<h1>Regeneration, Erholung, Pausengestaltung</h1> <h2>Dieser Report enth&auml;lt die ausf&uuml;hrliche Auswertung einer Umfrage sowie viele Hinweise und Praxisbeispiele zu guter Pausengestaltung am Arbeitsplatz... Quelle Initiative Gesundheit und Arbeit</h2> <p>Regeneration, Erholung, Pausengestaltung alte Rezepte f&uuml;r moderne Arbeitswelten? In der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) arbeiten gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung zusammen, um arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren vorzubeugen. Gemeinsam werden Pr&auml;ventionsans&auml;tze f&uuml;r die Arbeitswelt weiterentwickelt und vorhandene Methoden oder Erkenntnisse f&uuml;r die Praxis nutzbar gemacht. Pausengestaltung Pausen und neue Medien Pausen und neue Arbeitsformen Wissen zu Arbeitspausen Pausensystem im Betrieb Smartphonegebrauch in den Pausen Smartphonegebrauch w&auml;hrend der Arbeitszeit Verbesserung der Pausengestaltung Pausenw&uuml;nsche, aktuelle Pausensituation und Erholung Forced-Choice-Items Pausen sind eine wichtige Regenerationsquelle im Arbeitsalltag. Sie helfen, die Leistungsf&auml;higkeit wiederherzustellen bzw. zu erhalten und dienen auch der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. In letzter Zeit gibt es jedoch einige Hinweise darauf, dass Besch&auml;ftigte Pausen ausfallen lassen (BAuA, 2015, 2016) oder in Pausen T&auml;tigkeiten nachgehen, die m&ouml;glicherweise nicht erholsam sind, z.B. pausenlos in sozialen Netzwerken &#039;&#039;unterwegs&#039;&#039; zu sein (van Eimeren, 2013). Wie steht es nun um die Arbeitspausen in Deutschland? Womit verbringen Besch&auml;ftigte ihre Pausen? Erholen sie sich dabei oder verhindern die Aktivit&auml;ten eher eine angemessene Erholung? Diesen Fragen geht die vorliegende Untersuchung nach. Im Fokus standen dabei zum einen Personen, die im Homeoffice arbeiten oder dienstlich h&auml;ufig unterwegs sind. Bei diesen Personen stellt das Thema Pausen h&ouml;here Anforderungen an das Selbstmanagement. In einem Betrieb ist es eher wahrscheinlich, dass Personen z.B. eine Mittagspause machen, weil alle Pause machen. Bei Alleinarbeit im Homeoffice oder auf Reisen m&uuml;ssen die Betroffenen selbst daran denken, Pause zu machen. Zum anderen interessierte besonders die Nutzung elektronischer Medien in der Pause. Wie viele Besch&auml;ftigte nutzen Smartphone und Co w&auml;hrend der Pause und wie wirkt sich dies zumindest subjektiv - aus? Auch interessierte die Frage, ob bzw. welche Unterschiede es zwischen j&uuml;ngeren und &auml;lteren Besch&auml;ftigten hinsichtlich der Nutzung und der erlebten Wirkung gibt. Unter Pausen versteht man &#039;&#039;Arbeitsunterbrechungen verschiedener L&auml;nge, die zwischen zwei in einer Arbeitsschicht vorkommenden T&auml;tigkeitszeiten auftreten und der Erholung des Arbeiters dienen&#039;&#039; (Graf, Rutenfranz und Ulich, 1970, S. 250). Arbeitspausen werden als organisierte Erholungszeiten w&auml;hrend einer Arbeitsschicht definiert. Diese Pausen werden in Mikropausen ( 1 Minute), Minipausen (1-5 Minuten), Kurzpausen (5-10 Minuten) und l&auml;ngere Pausen ( 10 Minuten) eingeteilt (Wendsche, 2015). Pausen haben verschiedene Funktionen. Neben der Erholung helfen sie dabei, die Konzentrationsf&auml;higkeit zu verbessern. Besonders durch Mikropausen k&ouml;nnen die Probleml&ouml;seleistung (Sio und Ormerod, 2009) und Lernleistung (Donovan und Radosevich, 1999) gef&ouml;rdert werden. Diese Art der Pause wird nachweislich als energetisierend wahrgenommen (Fritz, Ellis, Demsky, Lin und Guros, 2013). Pausen steigern allgemein die Arbeitsleistung, das subjektive Wohlbefinden und die physiologische Leistungsf&auml;higkeit, auch nach der Arbeit (Wendsche, 2014). So k&ouml;nnen erlebte Beanspruchung und k&ouml;rperliche Beschwerden durch Pausen im Laufe des Arbeitstages verringert werden (G&uuml;ndel, Glaser und Angerer, 2014). Pausen steigern auch die Arbeitsmotivation und den Wert der eigenen T&auml;tigkeit. Sie dienen zudem dem T&auml;tigkeitsausgleich und der F&ouml;rderung sozialer Interaktion (Allmer, 1996, Oppolzer, 2006, Wegge, Wendsche, Kleinbeck und Przygodda, 2012). Auch das Unfallrisiko kann durch Pausen reduziert werden (Tucker, 2003), ebenso wie psychische Fehlbeanspruchung und Mitarbeiterfluktuation. Langfristige positive Effekte guter Pausen sind geringere k&ouml;rperliche Beeintr&auml;chtigungen wie Muskel-Skelett-Beschwerden und geringere Ersch&ouml;pfungserscheinungen (Wendsche, 2014). Wann und wie lang sollten Pausen gemacht werden, damit sie sich positiv auswirken k&ouml;nnen und wie sollten sie gestaltet sein? Das Arbeitszeitgesetz schreibt vor, dass eine Mindestpausenzeit von 30 Minuten bei 6 - 9 Stunden Arbeitszeit und 45 Minuten bei mehr als 9 Stunden Arbeitszeit gew&auml;hrleistet sein muss. Es ist m&ouml;glich, diese Gesamtpausenzeit in 15-min&uuml;tige Pausen einzuteilen. Zus&auml;tzlich sind regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsunterbrechungen je nach Arbeitst&auml;tigkeit gesetzlich vorgeschrieben (z.B. bei Bildschirmarbeit). Eine Mittagspause von etwa 20 - 60 Minuten wird oft in der Mitte einer Schicht angeordnet. Doch nicht nur die L&auml;nge der Pause allein ist entscheidend, sondern auch die zeitliche Anordnung der Pause im Arbeitstag. Studien zufolge sind physische und psychische Fehlbeanspruchungen geringer, wenn die Mittagspause um zwei Kurzpausen im Arbeitsverlauf erg&auml;nzt wird (Wendsche, 2015). Bei kognitiven Arbeiten sind zweist&uuml;ndlich 10-15 Minuten sinnvoll. Bei repetitiven Arbeiten sollte alle 30 Minuten zus&auml;tzlich eine Mikropause eingelegt werden. Anzahl und L&auml;nge der Pausen sollten bei zunehmender L&auml;nge der Arbeitszeit oder Komplexit&auml;t von Teilt&auml;tigkeiten erh&ouml;ht werden (Wegge et al., 2012, Wendsche und Wegge, 2014). Jedoch ben&ouml;tigt nicht jede Person zur gleichen Zeit eine Pause (Fritz et al., 2013), was f&uuml;r selbstbestimmte Pausen spricht (vgl. auch Eder und Wendsche, 2014, Trougakos, Hideg, Cheng und Beal, 2014). Selbstbestimmte Pausen unterst&uuml;tzen auch das Erleben von Autonomie bei den Besch&auml;ftigten. Sie erm&ouml;glichen beispielsweise auch, eine Arbeit zu Ende zu f&uuml;hren, sodass man nicht nach der Pause zuerst wieder in die Aufgabe zur&uuml;ckfinden muss. Selbstbestimmte Pausen k&ouml;nnen in einem bestimmten Zeitfenster liegen, damit die Pause nicht zu sp&auml;t genommen wird. Um sich in der Pause wirklich erholen zu k&ouml;nnen, ist es vor allem wichtig, sich mental von der Arbeitsaufgabe zu distanzieren. Die Pausenaktivit&auml;ten sollten im Gegensatz zur Arbeitst&auml;tigkeit stehen. Aktive Pausen, d.h. Bewegungspausen, sind bei sitzenden T&auml;tigkeiten zu empfehlen und passive Pausen bei k&ouml;rperlicher Belastung (wenn die physische Belastung jedoch durch das Sitzen entstanden ist, sollte sich nicht wieder hingesetzt werden). Dadurch wird f&uuml;r Abwechslung in den Haltungen gesorgt. Bei Bildschirmarbeitspl&auml;tzen ist es auch von Bedeutung, in der Pause eine andere Sehaufgabe