<h1>E-Learning im Betrieb</h1> <h2>Diese Brosch&uuml;re zeigt, wie die Betriebsparteien Fragen zum E-Learning aufgreifen und regulieren. Mehr zur Mitbestimmung... Quelle Hans-B&ouml;ckler-Stiftung</h2> <p>E-Learning: Begriff und Anwendung im Unternehmen. E-Learning bezeichnet alle elektronisch unterst&uuml;tzten Formen des Lernens. Sie geh&ouml;ren inzwischen zum betrieblichen Alltag und unterliegen der Mitbestimmung durch Betriebs- und Personalr&auml;te. Um entsprechende Sachverhalte zu regeln, schlie&szlig;en Gesch&auml;ftsleitungen und betriebliche Interessenvertretungen Vereinbarungen ab. Die 2012 aktualisierte Auswertung basiert auf 43 Vereinbarungen. Sie zeigen, wie die Betriebsparteien Fragen zum E-Learning aufgreifen und regulieren. Die Formen des E-Learning haben sich in der Praxis weiterentwickelt und differenziert. &Auml;ltere Vereinbarungen n&auml;herten sich dem E-Learning vorsichtig und f&uuml;hrten zun&auml;chst Pilotphasen ein. Neuere Vereinbarungen gehen demgegen&uuml;ber von E-Learning als Regelform der betrieblichen Bildung aus. Neben die drei grundlegenden Formen von Computer Based Training (CBT), Web Based Training (WBT) und Blended Learning sind die technischen Realisierungen von Lernplattformen, Portalen und Learning-Management-Systemen getreten. Zunehmend wird E-Learning nun mit Wissensmanagement, Personal- und Organisationsentwicklung verbunden und im Zusammenhang mit den neuen so genannten &#039;&#039;Social Media&#039;&#039; (&#039;&#039;soziale Medien&#039;&#039;) genutzt. In den meisten vorliegenden Vereinbarungen steht der Einsatz von Lernprogrammen im Vordergrund, stark vertreten sind auch Regelungen zu Learning-Management-Systemen und Lernplattformen, aber erst eine kleinere Zahl thematisiert Wissens- und Skill-Management. Die Regelungen befassen sich mit Zielen von Programmen und technischen Einrichtungen Rahmenbedingungen des Lernens mit technischen Systemen Qualit&auml;tsmerkmalen von Lernprogrammen Leistungs- und Ergebniskontrollen, Datenschutz der Beteiligung des Betriebsrates an den betrieblichen Verfahren. Die Erfahrungen zeigen: E-Learning &#039;&#039;nebenher&#039;&#039; funktioniert nicht. Diese Erkenntnis ber&uuml;cksichtigen die Verhandlungspartner, wenn sie die Lage und Ausstattung der Lernorte und Lernpl&auml;tze regeln. Zudem erweist sich der isolierte Einsatz von E-Learning-Programmen als wenig erfolgreich. Es ist daher ratsam, E-Learning in den Zusammenhang von betrieblicher Bildungsarbeit und Pr&auml;senzlernen - den Austausch der Lernenden untereinander bzw. mit Trainern und Anleitenden - zu stellen. Das beachten die Vereinbarungen, wenn sie festlegen, dass E-Learning erg&auml;nzend zu den Pr&auml;senzformen des Lernens genutzt werden soll. Der Begriff E-Learning bezeichnet im Prinzip alle Formen des Lernens, die elektronische oder digitale Medien einsetzen, um Lerninhalte und -material zu pr&auml;sentieren und die Kommunikation der Lernenden zu unterst&uuml;tzen. Gelernt wird online, multimedial oder auch via Fernsehbildschirm. Die Technologien variieren, ebenso die didaktischen Konzepte. F&uuml;r die folgende Analyse wurden 43 betriebliche Vereinbarungen ausgewertet, die zwischen 1997 und 2011 abgeschlossen wurden. Sie befassen sich vor allem mit Formen des Wissenserwerbs und Lernens am PC. In den letzten Jahren hat sich E-Learning weiter etabliert. Es wird gezeigt, welche Regelungstrends zur Gestaltung von Weiterbildung in Form von ELearning in Unternehmen bestehen und wie die betrieblichen Akteure das Thema aufgreifen. Die Auswertung verfolgt dabei nicht das Ziel, Regelungen zu bewerten, denn die Hintergr&uuml;nde und Strukturen in den Betrieben und Verwaltungen sind uns nicht bekannt. Unter E-Learning werden alle elektronisch unterst&uuml;tzten Formen des Lernens verstanden. In der Praxis bedeutet dies: Lernen am PC. Dar&uuml;ber, wie weit dies in der betrieblichen Bildungspraxis verbreitet ist, gehen die Meinungen