<h1>Rente f&uuml;r Pflegepersonen</h1> <h2>Diese Brosch&uuml;re informiert Sie dar&uuml;ber, unter welchen Voraussetzungen der Schutz der Rentenversicherung f&uuml;r Pflegepersonen wirksam wird... Quelle Deutsche Rentenversicherung</h2> <p>Rente f&uuml;r Pflegepersonen: Kostenlose Beitr&auml;ge f&uuml;r Pflegende Schutz durch die Rentenversicherung Meldeverfahren Pflege - ein Plus f&uuml;r Ihre Rente Ein Pflegefall in der Familie! Es kann jeden treffen. Mehr als 2 Millionen Menschen werden in Deutschland zu Hause gepflegt. Die meisten von Angeh&ouml;rigen - Ehepartnern, T&ouml;chtern, Schwiegert&ouml;chtern -, die deswegen nicht selten ihren Beruf aufgeben. Damit die Pflege nicht zu Lasten der eigenen Alterssicherung geht, zahlt die Pflegekasse des Pflegebed&uuml;rftigen unter Umst&auml;nden Rentenbeitr&auml;ge f&uuml;r die Pflegeperson. Mit dem Zweiten Pflegest&auml;rkungsgesetz greifen in der Pflege vom 1. Januar 2017 an tiefgreifende &Auml;nderungen. So gibt es nun f&uuml;nf Pflegegrade statt der bisherigen drei Pflegestufen und der Begriff der Pflegebed&uuml;rftigkeit wurde neu definiert. K&uuml;nftig wird die Pflegebed&uuml;rftigkeit daran gemessen, wie alltagsf&auml;hig ein Mensch noch ist. Diese Brosch&uuml;re informiert Sie &uuml;ber alle wichtigen damit verbundenen Neuregelungen f&uuml;r die Alterssicherung nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig t&auml;tiger Pflegepersonen. Eine Chance auf mehr Rente Zeit ist Geld Rentenbeitr&auml;ge - das Plus f&uuml;r die Pflegeperson Die Formel zum Rentenanspruch Eine Chance auf mehr Rente Normalerweise hei&szlig;t Versicherungspflicht: Sie zahlen Beitr&auml;ge und bekommen daf&uuml;r sp&auml;ter Rente. Wenn Sie einen Angeh&ouml;rigen pflegen, k&ouml;nnen Sie auch ohne eigene Beitr&auml;ge einen Rentenanspruch erwerben. Wenn Sie wegen der h&auml;uslichen Pflege eines Pflegebed&uuml;rftigen nur eingeschr&auml;nkt oder &uuml;berhaupt nicht erwerbst&auml;tig sein k&ouml;nnen, sind Sie aufgrund der Pfleget&auml;tigkeit m&ouml;glicherweise in der gesetzlichen Rentenversicherung - gegebenenfalls zus&auml;tzlich neben einer anderen Beitragszahlung - versichert. Etwa 399 000 nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig t&auml;tige Pflegepersonen sind auf diese Weise durch die gesetzliche Rentenversicherung gesch&uuml;tzt. Das kostet sie keinen Cent. Der Gesetzgeber spricht zwar von &#039;&#039;Versicherungspflicht der Pflegepersonen&#039;&#039;. Doch die finanzielle Verpflichtung liegt ausschlie&szlig;lich bei der Pflegekasse des Pflegebed&uuml;rftigen oder einer vergleichbaren Stelle wie zum Beispiel dem privaten Versicherungsunternehmen, bei dem der Pflegebed&uuml;rftige privat pflegepflichtversichert ist. Diese zahlen f&uuml;r die Pflegeperson - also zum Beispiel f&uuml;r Sie - Rentenversicherungsbeitr&auml;ge. Mit der Einf&uuml;hrung des neuen Pflegebed&uuml;rftigkeitsbegriffs ab 1. Januar 2017 wurden auch die Anforderungen f&uuml;r die rentenrechtliche Absicherung der nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig t&auml;tigen Pflegepersonen ge&auml;ndert. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass hierdurch mehr Pflegende in den Genuss dieser sozialen Sicherung kommen werden. F&uuml;r Sie als Pflegeperson ist diese Versicherungspflicht sehr vorteilhaft. Diese Brosch&uuml;re informiert Sie &uuml;ber die wichtigsten Details zur Rentenversicherungspflicht bei nicht erwerbsm&auml;&szlig;iger Pflege ab 1. Januar 2017. F&uuml;r Fragen zu Zeiten der Pflege vor diesem Stichtag gibt Ihnen Ihr zust&auml;ndiger Rentenversicherungstr&auml;ger bei Bedarf gerne direkt Auskunft. Versicherte Pflegepersonen Als Pflegeperson sind Sie ab dem 1. Januar 2017 in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, wenn Sie eine oder mehrere pflegebed&uuml;rftige Personen mit mindestens Pflegegrad 2 nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig wenigstens zehn Stunden w&ouml;chentlich, verteilt auf regelm&auml;&szlig;ig mindestens zwei Tage in der Woche, in ihrer h&auml;uslichen Um&shy;gebung pflegen (Mindestpflegeumfang). F&uuml;r vor dem 1. Januar 2017 aufgenommene Pfleget&auml;tigkeiten, die &uuml;ber den 31. Dezember 2016 hinaus andauern und die bisher die Voraussetzungen f&uuml;r die Versicherungspflicht nicht erf&uuml;llten, kann aufgrund der ab 1. Januar 2017 geltenden erleichterten Versicherungsanforderungen ab diesem Stichtag unter Umst&auml;nden erstmalig Versicherungspflicht eintreten. Dies ist beispielsweise in Pflegesituationen denkbar, in denen die von Ihnen gepflegte Person, die bisher die Pflegestufe I noch nicht erreichte (sogenannte Pflegestufe 0), aufgrund erheblich eingeschr&auml;nkter Alltagskompetenz zum 1. Januar 2017 in den Pflegegrad 2 &uuml;bergeleitet wurde, oder Ihr Pflegeaufwand f&uuml;r den Pflegebed&uuml;rftigen vor dem 1. Januar 2017 den damals geltenden h&ouml;heren Mindestzeitwert von 14 Stunden in der Woche nicht erreichte (auch nicht nach Addition von eventuell mehreren Pfleget&auml;tigkeiten unterhalb der 14&shy;Stunden&shy;Grenze), oder Sie bisher nur in einer Pfleget&auml;tigkeit der Versicherungspflicht unterlagen, in einer zweiten Pfleget&auml;tigkeit mit unter 14 Wochenstunden aber nicht, und der (Gesamt&shy;)Aufwand f&uuml;r Ihre Pflege sp&auml;testens vom 1. Januar 2017 an den reduzierten Mindestpflegeumfang nach neuem Recht erf&uuml;llt. Weitere Voraussetzungen sind: Sie haben Ihren Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthaltsort in Deutschland, einem anderen Staat des Europ&auml;ischen Wirtschaftsraumes oder in der Schweiz. Sie &uuml;ben die Pfleget&auml;tigkeit pro Pflegebed&uuml;rftigen voraussichtlich mehr als zwei Monate oder 60 Tage im Jahr aus. Sie sind neben der Pflege regelm&auml;&szlig;ig nicht mehr als 30 Stunden pro Woche erwerbst&auml;tig oder &uuml;berschreiten die 30&shy;Stunden&shy;Grenze nur kurzfristig. Der jeweilige Pflegebed&uuml;rftige hat einen Anspruch auf Leistungen aus der deutschen sozialen oder privaten Pflegeversicherung. Sollte die Pflegekasse in laufenden Pflegef&auml;llen mit Pflegebeginn vor dem 1. Januar 2017 nicht bereits von sich aus an Sie oder Ihren Pflegebed&uuml;rftigen herangetreten sein, um zu ermitteln, ob ab diesem Stichtag erstmalig Rentenversicherungsbeitr&auml;ge zu zahlen sind, sollten Sie selbst zeitnah um eine &Uuml;berpr&uuml;fung bitten. Bei Pflege durch Familienangeh&ouml;rige oder Verwandte wird grunds&auml;tzlich unterstellt, dass die Pflege ehrenamtlich - also &#039;&#039;nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig&#039;&#039; - ausge&uuml;bt wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie vom Pflegebed&uuml;rftigen eine finanzielle Anerkennung erhalten. Gleiches gilt f&uuml;r andere Personen, wie Nachbarn oder Bekannte, wenn die an sie weitergereichte finanzielle Anerkennung nicht h&ouml;her ist als ein ihrer Pfleget&auml;tigkeit entsprechendes