zu realisieren (z.B. in die Ferne schauen) und die K&ouml;rperhaltung zu ver&auml;ndern bzw. sich zu bewegen (Eder und Wendsche, 2014). Egal ob bei sitzender oder stehender T&auml;tigkeit, kurze Lockerungs&uuml;bungen f&uuml;r z.B. die Schultern, die Lendenwirbels&auml;ule oder Waden k&ouml;nnen Muskelverspannungen entgegenwirken, Anspannungen abbauen und so einseitige Belastungen verhindern. Pausen sind effektiver, wenn neben der reinen Nahrungsaufnahme noch einer zus&auml;tzlichen Aktivit&auml;t nachgegangen wird, wie spazieren zu gehen oder sich mit Kolleginnen und Kollegen zu unterhalten oder auch kurz zu schlafen. In der Pause sollte man sich nicht mit Arbeitsinhalten besch&auml;ftigen, denn das kann zu einer negativen Stimmung nach der Pause f&uuml;hren (Fritz et al., 2013). In Tabelle 1 sind vorteilhafte und ung&uuml;nstige Pausenaktivit&auml;ten aufgelistet. Erholsame Pausengestaltung Zu vermeidende Pausengestaltung Nahrungsaufnahme: Energieversorgung des K&ouml;rpers und speziell des Gehirns sich weiter mit Arbeitsinhalten besch&auml;ftigen, z.B. per E-Mail oder in Unterhaltungen mit den Kolleginnen und Kollegen Spaziergang: aktiviert den K&ouml;rper und verbessert den Blutfluss im Gehirn lesen privater E-Mails, Nachrichten Tagtr&auml;umen, zeichnen: verbessert die Kreativit&auml;t Romane oder Zeitschriften lesen, wenn im Beruf bereits viel gelesen wird Powernapping (Nickerchen): 10 Minuten schlafen verbessert kognitive F&auml;higkeiten und verringert M&uuml;digkeit sitzen bei einer sitzenden T&auml;tigkeit, weiter stehen bei einer Steht&auml;tigkeit leichte sportliche &Uuml;bungen: f&ouml;rdern Konzentrationsf&auml;higkeit, geben Energie private Wege erledigen bzw. Hausarbeit Unterhaltung mit Kollegen (wenn sie freiwillig aufgenommen wird) Augenentspannung: mind. 20 Sekunden alle 20 Minuten in die Ferne schauen im Internet surfen (ausgenommen E-Mails bearbeiten oder senden) Entspannungs&uuml;bungen Die Verwendung des Internets auf dem Computer, Tablet oder Smartphone ist zu einem festen Bestandteil im Arbeitsablauf vieler Unternehmen geworden. 92 Prozent aller Unternehmen nutzten im Jahr 2015 Computer. Dabei hatten 89 Prozent der Unternehmen einen Internetzugang (Statistisches Bundesamt, 2015b). 2015 besa&szlig;en die privaten Haushalte Deutschlands zu 93,5 Prozent ein Mobiltelefon (Handy oder Smartphone), davon hatten 43,9 Prozent einen mobilen Internetanschluss (Statistisches Bundesamt, 2015a). Die Verbreitung elektronischer Ger&auml;te und speziell die Beliebtheit von Smartphones f&uuml;hrte auch zu Ver&auml;nderungen der Pausengestaltung in den Unternehmen (Rhee und Kim, 2016). Auch w&auml;hrend der Arbeitszeit wird sich vermehrt zu privaten Zwecken im Internet bewegt. Die freiwillige Nutzung des Firmeninternetzugangs f&uuml;r private/pers&ouml;nliche Zwecke w&auml;hrend der Arbeitszeit wird als Cyberloafing bezeichnet (Lim, Teo und Loo, 2002). Der Begriff Cyberloafing lie&szlig;e sich auch mit Onlinefaulenzen oder Internetfaulenzen &uuml;bersetzen. Dieses Verhalten sehen die meisten Unternehmen nicht gern, da Konzentrationsverlust, sinkende Arbeitsleistung usw. bef&uuml;rchtet werden. Folgen sind h&auml;ufig Verbote und Restriktionen. Doch warum nutzen so viele Besch&auml;ftigte das Internet bei der Arbeit f&uuml;r private Zwecke? Gr&uuml;nde f&uuml;r die Internetnutzung k&ouml;nnen Monotonie oder Langweile sein, ebenso wie eine Reaktion auf frustrierende Ereignisse bei der Arbeit (Kim, 2014). Weitere organisationale Ursachen sind die Wahrnehmung