<h1>Hilfe f&uuml;r den Einsatz von Arbeitnehmer&uuml;berlassung</h1> <h2>Leiharbeit und Arbeitsschutz. Eine Handlungshilfe f&uuml;r Interessenvertretungen in Entleiherbetrieben... Quelle Hans-B&ouml;ckler-Stiftung</h2> <p>Betriebliche Interessenvertretungen in Entleiherbetrieben sind f&uuml;r alle Fragen zur Integration von Leiharbeitnehmern - auch f&uuml;r den Arbeitsschutz - zust&auml;ndig. Leiharbeitnehmer sind erh&ouml;hten gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Sie tragen ein erh&ouml;htes Unfallrisiko und Statistiken zeigen &uuml;berdurchschnittliche AU-Tage durch Unf&auml;lle. Dies weist auf Integrationsprobleme in der Arbeitsschutzorganisation hin. Die vorliegende Handlungshilfe zeigt betrieblichen Interessenvertretungen auf, wie sie ihre weitreichenden Mitbestimmungsrechte zur Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes der Leiharbeitnehmer nutzen k&ouml;nnen. Zentrales Instrument ist hierbei die Gef&auml;hrdungsbeurteilung nach &sect; 5 Arbeitsschutzgesetz mit dem Ziel der Umsetzung von Ma&szlig;nahmen zur menschengerechten Gestaltung der Arbeit. Durch eine aktive Nutzung des Arbeitsschutzausschusses in Bezug auf leiharbeitsspezifische Themen und durch &Uuml;berwachung der notwendigen Ma&szlig;nahmen des Arbeitgebers rundet die betriebliche Interessenvertretung ihre Schutzfunktion gegen&uuml;ber Leiharbeitnehmern ab. Die gesundheitliche Situation von Leiharbeitnehmern. Die Organisation des Arbeitsschutzes. Wie ist der Arbeitsschutz im Betrieb organisiert? Integration der Leiharbeit in die Arbeitsschutzorganisation. Die Gef&auml;hrdungsbeurteilung nach &sect; 5 Arbeitsschutzgesetz. Worin besteht eine Gef&auml;hrdungsbeurteilung? Die Gef&auml;hrdungsbeurteilung und der Einsatz von Leiharbeit. Die Unterweisung der Besch&auml;ftigten nach Arbeitsschutzgesetz. Was ist eine Unterweisung? Unterweisung der Leiharbeitnehmer. Was kann der Betriebsrat bei der Unterweisung tun? Die pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stung. Wann ist eine pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stung erforderlich? Leiharbeit und pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stung. Was kann der Betriebsrat bei der pers&ouml;nlichen Schutzausr&uuml;stung tun? Die arbeitsmedizinische Vorsorge. Arbeitsmedizinische Vorsorge und Vorsorgeuntersuchungen. Leiharbeit und arbeitsmedizinische Vorsorge. Was kann der Betriebsrat im Feld der arbeitsmedizinischen Vorsorge tun? Was braucht der Betriebsrat, um Leiharbeit zu bearbeiten? Der Einsatz von Leiharbeit ist zu einem Feld betrieblicher und politischer Auseinandersetzung geworden. Insbesondere geht es um die Deutungshoheit der Wirkungen und Auswirkungen von Leiharbeit in der &Ouml;ffentlichkeit. Schlagzeilen in der Presse wie &#039;&#039;Die Zeitarbeit hat das deutsche Jobwunder stark beschleunigt&#039;&#039; lenken den Blick einseitig auf den Arbeitsmarkt, dagegen finden die sozialen und psychischen Folgen der derzeitigen Praxis von Leiharbeit f&uuml;r die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kaum Beachtung. In der Regel verdienen Leiharbeitnehmer bis zu einem Drittel weniger als die