Staubbekämpfung

Außer den zehn goldene Regeln zur Staubbekämpfung finden Sie für jede Regel auch eine Checkliste...

Quelle: VBG

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Zehn goldene Regeln zur Staubbekämpfung Staub erst gar nicht entstehen lassen Staubarme Materialien verwenden Staub unmittelbar an der Entstehungsstelle absaugen Absaugungen optimieren und regelmäßig warten Arbeitsräume ausreichend lüften Abfälle sofort und staubfrei beseitigen Arbeitsplätze regelmäßig reinigen Arbeitskleidung sauber halten Bei staubintensiven Arbeiten Atemschutz benutzen Stäube sind disperse Verteilungen fester Stoffe in Gasen, insbesondere Luft, entstanden durch mechanische Prozesse oder durch Aufwirbelung. Mit dieser recht kompliziert anmutenden Definition wird eine ganz spezielle Art von Gefahrstoffen umschrieben, denen in vielen Industriezweigen eine besondere Bedeutung zukommt. Im Bergbau, in Steinbrüchen und im Tunnelbau, beim Einsatz von staub- beziehungsweise pulverförmigen Rohstoffen in der Glas- und Keramik-Industrie, in Metall-Gießereien, bei der Herstellung und Verarbeitung von Baustoffen, beim mechanischen Bearbeiten verschiedener Roh- und Fertigerzeugnisse, zum Beispiel durch Schleifen, aber auch bei Wartungs- und Reinigungsarbeiten in Bereichen mit hohem Staubanfall: Bei all diesen Prozessen entstehen feine bis feinste Feststoffteilchen, die in die Luft am Arbeitsplatz gelangen und damit von den dort beschäftigten Menschen eingeatmet werden können. Die durch das Einatmen von Staub entstehende Gesundheitsgefährdung wird allerdings von den Beschäftigten und von den im Betrieb verantwortlichen Führungskräften meist in verhängnisvoller Weise unterschätzt. Zum einen betrachtet man Staub oft nur als lästigen Dreck, der notgedrungen ab und zu weggefegt oder beseitigt werden muss - solange man noch die Hand vor Augen sieht, ist alles o.k. Zum anderen ist das Thema Staub doch ein alter Hut, die sprichwörtlichen Dreckbuden gehören jedenfalls der Vergangenheit an, oder etwa nicht? Um solchen verhängnisvollen Vorurteilen wirksam begegnen zu können und damit eine effektive Staubbekämpfung zu ermöglichen, ist eine tiefergehende Kenntnis der Art und Wirkungsweise der unterschiedlichen Staubarten notwendig. durch mechanische Bearbeitung (Zerkleinerung oder Oberflächenbearbeitung) oder durch Aufwirbeln - zum Beispiel durch Abblasen mit Druckluft oder Trockenkehren mit dem Besen - entstehen. Rauche zählen im erweiterten Sinne zu den Stäuben. Sie werden durch chemische oder thermische Prozesse - zum Beispiel Schweißen - gebildet und bestehen ebenfalls aus in der Luft fein verteilten festen Teilchen. Als Faserstäube werden luftgetragene Partikel aus anorganischen oder organischen Stoffen bezeichnet, die eine längliche Gestalt besitzen. Eine besondere Rolle spielen dabei Fasern, die eine Länge von 5 qm, einen Durchmesser 3 qm haben und ein Länge-DurchmesserVerhältnis von 3:1 überschreiten, da nur sie bis in die tieferen Atemwege vordringen können. Die in der Luft am Arbeitsplatz auftretenden Stäube werden beim Atmen inhaliert und gelangen so in die verschiedenen Bereiche der Atmungsorgane. Größere Partikel werden bereits in den oberen Luftwegen, also im Nasen- und Rachenraum, abgeschieden, nur die kleineren Teilchen erreichen die tieferen Atemwege, die Alveolen oder Lungenbläschen. Zur Beurteilung der Gesundheitsgefährdung ist daher neben der Teilchenkonzentration (Staubmasse pro Atemluft in (mg/ )) insbesondere auch die Teilchengröße von Bedeutung. Zwei Größenklassen werden dabei unterschieden: die einatembare und die alveolengängige Fraktion. Unter einatembarem Staub (E-Fraktion) wird der gesamte, durch Mund und Nase einatembare Anteil des Staubes bezeichnet. Als alveolengängiger Staub (A-Fraktion) wird der Anteil des einatembaren Staubes verstanden, der aufgrund seiner geringen Größe bis in die Lungenbläschen gelangen kann. Die einzelnen Schadstoffe können, je nach Art ihrer Entstehung, in ganz unterschiedlichen Teilchenfraktionen auftreten und dort, entsprechend ihrer toxischen Eigenschaften, über den Luftgrenzwert individuell begrenzt sein. Die Beurteilung gesundheitsgefährlicher Stäube am Arbeitsplatz setzt deshalb neben der Gefährdungsbeurteilung bei Stäuben Physikalische und biologisch-toxische Eigenschaften Kanzerogen Asbest, Arsen, Chromate, Azofarben Toxisch Blei, Cadmium, Antimon, Farbstäube, Fluoride Teilchengröße und Form Fibrogen/irritativ Asbest, Quarz, KMF, Allgemeiner Staub E-Staub A-Staub Sensibilisierend Mehlstaub, Nickel, Cobalt, Phenol-Formaldehydharz Nanopartikel Fasern Biobeständigkeit/Löslichkeit Welche Stäube gibt es eigentlich? Wie bereits definiert, sind