<h1>Leitfaden zum betrieblichen Eingliederungsmanagement</h1> <h2>Um diese Empfehlungen praxistauglich zu gestalten, werden neben einem &Uuml;berblick &uuml;ber die Gesamtthematik des BEM auch ausf&uuml;hrlichere Informationen zu einzelnen Themenbereichen aufgef&uuml;hrt... Quelle Deutsche Rentenversicherung</h2> <p>Leitfaden zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement In Deutschland scheiden j&auml;hrlich mehrere hunderttausend Besch&auml;ftigte aus gesundheitlichen Gr&uuml;nden aus dem Erwerbsleben aus. Unternehmen verlieren dadurch wertvolle Fachkompetenzen. Die Erfahrungen langj&auml;hriger Mitarbeiter sind oft nur schwer zu ersetzen. Zus&auml;tzlich versch&auml;rfen demographischer Wandel und Fachkr&auml;ftemangel die Situation. Im Mai 2004 wurde das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) als unternehmerische Aufgabe gesetzlich geregelt. Besch&auml;ftigte haben nun deutlich leichter Zugang zu unterst&uuml;tzenden Leistungen bei der beruflichen Wiedereingliederung. Die Unternehmen sind dadurch aufgefordert, fr&uuml;hzeitig alle erforder lichen Ma&szlig;nahmen zu veranlassen, die die Leistungsf&auml;higkeit der Betroffenen erhalten oder wieder herstellen k&ouml;nnen. Das BEM ist eine Aufgabe des Arbeitgebers. Die Deutsche Rentenversicherung hat sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen bei der Einf&uuml;hrung von BEMStrukturen zu unterst&uuml;tzen. In dem Bewusstsein, dass es hierf&uuml;r kein f&uuml;r alle Unternehmen g&uuml;ltiges Patentrezept gibt, wurden Handlungsempfehlungen erarbeitet, die Sie in diesem Leitfaden finden. Um diese Empfehlungen praxistauglich zu gestalten, enth&auml;lt der Leitfaden neben einem &Uuml;berblick &uuml;ber die Gesamtthematik des BEM auch ausf&uuml;hrlichere Informationen zu einzelnen Themenbereichen. Erkenntnisse aus verschiedenen Modellprojekten, die die Deutsche Rentenversicherung mit Arbeitgebern durchgef&uuml;hrt hat, flie&szlig;en in diesen Leitfaden ein. Zus&auml;tzlich wurden Haus und Fach&auml;rzte, Betriebs und Personal&auml;rzte sowie Personalvertretungen einbezogen, um individuelle L&ouml;sungen f&uuml;r einzelne Unternehmen und ihre Besch&auml;ftigten zur Wiedereingliederung ins Erwerbsleben zu entwickeln. Insoweit stellen die Empfehlungen auch keine (arbeits)rechtlichen Standards dar, sondern sind vielmehr als Anregungen f&uuml;r die betriebliche Praxis zu verstehen. Was ist betriebliches Eingliederungsmanagement? Durchf&uuml;hrung des BEM-Verfahrens Feststellen der Arbeitsunf&auml;higkeitszeiten Leistungen zur Sicherung der Erwerbsf&auml;higkeit (Pr&auml;ventionsleistungen) Leistungen zur medizinischen Rehabilitation Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation Einbindung der Betriebs- oder Werks&auml;rzte in den Rehabilitationsprozess Stufenweise Wiedereingliederung Rehabilitationsnachsorge Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) Kraftfahrzeughilfe Integrationsfachdienste Eingliederungszusch&uuml;sse Berufliche Anpassung und Weiterbildung Offenlegung von Diagnosen und Daten zu Krankheiten oder Behinderungen Grunddaten zum BEM Daten &uuml;ber gesundheitssch&auml;digende Faktoren im Unternehmen Implementierung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) Das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist gesetzlich in &sect; 84 Abs. 2 SGB IX (ab 1. Januar 2018 in &sect; 167 Abs. 2 SGB IX) verankert. Es handelt sich um ein Instrument, mit dessen Hilfe ein Arbeitgeber alle M&ouml;glichkeiten aussch&ouml;pfen soll, um die Arbeitsunf&auml;higkeit seines Besch&auml;ftigten zu beenden, weiterer Arbeitsunf&auml;higkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz f&uuml;r den Besch&auml;ftigten zu erhalten. Dabei wird gemeinsam mit dem Besch&auml;ftigten nach L&ouml;sungen gesucht. Anspruch auf ein BEM-Verfahren haben alle Besch&auml;ftigten, die innerhalb eines Jahres l&auml;nger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunf&auml;hig waren - unabh&auml;ngig von einer