<h1>Arbeit, die ins Leben passt</h1> <h2>Wie kann ich als &auml;lter werdender Mensch gut arbeiten? Welche Gestaltungsm&ouml;glichkeiten habe ich? Wie gelingt der &Uuml;bergang in meine nachberufliche Phase? Quelle berufundfamilie gGmbH</h2> <p>Die demografische Chance erkennen: Lebensarbeitszeit neu gestalten L&auml;nger leben, l&auml;nger arbeiten - das beschreibt eine Entwicklung, die dem demografischen Wandel in Deutschland geschuldet ist. Immer mehr Unternehmen entwickeln Ma&szlig;nahmen, wie sie ihre &auml;lteren Mitarbeiter l&auml;nger in das Erwerbsleben integrieren k&ouml;nnen. Und auch die politischen Signale k&uuml;nden - trotz der Rente mit 63 - von l&auml;ngerem Arbeiten. Seit 2012 wird das urspr&uuml;ngliche gesetzliche Renteneintrittsalter von 65 schrittweise erh&ouml;ht. Die berufundfamilie gGmbH und die K&ouml;rber-Stiftung haben sich in den letzten Jahren mit Arbeit und Alter besch&auml;ftigt. Dabei ist beiden Einrichtungen aufgefallen, dass eine Seite vom l&auml;nger arbeiten noch nicht &uuml;berzeugt zu sein scheint: die Arbeitnehmer selbst. Zwar stieg die Erwerbst&auml;tigenquote der 55- bis 64-J&auml;hrigen zwischen 2002 und 2012 von 39% auf 62%, aber in allen Umfragen w&uuml;nschen sich die Deutschen, m&ouml;glichst fr&uuml;h in Rente gehen zu k&ouml;nnen. Nach einer Studie der berufundfamilie gGmbH von 2014 glauben 61% der deutschen Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter bis zur Rente bei ihnen arbeiten. Das glauben aber nur 28% der Arbeitnehmer, 34% wollen vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter ausscheiden, 26% gern ihre Arbeitszeit reduzieren. Altern, das steht laut einer Studie der K&ouml;rber-Stiftung von 2013 nur bei einem knappen Viertel der Deutschen in erster Linie f&uuml;r Initiative, Leistung und Aktivit&auml;t. Ruhestand scheint der Fluchtpunkt und Schutzraum zu sein, auf den viele hinarbeiten, die sich eine Befreiung von der auf Effizienz und Leistungsdruck ausgerichteten Arbeitswelt erhoffen. Die 1998 von der Gemeinn&uuml;tzigen Hertie-Stiftung gegr&uuml;ndete Initiative berufundfamilie gGmbH hat sich bundesweit als Kompetenztr&auml;ger in Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie etabliert. Mit dem Ziel, die Qualit&auml;t des &ouml;ffentlichen Diskurses im Themenfeld Beruf und Familie zu verbessern und f&uuml;r die Praxis modellhafte L&ouml;sungsans&auml;tze zu schaffen, hat sie insbesondere mit Blick auf die Belange der geburtenstarken Jahrg&auml;nge Impulse gesetzt. Gesellschaftliche Entwicklung fordert kritische Reflexion. Die K&ouml;rber-Stiftung stellt sich mit ihren operativen Projekten, in ihren Netzwerken und mit Kooperationspartnern aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. 1959 vom Unternehmer und Anstifter Kurt A. K&ouml;rber ins Leben gerufen, ist die Stiftung heute mit eigenen Projekten und Veranstaltungen national und international aktiv. Zu dieser Arbeit z&auml;hlen beispielsweise die Vergabe renommierter Preise, der Aufbau von Expertennetzwerken und Begegnungsformate f&uuml;r junge Menschen. Mehr als 85 Mitarbeiter sind daf&uuml;r im Hauptsitz in der Hamburger Hafen-City, im Haus im Park in Hamburg-Bergedorf und im Hauptstadtb&uuml;ro am Pariser Platz in Berlin t&auml;tig. Die Initiatoren dieser Orientierungshilfe wollen deshalb f&uuml;r eine neue Gewichtung