<h1>Bildungsentscheidungen und Umorientierungen im nachschulischen Verlauf</h1> <h2>Diese Studie analysiert Daten einer Befragung von Schulabg&auml;ngern, die im Schuljahr 2009/2010 eine Hochschulzugangsberechtigung an einer allgemeinbildenden oder beruflichen Schule erworben haben... Quelle DZHW</h2> <p>Bildungsentscheidungen und Umorientierungen im nachschulischen Verlauf Dritte Befragung der Studienberechtigten 2010 viereinhalb Jahre nach Schulabschluss. T&auml;tigkeitsstruktur nach Erwerb der Hochschulreife. Nachschulische T&auml;tigkeiten im Zeitverlauf. T&auml;tigkeiten viereinhalb Jahre nach Erwerb der Hochschulreife. Studium. Studienaufnahme. Ver&auml;nderungen zwischen Studienabsicht und realisierter Studienaufnahme. Fachrichtungswechsel. Determinanten des Fachrichtungswechsels. Hochschulabschl&uuml;sse und Hochschulabschlusswechsel. Vom Bachelor- zum Masterstudium. &Uuml;bergang vom Bachelor- zum Masterstudium. Berufliche Qualifizierungswege und Berufseinm&uuml;ndung. Berufliche Qualifizierungswege. Gr&uuml;nde f&uuml;r einen Studienfachwechsel. Anerkennung von vor dem Fachwechsel erbrachten Studienleistungen. Determinanten der Umorientierung von einer Ausbildungsabsicht zugunsten einer Studienaufnahme (bin&auml;re logistische Regression). Im vorliegenden Bericht werden zentrale Daten &uuml;ber die nachschulischen Werdeg&auml;nge von Schulabg&auml;ngerinnen und Schulabg&auml;ngern pr&auml;sentiert, die im Schuljahr 2009/2010 in Deutschland eine schulische Hochschulzugangsberechtigung an einer allgemeinbildenden oder beruflichen Schule erworben haben. Die dargestellten Ergebnisse basieren auf der dritten schriftlichen Befragung der Studienberechtigten 2010, die Ende 2014/Anfang 2015 durchgef&uuml;hrt wurde. Im Rahmen dieser mit finanzieller F&ouml;rderung des Bundesministeriums f&uuml;r Bildung und Forschung (BMBF) durchgef&uuml;hrten L&auml;ngsschnittuntersuchung wurden die Studienberechtigten zuvor bereits ein halbes Jahr vor Schulabgang (erste Befragung, Dezember 2009) und ein halbes Jahr nach Erwerb der Hochschulreife (zweite Befragung, Dezember 2010) mittels standardisierter Fragebogen schriftlich befragt. Der Untersuchung liegt eine auf Bundes- und L&auml;nderebene sowie nach den Merkmalen Geschlecht, Schulart und Art der Hochschulreife zufallsbasierte disproportionale Klumpenstichprobe Studienberechtigter zugrunde. An der dritten Befragung beteiligten sich knapp 5.200 Studienberechtigte. Knapp ein F&uuml;nftel der Studienberechtigten 2010 ist viereinhalb Jahre nach Schulabschluss bereits im Masterstudium und 28 Prozent sind erwerbst&auml;tig Die nachschulischen T&auml;tigkeitsverl&auml;ufe der Studienberechtigten lassen sich im Wesentlichen in drei Phasen untergliedern (Kapitel 2.1): eine &Uuml;bergangsphase in die erste nachschulische Qualifizierung, eine Qualifizierungsphase sowie eine Berufseintritts- und Weiterqualifizierungsphase. In der ersten, ca. 14 Monate andauernden &Uuml;bergangsphase leistet ein Teil der Studienberechtigten (75% im August 2010 und noch 35% im Oktober 2010) seinen Wehr-/Zivildienst ab oder geht einer anderen &Uuml;bergangst&auml;tigkeit nach (z.B. Jobben, Praktikum, Auslandsaufenthalt). Die durch einen sehr hohen Anteil von Studienberechtigten in Studium oder Berufsausbildung charakterisierte Qualifizierungsphase schlie&szlig;t sich von Oktober 2011 bis Juli 2013 an. Bei den Studierenden wird diese Qualifizierungsphase im Herbst 2013 vermehrt von einer zweiten akademischen Qualifizierungsphase, dem Masterstudium, abgel&ouml;st, w&auml;hrend die Auszubildenden &uuml;berwiegend in eine Erwerbst&auml;tigkeit &uuml;bergehen (Berufseintrittsphase). Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es in den T&auml;tigkeitsverl&auml;ufen nicht nur aufgrund der bis 2011 geltenden Wehrpflicht, auch die Qualifizierungsarten differieren erheblich. M&auml;nner befanden sich im gesamten Betrachtungszeitraum h&auml;ufiger als Frauen in einem Fachhochschulstudium und seltener in einer schulischen Berufsausbildung. Im Dezember 2014, zum dritten Befragungszeitpunkt, waren die Studienberechtigten 2010 in der durch einen wachsenden Anteil von Erwerbst&auml;tigen charakterisierten Berufseintritts- und Weiterqualifizierungsphase. 28 Prozent von ihnen waren zu diesem Zeitpunkt ausschlie&szlig;lich erwerbst&auml;tig. 63 Prozent der Studienberechtigten studierten noch, darunter 19 Prozent in einem Masterstudiengang. Weitere f&uuml;nf Prozent absolvierten eine Berufsausbildung und vier Prozent befanden sich in einer &Uuml;bergangst&auml;tigkeit (z.B. jobben, Praktikum). Studierquote liegt unver&auml;ndert bei 80 Prozent Viereinhalb Jahre nach Erwerb der Hochschulreife haben 79 Prozent der Studienberechtigten 2010 ein Studium begonnen und ein Prozent plant dies fest f&uuml;r die Folgezeit (Kapitel 3.1). Die BruttoStudierquote liegt somit ebenso wie bei der Kohorte 2008 bei insgesamt 80 Prozent. Weibliche Studienberechtigte entscheiden sich dabei seltener f&uuml;r ein Studium als m&auml;nnliche (76% vs. 84%), Kinder aus einem nicht-akademischen Elternhaus seltener als Akademikerkinder (73% vs. 86%) und ostdeutsche Studienberechtigte seltener als westdeutsche (76% vs. 81%). Neben diesen soziodemographischen bzw. regionalen Merkmalen gibt es eine Reihe anderer Determinanten der Studienentscheidung (z.B. Schulart, leistungsbezogene Aspekte, subjektiv antizipierte Erfolgsaussichten, Ertr&auml;ge und Kosten der Bildungsalternativen). Im L&auml;ngsschnitt wird ersichtlich, dass die Studierbereitschaft zwischen den Befragungswellen bis viereinhalb Jahre nach Schulabschluss steigt, im nachschulischen Verlauf also eine Um-orientierung zugunsten einer akademischen Qualifizierung stattfindet. Die deskriptiven Analysen zeigen, dass nur ein kleiner Teil der Studienberechtigten, die vor dem Schulabschluss eine sichere Studienintention hatten, diese Qualifizierungsabsicht nach dem Erwerb der Hochschulreife aufgibt. Hingegen nehmen diejenigen, die eigentlich keine Studienabsicht hatten und (ausschlie&szlig;lich) eine Ausbildung absolvieren wollten, im nachschulischen Verlauf vergleichsweise h&auml;ufig doch ein Studium auf. In Erg&auml;nzung der deskriptiven Ausf&uuml;hrungen wird in zwei Analyseschritten betrachtet, welche Faktoren dazu f&uuml;hren, dass Studienberechtigte sich einerseits zugunsten einer Studienaufnahme umorientieren (I) bzw. andererseits ihre urspr&uuml;ngliche Studienintention im nachschulischen Verlauf aufgeben (II). Es zeigt sich, dass bei diesen Umorientierungen Mechanismen zum Tragen kommen, die sich auch in Analysen zur generellen Studienentscheidung bereits als relevant erwiesen haben. So haben bspw. M&auml;nner, Schulabsolvent(inn)en aus akademischen Familien und Studienberechtigte mit Abitur trotz einer am Ende der Schulzeit eigentlich sicher geplanten Berufsausbildung oftmals doch ein Studium begonnen. Gleichzeitig haben Frauen, Kinder aus einer nicht-akademischen Familie und