von Ungerechtigkeit und Rollenkonflikten (Jiang und Tsohou, 2015). Der h&auml;ufigste Grund f&uuml;r Cyberloafing ist jedoch der Wunsch nach einer kurzen mentalen Pause, welche das Surfen im Internet durch eine geringe kognitive Beanspruchung erm&ouml;glicht (Jiang und Tsohou, 2015). Die Nutzung des Internets oder des eigenen Smartphones am Arbeitsplatz bietet zudem eine M&ouml;glichkeit, Privates im Laufe des Arbeitstages zu erledigen, indem z.B. Arzttermine organisiert oder Rechnungen gezahlt werden. Dadurch kann die Freizeit entlastet werden. Gleichzeitig dringt durch die st&auml;ndige Erreichbarkeit die Arbeitswelt auch in den privaten Bereich (Hassler, Rau, Hupfeld und Paridon, 2016). Der einfache Zugang zu den Ger&auml;ten erleichtert die Nutzung zus&auml;tzlich (D&rsquo;Abate, 2005). Allerdings gibt es Unterschiede zwischen denjenigen Personen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, und &auml;lteren Besch&auml;ftigten. Besch&auml;ftigte, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, bewerten Onlinepausen negativ und sehen sie im Gegensatz zu ihrer Arbeitsmoral stehend (Kim, 2014). Je routinierter Personen mit dem Internet umgehen, desto mehr nimmt Cyberloafing zu (Vitak, Crouse und LaRose, 2011). Die Nutzung des Internets und sozialer Medien zeigt sich verst&auml;rkt bei alleinstehenden M&auml;nnern und steigt mit dem Bildungsgrad bzw. dem Status in einem Unternehmen an (Garrett und Danziger, 2008). Cyberloafing ist auch eine Frage der Selbstregulation, privater Anforderungen und Gewohnheiten der jeweiligen Person (Jiang und Tsohou, 2015). M&auml;nner betreiben h&auml;ufiger und l&auml;nger Cyberloafing als Frauen. 97 Prozent der M&auml;nner und 85 Prozent der Frauen halten Cyberloafing f&uuml;r legitim. Dabei wird das Internet vorrangig dazu genutzt, private E-Mails zu &uuml;berpr&uuml;fen und zu senden sowie verschiedene nicht arbeitsbezogene Webseiten zu besuchen (Lim und Chen, 2012). M&auml;nner glauben im Vergleich zu Frauen eher, dass Cyberloafing einen positiven Einfluss auf ihre Arbeitsleistung hat (Fritz et al., 2013). In der Tat k&ouml;nnen moderne Medien eine vor&uuml;bergehende Erholung sowie eine willkommene Ablenkung bieten (Chen und Lim, 2011, Rhee und Kim, 2016). Wenn f&uuml;r einen begrenzten Zeitraum von ca. 15 Minuten im Internet gesurft wird, kann das einen positiven Einfluss auf die kreative Leistung von Personen haben. Dies gilt vor allem nachmittags, wenn die Besch&auml;ftigten ggf. bereits erm&uuml;det sind (Kuem und Siponen, 2014). Besonders bei Personen unter 30 Jahren, die mit dem Internet aufgewachsen sind, kann das nicht arbeitsbezogene Surfen im Internet die Konzentrationsf&auml;higkeit wieder herstellen (Coker, 2013). Dabei ist zu beachten, dass der kognitive Bearbeitungsaufwand der aufgenommenen Informationen gering gehalten wird. Somit w&auml;re beispielsweise die Nutzung sozialer Netzwerke oder das Surfen entspannender als Eink&auml;ufe im Internet zu t&auml;tigen (Kuem und Siponen, 2014). Cyberloafing kann die Arbeit interessanter machen, bei der L&ouml;sung von Problemen helfen und die Arbeitsleistung verbessern (Lim und Chen, 2012). Der Internetgebrauch bietet auch eine M&ouml;glichkeit, Neues zu erfahren bzw. zu lernen (Rhee und Kim, 2016). So kann sich Cyberloafing durchaus positiv auf die Erholung von Besch&auml;ftigten auswirken, wenn sie emotional oder physisch ersch&ouml;pft sind, was als Vorteil f&uuml;r das Unternehmen gesehen werden kann (van Doorn, 2011). Lim und Chen (2012) weisen