von Leben und Arbeit werben. Wir m&uuml;ssen nicht alle Hoffnungen auf die Nacherwerbsphase richten. Wir sind vielmehr in einer historisch einmaligen Phase, um Erwerbsarbeit neu mit Familie und Gesellschaftsarbeit zu vereinbaren. Eine pers&ouml;nliche Reflexion &uuml;ber die Optionen in der zweiten Berufsh&auml;lfte kann daf&uuml;r ein guter Einstieg sein. An der Orientierungshilfe beteiligte Experten Stefan Becker, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer berufundfamilie gGmbH Karin Haist, Leiterin Bereich Gesellschaft der K&ouml;rber-Stiftung Margaret Heckel, freie Wirtschaftsjournalistin Rudolf Kast, Gr&uuml;nder und Inhaber, Die Personalmanufaktur Dr. R&uuml;diger Koch, Projektleiter und ehemaliger Betriebsratsvorsitzender, Merz Pharma GmbH und Co. KGaA Susanne Kutz, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin, Haus im Park der K&ouml;rber-Stiftung Lucie Perrot, Referentin Strategische Kooperationen, berufundfamilie gGmbH Caterina R&ouml;mmer, Leiterin Bildung und Kultur, Haus im Park der K&ouml;rber-Stiftung Lisa Veyhl, Programm-Managerin im Bereich Gesellschaft der K&ouml;rber-Stiftung Ute W&ouml;rner, Bereich Personal, Kreissparkasse Esslingen-N&uuml;rtingen Arbeit, die ins Leben passt Schl&uuml;sselfragen f&uuml;r Besch&auml;ftigte zwischen Berufsmitte und Ruhestand Sie sind Mitte 40? Wissen Sie, dass Sie vielleicht noch mehr Arbeitsjahre vor sich haben als hinter sich - weil Sie auf einem Arbeitsmarkt mit Nachwuchsmangel gebraucht und gesch&auml;tzt werden? Sie sind in den 50ern? Ist Ihnen bewusst, dass Ihre Generation ges&uuml;nder, aktiver und besser ausgebildet &auml;lter wird als je eine andere zuvor? Sie sind Anfang 60 und sehnen Ihren Ruhestand herbei? Haben Sie schon dar&uuml;ber nachgedacht, was Sie in den n&auml;chsten Jahrzehnten an Ihrem Arbeitsleben vermissen werden, feste Strukturen vielleicht oder soziale Kontakte? Wir m&ouml;chten mit der vorliegenden Orientierungshilfe alle Menschen in der zweiten Berufsh&auml;lfte dazu anstiften, positiv und mit offenen Augen nach vorn zu schauen - und sich zu fragen: Was tr&auml;gt dazu bei, dass ich als &auml;lter werdender Mensch gut arbeiten kann? Wie kann ich meine Arbeit gut mit meinem Leben vereinbaren? Wie gelingt der &Uuml;bergang in meine nachberufliche Phase? Denn wir glauben: Der demografische Wandel bietet uns die Chance, unsere Lebensarbeitszeit neu zu gestalten. In einer Zeit des langen Lebens ist der starre Dreischritt Ausbildung - Arbeit - Ruhestand passe. Gerade weil wir die Option haben, l&auml;nger als fr&uuml;here Generationen arbeitsf&auml;hig zu sein, k&ouml;nnen wir unsere Berufsbiografien entzerren, wir k&ouml;nnen sie st&auml;rker an Lebensphasen orientieren und unseren &Uuml;bergang in die Nacherwerbsphase flexibel gestalten. Den Arbeitsjahren ab der Berufsmitte kommt dabei eine gro&szlig;e Bedeutung zu: Jetzt haben wir noch alle M&ouml;glichkeiten, Leben und Arbeiten in einen guten Ausgleich zu bringen, vielleicht auch neu durchzustarten, auf jeden Fall aber die Basis daf&uuml;r zu legen, dass uns der &Uuml;bergang in eine sp&auml;tere, nachberufliche Phase gut gelingen wird. Es gilt nicht nur, arbeitsf&auml;hig zu bleiben, sondern sich auch die Motivation und Freude an der Arbeit zu erhalten. Die Themen, zu denen wir Sie zur Selbstreflexion anregen