Studienberechtigte mit Fachhochschulreife signifikant h&auml;ufiger als die jeweilige Referenzgruppe eine sichere Studienintention nach dem Erwerb der Hochschulreife nicht realisiert und stattdessen ausschlie&szlig;lich eine berufliche Ausbildung absolviert. Die Umorientierungen in den Bildungsabsichten h&auml;ngen zudem signifikant mit leistungsbezogenen Faktoren, antizipierten Kosten- und Ertragserwartungen sowie den Bildungserwartungen der Eltern zusammen. Wirtschaftswissenschaften sind erneut beliebteste Fachrichtung Die beliebteste Fachrichtung der Studienberechtigten sind erneut die Wirtschaftswissenschaften (Kapitel 3.2). 13 Prozent aller Studienberechtigten 2010 haben ein solches Studium gew&auml;hlt. Mit jeweils zehn Prozent sind Maschinenbau und Lehramtsstudieng&auml;nge ebenfalls sehr beliebt. Einen Abschluss in einem sogenannten MINT-Fach streben insgesamt 29 Prozent der Studienberechtigten 2010 an: 17 Prozent Ingenieurwissenschaften und zw&ouml;lf Prozent Mathematik/Informatik, Naturwissenschaften. Gegen&uuml;ber der Kohorte 2008 ist damit ein leichter Anstieg um insgesamt zwei Prozentpunkte f&uuml;r den MINT-Bereich zu verzeichnen. Insbesondere in den ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtungen sind Frauen nach wie vor deutlich unterrepr&auml;sentiert (8% vs. 28%). Sie entscheiden sich h&auml;ufiger als M&auml;nner f&uuml;r Lehramtsstudieng&auml;nge (14% vs. 7%), Sozialwissenschaften/Sozialwesen (8% vs. 3%), Medizin (7% vs. 3%) sowie Kultur- und Sprachwissenschaften (6% vs. 3%). Im Vergleich zu den geschlechtsspezifischen Differenzen in der Studienfachwahl fallen die herkunftsbedingten Unterschiede geringer aus. Letztere zeigen sich vornehmlich in der generellen Entscheidung f&uuml;r oder gegen ein Studium. Medizin und Rechtswissenschaften werden jedoch von Akademikerkindern h&auml;ufiger gew&auml;hlt als von Studienberechtigten aus nicht-akademischem Elternhaus (Medizin: 7% vs. 3%, Rechtswissenschaften: 4% vs. 2%). Nach der Berufswahltheorie von Holland (1997) bilden Kinder bereits in jungen Jahren eine spezifische Interessensstruktur aus, die im sp&auml;teren Bildungsverlauf die Wahl von Fachrichtungen beg&uuml;nstigt, die eine hohe Passung mit ihrer Interessensstruktur aufweist. In Anlehnung an Holland werden sechs berufliche Interessensdimensionen unterschieden. Den unterschiedlichen Studieninhalten entsprechend differieren die Interessensprofile zwischen den Fachrichtungen deutlich. Die Studienberechtigten, die bspw. eine mathematische oder naturwissenschaftliche Studienrichtung eingeschlagen haben, interessieren sich &uuml;berdurchschnittlich stark f&uuml;r wissenschaftlich-forschende T&auml;tigkeiten. Studierende des Maschinenbaus und der Elektrotechnik weisen zus&auml;tzlich hohe Interessenswerte im Bereich technisch-praktischer T&auml;tigkeiten auf. Sowohl bez&uuml;glich der urspr&uuml;nglichen Studienfachintention als auch im anschlie&szlig;enden Studienverlauf kommt es zu Korrekturen der Fachrichtungswahl. Ver&auml;nderungen nach Studienbeginn sind allerdings seltener. Elf Prozent der Studienberechtigten, die ein Studium begonnen haben, wechselten ihre Fachrichtung in den folgenden Semestern mindestens einmal. Fachrichtungen, die eine &uuml;berdurchschnittliche Abwanderungsquote aufweisen, sind - gegen&uuml;ber 2008 unver&auml;ndert - Mathematik/Informatik (16%), Rechtswissenschaften (17%) und Physik/Geowissenschaften (19%). Dagegen ist der Verbleib in den Fachrichtungen Medizin und Agrar-, Ern&auml;hrungs-, Forstwissenschaften besonders hoch (97%). Wenn ein Fachwechsel erst nach der Studienaufnahme vollzogen wird, so geschieht dies h&auml;ufig zu einem fr&uuml;hen Zeitpunkt. 