<h1>Haftung bei der Telearbeit</h1> <h2>Bei der Arbeitsaus&uuml;bung eines Telearbeiters k&ouml;nnen Sch&auml;den an den Arbeitsmitteln des Arbeitgebers eintreten... Quelle bewerberAktiv e.K.</h2> <p>Haftung des Telearbeiters gegen&uuml;ber dem Arbeitgeber Bei der Arbeitsaus&uuml;bung eines Telearbeiters k&ouml;nnen Sch&auml;den an den Arbeitsmitteln des Arbeitgebers eintreten. Hierbei wird es sich vor allem um Sch&auml;den an der im Besitz des Besch&auml;ftigten befindlichen Hard- und Software handeln. Im Falle einer schuldhaften Besch&auml;digung kann sich ein Schadensersatzanspruch des Arbeitgebers aus den allgemeinen zivilrechtlichen Regeln, besonders aus &sect; 280 BGB und - auf deliktischer Ebene - aus &sect; 823 BGB ergeben. Die Gefahr einer Besch&auml;digung von Arbeitsmitteln, die nicht auf ein schuldhaftes Verhalten des Besch&auml;ftigten, sondern etwa auf Zufall oder blo&szlig;e Abnutzung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, tr&auml;gt der Arbeitgeber. Sofern ihm daher nicht wegen schuldhaften Verhaltens des Telearbeiters ein entsprechender Schadensersatzanspruch zusteht, hat der Arbeitgeber f&uuml;r den Ersatz und die Reparatur der betreffenden Arbeitsmittel aufzukommen. Verursacht der Besch&auml;ftigte bei der Aus&uuml;bung der Telearbeit durch eine zu vertretende (&sect; 276 BGB) arbeitsvertragliche Pflichtverletzung dem Arbeitgeber einen Schaden, so ist er hierf&uuml;r nach &sect; 280 (1) BGB einstandspflichtig. Ist der Telearbeiter als Arbeitnehmer einzustufen, kommen ihm die Grunds&auml;tze &uuml;ber die eingeschr&auml;nkte Arbeitnehmerhaftung im Rahmen des innerbetrieblichen Schadensausgleichs zugute, wenn er den Schaden bei einer betrieblich veranlassten T&auml;tigkeit (am betrieblichen oder au&szlig;erbetrieblichen Arbeitsplatz) verursacht hat. Da es unbillig erscheint, den Arbeitnehmer auch bei blo&szlig;er Unachtsamkeit f&uuml;r den vollen Schaden einstehen zu lassen, richtet sich der Umfang seiner Haftung nach dem Grad seines Verschuldens. Liegt der Telearbeit kein Arbeitsverh&auml;ltnis zugrunde, finden die Haftungsregeln des Dienst- und Werkvertragsrechts Anwendung. Im vertraglichen Bereich richtet sich die Haftung nach den &sect;&sect; 635 ff. BGB, im deliktischen Bereich nach &sect;&sect; 823 ff. BGB. Die Grunds&auml;tze der beschr&auml;nkten Arbeitnehmerhaftung kommen nicht zum Tragen. Haftung des Telearbeiters gegen&uuml;ber Dritten F&uuml;hrt eine vom Telearbeitnehmer zu vertretende Pflichtverletzung nicht bei seinem Arbeitgeber, sondern - etwa im Rahmen der mobilen Telearbeit - bei einem Dritten zu einem Schaden, finden die Grunds&auml;tze &uuml;ber die beschr&auml;nkte Arbeitnehmerhaftung keine Anwendung. Der nach diesen Grunds&auml;tzen m&ouml;gliche innerbetriebliche Schadensausgleich findet im Verh&auml;ltnis zu (au&szlig;erbetrieblichen) Dritten keine Rechtfertigung, da diese sich nicht - wie der Arbeitgeber - analog &sect; 254 BGB die Betriebs- und Organisationsgefahr zurechnen lassen m&uuml;ssen. Der Telearbeiter ist daher im Au&szlig;enverh&auml;ltnis unbeschr&auml;nkt zum Schadensersatz verpflichtet. Sofern der Schaden bei einer betrieblich veranlassten T&auml;tigkeit entstanden ist, steht ihm aber im Innenverh&auml;ltnis zu seinem Arbeitgeber ein entsprechender Freistellungsanspruch zu. Der Arbeitgeber ist soweit zur Freistellung des Telearbeiters und damit zur Zahlung des Schadensersatzes verpflichtet, als er den Schaden nach den Grunds&auml;tzen der beschr&auml;nkten Arbeitnehmerhaftung zu tragen h&auml;tte, wenn der Telearbeiter ihm und nicht einem au&szlig;enstehenden Dritten gegen&uuml;ber den Schaden verursacht h&auml;tte. Vertragsparteien steht es offen, die mit dem Eintritt eines Schadens einhergehenden Fragen zu regeln. Die vertraglichen Vereinbarungen d&uuml;rfen die haftungsrechtliche Position des Arbeitnehmers aber nicht verschlechtern. Zudem kann sich eine versicherungsrechtliche L&ouml;sung der Haftungsfragen empfehlen. Zum einen kann der Arbeitgeber f&uuml;r den Telearbeiter