wollen, sind bewusst breit angelegt. Wer seine Lebensarbeitszeit bis in den Ruhestand hinein gut gestalten will, der muss sich nicht nur um seine Gesundheit oder finanzielle Absicherung k&uuml;mmern. Der darf sich zu Recht auch fragen, was ihm Sinn und Erf&uuml;llung stiftet oder ob er sich st&auml;rker gesellschaftlich engagieren m&ouml;chte. Der Orientierungsplan ist so aufgebaut, dass er die wichtigen Themen f&uuml;r die Lebensphase zwischen Berufsmitte und Ruhestand in acht Handlungsfelder b&uuml;ndelt. Die den Handlungsfeldern zugeordneten Fragen dienen Ihrer Standortbestimmung und Reflexion. Sie m&uuml;ssen den Fragenkatalog nicht in einer bestimmten Reihenfolge lesen oder gar zur G&auml;nze abarbeiten - er will dazu anstiften, sich &uuml;ber die ganz pers&ouml;nlichen Vorstellungen von Leben, Arbeit und Alter klar zu werden und den eigenen Weg zu planen. Wer aktiv werden will, findet unter den Fragen Vorschl&auml;ge f&uuml;r konkrete Ma&szlig;nahmen. Viele Arbeitgeber bieten hilfreiche Ma&szlig;nahmen an, die h&auml;ufig nicht ausreichend bekannt sind oder kaum genutzt werden. Daher lohnt es sich, im ersten Schritt zu pr&uuml;fen, welche Angebote es vonseiten des Arbeitgebers gibt, wom&ouml;glich sogar als Teil der Betriebsvereinbarungen. Zudem gibt es zahlreiche Aktivit&auml;ten, die Sie selbst - auch unabh&auml;ngig von Ihrem Arbeitgeber - anpacken k&ouml;nnen. Schauen Sie, was zu Ihrer Lebenssituation und Ihren Vorstellungen von Ihrer Lebensarbeitszeit passt! Auch Personalabteilungen, Betriebsr&auml;te, Arbeitsvermittler, Coaches, Renten- und &Uuml;bergangsberater und andere Multiplikatoren k&ouml;nnen diesen Orientierungsplan im Gespr&auml;ch mit Arbeitnehmern nutzen - und bestimmt kennen sie die Anlaufstellen f&uuml;r weitergehende Informationen in der Region. Wir laden alle Leser und Leserinnen herzlich dazu ein, unsere Fragen als Ermutigung zu verstehen, sich mit den W&uuml;nschen an die eigene Lebensarbeitszeit auseinanderzusetzen. Denn Arbeit nimmt in unserem Leben eine zentrale Rolle ein - so oder so. Wir sollten deshalb alles daf&uuml;r tun, sie in unsere zweite Berufsh&auml;lfte und unser Alter positiv einzubinden. Es geht um viele Jahrzehnte. Es geht um unser Leben. Zeitautonomie Was erf&uuml;llt mich mit Sinn und Freude? Welche Ver&auml;nderungen und Aufbr&uuml;che stehen in meinem Leben an? Habe ich genug Zeit? Wie wird sich meine Arbeit ver&auml;ndern? Bin ich mit meiner Arbeitszeit zufrieden? Worauf freue ich mich? Was macht mir Sorgen? Will ich mehr oder weniger arbeiten? Gibt es in meiner jetzigen Arbeit Chancen zur Weiterentwicklung? Brauche ich mehr Zeitflexibilit&auml;t? Wie wichtig ist Arbeit in meinem Leben? Mache ich meinen Beruf gern? Kann ich mir vorstellen, in meiner jetzigen T&auml;tigkeit alt zu werden? Wie will ich arbeiten, wenn ich &auml;lter werde? Geh&ouml;rt Arbeiten zu meiner Vorstellung von erf&uuml;lltem Alter? Welchen Traum m&ouml;chte ich mir noch erf&uuml;llen? Welche Karriereoptionen habe ich? M&ouml;chte ich mich beruflich ver&auml;ndern? Was kann ich gut und worauf bin ich stolz? Bin ich mit meinem Lebensstandard zufrieden? Geht es mir k&ouml;rperlich und seelisch gut? Welchen Stellenwert haben Familie, Freundschaften und soziale Beziehungen f&uuml;r mich? Wof&uuml;r m&ouml;chte ich mich engagieren? Was sind meine beruflichen