<h1>Private Arbeitsvermittlung</h1> <h2>Unter Arbeitsvermittlung versteht man eine T&auml;tigkeit, die darauf gerichtet ist, Ausbildungsuchende und Arbeitsuchende mit Arbeitgebern zur Begr&uuml;ndung von Arbeitsverh&auml;ltnissen zusammenzuf&uuml;hren... Quelle IHK K&ouml;ln</h2> <p>Private Arbeitsvermittlung 1. Begriff Arbeitsvermittlung ist eine T&auml;tigkeit, die darauf gerichtet ist, Ausbildungssuchende und Arbeitssuchende mit Arbeitgebern zur Begr&uuml;ndung von Arbeitsverh&auml;ltnissen zusammenzuf&uuml;hren. Die private Arbeitsvermittlung ist nicht mehr erlaubnispflichtig, es ist lediglich eine Anzeige beim Gewerbeamt erforderlich. Allerdings ben&ouml;tigen private Arbeitsvermittler, die &uuml;ber einen Vermittlungsgutschein abrechnen (s. unten unter 4.) seit dem 1. Januar 2013 eine &#039;&#039;Tr&auml;gerzulassung&#039;&#039; nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung (AZAV: http://www.gesetze-iminternet.de/azav/index.html). Vorausgesetzt werden Leistungsf&auml;higkeit und Zuverl&auml;ssigkeit, personelle und fachliche Eignung, ein Qualit&auml;tssicherungssystem sowie angemessene Vertragsbedingungen. Zust&auml;ndig f&uuml;r die Zulassung sind die so genannten &#039;&#039;fachkundigen Stellen&#039;&#039;. Eine Liste der zugelassenen Stellen finden Sie auf der Internetseite der Bundesarbeitsagentur: http://kursnetfinden.arbeitsagentur.de/kurs/start?targetfks Diese pr&uuml;ft, ob die Voraussetzungen erf&uuml;llt sind. Die Zulassung kann f&uuml;r l&auml;ngstens f&uuml;nf Jahre erteilt werden. 2. Vertragsschluss und Verg&uuml;tung Das Gesetz (SGB III) stellt zudem Anforderungen an die Art und Weise der Arbeitsvermittlung: Ein Vertrag, nach dem sich der Vermittler verpflichtet, einem Arbeitssuchenden eine Arbeitsstelle zu vermitteln, bedarf der schriftlichen Form. Die vereinbarte Verg&uuml;tung darf einschlie&szlig;lich der Umsatzsteuer h&ouml;chstens 2.000,00 Euro betragen, bei der Vermittlung von Au-pair-Verh&auml;ltnissen h&ouml;chstens 150,00 Euro. Bei bestimmten Berufsgruppen gelten durch Rechtsverordnung festgelegte Verg&uuml;tungen. Der Vertragstext ist dem Arbeitssuchenden in Textform mitzuteilen. Ein Anspruch auf Verg&uuml;tung besteht nur, wenn infolge der Vermittlung ein Arbeitsvertrag zustande gekommen ist. Der Vermittler darf keinen Vorschuss verlangen oder entgegennehmen. Bei der Vermittlung von Auszubildenden d&uuml;rfen Leistungen f&uuml;r die Vermittlung nur vom Arbeitgeber verlangt oder entgegengenommen werden. Zu den Leistungen der Vermittlung geh&ouml;ren auch alle Leistungen, die zur Vorbereitung und Durchf&uuml;hrung der Vermittlung erforderlich sind, insbesondere die Feststellung der Kenntnisse sowie die mit der Vermittlung verbundene Berufsberatung. 3. Ung&uuml;ltigkeit des Vermittlungsvertrags Der Vermittlungsvertrag zwischen Vermittler und Arbeitssuchendem &uuml;ber Verg&uuml;tung ist unwirksam, wenn: die H&ouml;chstgrenzen der Vermittlungsverg&uuml;tung &uuml;berschritten werden, Verg&uuml;tungen f&uuml;r Leistungen entgegengenommen werden, die zur Leistung des Vermittlers geh&ouml;ren, die erforderliche Schriftform nicht eingehalten wird, zwischen einem Vermittler und einem Ausbildungssuchenden eine Vereinbarung &uuml;ber die Zahlung einer Verg&uuml;tung getroffen wird, Vereinbarungen zwischen einem Vermittler und einem Arbeitgeber geschlossen werden, wonach der Vermittler eine Verg&uuml;tung mit einem Ausbildungssuchenden vereinbart oder von diesem entgegennimmt und Vereinbarungen getroffen werden, die sicherstellen sollen, dass ein Arbeitssuchender, Arbeitgeber oder Ausbildungssuchender sich ausschlie&szlig;lich eines bestimmten Vermittlers bedient. 4. Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein Arbeitnehmer mit Anspruch auf Arbeitslosengeld, die innerhalb einer Frist von drei Monaten mindestens sechs Wochen arbeitslos waren und noch nicht vermittelt sind, haben einen Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein. Mit dem Vermittlungsgutschein verpflichtet sich die Agentur f&uuml;r Arbeit, den Verg&uuml;tungsanspruch eines vom Arbeitnehmer eingeschalteten Vermittlers, der den Arbeitnehmer in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverh&auml;ltnis mit mindestens 15 Stunden w&ouml;chentlich vermittelt hat, zu erf&uuml;llen. Der Vermittlungsgutschein gilt grunds&auml;tzlich f&uuml;r jeweils drei Monate. Bei Langzeitarbeitslosen und behinderten Menschen kann der Gutschein bis zu einer H&ouml;he von 2.500,00 Euro ausgestellt werden. Der Wert des Gutscheins betr&auml;gt einschlie&szlig;lich Umsatzsteuer 2.000,00 Euro. Die Verg&uuml;tung des Arbeitsvermittlers erfolgt in zwei Raten zu je 1.000,00 Euro. Dabei wird die erste Rate nach sechsw&ouml;chiger, die zweite Rate nach sechsmonatiger Dauer des Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses unmittelbar an den Vermittler gezahlt. Eine Verg&uuml;tung aus dem Gutschein erfolgt nicht, wenn der Vermittler von der Agentur f&uuml;r Arbeit beauftragt ist, der Arbeitssuchende bei einem Arbeitgeber besch&auml;ftigt wird, bei welchem er in den letzten vier Jahren vor der Arbeitslosmeldung mindestens drei Monate versicherungspflichtig t&auml;tig war, es sei denn, es handelt sich um die befristete Besch&auml;ftigung besonders betroffener schwerbehinderter Menschen, das Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis von vorneherein auf eine Dauer von weniger als drei Monaten begrenzt ist oder der Vermittler nicht nachweist, dass er die Arbeitsvermittlung als Gegenstand seines Gewerbes angezeigt hat (Ausnahme: Die Vermittlung erfolgte durch einen Einrichtung, die nach den gesetzlichen Regelungen f&uuml;r die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben, t&auml;tig geworden ist). 5. Datenschutz Bei der Arbeitsvermittlung ist zudem der Datenschutz zu beachten. Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung der Daten unterliegt &sect; 298 des Dritten Sozialgesetzbuches in Verbindung mit dem Bundesdatenschutzgesetz. 6. Vermittlung von Ausl&auml;ndern, Vermittlung von Deutschen ins Ausland Das Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales kann durch Rechtsverordnung bestimmen, dass die Vermittlung und die Anwerbung aus dem Ausland f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung im Inland (Auslandsvermittlung) f&uuml;r bestimmte Berufe und T&auml;tigkeiten nur von der Bundesagentur durchgef&uuml;hrt werden d&uuml;rfen. Seit 31.10.2013 ist lediglich die Anwerbung in Staaten und die Arbeitsvermittlung aus Staaten, die in der Anlage zu &sect; 38 der Besch&auml;ftigungsverordnung ( http://www.gesetze-iminternet.de/bundesrecht/beschv_2013/gesamt.pdf) aufgef&uuml;hrt sind, f&uuml;r Besch&auml;ftigungen in Gesundheits- und Pflegeberufen f&uuml;r private Arbeitsvermittler verboten und bleibt ausschlie&szlig;lich der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit vorbehalten. Eine Vermittlung von Deutschen in die Schweiz ist nicht erlaubt. 7. Weitere Informationen Die Agentur f&uuml;r Arbeit h&auml;lt auf Ihrer Homepage weitere Informationen vor: Arbeitsagentur Private Arbeitsvermittlung</p> <p><a href="https://www.ihk-koeln.de/upload/PrivateArbeitsvermittlung_9961.pdf">Publikation zeigen</a></p>