<h1>Urlaubsanspruch bei einer Ausbildung</h1> <h2>Wie viel Urlaubsanspruch hat der Auszubildende j&auml;hrlich? Teilurlaubsanspruch? Wann entsteht der Urlaubsanspruch? Was passiert, wenn der Auszubildende im Urlaub erkrankt? Quelle Handwerkskammer</h2> <p>Ratgeber Ausbildung Wieviel Urlaubsanspruch hat der Auszubildende j&auml;hrlich? Teilurlaubsanspruch Wann entsteht der Urlaubsanspruch? Was passiert, wenn der Auszubildende im Urlaub erkrankt? Urlaubsgew&auml;hrung Anspr&uuml;che des Auszubildenden bei Nichtgew&auml;hrung des Urlaubs &Uuml;bertragbarkeit des Urlaubsanspruchs in das Folgejahr Darf der Auszubildende w&auml;hrend des Urlaubs f&uuml;r einen anderen Arbeitgeber arbeiten? Entsteht der Urlaubsanspruch bei Betriebswechsel des Auszubildenden neu? Zul&auml;ssige Sanktionsm&ouml;glichkeiten bei eigenm&auml;chtigem Urlaubsantritt/ unentschuldigtem Fehlen 1. Wieviel Urlaubsanspruch hat der Auszubildende j&auml;hrlich? Sofern nicht g&uuml;nstigere tarifvertragliche Regelungen bestehen, ergibt sich der Mindesturlaubsanspruch f&uuml;r Jugendliche aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz, f&uuml;r Erwachsene aus dem Bundesurlaubsgesetz. Jugendliche ( unter 18) aus &sect; 19 JArbSchG: Erwachsene aus &sect; 3 BUrlG: Werktage sind alle Tage, die keine Sonntage oder gesetzlichen Feiertage sind, normalerweise also die 6 Wochentage von Montag bis Samstag. Der gesetzliche Mindesturlaub von 24 Werktagen entspricht daher in Wochen umgerechnet einem Urlaub von 4 Wochen. F&uuml;r Arbeitnehmer, die weniger als sechs Tage in der Woche arbeiten, ist der gesetzliche Anspruch auf 24 Werktage Urlaub in Arbeitstage umzurechnen. Wer zum Beispiel 5 Tage in der Woche arbeitet, hat einen Anspruch auf 20 Arbeitstage Urlaub gem&auml;&szlig; der folgenden Umrechnung: 24 Werktage : 6 Werktage 4 Wochen Urlaub, 4 Wochen x 5 Arbeitstage 20 Arbeitstage Urlaub. Welcher Jahresurlaubsanspruch f&uuml;r Ihr Gewerk besteht finden Sie in dieser Mappe unter der Rubrik Verg&uuml;tung, Urlaub und Ansprechpartner. Teilurlaubsanspruch Besteht das Ausbildungsverh&auml;ltnis im Kalenderjahr weniger als 12 Monate, hat der Azubi nur Anspruch auf Teilurlaub ( f&uuml;r jeden vollen Ausbildungsmonat 1/12 des Jahresurlaubs). Bruchteile von mindestens einem halben Tag sind aufzurunden (&sect; 5 Abs. 2 BUrlG). Beispiel: Ausbildungsbeginn: 01.08.2006 ( 5 volle Ausbildungsmonate im Jahr 2006) Jahresurlaubsanspruch: 30 Arbeitstage (Tarifvertrag IG Metall) Urlaubsanspruch 2006: 13 Arbeitstage (30 : 12 x 5 12,5 Ergebnis aufgerundet) Ausnahme: Bei AUSBILDUNGSBEGINN vor dem 02.07 oder AUSBILDUNGSENDE nach dem 30.06 hat der Azubi stets mindestens den vollen Urlaubsanspruch nach JArbSchG bzw. BUrlG, &sect;&sect; 29 JArbSchG, 3, 5 Abs. 1 a, c BUrlG. Dieser Mindestanspruch darf nicht unterschritten werden (Bundesarbeitsgericht, 08.03.1984, BB 1984,. 1489). Gelangt man also bei der Berechnung des Teilurlaubs in diesen F&auml;llen zu Urlaubsanspr&uuml;chen, die unter dem gesetzlichen Mindestanspruch liegen, ist entsprechend zu korrigieren. Wann entsteht der Urlaubsanspruch? Der Urlaubsanspruch entsteht erstmalig nach Erf&uuml;llung der Wartezeit ( 6 Monate ab Vertragsbeginn, &sect; 4 BUrlG), in den Folgejahren jeweils zu Beginn des Kalenderjahres. Der Betrieb kann auch schon in der Wartezeit Urlaub gew&auml;hren (mu&szlig; aber nicht!) Was passiert, wenn der Auszubildende im Urlaub erkrankt? Krankheitstage, f&uuml;r die der Auszubildende ein &auml;rztliches Zeugnis vorlegen kann, d&uuml;rfen nicht auf den Jahresurlaub angerechnet