<h1>Betriebsvereinbarungen zu Telekommunikationseinrichtungen</h1> <h2>Noch vor wenigen Jahren war die ISDN-f&auml;hige Anlage die neue Art, die Leistungs- und Verhaltenskontrolle erm&ouml;glichte, heute sind es Internettelefonie und Software basierte Telefonsysteme... Quelle Hans-B&ouml;ckler-Stiftung</h2> <p>ACD-Anlagen, Callcenter, Standardanlagen. Besondere Anlagen (Flugfunk, Videokonferenzsysteme, VoIP). Arbeitsplatzsicherung und Herabgruppierungsschutz. Telefonkonferenzen. Mith&ouml;reinrichtungen/Abh&ouml;reinrichtungen. Datenspeicherung. Dienstliche Gespr&auml;che. Private Gespr&auml;che. Voicemail. Telefonbuch. Auswertung gespeicherter Daten und Abrechnung Dienstliche Gespr&auml;che. Telko, Abh&ouml;ren, Mith&ouml;ren, Monitoring. Sprachaufzeichnung. Private Gespr&auml;che. Abrechnung privater Gespr&auml;che. Erweiterte Auswertung/Stichproben bei Missbrauchsverdacht. L&ouml;schungsfristen. Arten der L&ouml;schung. Verkn&uuml;pfung von Daten. VoIP-Anlage. Trennung der Hardware. &Uuml;bergabe an andere Software. Weiterverarbeitung von Daten durch Dritte Fernwartung. Betrieb der Anlage (Telefone und Telefonzentrale) Arbeitsplatzgestaltung. Pausenregelung. Ergonomie. Behindertengerechte Endger&auml;te. Technische bzw. organisatorische Absicherung. Zugangskontrolle, Absicherung der Daten. Schutz von Datentr&auml;gern. Verkehrsmessung. Beweisverwertungsverbot. &Uuml;berwachung und Kontrolle der Einhaltung der Betriebs- bzw. Dienstvereinbarung. Qualifizierung/Datenschutzunterweisung. Information &uuml;ber Datenverwendung. Anrufung des Datenschutzbeauftragten. Das analoge Telefon mit W&auml;hlscheibe aus den 70er Jahren in den Farben orange, gr&uuml;n oder grau ist im Museum und hat mit moderner Telekommunikation nichts mehr gemein. Heute werden Telefonanlagen webbasiert und virtuell eingerichtet und gesteuert. Auf diese Weise sind Informations- und Telekommunikationstechnologie miteinander verbunden und werden &uuml;ber das Internet organisiert. Telefonanlagen entwickeln sich zu softwarebasierten Systemen und sie bauen auf bereits vorhandenen IT-Komponenten auf. So k&ouml;nnen auch Smartphones, Tablets oder Notebooks eingebunden werden. Die TK-Anlagen k&ouml;nnen heute immer mehr Daten erfassen, speichern und auswerten. So wachsen auch Kontroll- und &Uuml;berwachungspotenziale. Betriebs- und Personalr&auml;te k&ouml;nnen mit Vereinbarungen vieles gestalten, Datenschutz regeln und &uuml;ber Leistungs- und Verhaltenskontrolle mitbestimmen. Moderne TK-Anlagen erm&ouml;glichen Video- und Telefonkonferenzen, erlauben und kombinieren Sprech- und sms-Funktionen usw. Diese Anwendungen erleichtern Arbeit, f&uuml;hren aber wom&ouml;glich auch zugleich zu einer weiteren Beschleunigung von Kommunikations- und Informationsprozessen. In der Auswertung wurden 107 betriebliche Vereinbarungen der Jahre 1999-2012 ber&uuml;cksichtigt. Es wird gezeigt, welche Regelungstrends zur Gestaltung von TK-Anlagen und TK-Anwendungen bestehen und wie die betrieblichen Akteure das Thema aufgreifen. Mit den Analysen verfolgen wir nicht das Ziel, Regelungen zu bewerten, die Hintergr&uuml;nde und Strukturen in den Betrieben und Verwaltungen sind uns nicht bekannt. Ziel ist es, betriebliche Regelungspraxis abzubilden, Trends aufzuzeigen, Hinweise und Anregungen f&uuml;r die Gestaltung eigener Vereinbarungen zu geben. Automatic-Call-Distribution (Automatische Anrufverteilung) Bundesdatenschutzgesetz Bildschirmarbeitsverordnung Bring