<h1>Das neue SGB IX (Ein Leitfaden f&uuml;r die Praxis)</h1> <h2>Die wichtigsten &Auml;nderungen im SGB IX im &Uuml;berblick... Quelle BIH</h2> <p>Behinderung und Beruf Das neue SGB IX Teilhabe inklusive Arbeit Behinderungsbegriff Schwerbehindertenvertretung Inklusionsvereinbarung Budget f&uuml;r Arbeit Integrationsprojekte Das Bundesteilhabegesetz tritt stufenweise in Kraft. Was &auml;ndert sich dadurch im Sozialgesetzbuch (SGB) IX? Was m&uuml;ssen die betrieblichen Funktionstr&auml;ger wissen? Teilhabe inklusive Arbeit Das Bundesteilhabegesetz hat &Auml;nderungen in mehreren Gesetzb&uuml;chern zur Folge. Sein Artikel 1 enth&auml;lt die neue Fassung des SGB IX, das ab 2018 in Kraft tritt. Doch schon jetzt gelten einige vorgezogene &Auml;nderungen. Der Schwerpunkt des Bundesteilhabegesetzes betrifft die Reform der Eingliederungshilfe, die bisher im SGB XII - Sozialhilfe - geregelt war. Die Philosophie lautet: Heraus aus dem F&uuml;rsorgesystem der Sozialhilfe hin zu mehr Selbstbestimmung. Eingliederungshilfe erhalten zum Beispiel Menschen mit einer wesentlichen Behinderung, die in Werkst&auml;tten f&uuml;r behinderte Menschen besch&auml;ftigt werden oder in Wohnheimen f&uuml;r behinderte Menschen leben. Paragrafenfolge verschoben Das gesamte Schwerbehindertenrecht wird ab 2018 im Teil 3 des SGB IX geregelt, bisher ist es dessen Teil 2. Dies wird dazu f&uuml;hren, dass sich die Paragrafenfolge deutlich verschiebt - eine Herausforderung f&uuml;r alle, die mit dem Schwerbehindertenrecht t&auml;glich umgehen. Der Kern des Schwerbehindertenrechts, vom Schwerbehinderungsbegriff &uuml;ber den besonderen K&uuml;ndigungsschutz bis zur Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben, bleibt dabei unber&uuml;hrt. Schwerbehindertenrecht ge&auml;ndert Menschen mit einem Anspruch auf Eingliederungshilfe sind nicht unbedingt die typische Zielgruppe des Schwerbehindertenrechts, das im SGB IX bislang im zweiten Teil geregelt ist und in erster Linie die Besch&auml;ftigung von schwerbehinderten Arbeitnehmern auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zum Thema hat. Aber auch in diesem Bereich zieht das Bundesteilhabegesetz bedeutende &Auml;nderungen nach sich. Vorgezogene Regelungen F&uuml;r die betriebliche Praxis sind besonders die vorgezogenen &Auml;nderungen im SGB IX interessant. Sie gelten schon heute. Beispielsweise die erweiterten Rechte der Schwerbehindertenvertretung. Regelungen f&uuml;r behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen Besondere Leistungen zur selbstbestimmten Lebensf&uuml;hrung f&uuml;r Menschen mit Behinderungen (Eingliederungshilferecht) Besondere Regelungen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen (Schwerbehindertenrecht) Behinderungsbegriff Budget f&uuml;r Arbeit Inklusionsbeauftragte Inklusionsbetriebe Schwerbehindertenvertretung Inklusionsvereinbarung Berufsorientierung Integrationsprojekte Mit dem Bundesteilhabegesetz wird das Sozialgesetzbuch (SGB) IX stufenweise reformiert. In seiner neuen Fassung tritt das SGB IX am 1. Januar 2018 in Kraft. Die &Auml;nderungen 2016 erfolgten durch das Neunte &Auml;nderungsgesetz zum SGB II. Auf den folgenden Seiten sind die gesetzlichen &Auml;nderungen ausf&uuml;hrlich beschrieben. Das Datum ihres Inkrafttretens ergibt sich aus der farbigen Markierung. Bei einigen Regelungen sind zwei Fundstellen angegeben: Die erste bezieht sich auf das SGB IX in der bisherigen Fassung, die zweite Fundstelle auf die ab 2018 g&uuml;ltige Neufassung des Gesetzes. Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die k&ouml;rperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeintr&auml;chtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit l&auml;nger als sechs Monate hindern k&ouml;nnen. Eine Beeintr&auml;chtigung nach Satz 1 liegt vor, wenn der K&ouml;rper- und Gesundheitszustand von dem f&uuml;r das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine Beeintr&auml;chtigung nach Satz 1 zu erwarten ist. Die K&uuml;ndigung eines schwerbehinderten Menschen, die der Arbeitgeber ohne eine Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung ausspricht, ist unwirksam. &sect; 2 Abs. 1 SGB IX Der Behinderungsbegriff wird an die UN-Behindertenrechtskonvention angepasst. Demnach entsteht eine Behinderung dadurch, dass ein Mensch mit einer k&ouml;rperlichen, seelischen, geistigen oder Sinnesbeeintr&auml;chtigung auf materielle oder soziale Barrieren in seiner Umwelt st&ouml;&szlig;t. Die gesetzlichen Definitionen von Schwerbehinderung und Gleichstellung &auml;ndern sich nicht. F&uuml;r die Anerkennung bleiben weiterhin die Versorgungsverwaltungen und die Arbeitsagenturen zust&auml;ndig. &sect; 95 Abs. 2 Satz 3 SGB IX &sect; 178 Abs. 2 Satz 3 SGB IX Verletzt der Arbeitgeber im Fall einer K&uuml;ndigung das Unterrichtungs- und Anh&ouml;rungsrecht der Vertrauensperson muss er in einem K&uuml;ndigungsschutzverfahren mit arbeitsrechtlichen Sanktionen rechnen. Der neu in &sect; 95 Abs. 2 SGB IX eingef&uuml;gte Satz 3 ordnet als Rechtsfolge einer unterlassenen Beteiligung die Unwirksamkeit der K&uuml;ndigung an. Die Schwerbehindertenvertretung kann das Arbeitsgericht anrufen und dort - gegebenenfalls durch eine einstweilige Verf&uuml;gung - das Aussetzen der Entscheidung erreichen, bis die Beteiligung nachgeholt ist. Zuwiderhandlungen seitens des Arbeitgebers k&ouml;nnen Ordnungsgelder von bis zu 250.000 Euro nach sich ziehen. Freistellung Sind in den Betrieben und Dienststellen in der Regel wenigstens 100 schwerbehinderte Menschen besch&auml;ftigt, wird die Vertrauensperson auf ihren Wunsch freigestellt. &sect; 96 Abs. 4 SGB IX &sect; 179 Abs. 4 SGB IX Die Arbeitsbelastung der Schwerbehindertenvertretungen steigt stetig an. Ein Grund ist die demografische Entwicklung. Sie hat zur Folge, dass es in den Betrieben immer mehr Besch&auml;ftigte mit einer Einschr&auml;nkung gibt. Damit w&auml;chst auch die Nachfrage nach Beratung und Unterst&uuml;tzung durch die Schwerbehindertenvertretung. Den gestiegenen Anforderungen tr&auml;gt der Gesetzgeber jetzt Rechnung: Er senkt den Schwellenwert f&uuml;r die Freistellung von 200 auf 100 schwerbehinderte Menschen. Schulung der Stellvertreter Vertrauenspersonen in kleineren Betrieben haben ebenfalls Anspruch auf Freistellung, aber nur soweit es zur Erf&uuml;llung ihrer Aufgaben erforderlich ist. Deshalb: Machen Sie Ihre Arbeit transparent, zeigen Sie dem Arbeitgeber, was Sie zum Wohl der Besch&auml;ftigten und damit f&uuml;r den ganzen Betrieb tun. Heranziehung der Stellvertreter In Betrieben und Dienststellen mit in der Regel mehr als 100 besch&auml;ftigten schwerbehinderten Menschen kann sie (die Vertrauensperson) nach Unterrichtung des Arbeitgebers das mit der h&ouml;chsten Stimmenzahl gew&auml;hlte stellvertretende Mitglied zu bestimmten Aufgaben heranziehen. Ab