<h1>Besch&auml;ftigung von Fl&uuml;chtlingen (Handlungsempfehlung)</h1> <h2>Wie kann ich die Besch&auml;ftigung von Gefl&uuml;chteten gestalten? Welche M&ouml;glichkeiten der Nachqualifizierung gibt es? Quelle Institut der deutschen Wirtschaft K&ouml;ln e.V.</h2> <p>Rechtliche Grundlagen zur Besch&auml;ftigung von Fl&uuml;chtlingen. Besondere Eigenschaften der Zielgruppe &#039;&#039;Fl&uuml;chtlinge&#039;&#039;. Auswahl von geeigneten Bewerbern. Qualifizierung von Fl&uuml;chtlingen. Finanzielle F&ouml;rderung bei der Integration. Betriebliche Integration von Fl&uuml;chtlingen. Deutschland &uuml;bernimmt derzeit mit der Aufnahme von Fl&uuml;chtlingen eine wichtige humanit&auml;re Aufgabe. F&uuml;r Schutzsuchende, die sich in Deutschland langfristig ein neues Leben aufbauen wollen, ist die Integration in den Arbeitsmarkt von besonderer Bedeutung. Als Unternehmen leisten Sie mit der Besch&auml;ftigung von Fl&uuml;chtlingen einen wichtigen Beitrag zur Integration. Sie erm&ouml;glichen Gefl&uuml;chteten, soziale Kontakte aufzubauen, ihre Kenntnisse und F&auml;higkeiten in Ihrem Betrieb einzubringen und sich so als Teil der Gesellschaft zu f&uuml;hlen. Gleichzeitig k&ouml;nnen Sie als Unternehmen auf diese Weise auch Fachkr&auml;fte finden. Einige gefl&uuml;chtete Menschen bringen berufliche und soziale Kompetenzen mit, die sich auch f&uuml;r Ihr Unternehmen als sehr n&uuml;tzlich erweisen k&ouml;nnen. Dar&uuml;ber hinaus zeichnen sich viele Fl&uuml;chtlinge durch eine &uuml;berdurchschnittlich hohe Motivation, Eigeninitiative sowie Lern- und Leistungsbereitschaft aus. Diese Eigenschaften helfen dabei, Sprachkenntnisse und berufliche Kompetenzen schnell zu vertiefen. Die vorliegende Handlungsempfehlung zeigt auf, wie die Besch&auml;ftigung von Fl&uuml;chtlingen gestaltet werden kann. Es werden zun&auml;chst die rechtlichen Grundlagen sowie besondere Eigenschaften der Zielgruppe Gefl&uuml;chtete erl&auml;utert. Anschlie&szlig;end finden Sie Hinweise zu Kontaktwegen zu der Zielgruppe sowie zur Auswahl von geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern. Da sprachliche und kulturelle Unterschiede f&uuml;r beide Seiten eine Herausforderung darstellen k&ouml;nnen, zeigen wir Ihnen, welche Hilfestellungen Sie Ihren neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Ihrer Belegschaft, etwa durch Weiterbildung, bieten k&ouml;nnen. Zudem informiert die Handlungsempfehlung &uuml;ber M&ouml;glichkeiten der finanziellen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Unternehmen zur Integration von Gefl&uuml;chteten. Bei der Besch&auml;ftigung von Fl&uuml;chtlingen k&ouml;nnen Herausforderungen zu meistern sein, die &uuml;ber diejenigen hinausreichen, die bei anderen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen &uuml;blich sind. Gleichzeitig gibt es Erfolgsfaktoren, die eine Besch&auml;ftigung beg&uuml;nstigen k&ouml;nnen. Die folgende &Uuml;bersicht zeigt die zentralen Herausforderungen und Erfolgsfaktoren, zu denen Sie in den einzelnen Kapiteln Vertiefungen und konkrete Handlungsempfehlungen finden: Arbeitserlaubnis und Bleibeperspektive einsch&auml;tzen und kl&auml;ren F&uuml;hrungskr&auml;fte und Belegschaft f&uuml;r Aufgabe vorbereiten, Mentoren benennen Vorkenntnisse identifizieren und einsch&auml;tzen