Your Own Device (Nutzung privater Ger&auml;te) Digital Enhanced Cordless Telecommunications (Digitale schnurlose Telekommunikation) Internet-Protokoll Informationstechnologie Informations- und Kommunikationstechnik Mobile Device Management Systeme (Verwaltung von mobilen Telefonen und anderen Ger&auml;ten) Telekommunikation Voice over IP (Telefonieren unter Nutzung von Internet-Protokollen) Wireless Lokal Area Network (drahtloses lokales Netzwerk) Die erste Auswertung von Vereinbarungen aus dem Archiv Betriebliche Vereinbarungen zu TK-Anlagen stand im Zeichen des Umbruchs von mechanischen zu digitalen ISDN-Anlagen (f Glossar). Mittlerweile hielten &#039;&#039;virtuelle&#039;&#039; Telefonanlagen (f Glossar) und webbasierte (f Glossar) Kommunikationsl&ouml;sungen Einzug in die Unternehmen. Mit dieser neuen Auswertung wird gepr&uuml;ft, ob die Betriebs- und Dienstvereinbarungen diesen Entwicklungen Stand halten. Untersucht wurden nur Vereinbarungen, die nach 1999 abgeschlossen oder zumindest modifiziert wurden. In den 1980er Jahren l&ouml;sten voll digitalisierte TK-Anlagen die mechanischen ab. Ungef&auml;hr ab dem Jahr 2000 kamen immer mehr IP-basierte L&ouml;sungen zum Einsatz. Das Telefonieren mit der IP-Telefonie ist f&uuml;r die Teilnehmer von der klassischen Telefonie nicht zu unterscheiden. Wie bei der herk&ouml;mmlichen Telefonie teilt sich das Telefongespr&auml;ch dabei in drei grunds&auml;tzliche Vorg&auml;nge auf: den Verbindungsaufbau, die Gespr&auml;chs&uuml;bertragung und den Verbindungsabbau. Im Unterschied zur klassischen Telefonie werden bei VoIP aber keine Leitungen durchgeschaltet, sondern die Sprache wird digitalisiert und in kleinen Datenpaketen &uuml;ber das Internetprotokoll transportiert. Heute ersetzt die virtuelle Telefonanlage in zunehmendem Ma&szlig;e die klassische ISDN-Telefonanlage in Unternehmen. Vor allem kleine und mittelst&auml;ndische Unternehmen profitieren von virtuellen Telefonanlagen, denn mit Hilfe von webbasierten Kommunikationsl&ouml;sungen lassen sich auch mobile Ger&auml;te oder Instant-Messaging (SMS) in der Unternehmenskommunikation integrieren. Es steht dann keine Telefonanlage in der Firma, sondern beispielsweise der Telefondiensteanbieter stellt sein eigenes Rechenzentrum zur Verf&uuml;gung, das &uuml;ber eine virtuelle TK-Anlage alle vorhandenen station&auml;ren oder mobilen Ger&auml;te einbindet. Eine Telefonanlage liefert oft Daten f&uuml;r die Verrechnung von Telefonaten, dazu protokolliert sie in der Regel die Zeiten und Rufnummern abgehender und ankommender Telefonate. Meist kontrolliert sie auch, welche Gespr&auml;che von einzelnen Nebenstellen ausgef&uuml;hrt werden d&uuml;rfen und inwieweit Nebenstellen von au&szlig;en erreichbar sind. F&uuml;r die Endger&auml;te besitzt eine Telefonanlage digitale und/oder analoge Anschlussm&ouml;glichkeiten. Endger&auml;te k&ouml;nnen, je nach Telefonanlagentyp, kabelgebunden oder drahtlos (mobile Ger&auml;te) per DECT (f Glossar), Bluetooth oder Funk angeschlossen werden. Es k&ouml;nnen auch mehrere Telefonanlagen miteinander vernetzt werden. Dies erfolgt dabei in der Regel mittels einer (ebenso virtuellen) Standleitung, die innerhalb eines Rechenzentrum oder Cloud Verkn&uuml;pfungen herstellt, ohne dass tats&auml;chlich externe Leitungen genutzt werden. So sind beispielsweise Callcenter an verschiedensten Standorten in der Welt miteinander verbindbar. Anrufe werden &uuml;ber die Standorte hinweg an