bestehenden Schwerbehinderung. Der Zeitraum ist dabei nicht auf das Kalenderjahr beschr&auml;nkt und unabh&auml;ngig von der Erkrankung oder deren Ursache. Auch ist unerheblich, ob die Gr&uuml;nde f&uuml;r die Arbeitsunf&auml;higkeit betrieblicher oder privater Natur sind. Dabei bietet das BEM nicht nur die Chance, mehr f&uuml;r erkrankte und behinderte Besch&auml;ftigte zu tun. Unter Umst&auml;nden k&ouml;nnen auch gesunde Arbeitnehmer von bestimmten Ma&szlig;nahmen profitieren. Wird beispielsweise im Rahmen eines BEM-Verfahrens der Arbeitsplatz eines behinderten Besch&auml;ftigten optimal gestaltet, k&ouml;nnen die daraus gewonnenen Erkenntnisse auch dessen Kollegen zu Gute kommen. Gesundheitliche Sch&auml;den k&ouml;nnen so m&ouml;glicherweise bereits im Vorfeld vermieden werden. Dieser Ansatz beinhaltet auch ein umfassendes Verst&auml;ndnis von strukturiertem Gesundheitsmanagement im Unternehmen und dient neben der Wiedereingliederung von erkrankten Besch&auml;ftigten auch der Pr&auml;vention. Die Verantwortung, ein BEM-Verfahren durchzuf&uuml;hren, liegt allein beim Arbeitgeber. F&uuml;r ein erfolgreiches BEM reicht das aktive Handeln des Arbeitgebers jedoch nicht aus. Es bedarf der Mitwirkung des erkrankten Besch&auml;ftigten. Seine Teilnahme am BEM ist freiwillig. Der Erfolg von BEMMa&szlig;nahmen ist daher in hohem Ma&szlig;e von der Akzeptanz im Unternehmen abh&auml;ngig. Die Ziele und der Nutzen des BEM sollten daher sowohl den Personalverantwortlichen als auch den Besch&auml;ftigten fr&uuml;hzeitig bekannt gemacht werden. Allen Akteuren des BEM muss klar sein, dass es sich hierbei nicht um ein Kontroll- oder &Uuml;berwachungssystem des Arbeitgebers handelt. S&auml;mtliche am BEM beteiligte Personen und Stellen sind gleichberechtigte Partner. Das BEM zielt auf die Sicherung und den Erhalt der Besch&auml;ftigungsf&auml;higkeit von Arbeitnehmern mit gesundheitlichen Beeintr&auml;chtigungen ab. Mit der Kl&auml;rung der Ursachen, die zu seinen Erkrankungen f&uuml;hren, wird angestrebt, den Besch&auml;ftigten schnellstm&ouml;glich wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Ihm soll erm&ouml;glicht werden, seine T&auml;tigkeit leistungs- beziehungsweise behindertengerecht auszu&uuml;ben. Einem krankheitsbedingten Arbeitsplatzverlust wird entgegengewirkt. Von der erfolgreichen Durchf&uuml;hrung eines BEM-Verfahrens k&ouml;nnen ALLE beteiligten Akteure profitieren: Der Besch&auml;ftigte kann seine Arbeitsunf&auml;higkeit nachhaltig &uuml;berwinden. Einer erneuten Arbeitsunf&auml;higkeit wird vorgebeugt und es kann verhindert werden, dass die Krankheit m&ouml;glicherweise chronisch wird. In Zeiten des Fachkr&auml;ftemangels hat der Arbeitgeber ein gro&szlig;es Interesse daran, erfahrene und eingearbeitete Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, damit wertvolle F&auml;higkeiten und Kenntnisse erhalten bleiben. Auf der Basis erfolgreich durchgef&uuml;hrter BEMVerfahren k&ouml;nnen innerbetriebliche Arbeitsabl&auml;ufe und Strukturen optimiert und Ausfallzeiten reduziert werden. Lohnfortzahlungskosten sinken, Personalausgaben f&uuml;r Vertretungen oder f&uuml;r die Einstellung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter werden vermieden. Die Einf&uuml;hrung des betrieblichen Eingliederungsmanagements bedeutet f&uuml;r das Unternehmen auch einen Imagegewinn. Der Erhalt von Arbeitspl&auml;tzen durch das BEM wird sowohl von den Mitarbeitern als auch in der &Ouml;ffentlichkeit positiv wahrgenommen. Zudem muss der Arbeitgeber bei einer krankheitsbedingten K&uuml;ndigung nachweisen, dass er alle M&ouml;glichkeiten ausgesch&ouml;pft hat, das Arbeitsverh&auml;ltnis des Mitarbeiters zu erhalten. Die Sozialleistungstr&auml;ger und damit alle Beitragszahler profitieren ebenfalls vom BEM. Das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben, Entgeltersatzleistungen und Rentenzahlungen werden vermieden</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/02386.pdf">Publikation zeigen</a></p>