<h1>Was tun bei sexueller Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz? (Leitfaden)</h1> <h2>Betroffene machen h&auml;ufig die Erfahrung, dass sexuelle Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz nicht ernst genug genommen wird... Quelle Antidiskriminierungsstelle des Bundes</h2> <p>Was ist sexuelle Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz? Sexuelle Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz. Alle Berufst&auml;tigen haben das Recht auf ein sicheres Arbeitsumfeld. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet jede Form der sexuellen Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz und verpflichtet jeden Arbeitgeber, vorzubeugen und einzugreifen, wenn es zu &Uuml;bergriffen kommt. Betroffene machen allerdings h&auml;ufig die Erfahrung, dass sexuelle Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz nicht ernst genug genommen wird. Dabei gibt es viele M&ouml;glichkeiten, solche Vorf&auml;lle zu verhindern und so auch das Betriebsklima zu verbessern. Nicht alle Arbeitgeber kennen ihre Schutzpflichten, viele Besch&auml;ftigte wissen zu wenig &uuml;ber ihre Rechte. Dieser Leitfaden informiert Besch&auml;ftigte, Arbeitgeber und Betriebsr&auml;te &uuml;ber ihre Rechte und ihre Pflichten. Dabei ist eines klar: Ein einvernehmlicher Flirt war und ist gestattet. M&auml;nner und Frauen merken jedoch genau, wann eine Grenze &uuml;berschritten ist. Eine Ann&auml;herung, die offensichtlich nicht erwidert wird, geh&ouml;rt dazu. Das ist schlicht eine Frage des Respekts. Viele Betroffene sprechen nicht &uuml;ber sexuelle Bel&auml;stigung - h&auml;ufig, weil sie sich keine Hilfe erhoffen, oft auch aus Scham. Dieser Leitfaden soll Sie dabei unterst&uuml;tzen, sexuelle Bel&auml;stigung nicht als unvermeidbares &Uuml;bel hinzunehmen. Sexuelle Bel&auml;stigung kommt in Betrieben in Deutschland immer wieder vor. Das kann schwere Folgen f&uuml;r die Betroffenen haben und dem Unternehmen nachhaltig schaden. Problematisch sind die Ergebnisse einer Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aus dem Jahr 2015: Die H&auml;lfte der befragten Besch&auml;ftigten gab an, am Arbeitsplatz eine nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verbotene sexuelle Bel&auml;stigung selbst erlebt zu haben. Aber: Mehr als 80 Prozent der Befragten wussten nicht, dass Arbeitgeber dazu verpflichtet sind, ihre Besch&auml;ftigten aktiv vor sexueller Bel&auml;stigung zu sch&uuml;tzen. ntsprechend wenige Pr&auml;ventions- und SchutzE ma&szlig;nahmen sind bekannt. Jede zweite Person hat angegeben, &uuml;berhaupt keine Ma&szlig;nahmen zu kennen, die im eigenen Unternehmen gegen sexuelle Bel&auml;stigung ergriffen wurden. Insgesamt fehlt es an Informationen &uuml;ber Ma&szlig;nahmen zur Durchsetzung eines aktiven Schutzes vor sexueller Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) spricht von sexueller Bel&auml;stigung, wenn &#039;&#039;( ) ein unerw&uuml;nschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerw&uuml;nschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte k&ouml;rperliche Ber&uuml;hrungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerw&uuml;nschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen geh&ouml;ren, bezweckt oder bewirkt, dass die W&uuml;rde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einsch&uuml;chterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entw&uuml;rdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.