<h1>Arbeitszeitdauer bei der Arbeit auf Abruf</h1> <h2>Der &sect; 12 (1) TzBfG verlangt, dass es zur Festlegung einer bestimmten w&ouml;chentlichen und t&auml;glichen Mindestdauer der Arbeitszeit kommt... Quelle bewerberAktiv e.K.</h2> <p>Arbeit auf Abruf - Dauer der Arbeitszeit Der &sect; 12 (1) TzBfG verlangt, dass es zur Festlegung einer bestimmten w&ouml;chentlichen und t&auml;glichen Mindestdauer der Arbeitszeit kommt. Fehlt eine solche, so gilt eine w&ouml;chentliche Arbeitszeit von zehn Stunden als vereinbart. Das Erfordernis der Regelung einer bestimmten w&ouml;chentlichen Mindestdauer f&uuml;hrt aber nicht dazu, dass der Arbeitnehmer deshalb jede Woche zur Arbeit herangezogen werden muss. Ebenso hat auch die Festlegung einer bestimmten t&auml;glichen Arbeitszeitdauer nicht zur Folge, dass der Arbeitnehmer jeden Tag zu arbeiten hat. Vielmehr ist der Sinn und Zweck dieser Regelung darin zu sehen, dass durch die Festlegung eine verl&auml;ssliche Berechnungsgrundlage f&uuml;r ein regelm&auml;&szlig;iges Einkommen des Arbeitnehmers geschaffen werden soll. M&ouml;glich ist damit grunds&auml;tzlich auch der Aufbau von Arbeitszeitguthaben und -defiziten, die sich innerhalb eines bestimmten Ausgleichszeitraumes zu egalisieren haben, so dass die vertraglich festgelegte Wochenarbeitszeit damit durchschnittlich gew&auml;hrleistet wird. Arbeit auf Abruf - Folgen einer fehlenden Regelung Fehlt eine Regelung zur Arbeitszeit, f&uuml;hrt dies nicht zur Nichtigkeit des Vertrages, da es sich bei &sect; 12 TzBfG um kein gesetzliches Verbot i.S.v. &sect; 134 BGB handelt. Vielmehr ist f&uuml;r diesen Fall vorgesehen, dass eine w&ouml;chentliche Arbeitszeit von zehn Stunden als vereinbart gilt. Dadurch soll jedoch keine Mindestarbeitszeit garantiert werden. Eine Vereinbarung, welche die zehn Stunden Arbeitszeit unterschreitet, ist weiterhin m&ouml;glich, wenn sie dem &uuml;bereinstimmenden Willen beider Parteien entspricht, da die Dauer der Arbeitszeit insoweit privatautonom geregelt werden kann. Dasselbe ist auch bei Fehlen einer konkreten Regelung hinsichtlich der t&auml;glichen Dauer der Arbeitszeit anzunehmen. Sollte eine solche Vereinbarung nicht getroffen worden sein, so ist geregelt, dass der Arbeitgeber die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers jeweils f&uuml;r mindestens drei aufeinander folgende Stunden in Anspruch zu nehmen hat. Aber auch dies stellt keine t&auml;gliche Mindestdauer der Arbeitszeit dar. Vertraglich kann durchaus eine geringere t&auml;gliche Arbeitszeit vereinbart werden. Arbeit auf Abruf - Wahlrecht des Arbeitnehmers Da &sect; 12 (1) TzBfG im Grunde nichts anderes als die Verg&uuml;tungspflicht des Arbeitgebers festlegt und damit dem Arbeitnehmer einen bestimmten Mindestverdienst garantiert, kann es durchaus der Fall sein, dass der Arbeitnehmer bei seinem t&auml;glichen Einsatz weniger als drei Stunden zu arbeiten hat. Will der Arbeitgeber die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers f&uuml;r weniger als drei Stunden am Tag in Anspruch nehmen, so hat der Arbeitnehmer ein dreifaches Wahlrecht: - Er kann die Arbeitsleistung als Ganzes ablehnen. - Er kann die Arbeitsleistung von weniger als drei Stunden erbringen. Weitergehende Anspr&uuml;che stehen ihm dann jedoch nicht zu. - Er kann die zeitlich reduzierte Arbeitsleistung erbringen, dies aber unter Berufung auf die gesetzliche Mindestdauer von drei Stunden, so dass ihm in diesem Umfang die volle Bezahlung zusteht, die sich bez&uuml;glich der nicht erbrachten Arbeitsleistung aus dem Annahmeverzug gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 611 und 615 des BGB ergibt</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/02014.pdf">Publikation zeigen</a></p>