<h1>Neue Teilhabechancen f&uuml;r Langzeitarbeitslose (FAQ)</h1> <h2>Die Teilhabechancen f&uuml;r Langzeitarbeitslose richtet sich an Personen, die f&uuml;r mindestens sieben Jahre in den letzten acht Jahren Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) bezogen haben und in dieser Zeit nicht oder nur kurz selbstst&auml;ndig oder abh&auml;ngig besch&auml;ftigt waren... Quelle BMAS</h2> <p>Arbeitsf&ouml;rderung Neue Teilhabechancen f&uuml;r Langzeitarbeitslose Allgemeine Fragen Was ist neu an den F&ouml;rderinstrumenten? Gef&ouml;rdert wird sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung auf dem allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt. Die F&ouml;rderung unterscheidet sich von bisherigen Regelinstrumenten und Programmen durch Dauer (bis zu f&uuml;nf Jahren) und H&ouml;he (bis zu 100 Prozent) sowie durch die Einbeziehung aller Arbeitgeber unabh&auml;ngig ihrer Art, Rechtsform, Branche und Region. Die Kriterien Zus&auml;tzlichkeit, &ouml;ffentliches Interesse und Wettbewerbsneutralit&auml;t entfallen. Neu ist auch die Finanzierung eines Coachings, mit dessen Hilfe die Arbeitsverh&auml;ltnisse unterst&uuml;tzt und stabilisiert werden. Zudem wurden die neuen F&ouml;rderinstrumente transparent und einfach handhabbar gestaltet. Wie werden die Teilnehmenden ausgew&auml;hlt? F&ouml;rdervoraussetzungen sind sieben Jahre Leistungsbezug (&sect; 16i SGB II) bzw. zwei Jahre Arbeitslosigkeit (&sect; 16e SGB II). Ansonsten w&auml;hlen die Jobcenter die geeigneten Personen aus, diese kennen ihre F&auml;lle am besten. Langzeitarbeitslosigkeit Was ist Langzeitarbeitslosigkeit? Langzeitarbeitslos ist eine Person, wenn sie mindestens ein Jahr arbeitslos ist. Viele Menschen im SGB II sind noch viel l&auml;nger arbeitslos oder sie sind nicht arbeitslos, aber trotzdem dauerhaft im Leistungsbezug. Wie entsteht Langzeitarbeitslosigkeit? Je l&auml;nger man arbeitslos ist, desto gr&ouml;&szlig;er ist das Risiko, weiterhin arbeitslos zu bleiben. Mit der Zeit wachsen dann die Vermittlungsrisiken: h&ouml;heres Lebensalter, entwertete Qualifikation, gesundheitliche Probleme etc. Wer ist besonders betroffen? Vor allem Geringqualifizierte, &Auml;ltere und gesundheitlich Beeintr&auml;chtigte. Welche Probleme verursacht die Langzeitarbeitslosigkeit? Langzeitarbeitslosigkeit f&uuml;hrt langfristig zu gesellschaftlicher Ausgrenzung der betroffenen Menschen. &Ouml;konomisch bleibt ein gr&ouml;&szlig;erer Teil des Erwerbspersonenpotenzials ungenutzt und muss staatlich alimentiert werden. Warum ist es besser Langzeitarbeitslose (kostenintensiv) in Arbeit zu bringen, statt die Unterst&uuml;tzung durch ALG II fortzusetzen? Die Bezuschussung von Arbeitsverh&auml;ltnissen kann gesamtfiskalisch g&uuml;nstiger als eine fortgesetzte Alimentation sein. Das gilt insbesondere, wenn die Besch&auml;ftigungsf&auml;higkeit der Teilnehmenden in der F&ouml;rderung steigt. Im &Uuml;brigen ist die soziale Teilhabe der Gef&ouml;rderten ein Wert an sich. Langzeitarbeitslosigkeit trotz vieler offener Stellen - wie passt das zusammen? Ein typischer Mismatch: Entweder sind die Qualifikationsanforderungen zu hoch oder die Arbeitgeber wollen Langzeitarbeitslose selbst f&uuml;r Helfert&auml;tigkeiten nicht einstellen, weil sie ihnen nichts zutrauen. Eine gezielte bewerberorientierte Arbeitgeberansprache, Lohnkostenzusch&uuml;sse und Coaching, wie vorgesehen, k&ouml;nnen dabei helfen. Zum Ziel &#039;&#039;Vollbesch&auml;ftigung