Pflegegeld aus der Pflegeversicherung oder vergleichbare &ouml;ffentlich-rechtliche Pflegeleistungen (zum Beispiel nach dem Bundesversorgungsgesetz). Auch eine ansonsten berufsm&auml;&szlig;ig t&auml;tige Pflegefachkraft kann f&uuml;r eine zus&auml;tzlich im privaten Bereich ausge&uuml;bte nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflege versicherungspflichtig sein (beispielsweise wenn die Berufspflegekraft eines &shy;sozialen Pflegedienstes au&szlig;erhalb ihrer Dienstzeit ihr eigenes pflegebed&uuml;rftiges Kind im h&auml;uslichen Bereich pflegt). Wenn Sie als Pflegeperson vom Pflegebed&uuml;rftigen mehr Geld f&uuml;r ihre T&auml;tigkeit erhalten, als die Pflegekasse f&uuml;r selbst beschaffte Pflegehilfen zahlt, pr&uuml;ft die Pflegekasse, ob eine nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflege oder aber ein echtes Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis vorliegt. Nicht versicherungspflichtige Pflegepersonen Nicht alle Pflegenden werden als sogenannte nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig t&auml;tige Pflegepersonen in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Sie sind als Pflegende beispielsweise nicht versichert, wenn Sie das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, im Rahmen des Freiwilligen sozialen Jahres oder eines Bundesfreiwilligendienstes pflegen, die eigentliche Pflegeperson zum Beispiel wegen Urlaub oder Krankheit vertreten, die Pflege voraussichtlich nicht mehr als zwei Monate oder 60 Tage im Jahr aus&uuml;ben, mit der Pflegekasse einen Vertrag zur Sicherstellung der h&auml;uslichen Pflege abgeschlossen haben, die Pfleget&auml;tigkeit als selbst&auml;ndige oder abh&auml;ngig besch&auml;ftigte Pflegekraft berufsm&auml;&szlig;ig aus&uuml;ben, als Pr&auml;senzkraft f&uuml;r Mitglieder einer ambulant betreuten Wohngruppe gemeinschaftlich t&auml;tig sind, zum Beispiel als Ordensangeh&ouml;rige Ihre Pfleget&auml;tig keit aufgrund Ihrer Ordenszugeh&ouml;rigkeit aus&uuml;ben, neben der Pflege eine Besch&auml;ftigung/selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit mit regelm&auml;&szlig;ig mehr als 30 Wochenarbeitsstunden aus&uuml;ben. Versicherungsfreie Pflegepersonen Sie sind als Pflegeperson in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei, wenn Sie nach Ablauf des Monats, in dem Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben, eine deutsche Vollrente wegen Alters beziehen, nach beamten- oder kirchenrechtlichen Regelungen oder von einer berufsst&auml;ndischen Versorgungseinrichtung (zum Beispiel f&uuml;r selbst&auml;ndige &Auml;rzte, Apotheker oder Architekten) eine Pension oder eine Versorgung nach Erreichen einer im dortigen Versorgungssystem geltenden Altersgrenze beziehen, zum Beispiel als Ordensangeh&ouml;rige die in der Gemeinschaft &uuml;bliche Versorgung im Alter erhalten, bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze nicht versichert waren und auch keine Kindererziehungszeiten vorzumerken waren, nach Erreichen der Regelaltersgrenze eine Beitragserstattung aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten haben. Beziehen Sie dagegen aus der gesetzlichen Rentenversicherung eine Altersvollrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze, k&ouml;nnen Sie ab 1. Januar 2017 bis zum Ende des Monats, in dem Sie die Regelaltersgrenze erreichen, in ihrer Pfleget&auml;tigkeit bei Erf&uuml;llung der sonstigen Voraussetzungen (wieder) versicherungspflichtig sein. Unser Tipp: Sofern Sie in Ihrer Pfleget&auml;tigkeit bis zum 31. Dezember 2016 als Bezieher einer Altersvollrente versicherungsfrei waren, die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben und die Pflegekasse die Beitragszahlung ab 1. Januar 2017 noch nicht eigenst&auml;ndig aufgenommen hat, wenden Sie sich direkt an die Pflegekasse. Erwerbst&auml;tigkeit neben der Pflege Eine neben der Pflege ausge&uuml;bte Erwerbst&auml;tigkeit von regelm&auml;&szlig;ig nicht mehr als 30 Stunden in der Woche ist f&uuml;r die Versicherungspflicht als nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig t&auml;tige Pflegeperson unsch&auml;dlich. Dies gilt auch f&uuml;r Erwerbst&auml;tigkeiten im Rahmen eines Beamtenverh&auml;ltnisses, bei bestehender Befreiung von der Rentenversicherungspflicht aufgrund der Mitgliedschaft in einer berufsst&auml;ndischen Versorgungseinrichtung, mit kontinuierlich reduzierter Arbeitszeit bei Altersteilzeit, Familienpflegezeit oder anderen flexiblen Arbeitszeitregelungen von nicht mehr als regelm&auml;&szlig;ig 30 Stunden pro Woche, beim &#039;&#039;Blockmodell&#039;&#039; f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung mit mehr als 30 Wochenstunden ist die Versicherungspflicht nur w&auml;hrend der Freizeitphase zul&auml;ssig. Zur Beitragszahlung f&uuml;r befreite Personen siehe auch Seite 24 und 40. Bitte beachten Sie: Erforderliche Vor&shy; und Nacharbeiten f&uuml;r die Aus&uuml;bung der Besch&auml;ftigung oder selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit z&auml;hlen mit bei der w&ouml;chentlichen Arbeitszeit. Beurlaubung oder Freistellung von der Arbeit Die Versicherungspflicht als Pflegeperson ist neben einem Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis auch m&ouml;glich, wenn Sie sich f&uuml;r mehr als zwei Monate - unter Wegfall Ihrer Gehaltszahlung - f&uuml;r eine Pfleget&auml;tigkeit beurlauben lassen oder eine vollst&auml;ndige Freistellung von der Arbeit nach dem Pflegezeitgesetz in Anspruch nehmen, oder Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine Vereinbarung au&szlig;erhalb der Arbeitszeitflexibilisierung getroffen haben, aufgrund der Sie - trotz Gehaltsfortzahlung - bis zum Besch&auml;ftigungsende (beispielsweise bis zum Rentenbeginn) von der Arbeitsleistung freigestellt wurden und die Besch&auml;ftigung zuvor an mehr als 30 Stunden in der Woche ausge&uuml;bt haben. Pflege neben Bezug einer Sozialleistung Auch wenn Sie neben Ihrer Pfleget&auml;tigkeit Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld bei Kurzarbeit &#039;&#039;Null&#039;&#039;, Arbeitslosengeld II, Vorruhestandsgeld, Anpassungsgeld f&uuml;r entlassene Arbeitnehmer des Steinkohlebergbaus oder eine Knappschaftsausgleichsleistung erhalten, sind Sie von der Versicherungspflicht nicht ausgeschlossen. Gleiches gilt, wenn Sie Elterngeld beziehen oder Elternzeit in Anspruch nehmen. Beziehen Sie jedoch Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung oder &Uuml;bergangsgeld bei Teilnahme an einer f&uuml;r die Weiterbildungsf&ouml;rderung anerkannten Ma&szlig;nahme aus der Arbeitslosenversicherung, bleiben Sie f&uuml;r die Dauer dieser Leistungen von der Rentenversicherungspflicht wegen Pflege ausgeschlossen, wenn die Ma&szlig;nahme - beispielsweise bei einer Umschulung - im Rahmen einer Besch&auml;ftigung mehr als 30 Stunden w&ouml;chentlich umfasst. Der Ausschluss gilt auch bei Bezug von