auseinander. Immer wieder ver&ouml;ffentlichen einschl&auml;gige Zeitschriften Hinweise, nach denen ein bestimmter Prozentsatz von Unternehmen bereits E-Learning nutzt oder es in naher Zukunft nutzen will. Dabei handelt es sich jedoch nicht um repr&auml;sentative Untersuchungen, sondern um Umfragen unter ausgew&auml;hlten Firmen oder um Online-Befragungen im Internet, zu denen Unternehmen eingeladen werden. Vor einigen Jahren herrschte noch die Auffassung, E-Learning werde &uuml;ber kurz oder lang die traditionellen Formen betrieblicher Bildung wie Kurse und Seminare - das so genannte Pr&auml;senzlernen - zur&uuml;ckdr&auml;ngen. Inzwischen ist angesichts der tats&auml;chlichen Entwicklung Ern&uuml;chterung hinsichtlich der M&ouml;glichkeiten von E-Learning eingetreten: Zum einen zeigten sich die erheblichen Kosten guter elektronischer Lehrmaterialien und Lernarrangements. Zum anderen entstanden zunehmend Zweifel an der Effektivit&auml;t eines isolierten E-Learning f&uuml;r die Verbesserung der Kompetenzen und Qualifikationen. In welchem Ausma&szlig; E-Learning betriebliche Bildungsarbeit letztlich tats&auml;chlich durchdringt - seine verschiedenen Formen sind Realit&auml;t in den Betrieben. Somit ist es auch Gegenstand der Mitbestimmung durch Betriebs- und Personalr&auml;te. Um die damit verbundenen Sachverhalte zu regeln, werden Vereinbarungen zwischen Gesch&auml;ftsleitungen und betrieblichen Interessenvertretungen abgeschlossen. Diese Auswertung basiert auf 43 Vereinbarungen zum Thema. Sie zeigen, wie die Betriebsparteien Fragen zum E-Learning aufgreifen und regulieren. Die folgenden Ausf&uuml;hrungen st&uuml;tzen sich in den Kapiteln 1, 4 und 5 teils w&ouml;rtlich auf eine fr&uuml;here, inzwischen vergriffene, Ver&ouml;ffentlichung. Eine ausf&uuml;hrliche Darstellung findet sich bei Koch u. a. 2012. Computer Based Training (CBT) und Web Based Training (WBT) Anf&auml;nglich wurde E-Learning h&auml;ufig gleichgesetzt mit Computer Based Training (CBT) und Web Based Training (WBT). Beide Formen werden nach wie vor genutzt. Bei CBT handelt es sich um programmierte Instruktionen, die den Lernenden auf CD-ROM oder DVD zur Verf&uuml;gung gestellt werden. Der Vorteil: CBT ist problemlos auf allen &uuml;blichen PC einsetzbar. Der Nachteil: CBT-Programme sind weder ver&auml;nderbar noch aktualisierbar, sobald sie auf Datentr&auml;gern gespeichert werden. Auch die Hilfestellung durch einen Trainer oder Tutor ist bei solchen Programmen nicht vorgesehen. Sie ist allerdings auch nicht ausgeschlossen. Bei WBT werden die Lektionen in ein Datennetz (Intranet oder Internet) eingebunden und dar&uuml;ber auf den PC &uuml;bertragen. Diese Form des Lernens wird auch als Online-Lernen bezeichnet. Es erlaubt die Betreuung der Lernenden durch einen Trainer oder Tutor. Von einer Zentrale aus kann er oder sie die Lernenden begleiten, Lernergebnisse kontrollieren und R&uuml;ckmeldungen geben. Zudem k&ouml;nnen die Teilnehmenden untereinander kommunizieren, z.B. in so genannten Chatrooms im Intranet oder Internet. Ein weiterer Vorteil: Zentral gespeicherte Lernprogramme lassen sich leichter pflegen und aktualisieren. Diesen deutlichen Vorteilen des WBT steht jedoch ein schwerwiegender Nachteil gegen&uuml;ber, der vor allem bedeutsam ist f&uuml;r den Schutz der Arbeitnehmerinteressen: Die Protokollierung von sensiblen Daten (vgl. Kap. 2.4). Blended Learning und Virtual Classroom Nach ersten Erfahrungen mit diesen beiden Formen des E-Learning erkannte man in den Unternehmen: Sie stellen kein Zaubermittel dar, um alle Bildungsaufgaben zu bew&auml;ltigen oder die Bildungskosten zu senken. Neue L&ouml;sungen werden gesucht, Techniken und Methoden immer wieder verbessert und erprobt. Im Vordergrund standen dabei zun&auml;chst zwei Ans&auml;tze: Beim Blended Learning - dem &#039;&#039;Gemischten Lernen&#039;&#039; - wird das Lernen am PC mit Pr&auml;senzlernen im Seminar oder Workshop