schaffen&#039;&#039; Gibt es &uuml;berhaupt genug Arbeit speziell f&uuml;r die langzeitarbeitslosen Menschen? In vielen Regionen ist der Helfermarkt sehr aufnahmef&auml;hig. Hier gilt es, dass Langzeitarbeitslose st&auml;rker partizipieren k&ouml;nnen. Dar&uuml;ber hinaus kann auf T&auml;tigkeiten in Kommunen und bei Besch&auml;ftigungstr&auml;gern gesetzt werden. Ist diese Arbeit von den langzeitarbeitslosen Menschen zu bewerkstelligen? Mit Unterst&uuml;tzung durch Coaching durchaus. Die Ergebnisse der Bundesprogramme hierzu sind ermutigend. Zur besseren Betreuung Die Betreuung in den Jobcentern soll besser werden, um die Menschen in Arbeit zu bringen. War die Betreuung denn bisher schlecht? Nein. Die Betreuungsschl&uuml;ssel wurden beispielsweise kontinuierlich verbessert. Jetzt geht es darum, die Qualit&auml;t der Beratung auch unter Ber&uuml;cksichtigung der neuen Erkenntnisse weiter zu entwickeln. Dies ist der Schl&uuml;ssel zum Erfolg. Wird die bessere Betreuung durch mehr Mitarbeiter in den Jobcentern erreicht? Bessere Betreuungsschl&uuml;ssel sind eine wichtige Investition in die Integrationschancen von Langzeitarbeitslosen. Mehr Personal ist aber nicht alles. Entscheidend ist letztlich die Qualit&auml;t des Beratungsprozesses. Zum neuen &sect; 16i SGB II &#039;&#039;Teilhabe am Arbeitsmarkt&#039;&#039; Was soll das neue Instrument leisten? Durch die Aufnahme eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverh&auml;ltnisses und durch eine ganzheitliche besch&auml;ftigungsbegleitende Betreuung soll Langzeitleistungsbeziehenden soziale Teilhabe erm&ouml;glicht werden. Worin unterscheidet es sich von den &uuml;brigen Instrumenten? Das neue Instrument zeichnet sich durch eine l&auml;ngere F&ouml;rderdauer von bis zu f&uuml;nf Jahren und einen hohen, degressiv ausgestalteten Lohnkostenzuschuss aus. Den Teilnehmenden wird zudem w&auml;hrend der F&ouml;rderung eine ganzheitliche besch&auml;ftigungsbegleitende Betreuung zur Stabilisierung des Arbeitsverh&auml;ltnisses angeboten und notwendige Qualifizierungen sind f&ouml;rderf&auml;hig. Wie sieht die Bezuschussung konkret aus? Arbeitgeber, die eine Person aus der Zielgruppe sozialversicherungspflichtig einstellen, erhalten f&uuml;r eine Dauer von maximal f&uuml;nf Jahren einen Lohnkostenzuschuss. Dieser betr&auml;gt in den ersten beiden Jahren 100 Prozent auf Grundlage des gesetzlichen Mindestlohns und sinkt ab dem dritten Jahr des Arbeitsverh&auml;ltnisses j&auml;hrlich um 10 Prozentpunkte. F&uuml;r notwendige Qualifizierungen k&ouml;nnen dem Arbeitgeber bis zu 50 Prozent der Qualifizierungskosten, maximal 1.000 Euro, erstattet werden. Was muss ein Arbeitgeber tun, um jemanden mit dieser Bezuschussung einzustellen? Arbeitgeber k&ouml;nnen einen Lohnkostenzuschuss nach &sect; 16i SGB II erhalten, wenn sie eine Person aus der Zielgruppe sozialversicherungspflichtig einstellen. Zur Zielgruppe geh&ouml;ren jene Personen, die &uuml;ber 25 Jahre alt sind, in den letzten acht Jahren mindestens sieben Jahre Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts bezogen haben und in dieser Zeit nicht oder nur kurzzeitig besch&auml;ftigt waren. Die F&ouml;rderung muss beim zust&auml;ndigen Jobcenter vor dem Abschluss des Arbeitsvertrags vom Arbeitgeber beantragt werden. Was muss ein Arbeitsuchender tun, um in diese gef&ouml;rderte Anstellung zu kommen? Der Arbeitsuchende muss mit einem Arbeitgeber ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverh&auml;ltnis