22 Prozent der Fachrichtungswechsler(innen) nehmen die &Auml;nderung bis zum Ende des ersten Hochschulsemesters vor und 32 Prozent innerhalb des zweiten Hochschulsemesters. Anhand logistischer Regressionsmodelle wird untersucht, welche individuellen und kontextuellen Faktoren zu einem Fachrichtungswechsel beitragen. Es werden die Einflussfaktoren eines generellen Fachrichtungswechsels analysiert und daran anschlie&szlig;end die Determinanten eines Wechsels der Studierenden der F&auml;chergruppen Mathematik und Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften sowie Sprach-, Kulturwissenschaften, Sport. Es zeigt sich, dass die Realisierung des Studienrichtungswunsches und eine gute Passung zwischen Anforderungen und individueller Leistungsf&auml;higkeit zu einer Verringerung von Fachrichtungskorrekturen beitragen. Die Ausrichtung der Studienwahl an Arbeitsmarkt&uuml;berlegungen, eine Verlegenheitsl&ouml;sung sowie ein Migrationshintergrund beg&uuml;nstigen hingegen einen Fachrichtungswechsel. Im Regressionsmodell wird als ein Grund f&uuml;r die h&ouml;here Wechselwahrscheinlichkeit von Migrant(inn)en deren etwas seltenere Realisierung ihres urspr&uuml;nglichen Fachrichtungswunsches sichtbar. Ein Vergleich der drei Modelle f&uuml;r die F&auml;chergruppen Mathematik und Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften sowie Sprach-, Kulturwissenschaften, Sport zeigt eine Reihe von f&auml;chergruppenspezifischen Unterschieden in der Wirksamkeit der individuellen Merkmale auf die Wahrscheinlichkeit eines Fachrichtungswechsels. Gestufte Studieng&auml;nge und Staatsexamen werden von Lehramtsstudierenden etwa gleich h&auml;ufig gew&auml;hlt Ein knappes Drittel der Studienberechtigten 2010 hat ein Fachhochschulstudium als erste (grundst&auml;ndige) akademische Qualifizierung begonnen bzw. plant diesen Schritt sicher f&uuml;r die Zukunft (Kapitel 3.3). Hierbei handelt es sich nahezu ausschlie&szlig;lich um Bachelorstudieng&auml;nge. F&uuml;r ein universit&auml;res Studium hat sich etwa jede(r) Zweite entschieden (48%), darunter 35 Prozent f&uuml;r einen Bachelorabschluss. W&auml;hrend M&auml;nner h&auml;ufiger einen universit&auml;ren Bachelorabschluss ohne Lehramtsprofil w&auml;hlen (33% vs. 26% der Frauen), absolvieren Frauen deutlich h&auml;ufiger sowohl die Lehramtsstudieng&auml;nge in der Bachelor-/Masterstruktur (7% vs. 3% der M&auml;nner) als auch die einstufigen Lehramtsstudieng&auml;nge mit dem Abschluss Staatsexamen (7% vs. 4%). Insgesamt haben sieben Prozent der Studienberechtigten 2010, die ein Hochschulstudium begonnen haben, im Laufe ihres grundst&auml;ndigen Studiums die Abschlussart gewechselt. Die Abschlusswechsel stehen dabei in einem deutlichen Zusammenhang mit einem Wechsel des Studienfaches. Knapp vier F&uuml;nftel der Abschlusswechsler(innen) haben in einem grundst&auml;ndigen Studiengang gleichzeitig die Fachrichtung gewechselt (77%). Diejenigen, die zun&auml;chst einen Bachelorstudiengang an einer Universit&auml;t begonnen haben, sind vergleichsweise h&auml;ufig zu einem Fachhochschulbachelor gewechselt (5%). Werden die Zu- und Abwanderungen bilanzierend gegen&uuml;bergestellt, so zeigen sich insbesondere bei Bachelorstudieng&auml;ngen mit Lehramtsprofil (5 Prozentpunkte) und