eine Haftpflichtversicherung abschlie&szlig;en, welche diesen bei zu vertretender Schadensverursachung entlastet. Zum anderen kann der Telearbeiter zum Abschluss einer Versicherung vertraglich verpflichtet werden, wobei der Arbeitgeber f&uuml;r die Erstattung der Versicherungspr&auml;mie aufkommt. Haftung Dritter im Rahmen von Telearbeit Im Rahmen der Telearbeit k&ouml;nnen neben dem Arbeitnehmer auch dritte Personen mit den Arbeitsmitteln des Arbeitgebers in Ber&uuml;hrung kommen. Besondere in den F&auml;llen, in welchen die Telearbeit am h&auml;uslichen Arbeitsplatz ausge&uuml;bt wird, kann sich ein zus&auml;tzliches Haftungsrisiko daraus ergeben, dass Familienangeh&ouml;rige oder sonstige Dritte (Mitbewohner, regelm&auml;&szlig;ige Besucher) beim Kontakt mit den Arbeitsmitteln des Arbeitsgebers Sch&auml;den verursachen. Ob und inwieweit die Grunds&auml;tze der eingeschr&auml;nkten Arbeitnehmerhaftung bei der Schadensverursachung durch Dritte herangezogen werden k&ouml;nnen, ist differenziert zu betrachten. Ist der entstandene Schaden allein durch einen Dritten verursacht worden, so ist die eingeschr&auml;nkte Arbeitnehmerhaftung generell nicht anwendbar. Sofern neben dem Dritten der Telearbeiter f&uuml;r den Schadenseintritt mitverantwortlich ist, ist die Ausdehnung der Grunds&auml;tze &uuml;ber die Arbeitnehmerhaftung auf den Dritten zu bef&uuml;rworten. Haftung des Arbeitgebers bei Personenschaden Bei einem Personenschaden richtet sich der Ausgleich nach den &sect;&sect; 104 ff. SGB VII. Der Telearbeiter unterliegt unter den Voraussetzungen des &sect; 2 (1) Nr. 1 SGB VII dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Erleidet der Telearbeiter nunmehr bei der Aus&uuml;bung seiner versicherten T&auml;tigkeit einen Arbeitsunfall (&sect; 8 SGB VII), ist die Haftung des Arbeitgebers unabh&auml;ngig vom Rechtsgrund (Vertrag, Delikt, Gef&auml;hrdung) gem&auml;&szlig; &sect; 104 SGB VII grunds&auml;tzlich ausgeschlossen. Er ist danach dem Telearbeiter allein dann zum Ausgleich verpflichtet, wenn er den Unfall vors&auml;tzlich verursacht hat oder der Unfall bei einem Weg zu oder von der Arbeit eingetreten ist. In den &uuml;brigen F&auml;llen erfolgt der Ausgleich des Schadens durch die Tr&auml;ger der Unfallversicherung. Hinweis: Entsprechendes gilt gegen&uuml;ber den Angeh&ouml;rigen oder Hinterbliebenen des Telearbeiters. Die Haftung des Arbeitgebers ist auch ihnen gegen&uuml;ber nach &sect; 104 (1) SGB VII weitgehend ausgeschlossen. Handelt es sich demgegen&uuml;ber im konkreten Fall nicht um einen Arbeitsunfall, richtet sich der Schadensersatzanspruch gegen den Arbeitgeber nach den allgemeinen zivilrechtlichen Regeln der &sect;&sect; 823 ff. BGB. Haftung des Arbeitgebers bei Sach- oder Eigenschaden Erleidet der Telearbeiter im Zusammenhang mit der Aus&uuml;bung seiner T&auml;tigkeit einen Sach- oder Eigenschaden, so ist der Arbeitgeber unabh&auml;ngig vom Vorliegen seines Verschuldens zum Schadensersatz verpflichtet. Gest&uuml;tzt wird seine Ausgleichspflicht auch in diesen F&auml;llen auf eine analoge Anwendung von &sect; 670 BGB. Danach hat der Telearbeiter gegen seinen Arbeitgeber einen Ersatzanspruch, wenn - ihm der Schaden bei der Erbringung seiner Arbeitsleistung entstanden ist, - den Arbeitgeber daran kein Verschulden trifft, - der Schaden nicht seinem, sondern dem T&auml;tigkeitsbereich des Arbeitgebers zuzuordnen ist, - er mit dem Schadenseintritt nicht notwendig bzw. regelm&auml;&szlig;ig rechnen musste und - er aufgrund einer entsprechend erh&ouml;hten Verg&uuml;tung nicht selber das Risiko eines Schadenseintritts tr&auml;gt. Hinweis: Wird nicht dem Telearbeiter, sondern einem Dritten ein Sachschaden zugef&uuml;gt, so kann dieser gegen&uuml;ber dem Arbeitgeber einen Ersatzanspruch nach den allgemeinen zivilrechtlichen Regeln der &sect;&sect; 823 ff. BGB geltend machen. Voraussetzung daf&uuml;r ist allerdings ein Verschulden des Arbeitgebers</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/15023.pdf">Publikation zeigen</a></p>