eingehen. Die Entscheidung &uuml;ber die Zuweisung trifft das Jobcenter. Was passiert mit der geleisteten Bezuschussung, wenn Arbeitgeber oder Arbeitnehmer das Anstellungsverh&auml;ltnis vorzeitig beenden bzw. kurz nach Auslaufen der F&ouml;rderung? F&uuml;r die Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses gelten die Vorschriften des allgemeinen Arbeitsrechts. Eine R&uuml;ckzahlung eines geleisteten Lohnkostenzuschusses sieht &sect; 16i SGB II nicht vor. Warum gilt das Instrument nur f&uuml;r Personen, die seit sieben Jahren Leistungen nach dem SGB II bezogen haben? Mit dem Instrument &#039;&#039;Teilhabe am Arbeitsmarkt&#039;&#039; soll sehr arbeitsmarktfernen Langzeitleistungsbeziehende wieder eine Perspektive zur Teilhabe am Arbeitsmarkt er&ouml;ffnet werden. Denn trotz der guten konjunkturellen Entwicklung in Deutschland und der r&uuml;ckl&auml;ufigen Arbeitslosenzahl in den vergangenen Jahren gibt es nach wie vor eine zahlenm&auml;&szlig;ig bedeutsame Gruppe von arbeitsmarktfernen Langzeitarbeitslosen, die ohne besondere Unterst&uuml;tzung absehbar keine realistische Chance auf Aufnahme einer ungef&ouml;rderten Besch&auml;ftigung haben. Kann die F&ouml;rderdauer von f&uuml;nf Jahren bei einer zunehmend positiven Entwicklung vorzeitig abgebrochen werden? Ja. &sect; 16i SGB II erm&ouml;glicht eine fristlose K&uuml;ndigung durch den Arbeitnehmer, wenn ein Wechsel in ungef&ouml;rderte Besch&auml;ftigung oder Ausbildung m&ouml;glich ist. Zum neugefassten &sect; 16e SGB II &#039;&#039;Eingliederung von Langzeitarbeitslosen&#039;&#039; Handelt es sich ebenfalls um ein arbeitsmarktpolitisches Instrument? Ja. &sect; 16e SGB II in seiner neuen Fassung zielt darauf ab, Besch&auml;ftigungschancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen. Warum wurde der &sect; 16e SGB II neu gefasst? Aufgrund der hohen F&ouml;rdervoraussetzungen und der daraus resultierenden teilweisen Umsetzungsschwierigkeiten profitieren nicht alle Langzeitarbeitslosen, die eine entsprechende Unterst&uuml;tzung brauchen, von &sect; 16e SGB II aktuelle Fassung. Dies und unsere Erkenntnisse aus den Bundesprogrammen der letzten Jahre gaben deshalb Anlass, neue Ans&auml;tze zu initiieren. Erkenntnisse, die in &sect; 16e SGB II nun umgesetzt werden sind: Ein m&ouml;glichst einfach zu handhabender erh&ouml;hter Lohnkostenzuschuss, erg&auml;nzt durch die richtige Arbeitgeberansprache und eine ganzheitliche besch&auml;ftigungsbegleitende Betreuung sind besonders geeignet, die Besch&auml;ftigungschancen von Langzeitarbeitslosen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbessern und zu stabilisieren. Das gab es in dieser Form im SGB II noch nicht, &sect; 16e SGB II neue Fassung macht es nun m&ouml;glich. Gef&ouml;rdert werden Arbeitsverh&auml;ltnisse mit Personen, die trotz vermittlerischer Unterst&uuml;tzung seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. Der Zuschuss zum Arbeitsentgelt (tariflich oder orts&uuml;blich) betr&auml;gt 75 Prozent im ersten und 50 Prozent im zweiten Jahr. W&auml;hrend der F&ouml;rderdauer findet eine ganzheitliche besch&auml;ftigungsbegleitende Betreuung (Coaching) statt. Im Anschluss ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Arbeitnehmer f&uuml;r mindestens sechs weitere Monate zu besch&auml;ftigen. Warum richtet es sich ausschlie&szlig;lich an Personen, die mehr als 2 Jahre arbeitslos sind? Was machen diejenigen, die k&uuml;rzer arbeitslos sind? Mit