darauf hin, dass die Bearbeitung privater E-Mails zu einer negativen Verstimmung f&uuml;hren kann und lediglich das planlose Surfen im Internet die Stimmung positiv beeinflusst. Festgehalten werden kann, dass Cyberloafing nicht unbedingt negative Effekte hat, sondern zur Erholung und Aktivierung der Besch&auml;ftigten beitragen kann. Die Verwendung elektronischer Ger&auml;te in den Pausen kann sich ebenfalls positiv auswirken. Eine Studie mit 72 Besch&auml;ftigten ergab, dass die Personen, die Kurzpausen mit ihrem Smartphone machten, am Ende des Tages gl&uuml;cklicher waren bzw. ein h&ouml;heres Wohlbefinden aufwiesen. Die Untersuchung zeigte auch, dass die Personen w&auml;hrend eines 8-st&uuml;ndigen Arbeitstages durchschnittlich 22 Minuten ihr Smartphone zum Spielen oder Chatten nutzten (Kim und Niu, 2014). Andererseits zeigte sich in einer anderen Untersuchung, in der Smartphonepausen mit sogenannten konventionellen Pausen (z.B. sich mit Kollegen unterhalten oder spazieren gehen) verglichen wurden, dass beide Pausenarten zwar mit Vitalit&auml;t und positiven Gef&uuml;hlen einhergingen, aber nur die konventionellen Pausen mit einer geringeren emotionalen Ersch&ouml;pfung verbunden waren (Rhee und Kim, 2016). Auch die reine Handyverf&uuml;gbarkeit (lautlos in naher Reichweite) wurde bereits untersucht. Es zeigte sich eine Verschlechterung der Leistung - allerdings nur bei kognitiv anspruchsvollen Aufgaben (Thornton, Faires, Robbins und Rollins, 2015). In einer Untersuchung mit Studierenden zeigte sich, dass die Handynutzung mit schlechteren akademischen Leistungen einherging (Lepp, Barkley und Karpinski, 2014). Der Grund hierf&uuml;r k&ouml;nnte sein, dass die Studierenden durch den hohen Gebrauch von Mobilfunkger&auml;ten weniger an Vorlesungen teilnehmen und Hausarbeiten bzw. allgemein das Studieren vernachl&auml;ssigen. Es ist aber auch umgekehrt m&ouml;glich, dass weniger leistungsstarke Studierende sich h&auml;ufiger ihrem Handy zuwenden bzw. sich davon ablenken lassen. Eine intensive Smartphonenutzung kann sich negativ auf die k&ouml;rperliche Gesundheit auswirken. Bereits bei einer Handynutzung ab 20 Minuten Dauer kann es zu einer erh&ouml;hten Aktivit&auml;t der Nacken- und Schultermuskeln kommen (Park, Kang und Jeon, 2013). Dies wiederum kann langfristig zu Verspannungen f&uuml;hren. Eine kleine Schriftgr&ouml;&szlig;e auf dem Touchscreen und die damit verbundene kurze Sehdistanz k&ouml;nnen zu erh&ouml;hten Anforderungen an die Augen f&uuml;hren (vgl. Bababekova, Rosenfield, Hue und Huang, 2011). Insgesamt zeigen sich positive und negative Aspekte hinsichtlich der privaten Nutzung moderner Medien am Arbeitsplatz. Damit die Nutzung des Internets einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden und die Arbeitsleistung haben kann, sollten einige Faktoren beachtet werden, z.B. Dauer und Inhalte. Von einem grunds&auml;tzlichen Nutzungsverbot sollte zumindest bei denjenigen, die neue Medien auch f&uuml;r ihre Arbeitst&auml;tigkeit nutzen, weitestgehend abgesehen werden. Sinnvoll w&auml;re es, Vorgesetzte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem verantwortungsbewussten (Pausen-)Verhalten in Bezug auf die Verwendung moderner Medien anzuleiten. Hierzu geh&ouml;ren entsprechende Informationen, wie sich die Nutzung auswirken kann. Dar&uuml;ber hinaus l&auml;sst sich eine maximale Zeit vorgeben, die privat online verbracht werden darf. Eine Unterst&uuml;tzung daf&uuml;r k&ouml;nnen Browsererweiterungen sein, die ein t&auml;gliches