werden. Urlaubsgew&auml;hrung Den Zeitpunkt des Urlaubs bestimmt der Ausbildungsbetrieb, wobei die W&uuml;nsche des Auszubildenden vorrangig zu ber&uuml;cksichtigen sind (&sect; 7 Abs. 1 BUrlG). Er darf sich &uuml;ber die Urlaubsw&uuml;nsche nur dann hinwegsetzen, wenn von ihm darzulegende und ggf. zu beweisende dringende dringliche Belange (z.B. Gro&szlig;auftrag) oder Urlaubsw&uuml;nsche anderer Arbeitnehmer, die aus sozialen Gr&uuml;nden den Vorrang verdienen (z.B. Eltern schulpflichtiger Kinder) entgegenstehen (&sect; 7 Abs. 1 BUrlG) Der Arbeitgeber kann einheitliche Betriebsferien festlegen. Der Auszubildende mu&szlig; dann in dieser Zeit Urlaub nehmen. Sofern ein Betriebsrat besteht, mu&szlig; dieser der Betriebsferienregelung zustimmen. Bei Jugendlichen soll der Urlaub w&auml;hrend der Berufsschulferien gew&auml;hrt werden (&sect; 19 Abs. 3 JArbSchG). Es m&uuml;ssen gravierende Gr&uuml;nde vorliegen, damit der Betrieb an diese gesetzliche Regelung nicht gebunden ist (z.B. Betriebsferien au&szlig;erhalb der Berufsschulferien). Bereits genehmigter Urlaub kann vom Arbeitgeber nicht einseitig wiederrufen werden. Anspr&uuml;che des Auszubildenden bei Nichtgew&auml;hrung des Urlaubs Der Auszubildende ist in keinem Fall berechtigt, eigenm&auml;chtig den Urlaub anzutreten (BAG 25.10.1994, NZA 95,591). Der eigenm&auml;chtige Urlaubsantritt ist eine Vertragsverletzung, die zur Abmahnung und ggf. fristlosen K&uuml;ndigung berechtigt. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber trotz Geltendmachung den Urlaub nicht erteilt. Der Auszubildende kann nur beim Arbeitsgericht im Wege der einstweiligen Verf&uuml;gung oder Leistungsklage den Urlaubsanspruch geltendmachen. Gew&auml;hrt der Arbeitgeber einen beantragten Urlaub nicht, obwohl die Urlaubserteilung objektiv m&ouml;glich ist, ger&auml;t er in Verzug (&sect; 284 Abs. 1 BGB). Mit Ablauf des Urlaubsjahres tritt dann an die Stelle des urspr&uuml;nglichen Urlaubsanspruchs gem. &sect;&sect; 249 Satz 1, 280 Abs. 1, 286 Abs. 1, 287 Satz 2 BGB ein Ersatzurlaubsanspruch in gleicher H&ouml;he. Dieser kann jederzeit innerhalb der 10j&auml;hrigen Verj&auml;hrungsfrist, gerechnet ab dem 1.1. des Folgejahrs (&sect; 199 BGB) geltend gemacht werden (BAG Urteil vom 7.11. 1985 EzA &sect; 7 BUrlG Nr. 39). Beispiel: Urlaubsanspruch 2005: 20 Arbeitstage - wirksam geltend gemacht. Der Arbeitgeber verweigert die Urlaubsgew&auml;hrung. Der Urlaubsanspruch erlischt damit zun&auml;chst am 31.12.2005. Das Erl&ouml;schen tritt n&auml;mlich automatisch mit Ablauf des Kalenderjahres ein, egal aus welchem Grund die Verwirklichung des Urlaubsanspruchs unterblieben ist. Kein &Uuml;bertragungsanspruch nach &sect; 7 Abs. 3 S. 2 BURlG, da die Urlaubsgew&auml;hrung betrieblich m&ouml;glich war. Azubi hat aber als Schadenersatz einen Ersatzurlaubsanspruch von 20 Arbeitstagen. Kann der Azubi diesen Urlaubsanspruch wegen zwischenzeitlich eingetretenem Ausbildungsende nicht mehr realisieren, kann er den Ausgleich in Geld verlangen. &Uuml;bertragbarkeit des Urlaubsanspruchs in das Folgejahr Der Urlaubsanspruch besteht grunds&auml;tzlich nur f&uuml;r die Dauer des Urlaubsjahres und erlischt automatisch am 31.12. des jeweiligen Jahres (Grundsatz der Bindung des Urlaubs an das Urlaubsjahr- BAG 25. 