einer mindestens zweij&auml;hrigen Arbeitslosigkeit gehen in aller Regel zunehmend Vermittlungshemmnisse einher. Eine dauerhafte Langzeitarbeitslosigkeit kann zu diesem Zeitpunkt aber mit einer intensiven und guten F&ouml;rderung noch vermieden werden. Personen, die weniger lang arbeitslos sind, sind in der Regel noch n&auml;her am Arbeitsmarkt. F&uuml;r diese Personen ist das Spektrum an F&ouml;rderm&ouml;glichkeiten sehr weit. &Uuml;ber den Eingliederungszuschuss k&ouml;nnen dabei auch Arbeitsverh&auml;ltnisse bis zu zw&ouml;lf Monate gef&ouml;rdert werden. Aber: F&ouml;rderung von Arbeitsverh&auml;ltnissen ist nicht alles. F&uuml;r eine dauerhafte und nachhaltige Eingliederung in den Arbeitsmarkt sind Weiterbildung und Qualifizierung das Mittel erster Wahl. Warum gibt es nicht f&uuml;r alle Arbeitslosen die gleichen Angebote, um wieder in eine Besch&auml;ftigung zu kommen? Alle Arbeitslosen erhalten das gleiche Angebot: Beratung und Unterst&uuml;tzung bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Erbracht wird dieses Angebot von den Agenturen f&uuml;r Arbeit oder den Jobcentern. Die Leistungen, die den Agenturen f&uuml;r Arbeit und den Jobcentern hierf&uuml;r zu Verf&uuml;gung stehen, sind vielf&auml;ltig und teilweise auch auf gewisse Personengruppen ausgerichtet. Grunds&auml;tzlich gilt bei der Vermittlung wie im Leben: es gibt nicht die &#039;&#039;eine&#039;&#039; geeignete Unterst&uuml;tzung. Menschen, ihre Geschichten und ihre Lebensumst&auml;nde sind unterschiedlich. Bedarfslagen, wie z.B. die von Langzeitarbeitslosen, Langezeitleistungsbeziehern, Selbstst&auml;ndigen oder auch Jugendlichen und vielen anderen haben aber jeweils Gemeinsamkeiten. Auf diese gehen auf spezielle Personengruppen ausgerichtete Leistungen in ihrer Ausgestaltung ein. Finanzierung Was kosten die neue F&ouml;rderinstrumente zus&auml;tzlich? Den Jobcentern werden zur Umsetzung bis 2022 vier Mrd. Euro zus&auml;tzlich zur Verf&uuml;gung gestellt. Wie sie das Geld zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit einsetzen, entscheiden sie selbst. Woher kommt das Geld? Aus dem Bundeshaushalt. Wie lange soll in die neuen F&ouml;rderinstrumente investiert werden? Beide Instrumente sind auf Dauer angelegt. Werden die zus&auml;tzlichen Mittel im Eingliederungstitel nicht durch stetig weiterwachsende &Uuml;bertragungen in den Verwaltungskostenetat aufgezehrt, so dass gar keine zus&auml;tzlichen Mittel zur Verf&uuml;gung stehen? Soweit die zus&auml;tzlichen Mittel hierbei zur Verbesserung der personellen Betreuung von Langzeitarbeitslosen eingesetzt werden, ist das durchaus sinnvoll. Erfolgskontrolle Was passiert, wenn die neuen F&ouml;rderinstrumente nicht greifen? Das BMAS wird die Umsetzung durch Monitoring und Evaluation laufend &uuml;berpr&uuml;fen und ggf. reagieren. Wer pr&uuml;ft, ob die neuen F&ouml;rderinstrumente erfolgreich sind? Das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in N&uuml;rnberg (IAB) wird die neuen Instrumente umfassend evaluieren. Was gilt als erfolgreich? Es gibt drei gesetzliche Ziele: Die Verbesserung der sozialen Teilhabe, der Besch&auml;ftigungsf&auml;higkeit und der Besch&auml;ftigungschancen der Teilnehmenden. Das erstgenannte Ziel ist den beiden nachgelagerten Zielen &uuml;bergeordnet (beim &sect; 16i SGB II). Die Erreichung genau dieser Ziele wird das IAB &uuml;berpr&uuml;fen</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/02171.pdf">Publikation zeigen</a></p>