Einführung von Vertrauensarbeitszeit (Hilfe)

Diese Checkliste unterstützt Sie bei der Entscheidung,

ob Sie Vertrauensarbeitszeit in Ihrem Unternehmen einführen...

Quelle: I.O. BUSINESS®

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Entscheidungshilfe: Einführung von Vertrauensarbeitszeit Diese Checkliste unterstützt Sie bei der Entscheidung, ob Sie Vertrauensarbeitszeit in Ihrem Unternehmen einführen. Hierfür haben Sie zum einen die Möglichkeit zur Priorisierung der Ziele, die Sie durch Vertrauensarbeitszeit erreichen können und zum anderen die Chance zur der Prüfung der notwendigen Voraussetzungen. Im Einzelnen können Sie folgende Punkte überdenken, um eine Entscheidung zu fällen: Mögliche Gründe, um über Vertrauensarbeitszeit in Erwägung zu ziehen Gründe aus Sicht des Arbeitgebers Vorteile für die Arbeitnehmer Ziele, die durch Vertrauensarbeitszeit realisiert werden können Voraussetzungen für das Funktionieren von Vertrauensarbeitszeit Prüfung der Rahmenbedingungen: Prozesse, Zeiteinteilung und Infrastruktur ''Reifeprüfung'' für Arbeitgeber und Mitarbeiter: Wie viel Vertrauen hat der Arbeitgeber in seine Arbeitnehmer? Wie viel Verantwortung übernehmen die Mitarbeiter? Einschätzung der Veränderungsbereitschaft im Unternehmen Kosten-Nutzen-Analyse: Aufwand für die Einführung gegenüber dem Nutzen Bei Vertrauensarbeitszeit wird Arbeit nicht mehr durch ein vorwiegend zeitliches, sondern durch ein inhaltliches Erfüllen der vorher festgelegten Erwartungen definiert. Nicht mehr die Arbeitszeit, die der Arbeitnehmer im Unternehmen verbringt wird überprüft, sondern erledigte Tätigkeiten und erzielte Ergebnisse. Mögliche Gründe für Vertrauensarbeitszeit Was spricht aus Ihrer Sicht als Arbeitgeber für die Einführung von Vertrauensarbeitszeit? Steigerung der Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer Entfallen von Überstunden Entfallen der Kosten für Zeiterfassung Verbesserung der Arbeitsproduktivität durch Wegfall von Leerzeiten, d.h. Anwesenheitszeiten, ohne dass ausreichend Arbeit vorliegt Image als attraktiver Arbeitgeber Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit durch selbstbestimmtes Arbeiten Übernahme von Verantwortung für die eigenen Aufgaben Verbesserung des Einflusses auf die eigene Zeiteinteilung Bessere Verbindung von Beruf und Familie Voraussetzungen für Vertrauensarbeitszeit Rahmenbedingungen Bei der Vertrauensarbeitszeit entfällt die Kontrolle über Beginn und Ende der Arbeitszeit, lediglich die über die tägliche Arbeitszeit von 8 Stunden hinausgehende Zeit muss weiterhin erfasst werden (§16 ArbZG). Außerdem sind auch weiterhin die gesetzlichen Regelungen zu Pausen- und Ruhezeiten sowie weitere Vorschriften bezüglich der Sicherheit und des Arbeitnehmerschutzes einzuhalten. Einzelheiten hierzu finden Sie insbesondere im Arbeitszeitgesetz, Jugendarbeitsschutzgesetz und Mutterschutzgesetz. Achten Sie bitte auch auf branchenspezifische Vorschriften, wie z.B. die Fahrpersonalverordnung. Wenn Sie - wie im Falle der Vertrauensarbeitszeit - die Entscheidungsbefugnis bezüglich der Lage und des Ausmaßes der Arbeitszeit an die Arbeitnehmer delegieren, sind diese über die gesetzlichen Vorschriften ausreichend zu informieren. Wie gut passt Vertrauensarbeitszeit zu den betrieblichen Rahmenbedingungen des Unternehmens? Die Arbeitsprozesse in Produktion, Dienstleistung bzw. Kundenservice lassen sich ohne Leistungsverluste auf Vertrauensarbeit umstellen, sofern die ausreichende Besetzung für die Aufgabenerfüllung gewährleistet ist. Die Arbeitszeit kann individuell oder im Team eingeteilt werden. Der ggf. notwenige Schichtbetrieb lässt sich auch in Vertrauensarbeitszeit gewährleisten. Nach Information der Mitarbeiter über die gesetzlichen Vorschriften, die bezüglich der Arbeits- und Pausenzeiten eingehalten werden müssen, kann die Dokumentation an die Mitarbeiter delegiert werden. Die Infrastruktur (entsprechende Ausstattung, Arbeitsmaterialien etc.) des Unternehmens ist für wechselnde Besetzungsstärken der Mitarbeiter ausgerichtet. Viele Aufgaben können unabhängig von Arbeitsort und Tageszeit erledigt werden, z.B. im Homeoffice, per E-Mail, Mobiltelefon, PDA oder bei Gesprächen mit Lieferanten oder Kunden außerhalb des Unternehmens. Bezogen auf Prozesse, Zeiteinteilung und Infrastruktur Unternehmenskultur, Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit Wie gut passt Vertrauensarbeitszeit zur Kultur Ihres Unternehmens und den dort gelebten Grundsätzen der Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit? Die