Stammkr&auml;fte (vgl. Adamy 2010, Vanselow 2009). Sie sind zudem oft erh&ouml;hten Unfallgef&auml;hrdungen und gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Un&uuml;bersehbar ist der &uuml;berdurchschnittliche Anteil der Leiharbeit an Arbeitsunf&auml;higkeitstagen durch Unf&auml;lle, der auf Integrationsprobleme in die Arbeitsschutzorganisation der Entleiherbetriebe hinweist. Betriebliche Interessenvertretungen, in deren Unternehmen Leiharbeiter zum Einsatz kommen, werden sich &uuml;ber kurz oder lang dem Thema &#039;&#039;Leiharbeit&#039;&#039; stellen m&uuml;ssen, auch wenn ein Teil von ihnen Leiharbeit als Flexibilit&auml;tspolster akzeptiert oder eine Position der &#039;&#039;Nichtbefassung&#039;&#039; vertritt. Die Besch&auml;ftigung mit dem Thema &#039;&#039;Arbeitsund Gesundheitsschutz in der Leiharbeit&#039;&#039; er&ouml;ffnet Interessenvertretungen Handlungsfelder, die &uuml;ber eine erste Regulierung von Leiharbeit hinaus gehen. Das Thema &#039;&#039;Gute Arbeit&#039;&#039; kann zum Thema f&uuml;r alle Besch&auml;ftigten im Betrieb werden. Die vorliegende Handlungshilfe richtet sich an betriebliche Interessenvertretungen und soll die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes f&uuml;r Leiharbeitnehmer unterst&uuml;tzten. Damit kann ein Beitrag zur Herstellung gleicher Arbeitsbedingungen f&uuml;r sie geleistet werden. Betriebsr&auml;te sind zust&auml;ndig f&uuml;r alle Fragen, die im Zusammenhang mit der Eingliederung von Leiharbeitnehmern im Entleiherbetrieb stehen und damit auch f&uuml;r den Arbeitsschutz. Zwar r&auml;umt das Betriebsverfassungsgesetz den Betriebsr&auml;ten in Bezug auf die betriebliche Form des Leiharbeitereinsatzes keine formalen Mitbestimmungsrechte ein, aber im Feld des betrieblichen Arbeitsschutzes besteht generell ein gro&szlig;er Mitbestimmungsspielraum f&uuml;r betriebliche Interessenvertretungen. Die rechtliche Basis ergibt sich aus dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und dessen Verordnungen, dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) und dem Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetz (A&Uuml;G). In den einzelnen Kapiteln wird, soweit erforderlich, auf die jeweiligen Rechtsgrundlagen Bezug genommen. Zur Einstimmung in das Thema &#039;&#039;Leiharbeit&#039;&#039; wird ein &Uuml;berblick &uuml;ber die gesundheitliche Situation und die spezifischen Belastungen von Leiharbeitnehmern gegeben. Die vorliegenden Erkenntnisse zeigen, dass ein dringender Handlungsbedarf zur Verbesserung ihrer Lage besteht. Dies kann, wie in den folgenden Kapiteln gezeigt wird, durch eine bessere Integration in die Arbeitsschutzorganisation des Entleiherbetriebes erreicht werden. In Kapitel zwei werden zun&auml;chst die wesentlichen Merkmale einer Organisation des Arbeitschutzes sowie die arbeitsschutzrechtliche Verantwortung des Arbeitgebers (Entleiher) f&uuml;r die Leiharbeitnehmer dargestellt. F&uuml;r die Organisation und Durchf&uuml;hrung des Arbeitsschutzes hat der Arbeitgeber nach dem Arbeitssicherheitsgesetz einen Arbeitsschutzausschuss einzurichten und zur Unterst&uuml;tzung eine Fachkraft f&uuml;r Arbeitssicherheit