f&uuml;r Bachelorabschl&uuml;sse an Fachhochschulen (4 Prozentpunkte) h&ouml;here Zu- als Abwanderungsquoten. Demgegen&uuml;ber sind bei den universit&auml;ren Bachelorabschl&uuml;ssen die h&ouml;chsten Abwanderungsverluste zu verzeichnen (4 Prozentpunkte). Entscheidung f&uuml;r einen Masterstudiengang wird h&auml;ufig fr&uuml;hzeitig getroffen Bis viereinhalb Jahre nach dem Erwerb der Hochschulreife haben knapp zwei Drittel der Studienberechtigten 2010 einen Bachelorstudiengang an einer Universit&auml;t (34%) oder Fachhochschule (29%) begonnen und nicht abgebrochen (Kapitel 3.4). Die H&auml;lfte dieser Studienberechtigten hat das Bachelorstudium bis zum Befragungszeitpunkt bereits erfolgreich abgeschlossen. Bezogen auf alle Studienberechtigten 2010, die ein Bachelorstudium gew&auml;hlt haben, ist viereinhalb Jahre nach Schulabschluss ein Drittel in die Masterstufe &uuml;bergegangen und ein weiteres knappes Drittel plant diesen Schritt fest f&uuml;r die Zukunft. Damit bel&auml;uft sich die &Uuml;bergangsquote, die sich aus den beiden genannten Anteilen zusammensetzt, auf 64 Prozent. Der &Uuml;bergangsanteil f&uuml;r die (angehenden) Bachelorabsolvent(inn)en von Universit&auml;ten liegt bei 79 Prozent und f&uuml;r diejenigen von Fachhochschulen bei deutlich geringeren 46 Prozent. Zudem m&ouml;chten knapp 30 Prozent der (angehenden) Bachelorabsolvent(inn)en von Fachhochschulen mit aufgenommenem bzw. geplantem Masterstudium einen universit&auml;ren Masterabschluss erlangen. Die Entscheidung f&uuml;r einen Masterstudiengang wird oftmals schon recht fr&uuml;hzeitig getroffen, insbesondere an den Universit&auml;ten (62% vor Beginn des Bachelorstudiums). An Fachhochschulen trifft dies auf 23 Prozent der Bachelorstudierenden und -absolvent(inn)en zu. 16 Prozent aller Bachelorstudierenden und -absolvent(inn)en sind sich bez&uuml;glich der Aufnahme eines Masterstudiengangs noch unsicher und ein F&uuml;nftel strebt keinen Masterabschluss an, vier Prozentpunkte mehr als noch 2008. Die Studienberechtigten, die einen Lehramtsbachelor begonnen haben, weisen den h&ouml;chsten Anteil mit Entscheidung zugunsten eines Masterstudiums auf, da sie zur Aus&uuml;bung des anvisierten Lehrerberufes einen Masterabschluss ben&ouml;tigen (88%). Auch die (angehenden) Bachelorabsolvent(inn)en der F&auml;chergruppe Mathematik und Naturwissenschaften haben sich deutlich &uuml;berdurchschnittlich h&auml;ufig f&uuml;r einen Master entschieden (79%). Der Anteil mit realisiertem bzw. geplantem Master&uuml;bergang in der F&auml;chergruppe Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist mit 53 Prozent hingegen vergleichsweise gering und zudem im Vergleich zu 2008 deutlich r&uuml;ckl&auml;ufig (-8 Prozentpunkte). Die (angehenden) Bachelorabsolvent(inn)en der Ingenieurwissenschaften haben sich mit einem Anteil von 65 Prozent demgegen&uuml;ber h&auml;ufiger als zuvor f&uuml;r eine akademische Weiterqualifizierung im Rahmen eines Masterstudiums entschieden (2008: 60%). M&auml;nner entscheiden sich h&auml;ufiger f&uuml;r ein Masterstudium als Frauen (68 vs. 60 Prozent). Im Vergleich mit der Kohorte 2008 haben die geschlechtsspezifischen Unterschiede um vier Prozentpunkte zugenommen. Von den (angehenden) Bachelorabsolvent(inn)en aus akademischem Elternhaus haben zusammengenommen 67 Prozent eine Entscheidung zugunsten der Aufnahme eines Masterstudiums getroffen. Bei (angehenden) Bachelorabsolvent(inn)en aus einem nicht-akademischen Elternhaus