<h1>Wehrdienst und Rente</h1> <h2>In diesem Faltblatt finden Sie die wichtigsten Informationen zum freiwilligen Wehrdienst und zur Bedeutung dieser Zeit f&uuml;r Ihre Rente... Quelle Deutsche Rentenversicherung</h2> <p>Wehrdienst und Rente Die Beitr&auml;ge zahlt der Staat Rechtliche Besonderheiten Wehr- und Zivildienstzeiten Wertvolle Zeit f&uuml;r Ihre Rente Wenn Sie freiwilligen Wehrdienst leisten, sind Sie automatisch Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung. F&uuml;r Ihren Dienst bekommen Sie nicht nur einen Sold, sondern erwerben damit auch wertvolle Beitragszeiten f&uuml;r Ihre sp&auml;tere Rente. Ihr Vorteil: Die f&auml;lligen Beitr&auml;ge f&uuml;r diese Pflichtversicherung zahlen nicht Sie, sondern allein der Staat. In diesem Faltblatt finden Sie die wichtigsten Informationen zum freiwilligen Wehrdienst und zur Bedeutung dieser Zeit f&uuml;r Ihre Rente. Au&szlig;erdem erfahren Sie, wie die bisherigen Wehrpflicht- und Zivildienstzeiten bei der Rente ber&uuml;cksichtigt werden und welche &Uuml;bergangsregelungen gelten. Freiwilliger Wehrdienst Wehr- und Zivildienst bis 30. Juni 2011 Ein Plus f&uuml;r die sp&auml;tere Rente Beitr&auml;ge zur zus&auml;tzlichen privaten Altersvorsorge Freiwilliger Wehrdienst Die Pflicht, einen Wehr- oder Zivildienst zu leisten, besteht heute nicht mehr. Sie ist mit Wirkung vom 1. Juli 2011 ausgesetzt worden. Seitdem k&ouml;nnen sich M&auml;nner und Frauen f&uuml;r einen freiwilligen Wehrdienst entscheiden. Sie m&uuml;ssen daf&uuml;r lediglich Deutsche im Sinne des Grundgesetzes sein. W&auml;hrend der freiwilligen Wehrdienstzeiten besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Beitr&auml;ge zahlt der Bund f&uuml;r Sie. Wissenswert: Im Bundeshaushalt 2016 sind f&uuml;r Wehrdienstleistende Beitr&auml;ge zur Rentenversicherung in H&ouml;he von etwa 45 Millionen Euro veranschlagt. Zeitlicher Umfang Sie k&ouml;nnen einen sechsmonatigen freiwilligen Wehrdienst als Probezeit und anschlie&szlig;end bis zu 17 Monaten freiwilligen zus&auml;tzlichen Wehrdienst leisten. Insgesamt sind also bis zu 23 Monaten freiwilliger Wehrdienst m&ouml;glich. Dar&uuml;ber hinaus k&ouml;nnen Sie sich freiwillig schriftlich dazu bereit erkl&auml;ren, Wehr&uuml;bungen zu leisten oder an besonderen Auslandsverwendungen teilzunehmen. Lesen Sie hierzu bitte auch den Abschnitt zu Wehr&uuml;bungen auf Seite 8. Bitte beachten Sie: Wurden Sie vor dem 1. Juli 2011 zu einem &uuml;ber den 30. Juni 2011 hinausgehenden Wehrdienst einberufen und nicht zum 30. Juni 2011 auf eigenen Antrag aus dem Dienst entlassen, galten Sie ab dem 1. Juli 2011 als freiwillig Wehrdienstleistender. Bundesfreiwilligendienst Anstelle des bisherigen Zivildienstes besteht jetzt die M&ouml;glichkeit, einen Bundesfreiwilligendienst zu leisten. N&auml;here Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Faltblatt Freiwilligendienste und Rente. Wehr- und Zivildienst bis 30. Juni 2011 Viele junge M&auml;nner haben bis zum 30. Juni 2011 als Wehrpflichtige einen Wehr- oder Zivildienst geleistet. Der Staat zahlte f&uuml;r diese Zeiten Beitr&auml;ge zur Rentenversicherung und legte damit den Grundstein f&uuml;r ihre sp&auml;tere Rente. Die