt 80.000,- EUR. L&ouml;sung: Als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung k&ouml;nnen die Eltern folgende Betr&auml;ge geltend machen: Der Behinderten-Pauschbetrag des Kindes (3.700,- EUR) kann auf die Eltern &uuml;bertragen und zus&auml;tzlich in Abzug gebracht werden. Bei einer Zusammenveranlagung der Ehegatten mit weiteren unterstellten Sonderausgaben von 5.000,- EUR ergibt sich dadurch eine Steuerentlastung von ca. 3.450,- EUR. Zus&auml;tzlich k&ouml;nnen die Kosten des Pflegedienstes, die sich nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung auswirken, als Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG geltend gemacht werden: Pflegegeld und zumutbare Belastung Es ergibt sich dadurch eine weitere Steuerentlastung vom 2.320,- EUR (20% x 11.600,- EUR). Alternativ k&ouml;nnte auch f&uuml;r die vollst&auml;ndigen Pflegeaufwendungen (13.600,- EUR) die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG beantragt werden (Wahlrecht) und zur Abgeltung der au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen der Pflege-Pauschbetrag (924,- EUR) zus&auml;tzlich zu dem Behinderten-Pauschbetrag (3.700,- EUR) angesetzt werden. Dies w&uuml;rde aber im vorliegenden Fall zu einem ung&uuml;nstigeren Ergebnis f&uuml;hren. Welche Alternative am g&uuml;nstigsten ist, bedarf immer der Pr&uuml;fung im Einzelfall. Die gew&uuml;nschten Steuerbeg&uuml;nstigungen m&uuml;ssen einzeln beantragt werden. Eine automatische G&uuml;nstigerpr&uuml;fung durch das Finanzamt erfolgt nicht</p> <p><a href="https://www.saarland.de/dokumente/ressort_finanzen/2019-05-02_Steuerratgeber_Pflege-und_Betreuungskosten.pdf">Publikation zeigen</a></p>