Kontaktanbahnung und Auswahl &uuml;ber verschiedene Wege und mit Unterst&uuml;tzung externer Partner Besch&auml;ftigte dabei unterst&uuml;tzen, Sprachf&ouml;rderung im Vorfeld und Deutsch zu sprechen, zu lesen und begleitend zur Besch&auml;ftigung zu schreiben anbieten Besch&auml;ftigte weiterbilden Integration im Betrieb durch Mentoren f&ouml;rdern Wohnsituation und Familie unterst&uuml;tzen Willkommenskultur in Betrieb und Freizeit f&ouml;rdern Wenn Sie Fl&uuml;chtlinge besch&auml;ftigen, k&ouml;nnen Sie sowohl einen Beitrag zur Integration leisten als auch vorhandene Fachkr&auml;ftepotenziale f&uuml;r Ihr Unternehmen nutzen. Machen Sie sich und Ihrer Belegschaft bewusst, welche Vorteile Sie dadurch kurz-, mittel- und langfristig erwarten k&ouml;nnen. Fachkr&auml;fte sichern: Fl&uuml;chtlinge stellen eine Potenzial gruppe zur Fachkr&auml;ftegewinnung dar, durch die Sie Ihre Rekrutierungsbasis erweitern k&ouml;nnen. Viele stehen dem Arbeitsmarkt bereits kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland zur Verf&uuml;gung. Geeignete und motivierte Mitarbeiter gewinnen: Oftmals sind Fl&uuml;chtlinge in ihrem Herkunftsland einer Besch&auml;ftigung nachgegangen und k&ouml;nnen ihr Wissen und ihre F&auml;higkeiten gewinnbringend in Ihrem Unternehmen einsetzen. Personen, die auf der Suche nach einem besseren Leben weite Wege auf sich nahmen, haben zudem h&auml;ufig eine hohe Motivation und Willens- kraft. Viele der gefl&uuml;chteten Menschen wollen l&auml;nger in Deutschland bleiben, sodass Sie diese langfristig an Ihr Unternehmen binden k&ouml;nnen. Kulturelle Vielfalt nutzen: In einer vielf&auml;ltigen Beleg schaft, in die Ihre Besch&auml;ftigten unterschiedliche Erfahrungen, Biografien und kulturelle Hintergr&uuml;nde einbringen, werden kreative Prozesse gef&ouml;rdert und die Innovationsf&auml;higkeit des Unternehmens gest&auml;rkt. Ein offener Umgang mit Vielfalt f&ouml;rdert alternative Sichtweisen und tr&auml;gt dazu bei, neue Wege zu gehen und Ihr Unternehmen wettbewerbsf&auml;higer zu machen. Image steigern: Die Rekrutierung von internationalem Personal und die F&ouml;rderung kultureller Vielfalt sind Ausdruck Ihrer Unternehmensphilosophie. Das st&auml;rkt extern Ihre Attraktivit&auml;t im Wettbewerb um Arbeitskr&auml;fte und f&ouml;rdert intern die Mitarbeiterbindung. Auch bei der Gewinnung neuer Gesch&auml;ftspartner und Kunden spielt das Unternehmensimage eine wichtige Rolle. F&uuml;r Sie als Arbeitgeber ist der aufenthaltsrechtliche Status von Fl&uuml;chtlingen entscheidend. Dieser ist ma&szlig;geblich daf&uuml;r, ab wann eine T&auml;tigkeit aufgenommen werden darf und ob die Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde und die Arbeitsagentur der Besch&auml;ftigung zustimmen m&uuml;ssen. Gefl&uuml;chtete k&ouml;nnen nach ihrem Aufenthaltsstatus in drei Gruppen unterschieden werden. Anders sieht es bei Asylbewerberinnen und -bewerbern sowie Geduldeten aus. Bei diesen Personengruppen ist immer die Zustimmung der lokalen Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde erforderlich. F&uuml;r Asylbewerberinnen und -bewerber sowie in den meisten F&auml;llen auch f&uuml;r Geduldete gilt au&szlig;erdem ein Besch&auml;ftigungsverbot in den ersten drei Monaten. Bei Geduldeten