Krankengeld, Verletztengeld, Versorgungskrankengeld, &Uuml;bergangsgeld, Pflegeunterst&uuml;tzungsgeld oder Mutterschaftsgeld aus einer Besch&auml;ftigung von mehr als 30 Stunden w&ouml;chentlich. Pflege neben Jugend- oder Bundesfreiwilligendiensten und freiwilligem Wehrdienst Leisten Sie neben der Pflege einen Jugend- oder Bundesfreiwilligendienst oder auch einen freiwilligen Wehrdienst von nicht mehr als 30 Stunden in der Woche, k&ouml;nnen Sie als Pflegeperson versicherungspflichtig sein. Pflege neben Bezug einer Rente Wenn Sie neben Ihrer Pfleget&auml;tigkeit eine Rente wegen voller oder teilweiser Erwerbsmin&shy;derung, eine Teilrente wegen Alters, eine Rente aus der Alters&shy;sicherung der Landwirte beziehungsweise Altersgeld nach dem Altersgeldgesetz oder vergleichbaren landesrechtlichen Regelungen beziehen, k&ouml;nnen Sie dennoch durch die Pfleget&auml;tigkeit Ihre sp&auml;tere Rente erh&ouml;hen. Dies gilt ab 1. Januar 2017 auch bei Bezug einer Altersvollrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze. Dagegen erfordert die Rentenversicherungspflicht vom 1. Januar 2017 an - neben einem deutschen Pflegeleistungsanspruch des Pflege&shy;bed&uuml;rftigen und einem zuerkannten Pflegegrad 2 oder h&ouml;her - weiterhin einen gewissen zeitlichen Mindestpflegeumfang der nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig t&auml;tigen Pflegeperson. Dazu sp&auml;ter mehr. Pflegebed&uuml;rftigkeit und Leistungsanspruch Zum 1. Januar 2017 wurde ein neuer Pflegebed&uuml;rftigkeitsbegriff eingef&uuml;hrt. Pflegebed&uuml;rftig sind nun Personen, die gesundheitlich bedingte Beeintr&auml;chtigungen der Selbst&auml;ndigkeit oder der F&auml;higkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bed&uuml;rfen. Es muss sich um Personen handeln, die k&ouml;rperliche, kognitive oder psychische Beeintr&auml;chtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbst&auml;ndig kompensieren oder bew&auml;ltigen k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem muss die Pflegebed&uuml;rftigkeit f&uuml;r voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen. Der neue Pflegebed&uuml;rftigkeitsbegriff orientiert sich an den verbliebenen Ressourcen und F&auml;higkeiten des Pflegebed&uuml;rftigen in mehreren gesetzlich festgelegten, pflegerelevanten (Lebens&shy;)Bereichen. Betrachtet wird also, wie selbst&auml;ndig der Pflegebed&uuml;rftige bei der Bew&auml;ltigung seines Alltags noch ist und in welchem Ma&szlig;e damit einhergehend abh&auml;ngig von personeller Hilfe. Dies gilt nun auch f&uuml;r weitere Bereiche des Alltagslebens als bisher. Erfasst werden jetzt zum Beispiel auch kognitive und kommunikative F&auml;higkeiten: etwa die F&auml;higkeit Entscheidungen zu treffen, Gefahren zu erkennen oder Gespr&auml;che f&uuml;hren zu k&ouml;nnen. Ein minutengenauer Pflegebedarf bei nur bestimmten k&ouml;rperlichen Verrichtungen wird nicht mehr ermittelt. Auch die gesonderte Feststellung einer etwaigen erheblich eingeschr&auml;nkten Alltagskompetenz (zum Beispiel bei Demenz) entf&auml;llt. Das Ausma&szlig; der Pflegebed&uuml;rftigkeit wird in f&uuml;nf Pflegegraden (statt bisher drei Pflegestufen) dargestellt. Die Einstufung in einen Pflegegrad ist von der Schwere der Beeintr&auml;chtigungen der Selbst&auml;ndigkeit oder der F&auml;higkeiten des Pflegebed&uuml;rftigen abh&auml;ngig. Pflegegrad Ausma&szlig; der beeintr&auml;chtigten Selbst&auml;ndigkeit oder F&auml;higkeiten geringe Beeintr&auml;chtigungen erhebliche Beeintr&auml;chtigungen schwere Beeintr&auml;chtigungen schwerste Beeintr&auml;chtigungen schwerste Beeintr&auml;chtigungen mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung Pflegebed&uuml;rftige der Pflegestufen I bis III oder Personen mit festgestellter erheblich eingeschr&auml;nkter Alltagskompetenz, f&uuml;r die daraus am 31. Dezember 2016 ein Anspruch auf eine regelm&auml;&szlig;ig wiederkehrende Leistung der Pflegeversicherung bestand, werden mit Wirkung vom 1. Januar 2017 an ohne erneute Antragstellung und erneute Begutachtung einem Pflegegrad zugeordnet (sogenannte &Uuml;berleitung): &Uuml;berleitung in Pflegegrade zum 1. Januar 2017 bei Pflegeleistungsanspruch am 31. Dezember 2016 aufgrund Pflegestufe erheblich eingeschr&auml;nkter Alltagskompetenz Diese Zuordnung bleibt auch bei einer erneuten Begutachtung erhalten, es sei denn, diese f&uuml;hrt zu einer Anhebung des Pflegegrades oder zu der Feststellung, dass keine Pflegebed&uuml;rftigkeit mehr vorliegt. Vom 1. Januar 2017 an zahlen die Pflegekassen bei h&auml;uslicher Pflege folgende Pflegegelder Weitere Anpassungen an die Preisentwicklung werden im Jahr 2020 gepr&uuml;ft. Einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Leistungen bei Pflegegrad 1 finden Sie in &sect; 28a SGB XI. Pflegebed&uuml;rftige des neu eingef&uuml;hrten Pflegegrades 1 haben aufgrund ihrer eher geringen Beeintr&auml;chtigungen keinen Anspruch auf Pflegegeld. Auch bisher war daf&uuml;r mindestens eine erhebliche Pflegebed&uuml;rftigkeit erforderlich. F&uuml;r die Versicherungspflicht als nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflegeperson bedarf es daher der Pflege eines Pflegebed&uuml;rftigen des Pflegegrades 2 bis 5. N&auml;here Informationen zum neuen Pflegebed&uuml;rftigkeitsbegriff, zu den Pflegegraden und dem neuen Begutachtungsverfahren finden Sie im Internet unter www.pflegestaerkungsgesetz.de Ruht der Leistungsanspruch aus der Pflegeversicherung wegen einer anderen vorrangigen Pflegeleistung (zum Beispiel aus der gesetzlichen Unfallversicherung oder der Dienstunfallf&uuml;rsorge), kann trotzdem Versicherungspflicht f&uuml;r Ihre nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflege eintreten. Wer die Beitr&auml;ge bei ruhendem Leistungsanspruch zu zahlen hat, lesen Sie auf Seite 25. Hat die Pflegekasse des Pflegebed&uuml;rftigen aufgrund vorrangiger Pflegeleistungen anderer Tr&auml;ger bisher keine Kenntnis von Ihrer Pfleget&auml;tigkeit, sollte diese umgehend dar&uuml;ber informiert werden, damit auch f&uuml;r Sie als Pflegeperson die Beitragszahlung zur Rentenversicherung gesichert ist. Besteht kein Leistungsanspruch aus der Pflegeversicherung und erh&auml;lt der Pflegebed&uuml;rftige daher ausschlie&szlig;lich Leistungen als Hilfe zur Pflege aus der gesetzlichen Sozialhilfe, tritt f&uuml;r Sie als Pflegeperson keine Versicherungspflicht kraft Gesetzes ein. In diesen F&auml;llen haben Sie aber die M&ouml;glichkeit, die freiwillige Versicherung zu beantragen, um eventuelle Versicherungsl&uuml;cken zu schlie&szlig;en. Bei fehlendem Leistungsanspruch des Bed&uuml;rftigen aus der sozialen oder privaten Pflegeversicherung k&ouml;nnen Sie beim zust&auml;ndigen Sozialhilfetr&auml;ger pr&uuml;fen lassen, ob diese Beh&ouml;rde in Ihrem Fall die Zahlung von freiwilligen Beitr&auml;gen f&uuml;r eine angemessene Alterssicherung &uuml;bernehmen kann. &Uuml;ber die freiwillige Versicherung informiert Sie auch unsere Brosch&uuml;re &#039;&#039;Freiwillig rentenversichert: Ihre Vorteile&#039;&#039;. Erforderlicher Pflegeumfang Besteht f&uuml;r den Pflegebed&uuml;rftigen ein Pflegeleistungsanspruch mindestens nach Pflegegrad 2, muss nun Ihr zeitlicher Pflegeaufwand w&ouml;chentlich wenigstens zehn Stunden betragen und regelm&auml;&szlig;ig an mindestens zwei Tagen in der Woche erbracht werden. Bis zum 31. Dezember 2016 waren noch regelm&auml;&szlig;ig 14 Stunden w&ouml;chentlich erforderlich. Zur Additionspflege erfahren Sie mehr ab Seite 27. Die w&ouml;chentliche Mindeststundenzahl und die Mindestanzahl an Pflegetagen kann auch durch Addition mehrerer Pflegeaufw&auml;nde bei verschiedenen Pflegebed&uuml;rftigen erreicht werden. Dies ist die sogenannte Additionspflege. F&uuml;r die Addition der Pflegetage muss es sich allerdings um zwei verschiedene Wochentage handeln. Eine Additionspflege liegt auch dann vor, wenn Ihr Mindestpflegeumfang in Stunden und Tagen bereits in einer Pfleget&auml;tigkeit erreicht wird und in einer weiteren Pfleget&auml;tigkeit nur aufgrund der Zusammenrechnung beider Pfleget&auml;tigkeiten. In diesen F&auml;llen kann die zweite Pflege an denselben Wochentagen erfolgen. Beispiel: Additionspflege Eine Tochter pflegt ihre pflegebed&uuml;rftigen Eltern (beide Pflegegrad 2) t&auml;glich im h&auml;uslichen Bereich. Der Pflegeaufwand betr&auml;gt f&uuml;r den Vater acht Stunden in der Woche und f&uuml;r die Mutter f&uuml;nf Stunden w&ouml;chentlich. Ergebnis: Die Tochter kann rentenversicherungspflichtig sein, weil ihr Gesamtpflegeaufwand nach Addition der w&ouml;chentlichen Einzelpflegeaufw&auml;nde (mit insgesamt 13 Stunden) den Mindestpflegeumfang von wenigstens zehn Stunden w&ouml;chentlich erreicht und sie die Pflege regelm&auml;&szlig;ig an mindestens zwei Tagen in der Woche aus&uuml;bt. Der Gesetzgeber hat zum 1. Januar 2017 aber nicht nur den zeitlichen Mindestpflegeumfang gesenkt, sondern diesen auch inhaltlich weiter gefasst als bisher. Als Pflegeaufwand k&ouml;nnen jetzt die erbrachten Hilfeleistungen ber&uuml;cksichtigt werden, die in der Pflegeversicherung unter die k&ouml;rperbezogenen Pflegema&szlig;nahmen, Hilfen bei der Haushaltsf&uuml;hrung sowie die pflegerischen Betreuungsma&szlig;nahmen fallen. Der w&ouml;chentliche Pflegeumfang der Pflegeperson wird im Rahmen des neuen Begutachtungsverfahrens zur Feststellung der Pflegebed&uuml;rftigkeit vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder durch einen von der Pflegekasse beauftragten anderen unabh&auml;ngigen Gutachter ermittelt, f&uuml;r die private Pflegepflichtversicherung leistet dies die MEDICPROOF GmbH. Bei der sogenannten Mehrfachpflege wird die Pflege eines Pflegebed&uuml;rftigen durch mehrere nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflegepersonen erbracht. Hier wird der Einzelpflegeaufwand je Pflegeperson im Verh&auml;ltnis zu dem von allen Pflegepersonen erbrachten Gesamtpflegeaufwand ermittelt. Werden bei erfolgter Mehrfachpflege zum Pflegeaufwand keine, keine &uuml;bereinstimmenden oder sich widersprechende Angaben zur Aufteilung der Pflege gemacht, erfolgt die Aufteilung zu gleichen Teilen. Bei einer Begutachtung sollten daher alle Pflegepersonen anwesend sein. Die letztendliche Feststellung zum Einzel&shy; oder Gesamtpflegeaufwand trifft die zust&auml;ndige Pflegekasse. Diese muss Ihnen die Sie betreffenden Feststellungen auf Wunsch mitteilen. Erkundigen Sie sich nach erfolgter Begutachtung des Pflegebed&uuml;rftigen nach dem f&uuml;r Sie festgestellten ber&uuml;cksichtigungsf&auml;higen Pflegeumfang. Lassen Sie sich dort die Bewertung Ihres Pflegeaufwandes bei Bedarf erl&auml;utern, wenn diese von Ihrer pers&ouml;nlichen Einsch&auml;tzung abweicht. Au&szlig;erdem muss die Pflegekasse dem Antragsteller das Pflegegutachten &uuml;bersenden, soweit er der &Uuml;bersendung nicht widerspricht. Bei Mehrfachpflege kann nur dann f&uuml;r alle Rentenversicherungspflicht bestehen, wenn jede dieser Pflegepersonen im Umfang von wenigstens zehn Stunden w&ouml;chentlich, verteilt auf regelm&auml;&szlig;ig mindestens zwei Tage in der Woche, nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig pflegt. Beispiel: Keine Mehrfachpflege Ein Ehepaar teilt sich t&auml;glich die nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflege ihres pflegebed&uuml;rftigen Kindes (Pflegegrad 2). Der Gesamtpflegeaufwand betr&auml;gt zw&ouml;lf Stunden in der Woche. Davon &uuml;bernimmt jeder Ehepartner jeweils sechs Stunden. Au&szlig;erdem ist die Ehefrau einmal w&ouml;chentlich an der h&auml;uslichen Pflege ihrer pflegebed&uuml;rftigen Schwiegermutter (Pflegegrad 3) in einem Umfang von drei Stunden beteiligt. Ergebnis: Die Ehefrau ist keine versicherungspflichtige Pflegeperson, weil ihr Gesamtpflegeaufwand auch nach Addition ihrer w&ouml;chentlichen Einzelpflegeaufw&auml;nde von sechs und drei Stunden den gesetzlich geforderten Mindestpflegeaufwand von zehn Stunden in der Woche nicht erreicht. Auch der Ehemann pflegt unterhalb der 10&shy;Stunden&shy;Grenze. Beispiel: W&ouml;chentliche Mehrfachpflege Zwei Schwestern teilen sich die nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflege ihrer pflegebed&uuml;rftigen Mutter (Pflegegrad 3). Der Gesamtpflegeaufwand betr&auml;gt 30 Stunden pro Woche. Beide pflegen ihre Mutter jeweils 15 Stunden an regelm&auml;&szlig;ig je drei Tagen pro Woche. Ergebnis: Beide Schwestern k&ouml;nnen rentenversicherungspflichtig sein, weil sie die Pflegebed&uuml;rftige jeweils regelm&auml;&szlig;ig wenigstens zehn Stunden an mindestens zwei Tagen w&ouml;chentlich pflegen. Beispiel: Wechselnde Pflegepersonen Die im Beispiel &#039;&#039;w&ouml;chentliche Mehrfachpflege&#039;&#039; genannten Schwestern teilen sich die Pflege ihrer Mutter jeweils im w&ouml;chentlichen Wechsel. Ergebnis: Beide Pflegenden k&ouml;nnen durchgehend rentenversicherungspflichtig sein, weil der jeweilige Pflegeumfang der Schwestern im Wochendurchschnitt regelm&auml;&szlig;ig wenigstens zehn Stunden, verteilt auf mindestens zwei Tage, betr&auml;gt. H&auml;usliche Pflegephasen bei ansonsten station&auml;rer Unterbringung Ist der Pflegebed&uuml;rftige in der Woche in einem Pflegeheim oder in einer Einrichtung der Hilfe f&uuml;r behinderte Menschen untergebracht, wird aber von Ihnen an jedem Wochenende regelm&auml;&szlig;ig wenigstens zehn Stunden an mindestens zwei Tagen zu Hause gepflegt, k&ouml;nnen Sie ebenfalls rentenversicherungspflichtig sein. Das gilt auch f&uuml;r h&auml;usliche Pflegephasen in gr&ouml;&szlig;eren Abst&auml;nden (zum Beispiel 14&shy;t&auml;gig), soweit der h&auml;usliche Pflegeaufwand in dieser Zeit (beziehungsweise im Wochendurchschnitt) dennoch regelm&auml;&szlig;ig wenigstens zehn Stunden, verteilt auf mindestens zwei Tage, betr&auml;gt. Beispiel: Pflege am Wochenende Eine pflegebed&uuml;rftige Person (Pflegegrad 4), die in einem Heim untergebracht ist, wird an jedem