<h1>Perspektive Wiedereinstieg (Praxisbuch)</h1> <h2>Dieses Praxisbuch zeigt ausgew&auml;hlte Beispiele... Quelle BMFSFJ</h2> <p>Perspektive Wiedereinstieg Immer noch sind es in Deutschland &uuml;berwiegend Frauen, die ihre Erwerbst&auml;tigkeit f&uuml;r die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angeh&ouml;rigen unterbrechen. Nach mehreren Jahren familienbedingter Pause ist die dauerhafte R&uuml;ckkehr in den Beruf oft schwierig. Viele Frauen m&uuml;ssen sich dauerhaft mit geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen begn&uuml;gen, obwohl sie gerne mehr arbeiten w&uuml;rden. Mittlerweile allerdings haben viele Unternehmen erkannt, dass sie gerade aus der Gruppe der Wiedereinsteigerinnen viele qualifizierte und motivierte Besch&auml;ftigte gewinnen k&ouml;nnen und dass sie in Zeiten des Fachkr&auml;ftemangels auf diese Frauen auch nicht verzichten k&ouml;nnen. Das Fundament f&uuml;r einen chancenreichen Wiedereinstieg mit guten Perspektiven sind passgenaue Unterst&uuml;tzungsangebote, geeignete Rahmenbedingungen, verl&auml;ssliche Netzwerke und nat&uuml;rlich eine offene Stelle, die zur Bewerberin passt. Das Aktionsprogramm &#039;&#039;Perspektive Wiedereinstieg&#039;&#039;, eine Kooperation des Bundesministeriums f&uuml;r Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA), wurde 2008 ins Leben gerufen, um dieses Fundament aufzubauen. Ziel ist es, Frauen - bei Bedarf auch M&auml;nner - zu unterst&uuml;tzen, die familienbedingt ihre Erwerbst&auml;tigkeit unterbrochen haben und nach einigen Jahren wieder in den Beruf zur&uuml;ckkehren wollen. Auch heute noch stehen wir Wiedereinsteigerinnen im Rahmen des Aktionsprogramms mit Rat und Tat zur Seite. Wir wollen Frauen Mut machen, den Schritt zur&uuml;ck in das Berufsleben selbstbewusst zu meistern, und wir wollen sie dabei unterst&uuml;tzen, eigenes Einkommen zu verdienen und sich eine eigenst&auml;ndige Alterssicherung aufzubauen. Damit wollen wir zu mehr Chancengleichheit in unserer Gesellschaft beitragen. Doch wie gelingt ein erfolgreicher Wiedereinstieg nach einer l&auml;ngeren Erwerbspause? Welche Unterst&uuml;tzungsangebote gibt es? Wie finden die Wiedereinsteigerinnen und Unternehmen zusammen? Und welche Instrumente haben sich bei der Unterst&uuml;tzungsarbeit in der Praxis als besonders erfolgreich erwiesen? Antworten auf diese und andere Fragen bietet das ESF-Modellprogramm &#039;&#039;Perspektive Wiedereinstieg&#039;&#039;, das Herzst&uuml;ck unseres gleichnamigen Aktionsprogramms. Im Rahmen dieses Programms haben Projekttr&auml;ger an ihren Standorten seit M&auml;rz 2009 die unterschiedlichsten Konzepte erprobt, um Wiedereinsteigerinnen bei der R&uuml;ckkehr in das Berufsleben zu unterst&uuml;tzen und zu begleiten. Nicht zuletzt der Blick auf die demografische Entwicklung in Deutschland zeigt, dass es immer wichtiger wird, das Besch&auml;ftigungs- und Wissenspotenzial von Frauen besser zu nutzen. Dies entspricht auch unserer Vorstellung von einer pr&auml;ventiven und nachhaltigen Arbeitsmarktpolitik. Im Rahmen der Fachkr&auml;ftesicherung ist daher eine h&ouml;here Erwerbsbeteiligung von Frauen ein wichtiges Anliegen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit. Der berufliche Wiedereinstieg gestaltet sich jedoch insbesondere nach der Geburt mehrerer Kinder oft schwierig. Angesichts der wahrgenommenen und erlebten H&uuml;rden ziehen sich viele Frauen in die Stille Reserve zur&uuml;ck oder bed&uuml;rfen - insbesondere im Falle einer Trennung - staatlicher Hilfen. Damit der berufliche