Basis für Vertrauensarbeitszeit ist eine Kultur, die durch gegenseitiges Vertrauens und Verantwortungsbewusstsein geprägt ist. Bitte kreuzen Sie nachfolgend an, wie Sie die Möglichkeiten für Vertrauensarbeitszeit bezogen auf den Reifegrad des Unternehmens und der dort tätigen Menschen einschätzen. Vertrauensarbeit Führung erfolgt durch Management by Objectives (MbO). Regelmäßige arbeits- und ergebnisbezogene Gespräche finden statt. Die Führungskräfte delegieren die selbständige Bearbeitung von Aufgaben und Projekte an ihre Mitarbeiter und vertrauen ihnen. Die Führungskräfte versorgen ihre Mitarbeiter mit den zur Bearbeitung der Aufgaben notwendigen Informationen, Materialien, Instrumenten und Personen und unterstützen diese bei Bedarf. Die Mitarbeiter handeln selbstverantwortlich und treffen Entscheidungen im Rahmen ihrer Befugnisse. Die Mitarbeiter nutzen das ihnen entgegengebrachte Vertrauen nicht aus. Führungskräfte und Mitarbeiter sind mit Zielvereinbarungen vertraut. Die Mitarbeiter arbeiten im Team. Die Mitarbeiter sprechen Arbeitszeiten im Team selbstständig ab und erstellen Einsatzpläne unter Gewährleistung ausreichender Besetzung, z.B. für Servicezeiten oder zur Fristeinhaltung von Lieferterminen. Die Führungskräfte überwachen die Einsatzplanung bezüglich der Verteilungsgerechtigkeit und greifen nur bei wiederholter Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Teammitglieder bei der Aufgabenoder Zeiteinteilung ein. Die Mitarbeiter im Team informieren sich gegenseitig über relevante Aspekte mit Bezug auf die erfolgreiche Bewältigung der Aufgaben. Bei Vertrauensarbeitszeit wird zeitorientiertes Arbeiten durch ziel- und ergebnisorientiertes Arbeiten ersetzt. Eine solche Umstellung erfordert die Bereitschaft von allen, neue und bisher ungewohnte Wege zu gehen. Da die Einführung von Vertrauensarbeitszeit mitbestimmungspflichtig ist, empfiehlt es sich, die Personalvertretung frühzeitig in den Veränderungsprozess einzubeziehen. Sofern Sie von den Vorteilen der Vertrauensarbeitszeit überzeugt sind und in den vorigen beiden Abschnitten hauptsächlich die mittlere Spalte angekreuzt haben, unterstützen Sie die folgenden Fragen bezüglich der Einschätzung der notwendigen Veränderungsbereitschaft im Unternehmen. Wie schätzen Sie die Veränderungsbereitschaft der im Unternehmen tätigen Menschen ein? Bitte kreuzen Sie nachfolgend an, wie Sie die Möglichkeiten für Vertrauensarbeitszeit bezogen auf die Veränderungsbereitschaft einschätzen. Die Führungskräfte haben Erfahrungen im Change Management, beziehungsweise beurteilen Wandel positiv, wenn er Erfolg verspricht. Die Personalvertretung lässt sich von guten Argumenten überzeugen und ist bereit, erfolgversprechende Projekte zu unterstützen. Die Mitarbeiter sind zukunftsorientiert und bereit neue Wege zu gehen, sofern diese für sie Vorteile mit sich bringen. Kosten-Nutzen-Analyse für die Einführung der Vertrauensarbeitszeit Der maßgebliche Aufwand betrifft die Umstellung von Zeit- auf Ergebnisorientierung bei Systemen, Strukturen und Menschen. Wo entstehen durch die Umstellung auf Vertrauensarbeitszeit Kosten? Kosten entstehen durch folgende Maßnahmen: Planungskosten (Suche nach Best Practice Beispielen etc.) Festlegen von Zielen und Rahmenbedingungen für Vertrauensarbeitszeit _ Schulung der Führungskräfte (z.B. zu Zielvereinbarungen oder MbO) Schulung der Mitarbeiter (z.B. in Zeit- und Selbstmanagement oder selbstverantwortlicher Arbeitsweise) Schrittweiser Aufbau der Vertrauensspirale Kosten für die Kapazitätsberechnung / Planung des Zeitbedarfs und Personalbedarfs für die Zielerreichung / Meetings Zeit zum Überprüfen der Zielerreichung durch die Führungskräfte Senkung der Kosten für das Zeiterfassungssystem Senkung der Kosten für Berechnung und Auszahlung von Überstunden Senkung der Kosten für Arbeitszeit, in der nichts geleistet wird Nutzen durch größere Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter Kostensenkung oder Nutzen durch weitere Maßnahmen, welche? Ergebnis der Kosten-Nutzen-Analyse Die Kosten übersteigen den Nutzen Kosten und Nutzen sind in etwa gleich hoch Der Nutzen übersteigt die Kosten Kosten und Nutzen sind nicht ausreichend gut zu prognostizieren Entscheidung Vertrauensarbeit soll baldmöglichst eingeführt werden. Die nächsten Handlungsschritte: Das Konzept der Vertrauensarbeitszeit überzeugt, aber die Voraussetzungen für Vertrauensarbeit sind noch nicht gegeben. Die nächsten Schritte, um diese zu erfüllen...

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