Wehrpflicht wurde durch die Ableistung des Wehrdienstes erf&uuml;llt. Diese Zeit wird als Beitragszeit bewertet. Als Beitragszeit angerechnet werden der Grundwehrdienst f&uuml;r die Dauer von zuletzt sechs Monaten, Wehr&uuml;bungen, freiwilliger Wehrdienst zu einer Verwendung im Ausland (besondere Auslandsverwendung) und freiwilliger zus&auml;tzlicher Wehrdienst nach dem Grundwehrdienst. Weitere Informationen hierzu finden Sie ab Seite 13. Welche Zeiten f&uuml;r die Rente z&auml;hlen Die Beitragszeit beginnt mit dem Tag Ihres Diensteintritts beim jeweiligen Truppenverband und endet mit dem Tag Ihrer Entlassung. Diese Daten k&ouml;nnen Sie beim Grundwehrdienst beispielsweise Ihrem Einberufungsbescheid entnehmen. Einige Zeiten k&ouml;nnen allerdings nicht f&uuml;r die Rente angerechnet werden. Das sind: unterbrochene Dienstzeiten, in denen Sie keinen Wehrsold erhalten, Zeiten, in denen Sie wegen vorzeitiger Entlassung keinen Sold gezahlt bekommen, zum Beispiel bei Sonderurlaub zur Aufnahme eines Studiums und Zeiten, in denen Sie aus dem Wehrdienst in den Dienst als Soldat auf Zeit oder als Berufssoldat &uuml;bernommen werden. Sofern Sie aus dem Dienstverh&auml;ltnis als Soldat auf Zeit oder Berufssoldat unversorgt ausscheiden, werden Sie regelm&auml;&szlig;ig in der Rentenversicherung nachversichert. Diese Zeiten sind dann Beitragszeiten f&uuml;r Ihre sp&auml;tere Rente. Wissenswert: Die Beitr&auml;ge f&uuml;r die nachzuversichernden Dienstzeiten werden in voller H&ouml;he vom Bund gezahlt. Im Bundeshaushalt des Jahres 2016 sind hierf&uuml;r rund 626 Millionen Euro ausgewiesen. Wehr&uuml;bungen Ob Wehr&uuml;bungszeiten f&uuml;r die Rente ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen, h&auml;ngt davon ab, ob Sie w&auml;hrend der &Uuml;bung weiterhin Lohn von Ihrem Arbeitgeber erhalten, arbeitslos oder selbst&auml;ndig t&auml;tig sind: Zahlt Ihr Arbeitgeber Ihnen weiter Lohn, gilt Ihre Besch&auml;ftigung als nicht unterbrochen. Sie sind damit in dieser Zeit als Arbeitnehmer und nicht als Wehrdienstleistender versicherungspflichtig. Ihre Rentenversicherungsbeitr&auml;ge tragen weiterhin Sie und Ihr Arbeitgeber. &Uuml;berweist Ihr Arbeitgeber Ihnen w&auml;hrend der Wehr&uuml;bung kein Gehalt, k&ouml;nnen Sie beim Bundesamt f&uuml;r das Personalmanagement der Bundeswehr Leistungen an Nichtselbst&auml;ndige (fr&uuml;her: Verdienstausfallentsch&auml;digung) beantragen. In diesem Fall sind Sie w&auml;hrend der Wehr&uuml;bung versicherungspflichtig. Die Beitr&auml;ge zahlt dann der Staat f&uuml;r Sie. Wenn Sie als Selbst&auml;ndiger w&auml;hrend einer Wehr&uuml;bung Leistungen an Selbst&auml;ndige zur Fortf&uuml;hrung der selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit nach dem Unterhaltssicherungsgesetz erhalten, sind Sie nicht rentenversicherungspflichtig. Die Kosten f&uuml;r Ihre Altersvorsorge m&uuml;ssen Sie in dieser Zeit weiterhin selbst aufbringen. Zivildienst bis 30. Juni/31. Dezember 2011 Die Wehrpflicht konnten Sie auch durch die Ableistung eines Zivildienstes erf&uuml;llen. Auch als Zivildienstleistender haben Sie Beitragszeiten f&uuml;r die Rente erworben. Die Beitragszeit beginnt mit Ihrem Diensteintritt