jeweils 100 weiteren besch&auml;ftigten schwerbehinderten Menschen kann jeweils das mit der n&auml;chsth&ouml;heren Stimmenzahl gew&auml;hlte Mitglied herangezogen werden. &sect; 95 Abs. 1 Satz 4 SGB IX &sect; 178 Abs. 1 Satz 4 SGB IX Schon heute gilt: Sind mehr als 100 schwerbehinderte Menschen im Betrieb besch&auml;ftigt, kann die Vertrauensperson den ersten Stellvertreter zu bestimmten Aufgaben heranziehen, bei mehr als 200 auch den zweiten Stellvertreter. Neu ist: Jede weitere Staffelung um zus&auml;tzlich 100 schwerbehinderte Menschen erlaubt, ein weiteres stellvertretendes Mitglied zu beteiligen. Die Vertrauenspersonen werden von ihrer beruflichen T&auml;tigkeit ohne Minderung des Arbeitsentgelts oder der Dienstbez&uuml;ge befreit, wenn und soweit es zur Durchf&uuml;hrung ihrer Aufgaben erforderlich ist. () Satz 1 gilt entsprechend f&uuml;r die Teilnahme der Vertrauensperson und des mit der h&ouml;chsten Stimmenzahl gew&auml;hlten stellvertretenden Mitglieds sowie () aller herangezogenen Stellvertreter an Schulungs- und Bildungsveranstaltungen, soweit diese Kenntnisse vermitteln, die f&uuml;r die Arbeit der Schwerbehindertenvertretung erforderlich sind. &sect; 96 Abs. 4 SGB IX &sect; 179 Abs. 4 SGB IX Schulungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r Stellvertreter waren bislang nur unter engen gesetzlichen Voraussetzungen m&ouml;glich: So musste eine st&auml;ndige Heranziehung, h&auml;ufige Vertretung der Vertrauensperson auf l&auml;ngere Zeit oder das absehbare Nachr&uuml;cken in das Amt vorliegen. Diese eingeschr&auml;nkten Fortbildungsm&ouml;glichkeiten wurden den Anforderungen an die Stellvertreter nicht mehr gerecht. Da die Schwerbehindertenvertretung nur aus einer Person besteht, kann der Vertretungsfall jederzeit eintreten. Die Stellvertretung muss dann in der Lage sein, fachkundig aufzutreten. Mit ihren Grund- und Aufbaukursen vermitteln die Integrations&auml;mter das grundlegende Handwerkszeug f&uuml;r die Arbeit der Schwerbehindertenvertretung. Ein Besuch ist daher auch f&uuml;r die Stellvertretung empfehlenswert. Die Schwerbehindertenvertretung kann ihren Stellvertreter in die laufende Betreuungsarbeit miteinbeziehen und ihm zum Beispiel die Betreuung der Menschen mit Behinderungen aus einem bestimmten Betriebsteil &uuml;bertragen. &Uuml;bergangsmandat der SBV Die durch die T&auml;tigkeit der Schwerbehindertenvertretung entstehenden Kosten tr&auml;gt der Arbeitgeber. () Dies umfasst auch eine B&uuml;rokraft f&uuml;r die Schwerbehindertenvertretung in erforderlichem Umfang. In Betrieben gilt &sect; 21a des Betriebsverfassungsgesetzes entsprechend. &sect; 96 Abs. 8 Satz 3 SGB IX &sect; 179 Abs. 8 Satz 3 SGB IX Die gestiegenen Anforderungen an die Schwerbehindertenvertretung verlangen auch eine bessere personelle Ausstattung mit Unterst&uuml;tzungspersonal, damit die Schwerbehindertenvertretungen ihren Aufgaben gerecht werden k&ouml;nnen. Der neue Satz 3 gibt ihr einen Anspruch gegen&uuml;ber dem Arbeitgeber auf eine B&uuml;rokraft im erforderlichen Umfang. &sect; 94 Abs. 8 SGB IX &sect; 177 Abs. 8 SGB IX Werden Betriebe zusammengelegt oder wird ein Betrieb aufgespalten, hat der Betriebsrat ein &Uuml;bergangsmandat. Eine solche Regelung gab es f&uuml;r die Schwerbehindertenvertretung bisher nicht. Durch die Erg&auml;nzung wird zumindest in Betrieben ein &Uuml;bergangsmandat f&uuml;r die Schwerbehindertenvertretung