Wochenende an zwei Tagen im h&auml;uslichen Bereich der Pflegeperson im Umfang von 16 Stunden gepflegt. Ergebnis: Die Pflegeperson kann durchgehend versicherungspflichtig sein, da die h&auml;usliche Pflege regelm&auml;&szlig;ig wenigstens zehn Stunden an zwei Tagen pro Woche erbracht wird. Beispiel: Pflege an jedem zweiten Wochenende Der im Beispiel &#039;&#039;Pflege am Wochenende&#039;&#039; genannte Pflegebed&uuml;rftige wird nur an jedem zweiten Wochenende von der Pflegeperson an zwei Tagen im Umfang von 16 Stunden im h&auml;uslichen Bereich gepflegt. Ergebnis: Der geforderte regelm&auml;&szlig;ige Mindestpflegeumfang von zehn Stunden, verteilt auf mindestens zwei Tage in der Woche, wird von der Pflegeperson zwar im Wochendurchschnitt nicht erreicht, jedoch am jeweiligen Pflege&shy;Wochenende selbst &uuml;berschritten. Die Pflegeperson kann daher zumindest w&auml;hrend der tats&auml;chlichen Pflegetage versicherungspflichtig sein. Eine &Uuml;bertragung von Urlaubstagen in das folgende Kalenderjahr ist leider nicht m&ouml;glich. Unterbrechung der Pfleget&auml;tigkeit F&uuml;r die Dauer Ihres Erholungsurlaubs von der Pflege - maximal bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr - werden die Rentenversicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;r Sie weitergezahlt. Dies gilt auch, wenn die Pflege im Laufe eines Kalenderjahres begonnen oder beendet wird. Erholungsurlaub von der Pflege kann auch in mehreren Zeitabschnitten genommen werden. Der Urlaubsanspruch entsteht in jedem Kalenderjahr neu. Sollten Sie zweifache Pflegeperson im Rahmen der Additionspflege mit zum Beispiel f&uuml;nf und acht Pflegestunden pro Woche sein und lediglich f&uuml;r eine Pfleget&auml;tigkeit den Urlaub in Anspruch nehmen, kann der Urlaub aufgrund des einheitlichen Versicherungsverh&auml;ltnisses auch nur f&uuml;r alle Pfleget&auml;tigkeiten insgesamt im Umfang von bis zu sechs Wochen in Anspruch genommen werden. Beispiel: Urlaub bei Additionspflege Eine Mutter pflegt t&auml;glich ihre pflegebed&uuml;rftige Tochter im Umfang von f&uuml;nf Stunden pro Woche und zus&auml;tzlich ihren ebenfalls pflegebed&uuml;rftigen Schwiegervater mit einem w&ouml;chentlichen Pflegeaufwand von acht Stunden (beide Pflegegrad 2). Sie ist im Rahmen der sogenannten Additionspflege rentenversichert, weil ihr Gesamtaufwand erst nach Addition der w&ouml;chentlichen Einzelpflegeaufw&auml;nde (mit insgesamt 13 Stunden) wenigstens zehn Stunden, verteilt auf regelm&auml;&szlig;ig mindestens zwei Tage in der Woche, betr&auml;gt. Am 1. Juli &uuml;bernimmt ein Pflegedienst f&uuml;r 14 Tage die Pflege des Schwiegervaters, da die Mutter zur Erholung mit ihrem Kind verreist und dort die Pflege ihrer Tochter weiterhin selbst sicherstellt. Ergebnis: Aufgrund der Additionspflege besteht f&uuml;r die Summe aller Additionspfleget&auml;tigkeiten ein Erholungsurlaubsanspruch von insgesamt sechs Wochen (42 Kalendertage) pro Kalenderjahr. Nach Abzug des 14&shy;t&auml;gigen Urlaubs verbleiben der Mutter noch 28 Kalendertage f&uuml;r das restliche Kalenderjahr, f&uuml;r die sie w&auml;hrend eines Urlaubs von der Pflege weiterhin rentenversichert sein kann. Wird der Pflegebed&uuml;rftige vollstation&auml;r im Krankenhaus aufgenommen oder erh&auml;lt er eine station&auml;re medizinische Rehabilitationsleistung, bleibt die Versicherungspflicht in den ersten vier Wochen ebenfalls bestehen. Schlie&szlig;t sich die Reha&shy;bilitation direkt an den Krankenhausaufenthalt an, sind insgesamt nur die ersten vier Wochen weiterhin versicherungspflichtig. Eine eigene Erkrankung w&auml;re ein m&ouml;glicher pers&ouml;nlicher Grund f&uuml;r eine Unterbrechung. Wie sich das &Uuml;bergangsrecht auf Ihren Rentenanspruch positiv auswirkt, lesen Sie ab Seite 31. Unterbrechen Sie Ihre Pfleget&auml;tigkeit aus anderen &shy;pers&ouml;nlichen - nicht urlaubsbedingten - Gr&uuml;nden, endet die Versicherungspflicht unabh&auml;ngig von einer (auch nur anteilig) weitergew&auml;hrten Pflegegeldzahlung an den Pflegebed&uuml;rftigen. Nimmt der Pflegebed&uuml;rftige in dieser Zeit die Kurzzeitpflege wahr, besteht f&uuml;r Sie Versicherungs&shy;pflicht sowohl am Aufnahme- als auch am Entlassungstag, wenn vor oder nach der Kurzzeitpflege die Pflege im h&auml;uslichen Bereich erfolgte. Nutzt der Pflegebed&uuml;rftige die sogenannte Ersatzpflege, gelten auch hier der erste und letzte Tag der Verhinderung nicht als Unter&shy;brechungs&shy;tage. &Uuml;bergangsrecht f&uuml;r Pflegepersonen Waren Sie vor der &Uuml;berleitung der Pflegestufen in Pflegegrade am 31. Dezember 2016 als nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflegeperson bereits rentenversichert, besteht die bisherige Rentenversicherungspflicht im Rahmen des &Uuml;bergangsrechts ohne erneute Pr&uuml;fung grunds&auml;tzlich f&uuml;r die Dauer dieser Pfleget&auml;tigkeit auch &uuml;ber den 31. Dezember 2016 hinaus fort. Dies gilt auch, wenn Sie Ihrer Pfleget&auml;tigkeit &uuml;ber den 31. Dezember 2016 hinaus weiterhin wie gewohnt nachgehen und im Dezember nur deshalb keine Versicherungspflicht bestand, weil Sie die Pflege zum Beispiel wegen einer Krankenhausbehandlung des Pflegebed&uuml;rftigen - vielleicht sogar aufgrund eigener Krankheit - unterbrochen haben oder Ihre &uuml;blicherweise in Pflegephasen erfolgende h&auml;usliche Pflege (etwa wegen der ansonsten vollstation&auml;ren Unterbringung des Pflegebed&uuml;rftigen in einer Behinderteneinrichtung) im Monat Dezember nicht ausge&uuml;bt haben. Rentenbeitr&auml;ge - das Plus f&uuml;r die Pflegeperson Das Engagement f&uuml;r den Pflegebed&uuml;rftigen allein reicht nicht aus: Wenn Sie als Pflegeperson versicherungspflichtig werden wollen, sollten Sie darauf achten, dass der Pflegebed&uuml;rftige rechtzeitig einen Antrag auf Pflegeleistungen stellt und dort auch Angaben zu Ihrer Pfleget&auml;tigkeit vornimmt. Die Rentenversicherungspflicht f&uuml;r Ihre Pfleget&auml;tigkeit ist an den bestehenden Pflegeleistungsanspruch des Pflegebed&uuml;rftigen gebunden. Diese Pflegeleistungen muss der Pflegebed&uuml;rftige selbst bei seiner Pflegekasse beantragen. Der Beginn des Leistungsanspruchs h&auml;ngt unter anderem vom Zeitpunkt der Antragstellung ab. So wird ein versp&auml;teter Antrag auf Pflegeleistungen regelm&auml;&szlig;ig zu einem sp&auml;teren Leistungsbeginn aus der Pflegeversicherung f&uuml;hren. Im Rahmen der Additionspflege m&uuml;ssen alle Pflegebed&uuml;rftigen einen entsprechenden Leistungsanspruch haben. Der Beginn des Pflegeleistungsanspruchs wirkt sich wiederum auf den Beginn Ihrer Rentenversicherungspflicht aus. Die Versicherungspflicht tritt zwar auch ohne Antrag der Pflegeperson ein, dies jedoch erst, wenn s&auml;mtliche Voraussetzungen hierf&uuml;r erf&uuml;llt sind. Nur wenn der Pflegeleistungsantrag rechtzeitig gestellt wird, k&ouml;nnen Sie als Pflegeperson auch vom fr&uuml;hestm&ouml;glichen Zeitpunkt an von den