<h1>Umgang mit Belastungen und Fehlbeanspruchungen</h1> <h2>Analyse von Vereinbarungen zum Umgang mit psychischen Belastungen und Fehlbeanspruchungen... Quelle Hans-B&ouml;ckler-Stiftung</h2> <p>In den vergangenen Jahren haben psychische Belastungen am Arbeitsplatz stark zugenommen. Dabei sind Zeitdruck, schlechtes F&uuml;hrungsverhalten und Angst vor Arbeitslosigkeit ma&szlig;gebliche Faktoren, die zu psychischen Fehlbelastungen f&uuml;hren. Die Zahl der Krankheitstage aufgrund psychischer St&ouml;rungen steigt, wie Analysen von Krankenkassen zeigen. Psychische Erkrankungen sind inzwischen immer h&auml;ufiger auch der Grund f&uuml;r Fr&uuml;hverrentungen. Von einer psychischen Fehlbelastung spricht man dann, wenn die Psyche &uuml;ber- oder unterfordert wird und sich die Beanspruchung negativ auswirkt. Eine positive Beanspruchung hingegen wirkt motivierend, anregend und wird als abwechslungsreich empfunden. Ressourcen k&ouml;nnen dann genutzt werden. In Unternehmen und Verwaltungen ist psychische Fehlbelastung weitgehend kein Thema mit dem man sich offensiv besch&auml;ftigt. Das legen auch die wenigen betrieblichen Vereinbarungen nahe, die uns hierzu vorliegen. Umso interessanter ist es, was die vorhandenen betrieblichen Vereinbarungen aufzeigen. Aufgrund langfristiger Ver&auml;nderungen in der Arbeitswelt - Auswirkungen der Globalisierung wie u. a. verdichtete und beschleunigte Abl&auml;ufe, verschwimmende Grenzen von Arbeits- und Privatleben oder auch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise 2008 - haben psychische Belastungen zugenommen. Dies dr&uuml;ckt sich sowohl in wachsenden Krankenst&auml;nden aus als auch in Fr&uuml;hverrentungen aufgrund psychischer Erkrankungen. Deshalb haben Betriebs- und Personalr&auml;te Regelungen zur F&ouml;rderung der psychischen Gesundheit bzw. zur Verhinderung von psychischen Fehlbeanspruchungen durchgesetzt. Im Rahmen dieser Kurzauswertung wurden 15 Vereinbarungen ausgewertet, die psychische Belastungen und Fehlbeanspruchungen unter folgenden Aspekten beleuchten: Gef&auml;hrdungsbeurteilung psychischer Belastungen und Fehlbeanspruchungen nach dem Arbeitsschutzgesetz, das gesetzlich vorgeschriebene betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) mit direktem oder indirektem Bezug zu psychischen Erkrankungen arbeitsbedingte oder private Belastungssituationen bzw. konkrete Belastungen oder deren Folgen wie posttraumatische Belastungsst&ouml;rungen, Mobbing oder andere Formen von Diskriminierung. Die 15 ausgewerteten Vereinbarungen beinhalten vielf&auml;ltige Ansatzpunkte, Vorgehensweisen, Modelle und Instrumente, um psychische Belastungen und Fehlbeanspruchungen zu erfassen und - durch entsprechende Ma&szlig;nahmen, deren Bewertung und Kontrolle - zu verringern oder im Optimalfall zu beseitigen. Damit dies m&ouml;glichst rasch gelingt, eignet es sich insbesondere, Grenzwerte festzulegen (vgl. Kap. 2.5 und 6), deren &Uuml;berschreitung zwingend zu Ma&szlig;nahmen f&uuml;hrt. Um diese Ma&szlig;nahmen wiederum m&ouml;glichst schnell festzulegen, kann im Rahmen von Einigungsstellen zu psychischen Belastungen und Fehlbeanspruchungen ein Zwischenbeschluss gefasst werden (vgl. Kapitel 6). Durch ihn wird die Einigungsstelle fortgesetzt, falls sich die Betriebsparteien nicht auf Ma&szlig;nahmen gegen die psychischen Fehlbeanspruchungen einigen. Arbeitsunf&auml;higkeits-Tage Betriebliches Eingliederungsmanagement Psychische Belastungen, Beanspruchungen und Fehlbeanspruchungen Psychische Belastungen wirken von au&szlig;en auf die Besch&auml;ftigten. Sie ergeben sich aus Arbeitsbedingungen wie z.B. Verschiedene psychische Belastungen wirken sich unterschiedlich auf die Besch&auml;ftigten aus. Die Auswirkungen von Belastungen bezeichnet man als psychische Beanspruchung. Sie h&auml;ngen nicht nur von der Dauer und Intensit&auml;t der Belastung ab, sondern auch davon, ob Schutzfaktoren bzw. Ressourcen vorhanden sind. Die Ressourcen der/des Betroffenen, der Organisation und der sozialen Beziehungen puffern die Wirkung von Belastungen ab. Psychische Fehlbeanspruchungen entstehen, wenn zu wenige Ressourcen zur Verf&uuml;gung stehen, um die Belastungen zu bew&auml;ltigen: Sie entstehen, wenn Besch&auml;ftigte &uuml;berfordert werden, aber auch, wenn die Herausforderungen der Arbeit unter ihren M&ouml;glichkeiten liegen und sie demnach unterfordert werden. &#039;&#039;Wird der einzelne Mensch jedoch &uuml;ber- oder unterfordert, so f&uuml;hrt die psychische Belastung zu Fehlbeanspruchung. &Uuml;berforderung versetzt die Betroffenen in einen Alarmzustand. Es entsteht innere Anspannung, Angst, Nervosit&auml;t, Ersch&ouml;pfung usw. Unterforderung erzeugt Langeweile und Unlust. In der Sprache der Norm DIN EN ISO 10075-1 &auml;u&szlig;ert das Ungleichgewicht von Belastungen und Bew&auml;ltigungsm&ouml;glichkeiten durch psychische Erm&uuml;dung, erm&uuml;dungs&auml;hnliche Zust&auml;nde wie Monotonie und psychische S&auml;ttigung sowie Stress.&#039;&#039; (vgl. www.ergo-online.de, Stichwort psychische Belastungen). Langfristig wirken sich psychische Fehlbeanspruchungen auf die Gesundheit aus</p> <p><a href="https://www.boeckler.de/pdf/mbf_bvd_psychische_belastungen.pdf">Publikation zeigen</a></p>