geschaffen. F&uuml;r den &Ouml;ffentlichen Dienst gelten unver&auml;ndert die Regelungen der Personalvertretungsgesetze. Wahlverfahren Konzern-SBV Was ist erforderlich, was nicht? Das m&uuml;ssen Sie mit Ihrem Arbeitgeber kl&auml;ren. &Uuml;berzeugen Sie ihn mit guten Argumenten. Und versuchen Sie, unkomplizierte L&ouml;sungen zu finden. Beispielsweise, indem Sie sich auf feste Zeiten einigen. gelten entsprechend, &sect; 177 Absatz 6 mit der Ma&szlig;gabe, dass bei den Wahlen zu &uuml;ber&ouml;rtlichen Vertretungen der zweite Halbsatz des Satzes 3 nicht gilt. &sect; 97 Abs. 7 SGB IX &sect; 180 Abs. 7 SGB IX Die etwas verklausulierte Erg&auml;nzung in Absatz 7 bedeutet: K&uuml;nftig kann auch bei der Wahl der Konzern-, Gesamt-, Bezirks- und Hauptschwerbehindertenvertretungen ein vereinfachtes Wahlverfahren durchgef&uuml;hrt werden, selbst wenn der Betrieb oder die Dienststelle aus r&auml;umlich weit auseinanderliegenden Teilen besteht. Ab 50 Wahlberechtigten muss jedoch weiterhin im f&ouml;rmlichen Wahlverfahren gew&auml;hlt werden. Meldung freier Stellen Einbindung der Integrations&auml;mter Die Dienststellen der &ouml;ffentlichen Arbeitgeber melden den Agenturen f&uuml;r Arbeit fr&uuml;hzeitig nach einer erfolglosen Pr&uuml;fung zur internen Besetzung des Arbeitsplatzes frei werdende und neu zu besetzende sowie neue Arbeitspl&auml;tze (&sect; 156). Die Rehabilitationstr&auml;ger und die Integrations&auml;mter wirken bei der Aufkl&auml;rung, Beratung, Auskunft und Ausf&uuml;hrung von Leistungen im Sinne des Ersten Buches sowie im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern nach &sect; 167 darauf hin, dass der Eintritt einer Behinderung einschlie&szlig;lich einer chronischen Krankheit vermieden wird. &sect; 82 Abs. 1 Satz 1 SGB IX &sect; 3 Abs. 1 SGB IX &sect; 165 Abs. 1 Satz 1 SGB IX Die Meldung an die Arbeitsagentur ist neuerdings erst nach einer erfolglosen Pr&uuml;fung zur internen Besetzung des Arbeitsplatzes erforderlich. Als Begr&uuml;ndung nennt der Gesetzgeber haushaltsrechtliche Vorschriften. F&uuml;r private Arbeitgeber gilt diese Regelung nicht. Erstmals werden in der Vorschrift zum Vorrang der Pr&auml;vention im Teil 1 des SGB IX die Integrations&auml;mter genannt. Diese sollen fr&uuml;her als bisher einbezogen werden, um eine Behinderung zu vermeiden. Besonders hervorgehoben wird die Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern. Schwerpunkt dieser Zusammenarbeit ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement sowie die Inklusionsvereinbarung. Inklusionsbeauftragter des Arbeitgebers Der Arbeitgeber bestellt einen Inklusionsbeauftragten, der ihn in Angelegenheiten schwerbehinderter Menschen verantwortlich vertritt, falls erforderlich, k&ouml;nnen mehrere Inklusionsbeauftragte bestellt werden. Der Inklusionsbeauftragte soll nach M&ouml;glichkeit selbst ein schwerbehinderter Mensch sein. Der Inklusionsbeauftragte achtet vor allem darauf, dass dem Arbeitgeber obliegende Verpflichtungen erf&uuml;llt werden. &sect; 181 SGB IX Die Umbenennung in Inklusionsbeauftragte kann als Aufforderung des Gesetzgebers an die Arbeitgeberbeauftragten verstanden werden, sich aktiv f&uuml;r das Ziel der Inklusion von Menschen mit Behinderungen einzusetzen. Gleichwohl fehlt eine Erweiterung seiner im Gesetz genannten Aufgaben. Eine tr&auml;ger&uuml;bergreifende Auskunft und Beratung sollten bislang die Gemeinsamen Servicestellen