entf&auml;llt diese Wartefrist nur dann, wenn es sich um eine Stelle f&uuml;r Akademiker handelt und die Voraussetzungen der Blauen Karte EU erf&uuml;llt sind oder ein inl&auml;ndischer Hochschulabschluss vorliegt. Die Voraussetzungen der Blauen Karte EU sehen ein bestimmtes j&auml;hrliches Mindestbruttogehalt vor. Weiteres hierzu k&ouml;nnen Sie auf der Website des BAMF nachlesen (siehe Arbeitshilfen). Einteilung Gefl&uuml;chteter nach Aufenthaltsstatus Gruppe Anerkannte Fl&uuml;chtlinge Aufenthaltsstatus Dies sind Gefl&uuml;chtete, deren Asylantrag positiv beschieden wurde. Damit sind sie im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis. Hierzu geh&ouml;rt nicht der kleine Kreis an Personen mit nationalem Abschiebungsverbot, der zwar eine Aufenthaltserlaubnis besitzt, jedoch weiteren Sonderregelungen unterliegt. Eine Aufenthaltserlaubnis ist ein zeitlich befristeter Aufenthaltstitel. Die Erlaubnis wird in der Regel f&uuml;r drei Jahre ausgestellt, woran sich bei sehr guter Integration eine zeitlich unbeschr&auml;nkte Niederlassungserlaubnis anschlie&szlig;t. Dies ist der Fall, wenn die Person das Sprachniveau C1 beherrscht sowie den eigenen Lebensunterhalt weit &uuml;berwiegend selbst sichern kann. Ansonsten erhalten anerkannte Fl&uuml;chtlinge eine unbefristete Niederlassungserlaubnis nach f&uuml;nf Jahren Aufenthalt, wenn sie mindestens das Sprachniveau A2 beherrschen und den eigenen Lebensunterhalt zumindest &uuml;berwiegend selbst sichern k&ouml;nnen. Asylbewerber Dies sind Gefl&uuml;chtete, die einen Asylantrag gestellt haben, deren Asylverfahren jedoch noch nicht abgeschlossen ist. Sie erhalten zun&auml;chst eine sogenannte Aufenthaltsgestattung. Besitz einer Aufenthaltsgestattung Eine Aufenthaltsgestattung berechtigt dazu, bis zum Ende des Asylverfahrens in Deutschland zu leben und unter bestimmten Bedingungen zu arbeiten. Geduldete Besitz einer Bescheinigung f&uuml;r die Aussetzung einer Abschiebung (&#039;&#039;Duldung&#039;&#039;) Die Bescheinigung f&uuml;r die Aussetzung einer Abschiebung wird in der Regel f&uuml;r sechs Monate ausgestellt und h&auml;ufig mehrmals verl&auml;ngert. Unter bestimmten Voraussetzungen k&ouml;nnen Geduldete arbeiten. Dies sind Gefl&uuml;chtete, deren Asylantrag zwar abgelehnt, deren Abschiebung aber aufgrund bestimmter Umst&auml;nde ausgesetzt wurde. M&ouml;gliche Gr&uuml;nde sind Krankheit und Passverlust. Die Ausl&auml;nderbeh&ouml;rden sind f&uuml;r die Ausstellung von Aufenthaltserlaubnissen, Aufenthaltsgestattungen und Duldungen zust&auml;ndig. Eine solche Beh&ouml;rde gibt es zumeist in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt. Ihre zust&auml;ndige Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde k&ouml;nnen Sie &uuml;ber das Auskunftssystem des Bundesamts f&uuml;r Migration und Fl&uuml;chtlinge (BAMF) recherchieren (siehe Arbeitshilfen). Besitzt ein Fl&uuml;chtling eine Aufenthaltserlaubnis, wurde der Asylantrag also anerkannt, k&ouml;nnen Sie ihn oder sie unmittelbar besch&auml;ftigen. F&uuml;r anerkannte Fl&uuml;chtlinge gilt ein uneingeschr&auml;nkter und zustimmungsfreier Arbeitsmarktzugang. Es sind somit keine besonderen Bestimmungen zu beachten</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/02282.pdf">Publikation zeigen</a></p>