und einen Betriebsarzt zu bestellen. Daran ankn&uuml;pfend wird gezeigt, wie betriebliche Interessenvertretungen das Feld &#039;&#039;Arbeitsschutzausschuss&#039;&#039; inhaltlich gestalten und diesen auch zum Forum f&uuml;r die Arbeitsschutzprobleme von Leiharbeitnehmern machen k&ouml;nnen. Mit dem Einsatz von Leiharbeit erweitert sich das Aufgabenfeld des Betriebsarztes und der Fachkraft f&uuml;r Arbeitssicherheit. Dies muss sich im T&auml;tigkeitsbericht der beiden Berater und in der Anpassung ihrer Einsatzzeiten widerspiegeln (A&Uuml;G &sect; 11 Abs. 6). Kapitel drei widmet sich dem Kernst&uuml;ck des Arbeitsschutzgesetzes, der Beurteilung der Arbeitsbedingungen, auch &#039;&#039;Gef&auml;hrdungsbeurteilung&#039;&#039; genannt. Es wird beleuchtet: was darunter zu verstehen ist und woraus sie besteht wer an der Durchf&uuml;hrung der Gef&auml;hrdungsbeurteilung beteiligt sein soll. Anschlie&szlig;end werden die weitreichenden Mitbestimmungsrechte der betrieblichen Interessenvertretung skizziert. Die Kapitel vier, f&uuml;nf und sechs besch&auml;ftigen sich mit den Themen &#039;&#039;Unterweisung der Besch&auml;ftigten&#039;&#039;, &#039;&#039;pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stung&#039;&#039; und der &#039;&#039;arbeitsmedizinischen Vorsorge&#039;&#039;. Diese Themen m&uuml;ssen vor Einsatz von Leiharbeit ber&uuml;cksichtigt beziehungsweise zwischen Verleiher und Entleiher gekl&auml;rt werden. Grundlage der Entscheidungen &uuml;ber ein &#039;&#039;Wie&#039;&#039; und ein &#039;&#039;Ob&#039;&#039; ergeben sich aus der betrieblichen Gef&auml;hrdungsbeurteilung. Die Struktur der Kapitel ist so aufgebaut, dass jedes Thema unter Bezugnahme der jeweiligen rechtlichen Basis erl&auml;utert wird, um anschlie&szlig;end zu zeigen, wie betriebliche Interessenvertretungen die Inhalte und Durchf&uuml;hrung der Unterweisung mitbestimmen bei der Auswahl der pers&ouml;nlichen Schutzausr&uuml;stung mit daf&uuml;r sorgen die Besch&auml;ftigten zu beteiligen und die Durchf&uuml;hrung der erforderlichen arbeitsmedizinischen Untersuchungen &uuml;berwachen k&ouml;nnen. Kapitel sieben besch&auml;ftigt sich mit den inhaltlichen und organisatorischen Voraussetzungen, die betrieblichen Interessenvertretungen die Bearbeitung des Themenfeldes &#039;&#039;Leiharbeit und Arbeitsschutz&#039;&#039; erleichtern. Um Leiharbeitnehmer zielgerichtet anzusprechen, muss die Interessenvertretung sich zum Thema &#039;&#039;Leiharbeit&#039;&#039; eigene Arbeitsziele setzen, sich einen &Uuml;berblick &uuml;ber deren Einsatz verschaffen und selber Arbeitsund Kommunikationsstrukturen schaffen. &Uuml;ber den Arbeits- und Gesundheitsschutz hinaus gibt es noch andere wichtige Handlungsfelder f&uuml;r betriebliche Interessenvertretungen. Dazu z&auml;hlt etwa die Begrenzung von Leiharbeit oder die Durchsetzung einer gleichen Bezahlung als Vorbedingung f&uuml;r die Einstellung von Leiharbeitnehmern. Diese Themen sind nicht Gegenstand dieser Handlungshilfe, vielmehr geht es um die Gestaltung einer m&ouml;glichst gesunden Leiharbeit</p> <p><a href="https://www.boeckler.de/pdf/p_arbp_232.pdf">Publikation zeigen</a></p>