&#039;&#039; &sect; 3 Abs. 4 AGG Bei einer sexuellen Bel&auml;stigung handelt es sich also um eine unerw&uuml;nschte Verhaltensweise, die sexualisiert und geschlechtsbezogen ist.1 Das k&ouml;nnen vor allem sexuelle Anspielungen oder unangemessene k&ouml;rperliche Ber&uuml;hrungen sein. Die Unerw&uuml;nschtheit besteht aber auch dann, wenn eine Person unter Druck gesetzt wurde, eine sexuelle Handlung zu erdulden oder zu erwidern. Eine sexuelle Bel&auml;stigung geht mit einer W&uuml;rdeverletzung der bel&auml;stigten Person einher. Das hei&szlig;t, das Verhalten beleidigt, erniedrigt oder besch&auml;mt die andere Person. Es geht dabei nicht darum, ob die W&uuml;rdeverletzung beabsichtigt ist, sondern um die Auswirkung auf die bel&auml;stigte Person. Sexuelle Bel&auml;stigung ist also nicht ausschlie&szlig;lich sexuelle Gewalt, sondern bezieht sich auf alle Formen solcher Bel&auml;stigungen. Das AGG verbietet sexuelle Bel&auml;stigung insbesondere in beruflichen Zusammenh&auml;ngen (&sect; 2 Abs. 1 Nr. 1 - 4 AGG). Das Gesetz gibt Besch&auml;ftigten Rechte, um sich gegen sexuelle Bel&auml;stigung zur Wehr zu setzen. Gleichzeitig bestimmt das AGG eine deutliche Schutzpflicht f&uuml;r Arbeitgeber. In den meisten F&auml;llen sind Frauen von sexueller Bel&auml;stigung betroffen. Das Gesetz verbietet sexuelle Bel&auml;stigung aber grunds&auml;tzlich und sch&uuml;tzt somit auch M&auml;nner, Trans -Personen2 und inter geschlechtliche Menschen sowie alle anderen AGG-Merkmale. Sexuelle Bel&auml;stigung ist durch W&uuml;rdeverletzung und Unerw&uuml;nschtheit bestimmt. Jede sexuelle Bel&auml;stigung ist am Arbeitsplatz verboten, egal ob die verursachende Person die Bel&auml;stigung beabsichtigt hat und die Bel&auml;stigung erkennbar abgelehnt wurde. Formen sexueller Bel&auml;stigung Das Gesetz nennt einige Beispiele sexueller Bel&auml;stigung wie etwa Bemerkungen sexuellen Inhalts oder Aufforderungen zu sexuellen Handlungen. Es gibt noch einige weitere Formen. Bei sexueller sexuell anz&uuml;gliche Bemerkungen und Witze aufdringliche und beleidigende Kommentare &uuml;ber die Kleidung, das Aussehen oder das Privatleben sexuell zweideutige Kommentare Fragen mit sexuellem Inhalt, z.B. zum Privatleben oder zur Intimsph&auml;re Aufforderungen zu intimen oder sexuellen Handlungen, sexualisierte oder unangemessene Einladungen zu einer Verabredung aufdringliches oder einsch&uuml;chterndes Starren oder anz&uuml;gliche Blicke Hinterherpfeifen unerw&uuml;nschte E-Mails, SMS, Fotos oder Videos mit sexuellem Bezug unangemessene und aufdringliche Ann&auml;herungsversuche in sozialen Netzwerken Aufh&auml;ngen oder Verbreiten pornografischen Materials unsittliches Entbl&ouml;&szlig;en jede unerw&uuml;nschte Ber&uuml;hrung (T&auml;tscheln, Streicheln, Kneifen, Umarmen, K&uuml;ssen), auch wenn die Ber&uuml;hrung scheinbar zuf&auml;llig geschieht wiederholte k&ouml;rperliche Ann&auml;herung, wiederholtes Herandr&auml;ngeln, wiederholt die &uuml;bliche k&ouml;rperliche Distanz (ca. eine Arml&auml;nge) nicht wahren k&ouml;rperliche Gewalt sowie jede Form sexualisierter &Uuml;bergriffe bis hin zu Vergewaltigung Flirt oder sexuelle Bel&auml;stigung? Wo ist die Grenze? Im Alltagsverst&auml;ndnis wird sexuelle Bel&auml;stigung oft mit physischer Gewalt gleichgesetzt. Sexuell &uuml;bergriffiges und bel&auml;stigendes Verhalten beginnt aber viel fr&uuml;her, auch wenn viele Formen sexueller Bel&auml;stigung im Alltag nicht strafbar sind. Vor allem verbale und non-verbale Bel&auml;stigungen werden immer wieder verharmlost. Den Betroffe nen wird unterstellt, dass sie &uuml;berempfindlich auf einen Witz oder Flirtversuch reagieren. Ein Flirt zum Beispiel hat nichts mit sexueller Bel&auml;stigung zu tun. Er ist auch am Arbeitsplatz nicht verboten. Aber: Flirts entstehen in beiderseitigem Einverst&auml;ndnis. &Uuml;bergriffiges Verhalten geschieht ohne das Einverst&auml;ndnis der anderen Person. Das Verhalten ist damit grenz&uuml;berschreitend. Vor allem dann, wenn die betroffene Person Ablehnung signalisiert oder durch das Verhalten gedem&uuml;tigt oder besch&auml;mt wird. Au&szlig;erdem handelt es sich um eine sexuelle Bel&auml;stigung, wenn z.B. einer Besch&auml;ftigten berufliche Nachteile angedroht werden, falls sie sexuelle Handlungen verweigert. Oder wenn beispielsweise einem Mitarbeiter berufliche Vorteile daf&uuml;r versprochen werden, dass er sich auf sexuelle Handlungen einl&auml;sst</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/02222.pdf">Publikation zeigen</a></p>