f&auml;llt der Anteil mit 60 Prozent geringer aus. Gegen&uuml;ber der Kohorte 2008 haben die herkunftsspezifischen Unterschiede jedoch deutlich abgenommen. Knapp vier F&uuml;nftel der Studienberechtigten 2010, die ein Bachelorstudium aufgenommen haben und zudem einen weiterqualifizierenden Masterabschluss anstreben, m&ouml;chten unmittelbar im Anschluss an das Erststudium den Masterstudiengang absolvieren. Die f&uuml;r den freiwillig oder unfreiwillig verz&ouml;gerten &Uuml;bergangszeitpunkt benannten Gr&uuml;nde sind vielf&auml;ltig, insbesondere sind jedoch Aspekte relevant, die auf das Sammeln au&szlig;erhochschulischer Erfahrungen in der &Uuml;bergangsphase abzielen. Mehr als jede(r) vierte Studienberechtigte 2010 nimmt eine Berufsausbildung auf Wie bereits beim zuvor befragten Studienberechtigtenjahrgang 2008 bel&auml;uft sich auch dieBrutto-Berufsausbildungsquote der Studienberechtigten 2010 auf 28 Prozent (Kapitel 4). Die Berufsausbildung ist viereinhalb Jahre nach Erlangen der Hochschulzugangsberechtigung gr&ouml;&szlig;tenteils bereits abgeschlossen (80% der Auszubildenden). Am h&auml;ufigsten wird die betriebliche Berufsausbildung als Ausbildungsart gew&auml;hlt (16%), gefolgt von der schulischen Berufsausbildung (7%), einer Beamtenausbildung (3%) und der Ausbildung an einer Berufsakademie (1%). Der Anteil der weiblichen Studienberechtigten 2010, die bis viereinhalb Jahre nach Schulabschluss eine Berufsausbildung aufgenommen haben, liegt mit 33 Prozent deutlich &uuml;ber dem Anteil der m&auml;nnlichen (22%). Besonders gro&szlig; ist der Unterschied bei der schulischen Berufsausbildung an (Berufs-)Fachschulen (11% vs. 3%). Die herkunftsspezifischen Unterschiede sind ebenso hoch wie die Disparit&auml;ten nach dem Geschlecht. Ein Drittel der Studienberechtigten 2010 aus einer nicht-akademischen Familie hat sich f&uuml;r eine berufliche Ausbildung entschieden und 22 Prozent der Akademikerkinder. Die Studienberechtigten, die ihre Hochschulreife in Ostdeutschland erworben haben, entscheiden sich traditionell h&auml;ufiger gegen ein Studium und f&uuml;r eine berufliche Ausbildung als diejenigen aus Westdeutschland (2010: 36% vs. 26%). 84 Prozent der Studienberechtigten f&uuml;hren den ein halbes Jahr nach Schulabschluss eingeschlagenen Qualifizierungsweg vier Jahre sp&auml;ter unver&auml;ndert fort Unter Einbeziehung von schon vor oder parallel zur Hochschulreife erworbenen beruflichen Abschl&uuml;ssen (z.B. zweiter Bildungsweg) sowie der Kombination aus vor- oder nachschulischer Berufsausbildung und anschlie&szlig;endem Studium k&ouml;nnen verschiedene typische berufliche Qualifizierungswege unterschieden werden (Kapitel 5.1). Zwischenzeitlich vorgenommene Korrekturen in Form von Studien- und Ausbildungsabbr&uuml;chen werden hierbei ber&uuml;cksichtigt. 55 Prozent der Studienberechtigten qualifizieren sich demnach ausschlie&szlig;lich mittels eines Studiums. Weitere 13 Prozent streben einen Hochschulabschluss an, hatten aber vor oder mit dem Erwerb der Hochschulreife bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen. Acht Prozent gelangen &uuml;ber eine sogenannte Doppelqualifizierung in den Beruf, absolvieren ihre Berufsausbildung also erst nach Erwerb der Hochschulreife und studieren anschlie&szlig;end. Insgesamt 24 Prozent der Studienberechtigten streben keinen Hochschulabschluss an. Darunter haben 18 Prozent ausschlie&szlig;lich eine nachschulische Berufsausbildung gew&auml;hlt. F&uuml;nf Prozent