Neuanfang gelingt, ben&ouml;tigen die Frauen vor allem eine bedarfsgerechte und zielgerichtete Unterst&uuml;tzung. Dabei ist nicht die Frau allein, sondern die ganze Familie gefordert, denn der Wiedereinstieg in das Arbeitsleben geht mit einer vollkommen neuen Gestaltung des Alltags einher. F&uuml;r Wiedereinsteigerinnen wird daher ein Angebot ben&ouml;tigt, das sie professionell - und bei Bedarf auch zeitintensiv - unterst&uuml;tzt. Schon die erste Phase des Aktionsprogramms &#039;&#039;Perspektive Wiedereinstieg&#039;&#039; hat gezeigt, dass sich mit individuellem Coaching und gezielter Arbeitgeberansprache beachtliche Ergebnisse erzielen lassen - Grund genug f&uuml;r die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, die 2008 begonnene Kooperation mit dem Bundesministerium f&uuml;r Familien, Senioren, Frauen und Jugend auch in Zukunft fortzusetzen. Insgesamt wurden die besten Ergebnisse dort erzielt, wo alle Akteure - beispielsweise Tr&auml;ger, Agenturen f&uuml;r Arbeit, Jobcenter, L&auml;nderinitiativen, kommunale Einrichtungen, Verb&auml;nde und Arbeitgeber - Hand in Hand arbeiten. Die Unterst&uuml;tzung von Wiedereinsteigerinnen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die nur in gemeinsamer Anstrengung bew&auml;ltigt werden kann. Zugleich jedoch eine, deren Erf&uuml;llung sich lohnt: Ohne die Hilfe der Projekttr&auml;ger h&auml;tten viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und ihre neuen Mitarbeiterinnen nicht zueinander gefunden. Neben der Sicherung des Fachkr&auml;ftebedarfes hat das Projekt dazu beigetragen, dass Wiedereinsteigerinnen ihre Talente nutzen und ihre Einkommenssituation f&uuml;r eine eigenst&auml;ndige Existenzsicherung nachhaltig verbessern konnten. Die positiven Ergebnisse des ESF-Modellprogramms waren so &uuml;berzeugend, dass wir die Bausteine des Programms inzwischen in eine regul&auml;re F&ouml;rderma&szlig;nahme der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit &uuml;berf&uuml;hrt haben, um auch Wiedereinsteigerinnen in Regionen zu erreichen, die nicht am ESF-Modellprogramm teilnehmen. Das Praxisbuch bietet eine hervorragende praxisorientierte Hilfestellung f&uuml;r die t&auml;gliche Arbeit aller Akteure. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich Anregungen und Ideen f&uuml;r die Umsetzung Ihrer Strategie zur Unterst&uuml;tzung der Wiedereinsteigerinnen und zur Deckung des Fachkr&auml;ftebedarfes aufzugreifen und zu erschlie&szlig;en! - Wenn nicht jetzt, wann dann?! Viele Frauen, die zur &Uuml;bernahme von Familienaufgaben ihre Erwerbst&auml;tigkeit unterbrochen haben, m&ouml;chten sich eine neue berufliche Perspektive schaffen - sowohl aus pers&ouml;nlichen als auch aus finanziellen Gr&uuml;nden. Nach zum Teil vielen Jahren, in denen sie nicht erwerbst&auml;tig waren, stehen die Wiedereinsteigerinnen dann vor der Herausforderung, sich auf einem ver&auml;nderten Arbeitsmarkt erneut zu etablieren: Die Kenntnisse gut qualifizierter Frauen sind h&auml;ufig nicht mehr auf dem aktuellen Stand, famili&auml;re Aufgaben lassen sich nur schwer mit den neuen Arbeitszeiten vereinbaren und Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber stehen den Wiedereinsteigerinnen skeptisch gegen&uuml;ber. Vor allem aber f&auml;llt es vielen Frauen schwer, die Rolle, in der sie sich eingerichtet haben, zu verlassen und sich den Konflikten zu stellen, die Ver&auml;nderungen im Familiengef&uuml;ge mit sich bringen k&ouml;nnen. Dies gilt insbesondere f&uuml;r Wiedereinsteigerinnen aus den alten Bundesl&auml;ndern. Hier