<h1>Sozialversicherungsbeitr&auml;ge bei Arbeitszeitkonten</h1> <h2>Hintergrund dieser Regelung ist, dass es bei flexiblen Arbeitszeitregelungen zu einer Entkopplung von Arbeitszeit... Quelle Unbekannte/r Autor/in</h2> <p>Die Berechnung der Sozialversicherungsbeitr&auml;ge Eine wichtige Rahmenbedingung f&uuml;r die Insolvenzsicherung von Arbeitszeitkonten ist die korrekte Berechnung und Aufzeichnung der Sozialversicherungsbeitr&auml;ge. Denn mit der Einf&uuml;hrung des so genannten &#039;&#039;Flexi-Gesetzes&#039;&#039; erfolgt bei vorzeitiger Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses die Beitragsermittlung nicht mehr durch den Rentenversicherungstr&auml;ger, sondern durch den Arbeitgeber oder -falls dieser zahlungsunf&auml;hig ist - durch die das Arbeitszeitguthaben absichernde Institution. Hintergrund dieser Regelung ist, dass es bei flexiblen Arbeitszeitregelungen zu einer Entkopplung von Arbeitszeit - bei der die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge anfallen - und dem Zeitpunkt der Abf&uuml;hrung der Beitr&auml;ge in der Phase der Freistellung kommt. Dadurch entstehen vor allem bei vorzeitiger Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses zwei grunds&auml;tzliche Probleme: Zum einen ist die Abf&uuml;hrung der Sozialversicherungsbeitr&auml;ge grunds&auml;tzlich sicher zu stellen. (HAFTUNGSFRAGE) Zum anderen m&uuml;ssen die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;r Besch&auml;ftigte mit Einkommen oberhalb der Bemessungsgrenzen in der Sozialversicherung in der Freistellungsphase korrekt ermittelt werden. Hierzu hat der Gesetzgeber eine Regelung getroffen, die im FlexiGesetz verankert ist. Im &sect; 23b Abs. 2 SGB IV werden die Anforderungen an die Beitragsberechnung zur Sozialversicherung formuliert und festgelegt, dass es f&uuml;r den Fall eines so genannten &#039;&#039;St&ouml;rfalls&#039;&#039; 3 Aufgabe des Arbeitgebers (bzw. des Instituts, das die Arbeitszeitguthaben absichert) ist, die korrekten Sozialversicherungsbeitr&auml;ge zu berechnen und aufzuzeichnen. Um zu gew&auml;hrleisten, dass die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;r Besch&auml;ftigte, deren Einkommen die Beitragsbemessungsgrenzen &uuml;bersteigen, korrekt ermittelt werden, haben die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung eine Berechnungsvorschrift - das so genannte &#039;&#039;Summenfeldermodell&#039;&#039; entwickelt. Kernst&uuml;ck ist die Errechnung der so genannten &#039;&#039;SV-Luft&#039;&#039; (Sozialversicherung-Luft). Dies wird so bezeichnet, weil die in der Arbeitsphase zur&uuml;ckgehaltenen Lohnsummen (&#039;&#039;Luft&#039;&#039;) bis zur Beitragsbemessungsgrenze aufgezeichnet werden m&uuml;ssen (siehe auch Berechnungsbeispiele). Auf Basis der SV-Luft erfolgt dann die Berechnung der abzuf&uuml;hrenden Sozialversicherungsbeitr&auml;ge F&uuml;r Besch&auml;ftigte, deren Entlohnung &uuml;ber den Beitragsbemessungsgrenzen liegt, m&uuml;ssten bei vorzeitiger Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses sonst ggf. h&ouml;here Beitr&auml;ge entrichtet werden, als es ohne flexible Arbeitszeitregelung der Fall w&auml;re. 3 Dieser tritt bei flexiblen Arbeitszeitregelungen dann ein, wenn das Arbeitsverh&auml;ltnis vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit beendet wird (z.B. arbeitgeber- oder arbeitnehmerseitige K&uuml;ndigung, Insolvenz oder Tod der/des Besch&auml;ftigten). Dies kann sowohl in der Arbeitsphase als auch in der Freistellungsphase erfolgen. 4 Das Summenfeldermodell wird deshalb so genannt, weil mit ihm die Beitragssummen der vier verschiedenen Felder der Sozialversicherung (Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung) berechnet werden. F&uuml;r welche Arbeitszeitkonten gilt das Summenfeldermodell? Der Pflicht zur Aufzeichnung und Berechnung der Sozialversicherungsbeitr&auml;ge nach dem Summenfeldermodell unterliegen alle Arbeitszeitkonten mit l&auml;ngeren Ausgleichszeitr&auml;umen (Altersteilzeitregelungen und Vereinbarungen zu Sabbaticals, l&auml;ngeren Weiterbildungsphasen etc.). Die &uuml;blichen Gleitzeitmodelle mit kurzen Ausgleichszeitr&auml;umen fallen demgegen&uuml;ber nicht unter diese Regelung. In diesem Fall m&uuml;ssen nur die Wertguthaben in Zeit festgehalten werden. Die vereinfachte Aufzeichnungspflicht gilt laut Gesetz f&uuml;r Arbeitszeitmodelle, die bis zu 250 Stunden auf dem Arbeitszeitkonto zulassen. Die Berechnung von SV-Luft nach dem Summenfeldermodell Die Ermittlung der SV-Luft unterliegt verschiedenen Vorschriften5: Die SV-Luft muss f&uuml;r jeden Sozialversicherungszweig einzeln errechnet werden (Arbeitslosenversicherung, Kranken- und Pflegeversicherung sowie Rentenversicherung), in dem zum Zeitpunkt der Entstehung des Wertguthabens Versicherungspflicht besteht. Die SV-Luft ist vom Beginn der Wertguthabenbildung an mindestens j&auml;hrlich zu berechnen. In allen Arbeitszeitmodellen - mit Ausnahme der Altersteilzeit - ist die SV-Luft bei der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung lediglich in der Arbeitsphase zu bilden. Bei der Altersteilzeit im Blockmodell wird in der Kranken-, Pflege-, und Arbeitslosenversicherung die SV-Luft nur in der Arbeitsphase gebildet: f&uuml;r die Rentenversicherung muss sie &uuml;ber die gesamte Dauer berechnet werden. Die SV-Luft ist f&uuml;r West- und Ostdeutschland getrennt zu ermitteln und aufzuzeichnen, da es verschiedene Beitragsbemessungsgrenzen und eine andere Berechnungsweise der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge gibt. Die SV-Luft muss immer aufgezeichnet werden, also auch dann, wenn das Teilzeitentgelt &uuml;ber der Beitragsbemessungsgrenze liegt (in diesem Fall muss der Wert &#039;&#039;0&#039;&#039; festgehalten werden). Die SV-Luft unterliegt wie die Wertguthaben der Besch&auml;ftigten der Aufzeichnungspflicht nach &sect; 2 Abs. 1 Nr. 4b Beitrags&uuml;berwachungsverordnung (B&Uuml;V). Nach dieser werden die Arbeitgeber bei flexiblen Arbeitszeitregelungen verpflichtet, die Wertguthaben der Besch&auml;ftigten in Zeit oder Geld in besonderen Aufzeichnungen bei den Lohnunterlagen darzustellen</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/08026.pdf">Publikation zeigen</a></p>