besitzen einen vor oder mit dem Erwerb der Hochschulreife erlangten Berufsabschluss und wollen es (vorerst) bei diesem Stand der beruflichen Qualifizierung belassen. Ein Prozent der Studienberechtigten der Kohorte 2010 hat zum Befragungszeitpunkt keinerlei berufliche Qualifizierungsabsichten. Im Vergleich zur zuvor befragten Studienberechtigtenkohorte 2008 sind nur wenige Ver&auml;nderungen in den Qualifizierungswegen zu konstatieren. Ein geringf&uuml;gig h&ouml;herer Anteil der Studienberechtigten 2010 m&ouml;chte ausschlie&szlig;lich eine nachschulische Berufsausbildung absolvieren ( und 2 Prozentpunkte). Die Gegen&uuml;berstellung der zum zweiten und zum dritten Befragungszeitpunkt, also ein halbes Jahr und viereinhalb Jahre nach Schulabschluss, gew&auml;hlten beruflichen Qualifizierungswege zeigt nur eine wesentliche Ver&auml;nderung, n&auml;mlich einen Anstieg der Doppelqualifizierungen zum dritten Befragungszeitpunkt (von 3% auf 8%). Zum Bedeutungsanstieg der Doppelqualifizierungen haben insbesondere die Studienberechtigten beigetragen, die zum zweiten Befragungszeitpunkt ausschlie&szlig;lich eine nachschulische Berufsausbildung angestrebt hatten (54%). Insgesamt betrachtet f&uuml;hrt die &uuml;berwiegende Mehrheit der Studienberechtigten den ein halbes Jahr nach Schulabschluss eingeschlagenen Weg vier Jahre sp&auml;ter unver&auml;ndert fort (84%). 16 Prozent aller Studienberechtigten haben sich zwischenzeitlich umorientiert. Mittels einer multivariaten Analyse wird untersucht, welche Faktoren zu einer sp&auml;teren Korrektur des Qualifizierungsweges von einer ausschlie&szlig;lichen nachschulischen Berufsausbildung hin zu einer Doppelqualifizierung beitragen. Die Vergleichsgruppe bilden in der logistischen Regression die Studienberechtigten, die zu beiden Befragungszeitpunkten eine Doppelqualifizierung angestrebt, diese also l&auml;ngerfristig geplant haben. Eine Korrektur der Qualifizierungsentscheidung von einer ausschlie&szlig;lichen Berufsausbildung hin zu einer Doppelqualifizierung ist bei Frauen, Leistungsschw&auml;cheren und Personen, die sich bei ihrer Entscheidung zun&auml;chst vom Rat Dritter oder &ouml;rtlichen Bindungen haben leiten lassen, wahrscheinlicher. Dagegen haben M&auml;nner, Auszubildende der Gesundheitsberufe und Studienberechtigte, deren Eltern eine Studienaufnahme wichtig ist, die Doppelqualifizierung h&auml;ufiger schon ein halbes Jahr nach Schulabschluss geplant. Monet&auml;re Bildungsertr&auml;ge sind viereinhalb Jahre nach Schulabschluss bei Bachelorabsolvent(inn)en von Fachhochschulen am h&ouml;chsten Viereinhalb Jahre nach Schulabschluss haben zwei von drei Studienberechtigten einen ersten berufsqualifizierenden Berufsabschluss erlangt. Darunter sind 32 Prozent mit einem Studienabschluss und elf Prozent, die bereits vor oder parallel zum Erwerb der Hochschulreife eine Berufsausbildung abgeschlossen hatten. An den ersten Berufsabschluss schlie&szlig;t sich bei einem erheblichen Teil der Studienberechtigten eine weitere Qualifizierung an. Einer Erwerbst&auml;tigkeit gehen zum dritten Befragungszeitpunkt daher erst 30 Prozent der Studienberechtigten nach, also weniger als die H&auml;lfte der Personen mit einem Berufsabschluss (Kapitel 5.2). Frauen sind viereinhalb Jahre nach Schulabschluss h&auml;ufiger erwerbst&auml;tig als M&auml;nner (33% vs. 26%), ein Befund, der auf den von den Frauen h&auml;ufiger eingeschlagenen Weg einer ausschlie&szlig;lichen nachschulischen Berufsausbildung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. Die Anteile der Absolvent(inn)en eines Studiums (8%) und der mit einer Fortbildung (4%) unterscheiden sich geschlechtsspezifisch nicht. Die Bachelorabsolvent(inn)en von Universit&auml;ten sind vergleichsweise h&auml;ufig teilzeitbesch&auml;ftigt und befristet angestellt sowie relativ oft vertikal inad&auml;quat besch&auml;ftigt. 