St&auml;rken? Reicht mein Einkommen, um gut zu leben? Welchen Einfluss hat meine Arbeit auf meine Gesundheit und mein Wohlbefinden? L&auml;sst mir meine Arbeit genug Zeit f&uuml;r Familie und soziale Beziehungen? L&auml;sst mir meine Arbeit gen&uuml;gend Zeit f&uuml;r gesellschaftliches Engagement? Bin ich ausreichend abgesichert? Achte ich auf meine Gesundheit? Treffe ich genug Vorsorge f&uuml;r mein Alter? Welche gesundheitsf&ouml;rdernden Angebote gibt es, welche nutze ich? Sind in meiner Partnerschaft beide mit dem Teilen von Erwerbs- und Familienarbeit zufrieden? Welche Erfahrungen kann ich ins Engagement einbringen und was kann ich dort beruflich und pers&ouml;nlich gewinnen? Welche Arbeitsmodelle w&uuml;nsche ich mir, welche sind m&ouml;glich? W&uuml;nsche ich mir Auszeiten? Wie kann ich sie verwirklichen? M&ouml;chte ich mehr oder weniger Verantwortung tragen? Wie lange m&ouml;chte ich arbeiten? Welches Risiko bin ich bereit f&uuml;r Ver&auml;nderungen auf mich zu nehmen? Finanzielle Absicherung Bestimme ich &uuml;ber meine Zeit? Was kann ich daf&uuml;r tun? Kann ich neue Rollen &uuml;bernehmen? Erfahrung und Qualifikation Wann k&ouml;nnte und wann will ich in Rente gehen? Was w&uuml;rde ich tun, wenn ich sechs Monate Zeit h&auml;tte? Und was, wenn ich 20 Jahre h&auml;tte? Welche Fort- und Weiterbildungen brauche ich f&uuml;r meine Arbeit? Welche Angebote gibt es daf&uuml;r? Was werde ich in einer zuk&uuml;nftigen Arbeitswelt noch lernen m&uuml;ssen? Wie erhalte ich meine Lernfreude? Welche Erfahrungen und welches Wissen kann ich an J&uuml;ngere weitergeben? Was wollte ich schon immer einmal lernen? Wie sieht mein Rentenanspruch aus? Muss oder will ich hinzuverdienen? Wie wichtig ist mir materieller Wohlstand? Wie viel will ich in Sicherheit investieren? Gesundheit und Wohlbefinden Familie und soziale Beziehungen Ist mein Arbeitsplatz gesundheitsvertr&auml;glich und altersgerecht? Lassen sich Belastungen reduzieren? Ist das Arbeitsklima wertsch&auml;tzend? Kann ich mich auch als &Auml;lterer wohlf&uuml;hlen? Wie kann ich Kindererziehung und famili&auml;re Pflege mit meiner Arbeit vereinbaren? Habe ich jenseits der Arbeit stabile Netzwerke, um auch im Alter famili&auml;r und sozial eingebunden zu leben? Was hindert mich daran, ges&uuml;nder zu leben? Gesellschaftliches Engagement Wie komme ich ins Engagement bzw. zu neuen Initiativen? Kenne ich andere Engagierte und Anlaufstellen? Geh&ouml;rt Engagement zu meiner Vorstellung von erf&uuml;lltem Alter? Welchen Kontakt vermisse ich? Wen wollte ich schon lange wieder anrufen? Wo wird mein Engagement gebraucht? Werden Sie aktiv Kompetenzseminare Gesundheitscoaching f&uuml;r Pflegende Qualifikationsbedarfsanalyse Pflegezeit Soziale Gemeinschaftstage Sabbaticals Generationentandem Betriebliche Altersvorsorge Freistellung f&uuml;rs Bildungsurlaub Rentenberatung Stressmanagement-Kurse Ehrenamt Pflege-Guides Ehrenamtsseminare Flexible Arbeitszeiten Lebensarbeitszeitkonten Job Enrichment Kompetenz- und Potenzialanalyse Job Sharing Job Enlargement Senior-Azubi Hospitationen/Kurzpraktika Gesetzliche Freistellungsm&ouml;glichkeiten</p> <p><a href="https://www.koerber-stiftung.de/fileadmin/user_upload/koerber-stiftung/redaktion/fokusthema_neue-lebensarbeitszeit/pdf/2016/bf_Stufenplan_web_151207.pdf">Publikation zeigen</a></p>