und endet mit dem Ausscheiden aus dem Zivildienst. Der Zivildienst umfasste - wie der Wehrdienst - zuletzt sechs Monate. Dar&uuml;ber hinaus konnte auf Antrag ein freiwilliger zus&auml;tzlicher Zivildienst von mindestens drei bis h&ouml;chstens sechs Monaten geleistet werden. In diesen Zeiten waren Sie rentenversicherungspflichtig. Die nicht anrechenbaren Zeiten im Wehrdienst gelten gleicherma&szlig;en f&uuml;r den Zivildienst. Lesen Sie hierzu bitte die Ausf&uuml;hrungen auf Seite 7. Wer vor dem 1. Juli 2011 zu einem &uuml;ber den 30. Juni 2011 hinausgehenden Zivildienst einberufen und nicht zum 30. Juni 2011 auf eigenen Antrag aus dem Dienst entlassen wurde, konnte den Zivildienst noch bis zum 31. Dezember 2011 leisten. Dann bestand weiterhin Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Bitte beachten Sie: Seit 1. Januar 2012 kann kein Zivildienst mehr geleistet werden. Nicht f&uuml;r die Rente angerechnet werden andere soziale Dienste, mit denen Sie jedoch Ihre Zivildienstpflicht erf&uuml;llen konnten, wie bei der Aktion S&uuml;hnezeichen, beim Service Circle Internationals, beim Internationalen Diakonischen Jugendeinsatz oder ein Dienst im Zivil- oder Katastrophenschutz. Rechtliche Besonderheiten F&uuml;r Beamte, f&uuml;r den Wehrdienst in der ehemaligen DDR und bei freiwilligem Wehrdienst zu einer Verwendung im Ausland gelten Sonderregelungen. Wenn Sie Ihren Wehrdienst in den neuen Bundesl&auml;ndern bis zum 2. Oktober 1990 zur&uuml;ckgelegt haben, dauerte dieser 18 Monate. Sie k&ouml;nnen den Wehrdienst normalerweise durch Eintragungen im Sozialversicherungsausweis nachweisen. Liegt Ihnen der Ausweis nicht vor oder ist die Zeit nicht im Ausweis eingetragen, k&ouml;nnen Sie diese auch mit dem Wehrpass oder dem Wehrdienstausweis bei Ihrer Rentenversicherung belegen. Die Wehrdienstzeiten werden als Beitragszeiten bewertet. Bitte beachten Sie: Erst vom 1. M&auml;rz 1990 an bestand in den neuen Bundesl&auml;ndern die M&ouml;glichkeit, einen Zivildienst abzuleisten. Sind Sie als Beamter in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei, werden Sie f&uuml;r die Dauer des (freiwilligen) Wehrdienstes oder des Zivildienstes rentenversicherungspflichtig. Lediglich als Wehr&uuml;bender k&ouml;nnen Sie aufgrund Ihres Beamtenverh&auml;ltnisses versicherungsfrei in der Rentenversicherung bleiben, wenn Ihr Dienstverh&auml;ltnis nicht unterbrochen wird. Leisten Sie freiwilligen befristeten Wehrdienst zu einer Verwendung im Ausland, kann Rentenversicherungspflicht auch &uuml;ber das Ende der vereinbarten Dienstzeit hinaus bestehen, wenn Sie im Ausland gesundheitlich schwer gesch&auml;digt werden. So lange, wie Sie dann nicht erwerbsf&auml;hig sind, wird ein sogenanntes Wehrdienstverh&auml;ltnis besonderer Art begr&uuml;ndet. In jedem Fall: Ein Plus f&uuml;r die sp&auml;tere Rente Die H&ouml;he der vom Bund zu zahlenden Beitr&auml;ge f&uuml;r Zeiten des (freiwilligen) Wehrdienstes und des Zivildienstes f&uuml;r die Rente richtet sich nicht nach dem tats&auml;chlich gezahlten Wehrsold oder Verdienst. Ma&szlig;geblich hierf&uuml;r ist ein fiktiver Verdienst auf der Basis der sogenannten Bezugsgr&ouml;&szlig;e: Je Monat