<h1>Inklusion in der dualen Berufsausbildung</h1> <h2>Ein knappes Viertel aller ausbildungsaktiven Unternehmen bildet aktuell aus oder hat in den letzten f&uuml;nf Jahren Menschen mit Behinderung ausgebildet... Quelle Institut der deutschen Wirtschaft K&ouml;ln e.V.</h2> <p>Potenziale zur St&auml;rkung der Inklusion. Inklusion in der dualen Berufsausbildung in KMU. Handlungsempfehlungen zur Unterst&uuml;tzung von KMU. Menschen mit Behinderung in der betrieblichen Ausbildung. Motive und Vorteile der Ausbildung von Menschen mit Behinderung. Ausbildungshemmnisse. Unternehmen mit Ausbildungserfahrung. Unternehmen ohne Ausbildungserfahrung. Einflussfaktoren der betrieblichen Ausbildung von Menschen mit Behinderung. Unternehmen engagieren sich bereits heute in der Ausbildung von Jugendlichen mit Behinderung. Ein knappes Viertel aller ausbildungsaktiven Unternehmen bildet aktuell aus oder hat in den letzten f&uuml;nf Jahren Menschen mit Behinderung ausgebildet. Zum Vergleich: Der Anteil der Sch&uuml;ler mit sonderp&auml;dagogischem F&ouml;rderbedarf an allen Sch&uuml;lern liegt bei 6,5 Prozent in der Altersgruppe. Den gr&ouml;&szlig;ten Teil davon stellen Jugendliche mit einer Lernbehinderung, die von Unternehmen auch am h&auml;ufigsten ausgebildet werden. sie aus Tradition ausbilden und offen f&uuml;r neue Ideen ihrer Auszubildenden sind, sie gro&szlig;e Probleme haben, Fachkr&auml;fte zu rekrutieren, sie ihre Attraktivit&auml;t als Arbeitgeber steigern wollen. Hemmnisse: Unternehmen bilden seltener Menschen mit Behinderung aus, wenn ihnen der Kontakt zu Menschen mit Behinderung fehlt, Inklusion in der Ausbildung ist allerdings kein Selbstl&auml;ufer, sondern ben&ouml;tigt gezielte Information und Unterst&uuml;tzung sowohl f&uuml;r Menschen mit Behinderung als auch f&uuml;r Unternehmen. Die vorliegende Studie zeigt hierf&uuml;r zahlreiche Ansatzpunkte auf und identifiziert Erfolgsfaktoren und Hemmnisse. die Schwierigkeiten bei der Integration in den betrieblichen Alltag oder der erwartete erh&ouml;hte Betreuungsaufwand nicht durch externe Unterst&uuml;tzungsma&szlig;nahmen wie sozialp&auml;dagogische Begleitung oder fachliche Nachhilfe aufgefangen werden. Erfolgsfaktoren: Unternehmen bilden h&auml;ufiger Menschen mit Behinderung aus, wenn sie bereits Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung haben, zum Beispiel als Praktikanten oder Mitarbeiter. So steigert die Besch&auml;ftigung eines Menschen mit Behinderung die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen einen Jugendlichen mit Behinderung ausbildet, um mehr als 40 Prozentpunkte. sie nicht &uuml;ber eine passende technische und r&auml;umliche Ausstattung verf&uuml;gen, sie nicht wissen, wie ein barrierefreier Arbeitsplatz zu gestaltet ist, Ansatzpunkte: Unternehmen geben an, dass sie mehr ausbilden w&uuml;rden, wenn sie mehr Bewerbungen von Menschen mit Behinderung h&auml;tten, wozu beispielsweise eine noch intensivere Kooperation mit Schulen und Berufsbildungswerken beitragen k&ouml;nnte, sie mehr externe Unterst&uuml;tzung bekommen w&uuml;rden, wie: sie f&uuml;r Vielfalt stehen und demzufolge beispielsweise Jugendliche mit sozialer Benachteiligung oder mit Migrationshintergrund ausbilden, - einen festen Ansprechpartner als K&uuml;mmerer &uuml;ber die gesamte Ausbildungszeit, - eine zentrale Informationsstelle f&uuml;r die Ausbildung von Menschen mit Behinderung, - spezielle, auf die Zielgruppe zugeschnittene Ausbildungsmaterialien, beispielsweise formuliert in einfacher Sprache, Eine gelebte Inklusion in der dualen Berufsausbildung ist ohne die Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nicht denkbar, da seit langen Jahren mehr als 70 Prozent aller Auszubildenden in Unternehmen dieser Gr&ouml;&szlig;enklasse qualifiziert werden (Dummert, 2014, BIBB-Datenreport 2015). Rund 11 Prozent der kleinen und knapp 22 Prozent der mittleren Unternehmen bilden