<h1>Informationen rund um den Wegeunfall</h1> <h2>Unter einem Wegeunfall versteht man den Unfall eines Arbeitnehmers auf dem Weg von oder zu seinem Arbeitsplatz... Quelle Rechtsanw&auml;ltin Stephanie Patzelt</h2> <p>Informationen rund um den Wegeunfall 1. Was ist ein Wegeunfall? Unter einem Wegeunfall versteht man den Unfall eines Arbeitnehmers auf dem Weg von oder zu seinem Arbeitsplatz. Versichert ist n&auml;mlich nicht nur die eigentliche Arbeit des Arbeitnehmers, sondern gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs.2 SGB VII ebenso der Wege des Arbeitnehmers von seiner Wohnung zur Arbeitsst&auml;tte und von dieser zu seiner Wohnung. Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts ist ebenfalls der Weg in der Arbeitspause zur Wohnung, um das Mittagessen einzunehmen, und der R&uuml;ckweg vom Mittagessen versichert und ein Unfall als Wegeunfall anzusehen (vgl. BSG vom 04.09.2007, Az.: B 2U 24/06). 2. Wo beginnt der versicherte Weg beim Wegeunfall? Der Weg von der Wohnung eines Arbeitnehmers zur Arbeitsstelle ist nicht bereits ab Verlassen der Wohnungst&uuml;re, sondern erst ab Verlassen der Haust&uuml;re versichert. Rutscht somit ein Arbeitnehmer auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz nach Verlassen seiner Wohnungst&uuml;re im Treppenhaus aus und verletzt sich, stellt sich dies nicht als Wegeunfall dar. Rutscht er jedoch vor der Haust&uuml;re auf dem Weg zur Stra&szlig;enbahn aus, mit welcher er an seinen Arbeitsplatz gelangen will, so ist dieser Unfall als Wegeunfall anzuerkennen. 3. Ist immer nur der k&uuml;rzeste Weg zur Arbeitsstelle versichert? Nein, man muss nicht immer den k&uuml;rzesten Weg w&auml;hlen. Man kann vielmehr auch einen l&auml;ngeren Weg w&auml;hlen, wenn man dadurch schneller oder bequemer an seinen Arbeitsplatz oder nach Hause gelangt. 4. Sind auch Umwege versichert? Ja, bzw. nein - es kommt auf den Umweg an. Der Versicherungsschutz ist beispielsweise auch dann gegeben, wenn der direkte Weg nicht m&ouml;glich ist, da man vor oder nach Arbeitsbeginn sein Kind in den Kindengarten oder die Schule bringen oder abholen muss. Versichert ist zum anderen auch der Weg zu bzw. von einem Kollegen, wenn man mit diesem eine Fahrgemeinschaft bildet, um gemeinsam den Arbeitsplatz aufzusuchen. Passiert auf diesem Weg etwa ein Unfall, muss die Berufsgenossenschaft ebenfalls zahlen. Auch bei Umwegen aufgrund von Baustellen, Sperrungen, Verkehrsf&uuml;hrungs&auml;nderungen sowie Unf&auml;llen sind diese versichert. Unterbricht der Versicherte jedoch aus eigenwirtschaftlichen Gr&uuml;nden den Arbeitsweg, besteht grunds&auml;tzlich kein Versicherungsschutz. Dauert die Unterbrechung l&auml;nger als zwei Stunden, ist auch f&uuml;r die sp&auml;tere Fortsetzung des Weges kein Versicherungsschutz mehr gegeben, obwohl er sich nach der Unterbrechung wieder auf seinem normalen Arbeitsweg befindet. Bei einer Unterbrechung von weniger als zwei Stunden, besteht f&uuml;r die sp&auml;tere Fortsetzung des Weges jedoch Versicherungsschutz. Dra&uuml;berhinaus sind geringf&uuml;gige, rein privaten Zwecken dienende Umwege, die den Nachhauseweg nur unwesentlich verl&auml;ngern, f&uuml;r den Versicherungsschutz unsch&auml;dlich. Geringf&uuml;gig ist eine solche Unterbrechung nur dann, wenn die private Besorgung unmittelbar im Bereich der Stra&szlig;e und ohne nennenswerte zeitliche Verz&ouml;gerung, also sozusagen &#039;&#039;im Vorbeigehen&#039;&#039;, erledigt werden kann</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/02083.pdf">Publikation zeigen</a></p>