Vorteilen der gesetzlichen Rentenversicherung profitieren. Die Versicherungspflicht kann f&uuml;r eine Additionspflege unter anderem auch enden, wenn der Pflegeleistungsanspruch nur f&uuml;r einen von mehreren Pflegebed&uuml;rftigen wegf&auml;llt. F&uuml;r die Zahlung von Rentenbeitr&auml;gen f&uuml;r Ihre Pfleget&auml;tigkeit k&ouml;nnen Sie sich auch selbst an die Pflege&shy;kasse des Pflege&shy;bed&uuml;rftigen wenden. Diese sendet Ihnen den &#039;&#039;Fragebogen zur Zahlung der Beitr&auml;ge zur sozialen Sicherung f&uuml;r nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig t&auml;tige Pflegepersonen&#039;&#039; zu. Die Pflegekasse ben&ouml;tigt Ihre Angaben, damit sie gegebenenfalls die Beitragszahlung an die Rentenversicherung aufnehmen kann. Mitglieder von berufsst&auml;ndischen Versorgungseinrichtungen k&ouml;nnen gege&shy;benenfalls auch die Beitragszahlungen zugunsten ihres Versorgungswerks w&auml;hlen. Ende der Versicherungspflicht Ihre Rentenversicherungspflicht endet grunds&auml;tzlich mit dem Tag, an dem eine der Voraussetzungen f&uuml;r die Versicherungspflicht entf&auml;llt. Das kann zum Beispiel sein: Tod des Pflegebed&uuml;rftigen, Herabstufung des Pflegebed&uuml;rftigen auf Pflegegrad 1, Reduzierung Ihrer Pfleget&auml;tigkeiten auf insgesamt unter 10 Stunden und/oder zwei Tage pro Woche, Anhebung der nebenher ausge&uuml;bten Erwerbst&auml;tigkeit auf mehr als 30 Stunden pro Woche oder Eintritt von Versicherungsfreiheit aufgrund des Bezugs einer deutschen Altersvollrente nach Er&shy;reichen der Regelaltersgrenze. Wer zahlt die Rentenbeitr&auml;ge? Die zust&auml;ndigen Tr&auml;ger f&uuml;r Ihre Rentenversicherungsbeitr&auml;ge sind: f&uuml;r pflichtversicherte Pflegebed&uuml;rftige die Pflegekassen (identisch mit gesetzlichen Krankenkassen), Dies gilt auch, wenn f&uuml;r privat versicherte Pflegebed&uuml;rftige die privaten der Pflegebed&uuml;rftige vorrangige PflegeVersicherungsunternehmen und leistungen aus der f&uuml;r Pflegebed&uuml;rftige mit Anspruch auf Beihilfe- oder gesetzlichen UnfallHeilf&uuml;rsorgeleis&shy;tungen (zum Beispiel Beamte), Beiversicherung oder hilfestellen, Dienstherren und die privaten Versicheaus der Dienst&shy;unrungsunternehmen oder Pflegekassen anteilig. fallf&uuml;rsorge erh&auml;lt. Die Formel zum Rentenanspruch Wie viel Rentenanspr&uuml;che Sie erwerben, h&auml;ngt im Wesentlichen von zwei Dingen ab: von der bezogenen Pflegeleistungsart und dem Pflegegrad des Pflegebed&uuml;rftigen. Mit Hilfe dieser beiden Faktoren errechnet sich die H&ouml;he der Rentenbei&shy;tr&auml;&shy;ge, die die Pflegeversicherung f&uuml;r Sie zahlt. Die Bezugsgr&ouml;&szlig;e ist ein j&auml;hrlich neu festgelegter durchschnittlicher Wert, der sich an der H&ouml;he des durchschnittlichen Arbeitnehmerverdienstes im vorletzten Jahr orientiert. Grundlage des Rentenanspruchs f&uuml;r Pflegepersonen sind fiktive beitragspflichtige Einnahmen, die f&uuml;r die geleistete Pflege zugrunde gelegt werden. Sie bilden die so&shy;genannte Beitragsbemessungsgrundlage. Diese errechnet sich aus einem be&shy;stimmten Prozentsatz der Bezugsgr&ouml;&szlig;e. Bei Pfleget&auml;tigkeit in den neuen Bundesl&auml;ndern gilt die Bezugsgr&ouml;&szlig;e (Ost). Entscheidend ist der Ort, an dem die Pflege ausge&uuml;bt wird: in der Regel der Wohnort des Pflegebed&uuml;rftigen, nicht der der Pflegeperson. Bei Pflegebeginn vor dem 1. Januar 2017 sind Besonderheiten zu beachten. Beitragsbemessungsgrundlage ab 1. Januar 2017 Die H&ouml;he des zugrunde gelegten Prozentsatzes der &shy;Bezugsgr&ouml;&szlig;e h&auml;ngt ab von dem Pflegegrad, dem der Pflegebed&uuml;rftige zugeordnet wurde (mindestens Pflegegrad 2) sowie der Art der Leistung aus der sozialen oder privaten Pflegeversicherung (Pflegegeld, Kombinationsleistungen oder Pflegesachleistungen). Ma&szlig;geblich ist, welche Leistung tats&auml;chlich je Kalendermonat ausschlie&szlig;lich bezogen wird, unabh&auml;ngig von der zun&auml;chst bewilligten Leistungsart. Beitragsbemessungsgrundlage f&uuml;r Pflegepersonen im Jahr 2017 Wie sich verschiedene Pflegesituationen auf die Ermittlung der beitragspflichtigen Einnahmen auswirken k&ouml;nnen, zeigen die folgenden Beispiele. Beispiel: nur eine Person pflegt nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig Eine pflegebed&uuml;rftige Frau (Pflegegrad 3) in BadenW&uuml;rttemberg wird von ihrer Tochter seit dem 1. M&auml;rz 2017 regelm&auml;&szlig;ig im Umfang von 21 Stunden w&ouml;chentlich an f&uuml;nf Tagen in der Woche gepflegt. An den &uuml;brigen zwei Wochentagen stellt ein Pflegedienst die Pflege sicher. Die Pflegebed&uuml;rftige bezieht daher Kombinationsleistungen aus der Pflegeversicherung. Berechnung: 2 975,00 EUR (Bezugsgr&ouml;&szlig;e West) &times; 36,55 Prozent 1 087,36 EUR &#039;&#039;Additionspflege&#039;&#039; ist die Pflege mehrerer Pflegebed&uuml;rftiger durch eine nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflegeperson in einem bestimmten Gesamtmindestumfang. Besteht f&uuml;r Sie Versicherungspflicht im Rahmen der Additionspflege, werden die beitragspflichtigen Einnahmen f&uuml;r jede Pfleget&auml;tigkeit einzeln nach dem individuellen Pflegegrad und der pro Kalendermonat ausschlie&szlig;lich bezogenen Pflegeleistungsart je Pflegebed&uuml;rftigem berechnet. Beispiel: Additionspflege Eine Mutter pflegt in Bayern im Rahmen der Additionspflege t&auml;glich ihre pflegebed&uuml;rftige Tochter (Pflegegrad 3) im Umfang von neun Stunden pro Woche und zus&auml;tzlich ihre ebenfalls pflegebed&uuml;rftige Schwiegermutter mit einem w&ouml;chentlichen Pflegeaufwand von f&uuml;nf Stunden (Pflegegrad 2). Beide Pflegebed&uuml;rftigen beziehen ausschlie&szlig;lich Pflegegeld. Berechnung f&uuml;r die Pflege der Mehrfachpflege ist die Pflege eines Pflegebed&uuml;rftigen durch mehrere nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflegepersonen. Teilen Sie sich mit mehreren rentenversicherungspflichtigen Pflegepersonen die Pflege eines Pflegebed&uuml;rftigen, wird die Beitragsbemessungsgrundlage bei jeder Pflegeperson anteilig nach ihrem zeitlichen Aufwand an dem insgesamt geleisteten ehrenamtlichen Pflegeaufwand berechnet. Beispiel: Mehrfachpflege Die beiden Kinder eines pflegebed&uuml;rftigen Mannes aus Sachsen (Pflegegrad 4, Pflegegeldbezieher) teilen sich die Pflege mit einem Pflegeaufwand von 60 Stunden w&ouml;chentlich. Davon &uuml;bernimmt die Tochter 40 Stunden an sieben Tagen w&ouml;chentlich, der Sohn 20 Stunden an vier Tagen in der Woche. Berechnung der Beitragsbemessungsgrundlage bei Pflegegeld&shy;Bezug nach Pflegegrad 4: 2 660,00 EUR (Bezugsgr&ouml;&szlig;e (Ost)) &times; 70 Prozent 1 862,00 EUR insgesamt Daraus werden die anteiligen beitragspflichtigen Einnahmen f&uuml;r die einzelnen Geschwister folgenderma&szlig;en ermittelt: Zum Gesamtpflegeaufwand z&auml;hlen auch nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pfleget&auml;tigkeiten, f&uuml;r