8.9.87 EzA &sect; 7 BUrlG Nr. 57). Der Auszubildende hat einen Anspruch auf &Uuml;bertragung des Urlaubs in das n&auml;chste Kalenderjahr, wenn dringende betriebliche oder in seiner Person liegende Gr&uuml;nde dies rechtfertigen (&sect; 7 Abs. 3 BUrlG). z.B. Gro&szlig;auftrag, f&uuml;r den die gesamte Belegschaft gebraucht wird und durch den ein Urlaub im Urlaubsjahr nicht m&ouml;glich ist z.B. Arbeitsunf&auml;higkeit, durch die ein Urlaub im Urlaubsjahr nicht m&ouml;glich ist Der &uuml;bertragene Urlaubsanspruch kann gem&auml;&szlig; &sect; 7 Abs. 3 BUrlG nur bis zum 31. M&auml;rz des Folgejahres genommen werden - sofern keine anderweitigen tariflichen oder einzelvertraglichen Regelungen bestehen. Der &uuml;bertragene Anspruch erlischt, wenn die Verwirklichung des Urlaubs auch im &Uuml;bertragungszeitraum wegen dauernder krankheitsbedingter Arbeitsunf&auml;higkeit nicht m&ouml;glich gewesen ist (BAG 04.11.87 EzA &sect; 7 BUrlG Nr. 61). Beispiel: Azubi hat aus 2005 noch Urlaubsrestanspruch von 5 Arbeitstagen, den er wegen Arbeitsunf&auml;higkeit 2005 aber nicht realisieren konnte. Azubi kann daher gem. &sect; 7 Abs. 3 S. 2 BURlG die &Uuml;bertragung dieses Urlaubsanspruchs bis 310.3.2006 verlangen. Ist er bis zum 31.03.2006 allerdings weiter arbeitsunf&auml;hig, n&uuml;tzt ihm dies sofern keine anderweitigen tariflichen oder einzelvertraglichen Regelungen bestehen - nichts, da wegen seiner Dauererkrankung den Urlaub 2005 nicht bis zum 31.3.2006 nehmen kann und der &uuml;bertragenen Anspruch mit Ablauf des &Uuml;bertragungszeitraumes erlischt. (BAG Urteil vom 13.5. 1982 EzA &sect; 7 BUrlG Nr. 25). Der Betrieb kann den &uuml;bertragenen Urlaub nat&uuml;rlich auch nach Ablauf des &Uuml;bertragungszeitraumes noch gew&auml;hren (mu&szlig; aber nicht!). Darf der Auszubildende w&auml;hrend des Urlaubs f&uuml;r einen anderen Arbeitgeber arbeiten? Nein, grunds&auml;tzlich darf der Auszubildende w&auml;hrend des Urlaubs keine Erwerbst&auml;tigkeit aus&uuml;ben, die dem Urlaubszweck widerspricht. Entsteht der Urlaubsanspruch bei Betriebswechsel des Auszubildenden neu? Nein. Hat der Auszubildende bereits von seinem fr&uuml;heren Ausbildungsbetrieb Urlaub erhalten, hat er insoweit keinen Urlaubsanspruch mehr gegen&uuml;ber dem neuen Ausbildungsbetrieb ( &sect; 6 BUrlG). Der fr&uuml;here Ausbildungsbetrieb ist daher verpflichtet, dem Auszubildenden bei Beendigung des Ausbildungsverh&auml;ltnisses eine Bescheinigung &uuml;ber den bereits im Kalenderjahr gew&auml;hrten Urlaub auszuh&auml;ndigen. Der neue Ausbildungsbetrieb kann die Urlaubsgew&auml;hrung bis zur Vorlage dieser Bescheinigung hinausschieben. Im &uuml;brigen hat der Auszubildende im neuen Betrieb einen Urlaubsanspruch erst nach Ablauf einer erneuten Wartezeit. 10. Zul&auml;ssige Sanktionsm&ouml;glichkeiten bei eigenm&auml;chtigem Urlaubsantritt/ unentschuldigtem Fehlen Der eigenm&auml;chtige Urlaubsantritt ist eine Vertragsverletzung, die zur Abmahnung und ggf. fristlosen K&uuml;ndigung berechtigt. Bei Nichterf&uuml;llung seiner Verpflichtungen aus dem Ausbildungsvertrag hat der Auszubildende keinen Anspruch auf die entsprechende Ausbildungsverg&uuml;tung (&sect;&sect; 320 BGB, &#039;&#039;Kein Lohn ohne Arbeit&#039;&#039;). Der Ausbildungsbetrieb kann ihm hierf&uuml;r die anteilige Ausbildungsverg&uuml;tung (ein Drei&szlig;igstel pro unentschuldigtem Fehltag, &sect; 18 Abs. 1 S. 2 BBiG ) abziehen. F&uuml;r unentschuldigte Fehlzeiten darf kein Urlaubstag abgezogen werden, da der Urlaubsanspruch nicht an die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers gebunden ist. Auch eine entsprechende Vereinbarung mit dem Auszubildenden verst&ouml;&szlig;t gegen &sect;&sect; 134 BGB bzw. &sect; 4 TVG und ist daher nichtig. Ausnahme: Ausdr&uuml;ckliche tarifliche Regelung</p> <p><a href="https://www.jobadu.de/pdfs/22227.pdf">Publikation zeigen</a></p>