<h1>Religi&ouml;se Vielfalt am Arbeitsplatz (Grundlagen und Praxisbeispiele)</h1> <h2>Wie ist die Rechtslage? Welche M&ouml;glichkeiten gibt es f&uuml;r Arbeitgeber, einen sensiblen Umgang mit dem Thema zu f&ouml;rdern? Welche vorbildlichen Praxisbeispiele gibt es bereits? Quelle Antidiskriminierungsstelle des Bundes</h2> <p>Religi&ouml;se Vielfalt im Arbeitsleben Sensibler Umgang mit religi&ouml;ser und weltanschaulicher Vielfalt in Unternehmen und Verwaltungen Diskriminierungen aufgrund der Religionszugeh&ouml;rigkeit im Arbeitsleben vermeiden Unternehmensstrategie und Leitbild Personalgewinnung und -entwicklung Unternehmenskultur und Arbeitsorganisation Kommunikation und Konfliktregelung Deutschland ist ein religi&ouml;s und weltanschaulich vielf&auml;ltiges Land. Das spiegelt sich &uuml;berall in der Gesellschaft: in Schule, Kita, Ausbildung, am Arbeitsplatz, im kulturellen Leben. Ein Blick in die bev&ouml;lkerungsstatistischen Daten zu Religion und Weltanschauung belegt diese Vielfalt: Das Grundgesetz garantiert allen Menschen die Freiheit des religi&ouml;sen und weltanschaulichen Bekenntnisses. Das hei&szlig;t: Alle m&uuml;ssen die M&ouml;glichkeit erhalten, ihre Religion oder Weltanschauung frei und ungehindert auszu&uuml;ben, ohne dabei die Rechte anderer Personen zu verletzen. Die Einstellung der Menschen in Deutschland gegen&uuml;ber Angeh&ouml;rigen verschiedener Religionsgemeinschaften ist &uuml;berwiegend positiv. Das ergab eine von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Auftrag gegebene repr&auml;sentative Umfrage. So geben beispielsweise 92% der Befragten an, eine positive Haltung gegen&uuml;ber Christinnen und Christen zu haben. 84% der Befragten nennen eine positive Meinung &uuml;ber Personen j&uuml;dischen Glaubens. Die Haltung gegen&uuml;ber Musliminnen und Muslimen f&auml;llt dagegen deutlich kritischer aus. Zwar ist auch hier eine Mehrheit positiv eingestellt (64%). Immerhin ein Drittel (33%) gibt aber offen zu, ein eher oder sogar sehr negatives Bild von Menschen muslimischen Glaubens zu haben. Skeptisch &auml;u&szlig;ert sich auch eine Mehrheit der Menschen &uuml;ber den Vorsto&szlig;, dass Angeh&ouml;rige religi&ouml;ser Minderheiten an wichtigen Feiertagen ihrer Religion arbeitsfrei bekommen. Dies unterst&uuml;tzen nur rund vier von zehn Personen (42 Prozent).3 Dieses Beispiel zeigt, dass sich zwar eine klare Mehrheit der Menschen in Deutschland grunds&auml;tzlich f&uuml;r Anerkennung und Gleichbehandlung aller religi&ouml;sen Gruppen ausspricht, den praktischen Konsequenzen aus dieser Einstellung im Alltag jedoch mitunter kritisch gegen&uuml;bersteht. Alltagspraktische Fragen in Bezug auf Religion ergeben sich auch am Arbeitsplatz. Es geht um die Schicht- und Urlaubsplanung f&uuml;r religi&ouml;se Feste, um Gebetspausen oder um die angemessene Kleidung f&uuml;r bestimmte T&auml;tigkeiten. Auch Konflikte innerhalb der Belegschaft k&ouml;nnen ein Ausl&ouml;ser daf&uuml;r sein, sich mit dem Thema Religion und Weltanschauung am Arbeitsplatz zu befassen. Und: Viele Arbeitgeber streben mittlerweile eine vielf&auml;ltige Belegschaft und ein Betriebsklima an, das durch Wertsch&auml;tzung gepr&auml;gt ist. Religi&ouml;se Vielfalt spielt hier als Teil einer kulturellen Vielfalt eine wichtige Rolle. Es kann daher zum Beispiel sinnvoll sein, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Religionszugeh&ouml;rigkeiten in die Personalstrategie miteinzubeziehen, um das Arbeitsumfeld zu sensibilisieren, oder religi&ouml;se Bed&uuml;rfnisse in der Dienst- und Urlaubsplanung mitzuber&uuml;cksichtigen. Die R&uuml;cksichtnahme auf Religion hat im betrieblichen Alltag allerdings auch Grenzen: Dann, wenn Arbeitspflichten verletzt und der Betriebsfriede beeintr&auml;chtigt werden. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Mitarbeitende ihre Religionszugeh&ouml;rigkeit stark in den Vordergrund stellen oder wenn Mitarbeitende einer Religion solche einer anderen nicht akzeptieren. Ein sensibler Umgang mit Religion im Arbeitsalltag bedeutet daher auch, anhaltende Auseinandersetzungen oder auch unerw&uuml;nschte Missionierungsversuche am Arbeitsplatz zu unterbinden. Die vorliegende Handreichung bietet eine Grundlage, um sich tiefer mit der Frage nach dem Umgang mit Religion am Arbeitsplatz zu befassen. Wie ist die Rechtslage? Welche M&ouml;glichkeiten gibt es f&uuml;r Arbeitgeber, einen sensiblen Umgang mit dem Thema zu f&ouml;rdern? Welche vorbildlichen Praxisbeispiele gibt es bereits? Das erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Grunds&auml;tzlich gilt das Recht auf Religions- und weltanschauliche Freiheit auch im Arbeitsleben. Von zentraler Bedeutung f&uuml;r den Diskriminierungsschutz in diesem Bereich sind die Bestimmungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Das AGG verbietet eine Benachteiligung auch wegen der Religion oder Weltanschauung in Besch&auml;ftigung und Beruf (&sect;&sect; 7 Abs. 1, 1 AGG). Grunds&auml;tzlich gesch&uuml;tzt ist nicht nur die Religionszugeh&ouml;rigkeit, sondern auch das &ouml;ffentliche Bekenntnis der religi&ouml;sen &Uuml;berzeugung, z.B. durch das Tragen religi&ouml;ser Symbole oder Kleidungsst&uuml;cke, sowie die religi&ouml;se Bet&auml;tigung. Dieser Schutz gilt f&uuml;r alle abh&auml;ngigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse im &ouml;ffentlichen sowie privaten Sektor und bezieht sich auf alle Phasen des Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses: von der Bewerbung und Einstellung &uuml;ber die Fortbildung und Bef&ouml;rderung, die Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen bis zur Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/02362.pdf">Publikation zeigen</a></p>