die keine Versicherungspflicht besteht. Dagegen bleibt der Zeitwert einer beteiligten erwerbsm&auml;&szlig;igen Pflegekraft unber&uuml;cksichtigt. Beispiel: Mehrfachpflege und Pflegedienst Die beiden Kinder aus dem Beispiel &#039;&#039;Mehrfachpflege&#039;&#039; teilen die Pflege Ihres Vaters neu auf. Die Tochter &uuml;bernimmt nun 30 Stunden an f&uuml;nf Tagen w&ouml;chentlich, der Sohn f&uuml;nf Stunden an zwei Tagen und ein Pflegedienst stellt im Rahmen der Kombinationsleistung die restliche Pflege sicher. Berechnung der Beitragsbemessungsgrundlage bei Bezug von Kombinationsleistungen nach Pflegegrad 4: Da der Sohn weniger als zehn Stunden w&ouml;chentlich pflegt, ist er nicht mehr versicherungspflichtig. Sein Pflegeanteil z&auml;hlt dennoch zum Gesamtpflegeaufwand, der des Pflegedienstes dagegen nicht. Die anteiligen beitragspflichtigen Einnahmen betragen nun: Entf&auml;llt mangels Versicherungspflicht Mehrfachpflege ist auch im Rahmen der Additionspflege m&ouml;glich, sowohl bei einzelnen als auch bei allen Pfleget&auml;tigkeiten innerhalb einer Additionspflege. In diesen F&auml;llen sind die monatlichen beitragspflichtigen Einnahmen nur f&uuml;r die Pflege, die Sie gemeinsam mit anderen nicht erwerbsm&auml;&szlig;igen Pflegepersonen erbringen, entsprechend Ihrem Anteil am Gesamtpflegeaufwand f&uuml;r diesen Pflegebed&uuml;rftigen zu errechnen. Beispiel: Mehrfachpflege innerhalb einer Additionspflege Ein Ehepaar aus Hamburg teilt sich im Rahmen der Mehrfachpflege t&auml;glich die nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflege ihres pflegebed&uuml;rftigen Kindes (Pflegegrad 2) im Umfang von jeweils neun Stunden w&ouml;chentlich pro Ehegatte. Es wird ausschlie&szlig;lich Pflegegeld bezogen. Au&szlig;erdem ist die Ehefrau einmal w&ouml;chentlich an der h&auml;uslichen Pflege ihrer pflegebed&uuml;rftigen Mutter (Pflegegrad 3) in einem Umfang von drei Stunden w&ouml;chentlich beteiligt. Die &uuml;brige Pflege erbringt ein Pflegedienst im Rahmen der Kombinationsleistung. Berechnung der beitragspflichtigen Einnahmen der Ehefrau f&uuml;r die Pflege der Tochter: Mangels einer zweiten nicht erwerbsm&auml;&szlig;ig t&auml;tigen Pflegeperson entf&auml;llt eine weitere anteilige Berechnung. Die Beitragsbemessungsgrundlage &auml;ndert sich jedes Mal, wenn die Bezugsgr&ouml;&szlig;e steigt (oder sinkt). Dadurch sind Ihre Rentenbeitr&auml;ge als Pflegepersonen mit der allgemeinen Verdienstentwicklung bei den Arbeitnehmern verbunden, sodass auch die Rentenanspr&uuml;che aus Ihrer Pfleget&auml;tigkeit regelm&auml;&szlig;ig angepasst werden. Wenn in Krankheitszeiten des Pflegebed&uuml;rftigen ein erh&ouml;hter Pflegeaufwand erforderlich wird, kann sich die Beitragsbemessungsgrundlage und der daraus resultierende Rentenanspruch ebenfalls ver&auml;ndern, zum Beispiel, wenn der Pflegebed&uuml;rftige einen anderen Pflegegrad erh&auml;lt, aufgrund der zus&auml;tzlichen Inanspruchnahme eines Pflegedienstes nun eine andere Pflegeleistungsart bezogen wird, eine weitere nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflegeperson hinzutritt und Sie die Pflege seither gemeinsam im Rahmen der Mehrfachpflege erbringen oder sich bei bestehender Mehrfachpflege die Pflegeaufw&auml;nde der Pflegepersonen ver&auml;ndern. Besitzstandsschutz in &Uuml;berleitungsf&auml;llen Bis zum 31. Dezember 2016 hing die H&ouml;he des zugrunde zu legenden Prozentsatzes der Bezugsgr&ouml;&szlig;e von der Pflegestufe des Pflegebed&uuml;rftigen sowie vom zeitlichen Gesamtpflegeaufwand pro Woche ab, den Sie allein oder im Rahmen der Mehrfachpflege gemeinsam geleistet haben. Die Berechnungsgrundlagen aus dem Jahr 2016 (die Pflegestufe und der Pflegeaufwand) k&ouml;nnen f&uuml;r Zeiten vom 1. Januar 2017 an auch weiterhin zum Tragen kommen. Das bedeutet: Besteht Ihre Rentenversicherungspflicht im Rahmen des &Uuml;bergangsrechts &uuml;ber den 31. Dezember 2016 hinaus fort, werden auch Ihre beitragspflichtigen Einnahmen vom 1. Januar 2017 an weiterhin nach dem bis 31. Dezember 2016 geltenden Recht ermittelt, wenn diese h&ouml;her sind als nach dem neuen Recht (Besitzstandsschutz). Beispiel Besitzstandsschutz Eine Mutter ist aufgrund der Pflege Ihres Kindes (Pflegestufe II ohne erheblich eingeschr&auml;nkte Alltagskompetenz) mit einem w&ouml;chentlichen Pflegeaufwand von 22 Stunden am 31. Dezember 2016 versicherungspflichtig. Es wird ausschlie&szlig;lich Pflegegeld bezogen. Die Beitragszahlung erfolgte bis zum 31. Dezember 2016 auf der Basis beitragspflichtiger Einnahmen in H&ouml;he von 53,3333 Prozent der Bezugsgr&ouml;&szlig;e. Zum 1. Januar 2017 erfolgt die &Uuml;berleitung von Pflegestufe II in den Pflegegrad 3 bei unver&auml;ndertem Pflegegeldbezug. Nach neuem Recht erg&auml;ben sich daraus f&uuml;r die Pflegeperson beitragspflichtige Einnahmen aus 43 Prozent der Bezugsgr&ouml;&szlig;e. Ergebnis: Die Rentenversicherungsbeitr&auml;ge vom 1. Januar 2017 an sind weiterhin aus 53,3333 Prozent der aktuellen Bezugsgr&ouml;&szlig;e zu berechnen (Besitzstandsschutz). Besitzstandsschutz f&uuml;r Pflegepersonen Bei Additionspflege galten bis zum 31. Dezember 2016 f&uuml;r alle Pfleget&auml;tigkeiten der Pflegeperson zusammen immer insgesamt 26,6667 Prozent der Bezugsgr&ouml;&szlig;e. Die Aufteilung der monatlichen beitragspflichtigen Einnahme auf die Pfleget&auml;tigkeiten erfolgte nach dem jeweiligen zeitlichen Anteil am Gesamtpflegeaufwand der Pflegeperson. Dagegen wird vom 1. Januar 2017 an jede Pfleget&auml;tigkeit einzeln berechnet. Eine Pflegeperson genie&szlig;t hier in &Uuml;berleitungsf&auml;llen dann Besitzstandsschutz, wenn der nach dem neuen Recht zugrunde zu legende Prozentwert der Bezugsgr&ouml;&szlig;e pro Pfleget&auml;tigkeit den bisherigen anteiligen Wert aus 26,6667 Prozent der Bezugsgr&ouml;&szlig;e unterschreitet. Beispiel: Additionspflege ohne Besitzstandsschutz Eine Tochter pflegt am 31. Dezember 2016 im Rahmen der Additionspflege ihre pflegebed&uuml;rftigen Eltern (beide Pflegestufe I ohne erheblich eingeschr&auml;nkte Alltagskompetenz) im h&auml;uslichen Bereich. Der w&ouml;chentliche Aufwand f&uuml;r ihre t&auml;gliche Pflege betr&auml;gt f&uuml;r den Vater acht Stunden und f&uuml;r die Mutter sieben Stunden. Den restlichen Pflegebedarf stellt ein Pflegedienst im Rahmen der Kombinationsleistungen sicher. Die Beitragszahlung f&uuml;r beide Pfleget&auml;tigkeiten erfolgte bis zum 31. Dezember 2016 auf der Basis einer gemeinsamen Beitragsbemessungsgrundlage in H&ouml;he von 26,6667 Prozent der Bezugsgr&ouml;&szlig;e. Davon entfielen bei einem Gesamtpflegeaufwand von 15 Stunden auf die Pflege des Vaters: Zum 1. Januar 2017 erfolgt die &Uuml;berleitung von jeweils Pflegestufe I in den Pflegegrad 2 bei unver&auml;ndertem Bezug von Kombinationsleistungen. Nach neuem Recht erg&auml;be sich daraus eine Beitragsbemessungsgrundlage aus jeweils 22,95 Prozent der Bezugsgr&ouml;&szlig;e. (Ergebnis