gelten 60 Prozent der monatlichen Bezugsgr&ouml;&szlig;e als fiktiver Verdienst. Die Bezugsgr&ouml;&szlig;e 2016 betr&auml;gt monatlich 2 905 Euro in den alten Bundesl&auml;ndern und 2 520 Euro in den neuen Bundesl&auml;ndern. Jeweils 60 Prozent davon ergeben monatlich 1 743 Euro in den alten und 1 512 Euro in den neuen Bundesl&auml;ndern als fiktiven monatlichen Arbeitsverdienst. Ob die Bezugsgr&ouml;&szlig;e West oder die Bezugsgr&ouml;&szlig;e Ost f&uuml;r die Beitragsberechnung zugrunde gelegt wird, h&auml;ngt nicht von Ihrem Wohnort, sondern von Ihrem Dienstort ab. Einheitliche Rentenberechnung Obwohl der Bund f&uuml;r die Zeiten je nach Dienstort in den alten oder neuen Bundesl&auml;ndern unterschiedliche Beitr&auml;ge zahlt, werden bei der Rentenberechnung einheitliche fiktive Verdienste zugrunde gelegt. Sie betragen 60 Prozent der Bezugsgr&ouml;&szlig;e f&uuml;r die alten Bundesl&auml;nder. Insoweit ist hier eine Gleichbehandlung zwischen alten und neuen Bundesl&auml;ndern erreicht. Speicherung im Rentenkonto Grunds&auml;tzlich meldet das Bundesamt f&uuml;r das Personalmanagement der Bundeswehr (bis 30. November 2012 Bundesamt f&uuml;r Wehrverwaltung) dem Rentenversicherungstr&auml;ger Beginn und Ende des (freiwilligen) Wehrdienstes. Entsprechend meldete das Bundesamt f&uuml;r Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (bis 2. Mai 2011 Bundesamt f&uuml;r Zivildienst) Beginn und Ende des Zivildienstes - l&auml;ngstens f&uuml;r Zeiten bis zum 31. Dezember 2011, vergleiche die Ausf&uuml;hrungen zum Zivildienst auf Seite 9. Haben Sie noch Unterlagen in Papierform &uuml;ber die Wehr- und Zivildienstzeiten, sollten Sie pr&uuml;fen lassen, ob die Zeiten bereits in Ihrem Versicherungsverlauf enthalten sind. Alle gespeicherten Daten zu diesen und anderen rentenrechtlichen Zeiten werden in zeitlicher Reihenfolge dargestellt. Haben Sie noch keinen Versicherungsverlauf von Ihrem Rentenversicherungstr&auml;ger erhalten, k&ouml;nnen Sie ihn dort anfordern. Unser Tipp: Haben Sie noch Fragen zur Anrechnung Ihres (freiwilligen) Wehr- oder Zivildienstes? Antwort erhalten Sie von den Experten in den Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung. Die Anschrift und Telefonnummer Ihrer Rentenversicherung finden Sie ab Seite 20. Beitr&auml;ge zur zus&auml;tzlichen privaten Altersvorsorge Der Staat unterst&uuml;tzt breite Teile der Bev&ouml;lkerung bei der individuellen Altersvorsorge. Mit speziellen F&ouml;rderungen sollen m&ouml;glichst viele Menschen motiviert werden, zus&auml;tzlich f&uuml;r das Alter zu sparen. Haben Sie bereits vor Beginn des (freiwilligen) Wehrdienstes oder des Zivildienstes einen Riester-Vertrag abgeschlossen, zahlt der Bund unter bestimmten Voraussetzungen auch f&uuml;r diese Form Ihrer Alterssicherung die Beitr&auml;ge. Unser Tipp: Haben Sie Fragen zur Beitragszahlung f&uuml;r Ihre zus&auml;tzliche private Altersvorsorge w&auml;hrend Ihres (freiwilligen) Wehrdienstes oder des Zivildienstes? Dann wenden Sie sich bitte an das Bundesamt f&uuml;r das Personalmanagement der Bundeswehr oder an das Bundesamt f&uuml;r Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/02128.pdf">Publikation zeigen</a></p>