30 Prozent von ihnen bekunden, dass sie eine niedrigere berufliche Stellung haben als ihrer Qualifizierung angemessen w&auml;re. Allerdings ist auch etwa jede(r) vierte Bachelorabsolvent(in) von Universit&auml;ten in einer h&ouml;heren beruflichen Stellung t&auml;tig. F&uuml;r die Einordnung und Interpretation dieser Ergebnisse sind u. a. die Fachrichtungen der Absolvent(inn)en der verschiedenen beruflichen Qualifizierungen zu ber&uuml;cksichtigen. Die monet&auml;ren Ertr&auml;ge der verschiedenen beruflichen Qualifizierungen werden mittels eines linearen Regressionsmodells analysiert. Hierbei werden die Unterschiede hinsichtlich der strukturellen Merkmale der Besch&auml;ftigung ebenso ber&uuml;cksichtigt wie beispielsweise die Fach- bzw. Ausbildungsrichtung, das Geschlecht, die Schulabschlussnote und die bisherige Berufserfahrung. Die Art der beruflichen Qualifizierung bzw. der Berufsabschluss hat bei den viereinhalb Jahre nach Schulabschluss bereits erwerbst&auml;tigen Studienberechtigten einen erheblichen Einfluss auf den monet&auml;ren Ertrag in Form des Bruttostundeneinkommens. Bachelorabsolvent(inn)en von Fachhochschulen haben unter Kontrolle aller in das Modell einbezogenen Faktoren viereinhalb Jahre nach Schulabschluss das h&ouml;chste (Einstiegs-)Gehalt. Zwischen den Bachelorabsolvent(inn)en von Universit&auml;ten, den Absolvent(inn)en einer Verwaltungsfachhochschule oder Berufsakademie und jenen mit einer Berufsausbildung plus Aufstiegsfortbildung gibt es zum Befragungszeitpunkt keinen signifikanten Einkommensunterschied. Sie erzielen jedoch ein h&ouml;heres Bruttostundeneinkommen als Absolvent(inn)en einer Berufsausbildung ohne Aufstiegsfortbildung. Bildungsertr&auml;ge sind nicht nur monet&auml;rer Art, Aspekte, wie die berufliche Zufriedenheit, z&auml;hlen ebenso dazu. Mit Aspekten der Work-Life-Balance sind 69 Prozent der Bachelorabsolvent(inn)en von Fachhochschulen und 70 Prozent der Absolvent(inn)en von Verwaltungsfachhochschulen und Berufsakademien zufrieden oder sehr zufrieden. Die Erwerbst&auml;tigen mit einem anderen Berufsabschluss sind vergleichsweise seltener, aber ebenfalls mehrheitlich mit den Aspekten der Work-Life-Balance zufrieden (59% bis 63%). In Bezug auf die Zufriedenheit mit den Inhalten der beruflichen T&auml;tigkeit sind die qualifikationsspezifischen Unterschiede deutlich ausgepr&auml;gter. W&auml;hrend ca. vier von f&uuml;nf Bachelorabsolvent(inn)en von Fachhochschulen und Universit&auml;ten sowie der Personen mit Berufsausbildung plus Fortbildung zufrieden sind, trifft dies auf 74 Prozent der Berufsausbildungsabsolvent(inn)en und mit 56 Prozent besonders selten auf die Absolvent(inn)en von Verwaltungsfachhochschulen und Berufsakademien zu. Vergleichsweise gering ist die Zufriedenheit mit Aspekten des Einkommens und der Karriere. Den monet&auml;ren Ertr&auml;gen entsprechend ist unter den Bachelorabsolvent(inn)en von Fachhochschulen der Anteil der Zufriedenen mit 63 Prozent am gr&ouml;&szlig;ten</p> <p><a href="https://www.dzhw.eu/pdf/pub_fh/fh-201605.pdf">Publikation zeigen</a></p>