siehe Seite 35) Ergebnis Beispiel Seite 34: Die Anwendung des neuen Rechts ist g&uuml;nstiger. Es besteht kein Besitzstandsschutz. Die Rentenversicherungsbeitr&auml;ge ab 1. Januar 2017 sind nach dem neuen Recht aus jeweils 22,95 Prozent der aktuellen Bezugsgr&ouml;&szlig;e zu berechnen. Beispiel: Besitzstandsschutz bei Mehrfachpflege innerhalb der Additionspflege F&uuml;r die im vorherigen Beispiel genannte Tochter w&uuml;rde man zu einem anderen Ergebnis kommen, wenn zus&auml;tzlich auch noch eine weitere nicht erwerbsm&auml;&szlig;ige Pflegeperson im Rahmen der Mehrfachpflege beteiligt w&auml;re (Pflegeaufwand pro Elternteil: sechs Stunden w&ouml;chentlich). Dieser Umstand h&auml;tte sich bei einem unver&auml;nderten Gesamtpflegeaufwand der Tochter von 15 Wochenstunden zwar nicht auf die Berechnung der Beitragsbemessungsgrundlagen bis zum 31. Dezember 2016 ausgewirkt. F&uuml;r die Vergleichsberechnung ab 1. Januar 2017 m&uuml;ssten nun aber die sich nach neuem Recht ergebenden Beitragsbemessungsgrundlagen (hier: 22,95 Prozent der Bezugsgr&ouml;&szlig;e pro Elternteil) auf die beiden Pflegepersonen entsprechend ihrer Anteile am gemeinsamen Gesamtpflegeaufwand pro Elternteil aufgeteilt werden. Von den 22,95 Prozent entfallen dann auf die Tochter f&uuml;r die Pflege des Vaters: Ergebnis: Die Anwendung des alten Rechts ist g&uuml;nstiger. Es besteht f&uuml;r die Tochter in beiden Pfleget&auml;tigkeiten Besitzstandsschutz. Ihre Rentenversicherungsbeitr&auml;ge ab 1. Januar 2017 sind f&uuml;r die Pflege des Vaters aus 14,2222 Prozent und f&uuml;r die Pflege der Mutter aus 12,4445 Prozent der aktuellen Bezugsgr&ouml;&szlig;e zu berechnen. Der Besitzstandsschutz gilt bis zu dem Zeitpunkt, zu dem insbesondere festgestellt wird, dass f&uuml;r Ihre pflegebed&uuml;rftige Person nach dem vom 1. Januar 2017 an geltenden Recht keine Pflegebed&uuml;rftigkeit mehr vorliegt, f&uuml;r Ihre pflegebed&uuml;rftige Person ein h&ouml;herer Pflegegrad festgestellt wird, eine andere Pflegeleistungsart bezogen wird, Sie Ihre Pfleget&auml;tigkeit aufgegeben haben, Sie neben der Pflege eine Erwerbst&auml;tigkeit von regelm&auml;&szlig;ig mehr als 30 Stunden in der Woche aus&uuml;ben, sich im Rahmen der Mehrfachpflege Ihr Anteil am Gesamtpflegeaufwand ver&auml;ndert hat oder die an Sie weitergereichte finanzielle Anerkennung das Ihrer Pfleget&auml;tigkeit entsprechende Pflegegeld &uuml;bersteigt und dadurch die Pflege nun erwerbsm&auml;&szlig;ig ausge&uuml;bt wird. Dies gilt nicht, wenn nach der &Uuml;berleitung im Rahmen einer erneuten Begutachtung ein niedrigerer Pflegegrad f&uuml;r Ihren Pflegebed&uuml;rftigen ermittelt wird, als der Pflegegrad, in den die &Uuml;berleitung erfolgte. So wie f&uuml;r Ihren Pflegebed&uuml;rftigen dann der h&ouml;here Pflegegrad ma&szlig;gebend bleibt, gilt auch f&uuml;r Ihre Rentenversicherungspflicht weiterhin der Pflegegrad, in den die &Uuml;berleitung erfolgte. Dies gilt selbst dann, wenn dem Pflegebed&uuml;rftigen aufgrund einer Verbesserung des Gesundheitszustandes nur noch Pflegegrad 1 zustehen w&uuml;rde. Ist der Bestandsschutz aber erst einmal weggefallen, kann ab diesem Zeitpunkt Versicherungs- und Beitragspflicht nur noch nach neuem Recht bestehen. Mit Pflichtbeitr&auml;gen k&ouml;nnen Sie auch Anspruch auf Leistungen zur Rehabilitation erwerben. H&ouml;he der Rente f&uuml;r Pfleget&auml;tigkeit Ihre Pflichtbeitr&auml;ge als Pflegeperson sind auf die f&uuml;r die verschiedenen Rentenarten (Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten) notwendigen Wartezeiten (Mindestversicherungszeiten) anrechenbar und k&ouml;nnen somit Rentenanspr&uuml;che begr&uuml;nden. Sie k&ouml;nnen damit zus&auml;tzlich die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r eine Erwerbsminderungsrente erf&uuml;llen. Hierf&uuml;r m&uuml;ssen in den letzten f&uuml;nf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeitragszeiten zur&uuml;ckgelegt worden sein. Zahlt Ihnen der Pflegebed&uuml;rftige eine finanzielle Anerkennung, spielt das f&uuml;r die H&ouml;he des Rentenanspruchs &uuml;brigens keine Rolle. Die nachfolgenden Rechnungen geben eine grobe &Uuml;bersicht, wie die Pflege Ihre Rente erh&ouml;hen kann. So erh&ouml;ht Pflege die Rente Auf der Basis einer rentenversicherungspflichtigen Pfleget&auml;tigkeit im gesamten Jahr 2016 ergeben sich derzeit (bis 30. Juni 2017) folgende monatliche Rentenzahlbetr&auml;ge: Pflegestufe (bis Mindestpflegeumfang Rentenzahlbetrag Rentenzahlbetrag Der Schutz der Rentenversicherung greift, sobald die Pflegekasse den zust&auml;ndigen Rentenversicherungstr&auml;ger &uuml;ber die T&auml;tigkeit der Pflegeperson informiert hat. Die Pflegeperson wird &uuml;ber die Meldung in Kenntnis gesetzt. Die Pflegekasse oder das private Versicherungsunternehmen des Pflegebed&uuml;rftigen meldet dem zust&auml;ndigen Rentenversicherungstr&auml;ger den Zeitraum und die beitragspflichtigen Einnahmen aus Ihrer Pfleget&auml;tigkeit. Bei Additionspflege meldet die jeweilige Stelle die beitragspflichtigen Einnahmen f&uuml;r den Pflegeaufwand f&uuml;r ihren Pflegebed&uuml;rftigen. Eine Meldung erfolgt beispielsweise, wenn die Versicherungspflicht im Laufe eines Kalenderjahres endet oder f&uuml;r mehr als einen Kalendermonat unterbrochen wird (Abmeldung), Ihre Pfleget&auml;tigkeit &uuml;ber das Ende eines Kalenderjahres hinaus andauert (Jahresmeldung) oder der Rentenversicherungstr&auml;ger aufgrund eines eingereichten Altersrentenantrags f&uuml;r eine zeitnahe Rentenberechnung eine sogenannte Gesonderte Meldung f&uuml;r Zeiten aus dem laufenden Kalenderjahr bei der Pflegekasse anfordert. Werden f&uuml;r Sie als Mitglied &shy;einer berufsst&auml;ndischen Versorgungseinrichtung Beitr&auml;ge zum berufsst&auml;ndischen Versorgungswerk gezahlt, erh&auml;lt diese Stelle oder die Arbeitsgemeinschaft berufsst&auml;ndischer Versorgungseinrichtungen (ABV) die Meldung. Ist eine Beihilfefestsetzungsstelle oder der Dienstherr des Pflegebed&uuml;rftigen an der Beitragszahlung beteiligt, wird gegebenenfalls auch diese Stelle von der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen &uuml;ber die erstmalige Aufnahme der Beitragszahlung informiert. Gleiches gilt bei &Auml;nderungen in der Pflegesitua&shy;tion, die sich auf Ihre Versicherungs- und Beitragspflicht auswirken, etwa bei H&ouml;herstufung des Pflegebed&uuml;rftigen, Wechsel der Pflegeleistungsart oder wenn sich bei Mehrfachpflege Ihr Pflegeanteil ver&auml;ndert. Vom Inhalt der Meldung erhalten Sie eine schriftliche Mitteilung. Ist eine Beihilfefestsetzungsstelle oder ein Dienstherr an der Beitragszahlung beteiligt, m&uuml;ssen Sie neben der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen auch diese Stelle &uuml;ber &Auml;nderungen &shy;informieren, die Ihre Pfleget&auml;tigkeit betreffen</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/09357.pdf">Publikation zeigen</a></p>