leisten. Doch in der Praxis konnten sie die allgemeinen Erwartungen nicht erf&uuml;llen. Ab 1.1.2018 ist derjenige Rehabilitationstr&auml;ger zu einer umfassenden Beratung verpflichtet, der zuerst aufgesucht wird. Er soll im Einzelfall die Leistungen verschiedener Tr&auml;ger wie aus einer Hand erbringen. Dar&uuml;ber hinaus wird das Angebot unabh&auml;ngiger Beratungsstellen gest&auml;rkt. Vermittlung durch das Integrationsamt Das Integrationsamt kann im Rahmen seiner Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die begleitende Hilfe im Arbeitsleben aus den ihm zur Verf&uuml;gung stehenden Mitteln nachrangig Leistungen zur beruflichen Orientierung erbringen. Das Integrationsamt soll dabei insbesondere darauf hinwirken, dass unterschiedliche Auffassungen &uuml;berwunden werden. &sect; 83 Abs. 1 Satz 5 SGB IX &sect; 102 Abs. 3 SGB IX &sect; 166 Abs. 1 Satz 5 SGB IX &sect; 185 Abs. 3 SGB IX Bereits seit einigen Jahren unterst&uuml;tzen Integrations&auml;mter den &Uuml;bergang von Sch&uuml;lern mit sonderp&auml;dagogischem F&ouml;rderbedarf auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Neben einer intensiven Berufsorientierung profitierten die Sch&uuml;ler von einer kontinuierlichen Begleitung durch den Integrationsfachdienst. Bislang war dieses Engagement nur im Rahmen von Modellprojekten und F&ouml;rderprogrammen m&ouml;glich. Seit dem 1.8.2016 k&ouml;nnen die Integrations&auml;mter Ma&szlig;nahmen der beruflichen Orientierung nachrangig aus Mitteln der Ausgleichsabgabe finanzieren. Voraussetzung ist eine diesbez&uuml;gliche Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen. Sie liegt auch dann vor, wenn der Grad der Behinderung weniger als 30 betr&auml;gt oder nicht festgestellt ist. Als Nachweis gen&uuml;gt eine Stellungnahme der Agentur f&uuml;r Arbeit. Schon bisher konnten Arbeitgeber oder Schwerbehindertenvertretungen das Integrationsamt einladen, sich an den Verhandlungen &uuml;ber eine Inklusionsvereinbarung zu beteiligen. Jetzt soll das Integrationsamt im Fall von Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Parteien moderieren und vermitteln. Besuchen Sie vor Beginn der Verhandlungen einen unserer Kurse. Dort lernen Sie, auch schwierige Situationen und Konflikte erfolgreich zu meistern. Au&szlig;erdem empfehlen wir Ihnen, den Kontakt zum Betriebsrat zu suchen. Machen Sie sich gemeinsam auf den Weg! Dabei ist die gleichberechtigte Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben bei der Gestaltung von Arbeitsprozessen und Rahmenbedingungen von Anfang an zu ber&uuml;cksichtigen. &sect; 83 Abs. 2 Satz 2 SGB IX &sect; 166 Abs. 2 Satz 2 SGB IX Behinderung entsteht durch Barrieren. Man kann diese Hindernisse aus dem Weg r&auml;umen oder sie erst gar nicht entstehen lassen. Letzteres soll in Inklusionsvereinbarungen konkret und verbindlich geregelt werden. Sorgen Sie daf&uuml;r, dass bei geplanten wichtigen Ver&auml;nderungen im Betrieb auch die Barrierefreiheit ber&uuml;cksichtigt wird, etwa bei der Einf&uuml;hrung neuer IT-Systeme und bei sp&auml;teren Updates. Menschen mit Behinderungen, die Anspruch auf Leistungen nach &sect; 58 haben und denen von einem privaten oder &ouml;ffentlichen Arbeitgeber ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverh&auml;ltnis mit einer tarifvertraglichen oder orts&uuml;blichen Entlohnung angeboten wird, erhalten mit Abschluss dieses Arbeitsvertrages als Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ein Budget f&uuml;r Arbeit. &sect; 61 Abs. 1 SGB IX Das Bundesteilhabegesetz will mehr Teilhabe am Arbeitsleben erm&ouml;glichen - auch f&uuml;r Besch&auml;ftigte einer Werkstatt f&uuml;r behinderte Menschen. Sie sollen w&auml;hlen k&ouml;nnen, ob sie in einer Werkstatt arbeiten, zu einem anderen Leistungsanbieter gehen oder auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln. Betroffene und Arbeitgeber, die ihnen einen Arbeitsplatz anbieten, werden durch ein Budget f&uuml;r Arbeit unterst&uuml;tzt. Die Inklusionsvereinbarung ist im Betriebsverfassungsgesetz als Aufgabe des Betriebsrates verankert. Von einem Budget f&uuml;r Arbeit profitieren nicht nur Werkstattwechsler, sondern auch Menschen mit einer seelischen Behinderung, die nicht in einer Werkstatt f&uuml;r behinderte Menschen arbeiten wollen. Das Budget f&uuml;r Arbeit umfasst einen Lohnkostenzuschuss an den Arbeitgeber zum Ausgleich der Leistungsminderung des Besch&auml;ftigten und die Aufwendungen f&uuml;r die wegen der Behinderung erforderliche Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz. Der Lohnkostenzuschuss betr&auml;gt bis zu 75 Prozent des vom Arbeitgeber regelm&auml;&szlig;ig gezahlten Arbeitsentgeltes (). &sect; 61 Abs. 2 SGB IX Das Budget f&uuml;r Arbeit besteht aus einem dauerhaften Lohnkostenzuschuss nebst Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz. Dabei werden bis zu 75 Prozent der Lohnkosten &uuml;bernommen. An den Kosten beteiligen sich mehrere gesetzliche Leistungstr&auml;ger, insbesondere die Tr&auml;ger der Eingliederungshilfe. Sollte es am allgemeinen Arbeitsmarkt nicht klappen, haben die behinderten Menschen einen Anspruch darauf, in die Werkstatt zur&uuml;ckzukehren. Auf die Quoten wird auch die Anzahl der psychisch kranken besch&auml;ftigten Menschen angerechnet, die behindert oder von Behinderung bedroht sind und deren Teilhabe an einer sonstigen Besch&auml;ftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auf besondere Schwierigkeiten st&ouml;&szlig;t. &sect; 132 Abs. 4 SGB IX &sect; 215 Abs. 4 SGB IX Der besch&auml;ftigte Personenkreis in Integrationsprojekten wurde erweitert um nicht f&ouml;rmlich als schwerbehindert anerkannte Menschen mit einer psychischen Erkrankung sowie um langzeitarbeitslose schwerbehinderte Menschen. Sie k&ouml;nnen in solchen Betrieben ebenfalls besch&auml;ftigt und auch auf die Quote angerechnet werden. Der Schwellenwert f&uuml;r die F&ouml;rderung von schwerbehinderten oder gleichgestellten Teilzeitbesch&auml;ftigten wurde von 15 auf 12 Wochenstunden herabgesetzt. Mindestens 30 Prozent Inklusionsbetriebe besch&auml;ftigen mindestens 30 Prozent schwerbehinderte Menschen. Der Anteil der schwerbehinderten Menschen soll in der Regel 50 Prozent nicht &uuml;bersteigen. &sect; 215 Abs. 3 SGB IX Inklusionsbetriebe (bisher: Integrationsprojekte) dienen der Besch&auml;ftigung beruflich besonders betroffener schwerbehinderter Menschen. F&uuml;r die Anerkennung als Inklusionsbetrieb m&uuml;ssen ab 2018 mindestens 30 Prozent der Besch&auml;ftigten dieser Zielgruppe angeh&ouml;ren. Bisher lag der Schwellenwert bei 25 Prozent. Arbeitgeber der &ouml;ffentlichen Hand k&ouml;nnen Inklusionsbetriebe wie bislang schon Werkst&auml;tten f&uuml;r behinderte Menschen bevorzugt beauftragen</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/10011.pdf">Publikation zeigen</a></p>