Limit f&uuml;r die Nutzung von sozialen Netzwerken oder Plattformen wie Youtube setzen. Entsprechende Tools sind online verf&uuml;gbar (z.B. bei GoogleChrome als Chrome-Nanny und bei Firefox als Leech-Block). Unter den beschriebenen Bedingungen l&auml;sst sich das Internet als eine Ressource f&uuml;r Erholung und Abwechslung nutzen (Oravec, 2005). Grunds&auml;tzlich ist es wichtig, Regeln f&uuml;r den Umgang mit privaten Medien zu besprechen. Hinsichtlich des Themas Pausen bleibt festzuhalten, dass die mentale Distanzierung, also das Abschalten von Arbeitsinhalten in der Pause, die wichtigste Voraussetzung f&uuml;r Erholung ist. Wenn es m&ouml;glich ist, w&auml;hrend der Pause mental abzuschalten, steigen Vitalit&auml;t und positive Gef&uuml;hle unabh&auml;ngig von der Art der Pause (Rhee und Kim, 2016). Die Anforderungen an die Selbstorganisation der Besch&auml;ftigten bei r&auml;umlich und zeitlich flexibler Arbeit sind hoch (IG Metall, 2016). Werden als Vorteile zumeist aufseiten der Besch&auml;ftigten die bessere Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben, ein st&ouml;rungsfreieres Arbeiten wie eine Zeitersparnis durch wegfallende Anfahrtswege zum Arbeitsort angestrebt, gibt es auch Nachteile, die durch dieses enge Nebeneinander von Arbeits- und Privatleben entstehen. Wer es nicht schafft, klare Strukturen und Abl&auml;ufe zu planen und die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatzeiten festzulegen, ger&auml;t in Gefahr, Arbeitszeiten auszudehnen, st&auml;ndig verf&uuml;gbar zu sein und die eigenen Erholungsphasen nicht zu beachten. Gerade im Homeoffice stellt sich h&auml;ufig die Frage, ob eine Arbeitspause, die die Besch&auml;ftigten dazu nutzen, Kinder von der Schule abzuholen, Telefonate mit Handwerkern zu f&uuml;hren oder W&auml;sche aufzuh&auml;ngen, tats&auml;chlich einen gleichwertigen Erholungswert hat wie der Spaziergang in der Mittagspause und das private Gespr&auml;ch mit Kolleginnen und Kollegen in der Kantine. Die zeitliche Flexibilit&auml;t im Homeoffice kann auch zu rechtlichen Konflikten f&uuml;hren. Wenn Besch&auml;ftigte zum Beispiel abends, nachdem die Kinder im Bett sind, noch arbeiten, am n&auml;chsten Morgen aber wieder fr&uuml;h im B&uuml;ro sind, halten sie ggf. ihre Ruhezeiten von 11 Stunden nicht ein Weitere Bedingungen k&ouml;nnen die praktische Umsetzung und Einhaltung von Pausen erschweren. Besch&auml;ftigte, die h&auml;ufig zu Kunden unterwegs sind bzw. bei diesen zum Einsatz kommen, haben auch nicht immer einen Pausenraum zur Verf&uuml;gung. Restaurants, Rastst&auml;tten oder der Pkw sind dann h&auml;ufig ihr Ersatz. Bei Reiset&auml;tigkeiten kommt noch ein gewisser Unsicherheitsfaktor hinzu, der durch m&ouml;gliche Staus, Zugausf&auml;lle etc. bedingt wird. Mobil Besch&auml;ftigte k&ouml;nnen sich auch nicht am Verhalten ihrer Kolleginnen und Kollegen orientieren. Wenn in Unternehmen feste Zeiten vorgegeben sind oder die meisten zwischen 11.30 Uhr und 13.30 Uhr in die Mittagspause gehen, wird man unweigerlich daran erinnert, auch selber eine Pause zu nehmen. Ferner fehlt h&auml;ufig die Kontrollm&ouml;glichkeit durch die Vorgesetzten, die aktiv darauf einwirken k&ouml;nnen, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Pause auch tats&auml;chlich nehmen. Gefordert ist daher eine hohe Selbstmanagementkompetenz</p> <p><a href="https://www.iga-info.de/fileadmin/redakteur/Veroeffentlichungen/iga_Reporte/Dokumente/iga-Report_34_Regeneration_Erholung_Pausengestaltung.pdf">Publikation zeigen</a></p>