Stäube in der Luft fein verteilte, feste Teilchen, die Oberfläche Zehn goldene Regeln zur Staubbekämpfung oder Mehlstäube, ihre schädigende Wirkung in den Atemwegen und in anderen Körperorganen entfalten. Teilchengrößenverteilung nach DIN EN 481 Tracheobronchialstaub Nasen-, Rachen-, Kehlkopfstaub einatembar E thoraxgängig Aerodynamischer Partikeldurchmesser (qm) E Einatembare Fraktion (E-Fraktion): Massenanteil aller Schwebstoffe, der durch Mund und Nase eingeatmet wird A Alveolengängige Fraktion (A-Fraktion): Massenanteil der eingeatmeten Partikel, der bis in die nichtciliierten Luftwege vordringt Kenntnis der Anteile des A- und E-Staubes auch das Wissen um die Schadstoffverteilung innerhalb der einzelnen Fraktionen voraus. Es muss eine Differenzierung nach Teilchengröße, Gestalt und stofflicher Zusammensetzung erfolgen. Luftgrenzwerte für verschiedene Stäube wurden nach diesem Prinzip bislang entweder für die alveolengängige oder für die einatembare Staubfraktion festgelegt. Unabhängig davon gibt es für Stäube ohne spezielle toxische Wirkung allgemeine Obergrenzen für die A- und E-Fraktion. In der EU ist für A- und E-Staub bislang kein bindender Grenzwert festgelegt. Für E-Staub gilt allerdings in den meisten EU-Mitgliedstaaten ein Grenzwert, während die nationalen Werte für A-Staub in einem Bereich von 1,25 bis 6 mg/ liegen. Ein Überblick über die international gültigen Staubgrenzwerte findet sich in der Tabelle auf Seite 5. Für Quarzfeinstaub wurde 2015 ein Beurteilungsmaßstab veröffentlicht. Wie gelangen Stäube in den Körper und welche Wirkung haben sie? Der Mensch verfügt über ein Atemsystem mit einem effektiven Selbstreinigungsmechanismus (clearance). Mit normalem Schmutz wird dieses Filtersystem mühelos fertig und schützt den Menschen ziemlich perfekt. Auf eine übermäßige Belastung durch Stäube ist es jedoch nicht ausreichend ausgelegt. Eine wesentliche Funktion bei der Selbstreinigung der Atemwege spielen die mikroskopisch kleinen Flimmerhärchen, mit denen die Bronchien und deren feinere Verzweigungen, die Bronchiolen, ausgekleidet sind. Sie transportieren durch ständige, gerichtete Bewegungen die im Bronchialschleim abgelagerten Staubteilchen wieder in den oberen Atemtrakt, wo sie dann abgehustet werden können. Durch das Einatmen großer Staubmengen beziehungsweise von toxischen Stäuben kann dieser Reinigungsmechanismus zum Erliegen kommen oder zumindest längere Zeit stark beeinträchtigt werden. Die Folge sind Reizungen oder Entzündungen der oberen Atemwege, vermehrte Schleimabsonderungen und Hustenreiz, Bronchitis und Entzündungen der Bronchien und des Lungengewebes. Umso leichter können dann toxische, krebserzeugende und allergisierende Staubteilchen, wie zum Beispiel Quarzstaub, Schwermetalloxide, Schweißrauche, Holz Tabakrauch beeinträchtigt den Reinigungsmechanismus der Lunge in ganz besonderer Weise. Rauchen kann zur Zerstörung der Bronchialschleimhaut mit irreversiblem Verlust von Flimmerhärchen und Schleim bildenden Drüsenzellen der Atemwege führen. Der Abtransport des Schleimes mit den darin abgeschiedenen Staubpartikeln kommt zum Erliegen. Rauchen schädigt also nicht nur durch die toxischen Substanzen des Tabakrauches, wie Teerbestandteile, Kohlenmonoxid, Formaldehyd, Benzol, Schwermetalle und Nikotin. Es setzt auch den Selbstreinigungsmechanismus der Lunge außer Funktion und vervielfacht damit die schädliche Wirkung des eingeatmeten Staubes. Welche Regelungen zum Staubschutz gibt es? Die grundlegende Vorgehensweise beim Staubschutz ist in der Agenzien-Richtlinie 98/24/EG vom 7. April 1998 festgelegt. Danach ist zu prüfen, ob Stoffe mit einem geringeren gesundheitlichen Risiko verwendet werden können (Substitutionsgebot). Quarz ist allerdings als Rohstoff in vielen Industriezweigen nicht zu ersetzen, da Siliziumdioxid der Grundbaustein für eine ganze Reihe von mineralischen Rohstoffen und Erzeugnissen ist. Andere häufig verwendete gefährliche Stäube zum Beispiel Bleioxid in Glasuren und Engoben - können manchmal durch andere, weniger schädliche Verbindungen ersetzt werden. Können Gefahrstoffe nicht substituiert werden, so sind Schutzmaßnahmen zu treffen. Die Rangfolge der Schutzmaßnahmen gibt ebenfalls die Agenzien-Richtlinie vor. Arbeitsverfahren sind so zu gestalten, dass gefährliche Dämpfe und Schwebstoffe nicht frei werden. Ein Entweichen entstehender Stäube kann zum Beispiel durch staubdichte Anlagen oder durch Vakuumbetrieb erreicht werden. Die Gestaltung der Arbeitsverfahren ist deshalb Reparaturarbeiten - so sind personenbezogene Maßnahmen erforderlich, zum Beispiel das Tragen von Staubmasken...

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