kombiniert. E-Learning wird genutzt, um Informationen zu vermitteln. Die Anwendung wird im Seminar unter Anleitung eines Trainers bzw. einer Trainerin gelernt und erprobt. Dies soll vor allem den Nachteil ausgleichen, dass Lernende beim E-Learning allein vor ihrem PC sitzen. H&auml;ufig wird E-Learning auch zur Vor- und Nachbereitung von Pr&auml;senzma&szlig;nahmen eingesetzt. Blended-Learning betont die kommunikative Funktion der Pr&auml;senz: Die Kommunikation der Besch&auml;ftigten untereinander gilt als wichtige Voraussetzung daf&uuml;r, dass neue Informationen in der t&auml;glichen Arbeitspraxis umgesetzt werden. Als Nachteil gilt allerdings, dass die Pr&auml;senz beim Blended-Learning an feste Termine gebunden und so ein Vorteil des E-Learning aufgehoben wird. In einem Virtual Classroom - dem &#039;&#039;Virtuellen Klassenzimmer&#039;&#039; - werden die &uuml;ber das Netz bereitgestellten Lektionen mit einer Trainerin bzw. einem Trainer in einem Online-Unterricht durchgenommen. Die Lernenden versammeln sich zu bestimmter Zeit &uuml;ber ihre PCLernpl&auml;tze in einem virtuellen Klassenzimmer im Netz. Sie k&ouml;nnen schriftlich oder m&uuml;ndlich miteinander kommunizieren. Der Trainer kann Bilder oder Grafiken einspielen, die dann bei allen Teilnehmenden auf dem Bildschirm erscheinen. Wie in einer Schulklasse k&ouml;nnen sie sich zu Wortbeitr&auml;gen melden und werden vom Trainer aufgerufen. Ein Vorteil dieser Lernform besteht in der M&ouml;glichkeit direkter R&uuml;ckmeldung. Allerdings verf&uuml;hren Lektionen im virtuellen Klassenzimmer die Trainer mitunter zu herk&ouml;mmlichem Frontalunterricht, was als uneffizient gilt. Lernplattformen, Lernportale und Learning-Management-Systeme Mit zunehmender Verbreitung von E-Learning und vor allem bei der Einbindung in die betrieblichen Gesch&auml;ftsprozesse werden Lernplattformen, Lernportale im Intranet und Learning-Management-Systeme genutzt. Sie sind technisch aufgebaut und bestimmen heute oft das Bild von E-Learning. Anfangs wurden spezielle Lernplattformen ben&ouml;tigt, um ein einheitliches Datenformat f&uuml;r Lektionen bereitzustellen. Dieses Datenformat sollte insbesondere multimediale Pr&auml;sentationen erm&ouml;glichen. Inzwischen verf&uuml;gen PC jedoch meist standardm&auml;&szlig;ig &uuml;ber Multimediafunktionen oder sind mit entsprechender Software ausgestattet. Gleichzeitig bewirkte das Internet eine betriebssystem&uuml;bergreifende Standardisierung: Die meisten Lernprogramme k&ouml;nnen heute mit den &uuml;blichen Internetbrowsern dargestellt werden. Deshalb konnten auch die Lernplattformen neue Anwendungsfunktionen &uuml;bernehmen. Sie dienen heute vorrangig dazu, die Verwaltung umfangreicher Lernangebote im Netz zu unterst&uuml;tzen und zu organisieren. Dar&uuml;ber hinaus werden sie zunehmend zu umfassenden Learning-Management-Systemen ausgebaut. Mit ihnen k&ouml;nnen alle Bildungsaktivit&auml;ten eines Unternehmens - nicht nur die netzgest&uuml;tzten - verwaltet werden: Lektionen, Teilnehmerdaten und Kurse (einschlie&szlig;lich Hotelbuchungen und Abschlusszertifikate). Content-Management-Systeme verwalten die Inhalte von Lehr- und Lernprogrammen, Learning-Content-Managementsysteme stellen Lernmodule f&uuml;r unterschiedliche Kurse oder Lektionen bereit. Demgegen&uuml;ber stellen Lern- oder Informationsportale unterschiedliche Informationsangebote aus dem Netz in &uuml;bersichtlicher, strukturierter Form f&uuml;r Benutzer im Intranet bereit. Sie bieten einen &Uuml;berblick &uuml;ber unterschiedliche Lernangebote, leiten zu unterschiedlichen Lernplattformen, integrieren mitunter auch Kurse externer Anbieter und machen diese verf&uuml;gbar. Auf der Grundlage dieser technischen M&ouml;glichkeiten wird E-Learning zunehmend in betriebliche Gesch&auml;ftsprozesse eingebunden und mit dem Wissensmanagement verbunden</p> <p><a href="https://www.boeckler.de/pdf/mbf_bvd_elearning_II.pdf">Publikation zeigen</a></p>