setzt das Aktionsprogramm &#039;&#039;Perspektive Wiedereinstieg&#039;&#039; an. Seit dem Programmstart am 8. M&auml;rz 2008 wird der berufliche Wiedereinstieg kontinuierlich als gesellschaftspolitisches Thema in die &ouml;ffentliche Wahrnehmung ger&uuml;ckt und es konnten bereits viele Wege geebnet, Netz werke geschaffen und Wiedereinsteigerinnen intensiv begleitet und in den Arbeitsmarkt integ riert werden. Die wichtigsten Bausteine des Aktionsprogramms sind das sogenannte Lotsenportal www.perspektive-wiedereinstieg.de und das ESF-Modellprogramm &#039;&#039;Perspektive Wiedereinstieg&#039;&#039;. Im Rahmen des gleichnamigen Modellprogramms, finanziert aus Mitteln des Europ&auml;ischen Sozialfonds, haben in der ersten Programmphase von M&auml;rz 2009 bis Februar 2012 an bundesweit 20 Modellstandorten insgesamt 28 Projekttr&auml;ger unterschiedliche Konzepte erprobt, den regionalen Bedarfen angepasst und in der Unterst&uuml;tzung von Wiedereinsteigerinnen umgesetzt. Die Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Unterbrechung der Erwerbst&auml;tigkeit k&ouml;nnen vielf&auml;ltig sein. Im Zusammenhang mit dem ESF-Modellprogramm &#039;&#039;Perspektive Wiedereinstieg&#039;&#039; geht es in dem vorliegenden Praxisbuch um die mehrj&auml;hrige Erwerbsunterbrechung aus familienbedingten Gr&uuml;nden, also aufgrund der Erziehung von Kindern und &Uuml;bernahme von Pflegeaufgaben. Nach wie vor sind es haupts&auml;chlich die Frauen, die ihre Erwerbsarbeit unterbrechen, um Familienarbeit zu leisten. Auch wenn sich in den letzten Jahren die Rollenbilder sukzessive ver&auml;ndert haben, die Erwerbsquote von Frauen gestiegen ist und mehr V&auml;ter Wert auf Familienzeit legen, so folgt die tats&auml;chliche Aufgabenverteilung zumeist einem traditionellen Familienverst&auml;ndnis. Haben 61 Prozent der Frauen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren bereits mindestens einmal ihre Erwerbst&auml;tigkeit zur &Uuml;bernahme von Familienaufgaben unterbrochen, so sind es bei den M&auml;nnern lediglich 11 Prozent. Die R&uuml;ckkehr in den Beruf nach einer mehrj&auml;hrigen Familienphase kann dann durch verschiedene H&uuml;rden, wie zum Beispiel fehlende Kinderbetreuungsm&ouml;glichkeiten oder wenig flexible Arbeitsbedingungen, erschwert werden und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf be- oder sogar verhindern. Die Dauer der Erwerbsunterbrechung spielt ebenfalls eine Rolle beim beruflichen Wiedereinstieg, sowohl in Bezug auf die unter Umst&auml;nden veraltete berufliche Qualifikation der Wiedereinsteigerin als auch hinsichtlich pers&ouml;nlicher Zweifel, ob sich eine R&uuml;ckkehr in den Beruf meistern l&auml;sst. Bei Weitem nicht jede Wiedereinsteigerin ist bei der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit gemeldet und nimmt die m&ouml;glichen Unterst&uuml;tzungsangebote an. Diese Frauen werden als Stille Reserve bezeichnet - sie sind die vorrangige Zielgruppe des ESF-Modellprogramms. Die gleichstellungspolitischen Ziele werden im Aktionsprogramm &#039;&#039;Perspektive Wiedereinstieg&#039;&#039; auf verschiedenen Ebenen verfolgt. Es finden sowohl die individuellen Bedarfe beruflicher Wiedereinsteigerinnen als auch die Bef&ouml;rderung von M&ouml;glichkeiten f&uuml;r die Vereinbarkeit von Familie und Beruf Ber&uuml;cksichtigung, die nicht zuletzt hinsichtlich der sozialen Sicherung im Alter und der Fachkr&auml;ftesicherung eine grundlegende Rolle spielen</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/02034.pdf">Publikation zeigen</a></p>