die freien Apparate geleitet. Die Verbreitung IP-basierter Kommunikationsnetze erm&ouml;glicht die Verbindung von Informations- und Telekommunikations-Technologie (IT und TK). In diesem Zusammenhang entwickeln sich Telefonanlagen zunehmend zu rein softwarebasierten Systemen, die auf bereits vorhandenen IT-Komponenten aufbauen. Die Einbindung von mobilen Ger&auml;ten, Smartphones, Tablets oder Notebooks ist m&ouml;glich. Diese Anlagen k&ouml;nnen immer mehr und immer genauer Daten erfassen, speichern und beliebig auswerten. Die Kontrollm&ouml;glichkeiten wachsen und die &Uuml;berwachungspotenziale nehmen zu. Dabei sind die Interessen durchaus nicht schwarz-wei&szlig; zwischen Arbeitgeber und Besch&auml;ftigten aufzuteilen. Die angenehmen Leistungsmerkmale (f Glossar), die die Arbeit erleichtern, sind h&auml;ufig von Besch&auml;ftigten erw&uuml;nscht: beispielsweise Rufumleitung, Anklopfen, Mailbox oder Lautsprecherfunktion - wenngleich damit erh&ouml;hte Kontrollfunktionen oder auch Arbeitsdruck erzeugt werden. Die Interessenvertretungen gestalten mit den Vereinbarungen die Grenzen des Zul&auml;ssigen. Mitbestimmungsrechtlich bewegen wir uns in einem gesicherten Feld. Die Kernfunktion der Leistungs- und Verhaltenskontrolle unterliegt der vollen Mitbestimmung: sowohl bei den Betriebsr&auml;ten als auch bei den Personalr&auml;ten und MAV. Eine Telefonanlage gilt als technisches System, das zur &Uuml;berwachung von Verhalten und Leistungen der Besch&auml;ftigten geeignet ist. Dies gen&uuml;gt f&uuml;r die notwendige Beteiligung der Interessenvertretungen. Den anderen Schwerpunkt stellen die Datenschutzaspekte dar. Die Erfassung, Speicherung, Verarbeitung sowie Auswertung personenbezogener bzw. -beziehbarer Daten f&uuml;hrt dazu, dass weitere Gesetze zu beachten und einzubeziehen sind: das Bundesdatenschutzgesetz, die l&auml;nderspezifischen Datenschutzgesetze, das Telekommunikationsgesetzes und das Telemediengesetz. Diese sind bei der Nutzung von betrieblichen Telekommunikationsanlagen einzuhalten und in Betriebs- bzw. Dienstvereinbarungen zu ber&uuml;cksichtigen. Aus Sicht der Besch&auml;ftigten und der Interessenvertretung besteht der Kernbereich der Vereinbarungen zu den TK-Anlagen a) in der Bestimmung der Daten, die in der Telefonanlage erfasst bzw. aus der Telefonanlage gespeichert werden d&uuml;rfen und b) in der Frage: Wie d&uuml;rfen diese anschlie&szlig;end genutzt werden? Es sind nur solche Datenerhebungen und -verarbeitungen erforderlich und damit zul&auml;ssig, die in den Datenschutzgesetzen geregelt sind oder durch eine Vereinbarung erm&ouml;glicht werden. Weitergehende Erhebungen und Verarbeitungen k&ouml;nnen nur mit ausdr&uuml;cklicher Einwilligung der Betroffenen erfolgen. Aus den vorliegenden Vereinbarungen wird die gro&szlig;e Erfahrung der Interessenvertretungen in diesem Bereich deutlich. Sicherlich auch mit sachverst&auml;ndiger Unterst&uuml;tzung sind oft umfassende Regelwerke entstanden. Die Einbindung der TK-Anlagen in Kommunikationsnetzwerke, im Internet und insbesondere die Ankoppelung von mobilen Ger&auml;ten, stellen jedoch neue Herausforderungen dar. Das ge&auml;nderte Nutzerverhalten muss ebenso ber&uuml;cksichtigt werden wie die erweiterten technischen M&ouml;glichkeiten. Die Telekommunikation ist dynamischer und wandlungsf&auml;higer als je zuvor</p> <p><a href="https://www.boeckler.de/pdf/mbf_bvd_telekommunikation_anlagen_und_anwendungen.pdf">Publikation zeigen</a></p>