aktuell Jugendliche mit Behinderung aus. Bei den gro&szlig;en Unternehmen liegt dieser Anteil mit 38 Prozent h&ouml;her. Das liegt auch daran, dass gro&szlig;e Unternehmen absolut gesehen mehr Auszubildende haben und dass daher die Wahrscheinlichkeit, dass sich darunter auch mindestens ein Auszubildender mit einer Behinderung befindet, umso gr&ouml;&szlig;er ist. Die meisten KMU, die Menschen mit Behinderung ausbilden, bilden Jugendliche mit einer Lernbehinderung aus, die zugleich auch die gr&ouml;&szlig;te Gruppe der jungen Menschen mit Behinderung stellen. In gro&szlig;en Unternehmen finden sich Auszubildende mit allen abgefragten Arten von Behinderungen h&auml;ufiger wieder, mit einer Ausnahme: Auszubildende mit einer psychischen Behinderungen, werden in allen Unternehmensgr&ouml;&szlig;enklassen etwa gleich h&auml;ufig besch&auml;ftigt. Menschen mit Behinderung ist aus Sicht der befragten Unternehmen, dass sie sich sozial engagieren m&ouml;chten und zur Chancengerechtigkeit bei der Personalauswahl bekennen. Mehr als acht von zehn KMU nennen solches soziale Engagement als wichtiges Anliegen. Personalwirtschaftliche Motive spielen ebenso eine zentrale Rolle f&uuml;r KMU. Dabei sehen knapp zwei von drei KMU die besondere Motivation und Loyalit&auml;t von Menschen mit Behinderung sowie ihre guten Erfahrungen mit dieser Personengruppe als besonderen Vorteil an. Dies geht h&auml;ufig damit einher, dass Menschen mit Behinderung nach der Ausbildung h&auml;ufiger im Unternehmen bleiben. Etwa ein Viertel der KMU und ein F&uuml;nftel der Gro&szlig;unternehmen geben zudem an, dass Jugendliche mit Behinderung ausgebildet werden, um vorhandene Ausbildungspl&auml;tze besser besetzen zu k&ouml;nnen. Finanzielle Gr&uuml;nde, wie beispielsweise eine Reduzierung der Ausgleichsabgabe oder eine finanzielle F&ouml;rderung der Ausbildung, sind nur f&uuml;r weniger als ein F&uuml;nftel der KMU ein Motiv. Hierbei ist jedoch zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Abgabe erst von Unternehmen mit 20 und mehr Mitarbeitern entrichtet werden muss. F&uuml;r die Ausbildungsentscheidung von Unternehmen ist allerdings der Kontakt zu Menschen mit Behinderung entscheidender als die Unternehmensgr&ouml;&szlig;e. Wird bei den Auswertungen der Umfrage ber&uuml;cksichtigt, ob ein Unternehmen bereits Erfahrungen mit Praktikanten oder Mitarbeitern mit Behinderung hat, so verliert die Unternehmensgr&ouml;&szlig;e an Bedeutung. Motive f&uuml;r die Ausbildung von Menschen mit Behinderung Ausbildungshemmnisse lassen sich in Hemmnisse vor der Ausbildung, wozu neben der Kontaktanbahnung insbesondere die strukturellen Rahmenbedingungen z&auml;hlen, und Hemmnisse w&auml;hrend der Ausbildung unterteilen. Diese werden im Folgenden f&uuml;r Unternehmen mit und Unternehmen ohne Erfahrung mit Menschen mit Behinderung betrachtet. Grunds&auml;tzlich steht bei der Berufsausbildung f&uuml;r Unternehmen das Investitionsmotiv im Vordergrund, eigene Fachkr&auml;fte zu qualifizieren, die langfristig im Betrieb eingesetzt werden sollen (Jansen/Pfeifer/Sch&ouml;nfeld/ Wenzelmann, 2015, 14). Dabei gibt es bei der Unternehmensgr&ouml;&szlig;e keine wesentlichen Unterschiede. Dies gilt auch f&uuml;r die im Rahmen der vorliegenden Studie identifizierten Ausbildungsmotive hinsichtlich der Zielgruppe der jungen Menschen mit Behinderung. Allerdings wird deren Einstellung f&uuml;r eine betriebliche Ausbildung zus&auml;tzlich noch durch soziale Motive beg&uuml;nstigt: Fehlende Bewerbungen sind f&uuml;r Unternehmen bei der Besetzung von Ausbildungspl&auml;tzen ein zentrales Problem. Die vorliegende Studie best&auml;tigt dieses Ergebnis weiterer aktueller Befragungen im Themenfeld (DIHK, 2015) und zeigt auf, dass junge Menschen mit Behinderung als Zielgruppe hierbei keine Ausnahme darstellen</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/02218.pdf">Publikation zeigen</a></p>