Leitfaden für die Gründungsberatung 45plus

Gründungsinteressierte 45plus benötigen eine Gründungsberatung, die ihre unterschiedlichen Lebenslagen,

Kompetenzen und Bedürfnisse berücksichtigt. Dieser Leitfaden bietet eine Praxishilfe

für Gründungsberater/innen, aber auch eine Orientierung für angehende ältere Gründer/innen selbst...

Quelle: RKW Kompetenzzentrum

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Senior Entrepreneurship Leitfaden für die Gründungsberatung 45plus Im gesamten Text werden unterschiedliche Begriffe für die angesprochene Zielgruppe verwendet. Darunter Gründerinnen und Gründer 45plus, Senior Gründerinnen und Gründer, Senior Entrepreneure, Spätgründerinnen und -gründer, Gründerinnen und Gründer ab dem mittleren Alter (vgl. RKW-Studie, 2013), gelegentlich ältere Gründerinnen und Gründer (vgl. RKW-Studie, 2010). Sie spiegeln einerseits die Heterogenität dieser Zielgruppe wider, sind andererseits untereinander austauschbar. Die folgenden Bezeichnungen sollen demgegenüber genauer auf spezielle Untergruppen verweisen: Babyboomer sind mit Gründerinnen und Gründern mittleren Alters gleichzusetzen und befinden sich in der Altersspanne zwischen 46-60 Jahren. Gründerinnen und Gründer im fortgeschrittenen Alter befinden sich entweder im Rentenalter oder kurz davor. Hiermit sind Menschen ab 60 Jahren gemeint. Wer sind die Gründerinnen und Gründer 45plus? Warum gründen sie?. Gründungswillige 45plus abholen, wo sie sind. Beratung auf Augenhöhe: Peer-Beratung. Liquidität und Rentabilität. Persönliche Absicherung/Altersvorsorge. Deutschland braucht dringend Unternehmensnachwuchs: Der kürzlich erschienene DIHK-Gründerreport verzeichnet zum vierten Mal in Folge einen negativen Rekord in den Gründungsberatungszahlen. Auch der aktuelle Zustrom junger Menschen aus Krisenländern wird diese Situation mittelfristig nicht ändern können. Um in der globalisierten Welt wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen daher noch bessere Bedingungen zur Gründung und zum Wachstum junger Unternehmen geschaffen werden. Eine weitere Herausforderung stellt der demografische Wandel dar. Die hiermit eingehenden Alterungsprozesse der Gesellschaft bringen viele Änderungen mit sich, etwa im Bereich der finanziellen Altersabsicherung, für Unternehmen bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses und auch der Innovationsfähigkeit. Die deutsche Volkswirtschaft funktioniert mit nur wenigen Prozent der Bevölkerung: den Unternehmern. Sie gehen Risiken ein, bringen Arbeitskraft und Finanzmittel mit, schaffen Umsatz und Wachstum und stellen eine Vielzahl von Arbeitsplätzen bereit. Eine Abnahme in diesem Bereich würde gerade unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft nachhaltigen Schaden zufügen. Wenn wir uns die jüngste Entwicklung der Altersstruktur von Existenzgründerinnen und Existenzgründern in Deutschland anschauen, fällt eins ins Auge: Die deutschen Gründerinnen und Gründer werden langsam, aber kontinuierlich älter. Das belegen die Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors der vergangenen Jahre. Menschen zwischen 45 und 64 Jahren sind aktuell an rund einem Drittel aller Gründungen beteiligt, während sie im Jahr 2006 vergleichsweise lediglich ein Viertel der Gesamtgründungen ausmachten. Wachstumstreiber ist derzeit die Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen: Sie haben von 2013 auf 2014 um über ein Drittel zugenommen (siehe Abbildung 1). Zwar sind Menschen ab 45 Jahren immer noch eher seltener am Gründungsgeschehen beteiligt. Die meisten Gründerinnen und Gründer in Deutschland sind zwischen 25 und 34 Jahre alt. Aber: Die Gründungen 45plus sind trotz leichtem Rückgang bzw. Stagnation der Gründungszahlen in Deutschland insgesamt deutlich angestiegen. Vorreiter USA Der Trend, der sich ablesen lässt, ist weltweit nicht neu. So waren die Senior Entrepreneure (Late Bloomers) in den USA die Hauptakteure der Blütezeit der Gründungen in den 90er-Jahren. Aktuell machen die über 45-Jährigen in den USA sogar die Hälfte der Gesamtgründungen aus. Gründen im fortgeschrittenen Alter ist deshalb dort kein neues Phänomen mehr. Ganz im Gegenteil: Babyboomer gehören selbstverständlich zum Gründungsgeschehen und zur Gründerszene. Senior Entrepreneure werden sicherlich das Gründungsgeschehen auch in Deutschland in den nächsten Jahren prägen. Das liegt zum einen daran, dass sie weiterhin den größten Teil der Bevölkerung ausmachen werden. Zum anderen zeigen auch ältere Menschen aus verschiedenen Gründen ein großes Interesse an der beruflichen Selbstständigkeit. Das belegen unter anderem die IHK-Zahlen zur Gründungsberatung in der Abbildung 2. Das bedeutet: Nicht nur der demografische Wandel, sondern auch die steigende Unsicherheit bzw. die wechselhaften Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt werden in den nächsten Jahren voraussichtlich für eine kontinuierliche Zunahme der Gründungstätigkeit von Menschen 45plus sorgen. Eine besondere Bedeutung haben die Gründungen 45plus aus arbeitsmarktpolitischer Sicht. Das frühzeitige Ausscheiden aus dem Arbeitsleben - freiwillig die einen, zwangsweise (zum Beispiel aufgrund von Umstrukturierung oder Schließungen in Unternehmen) die anderen - bietet die Möglichkeit des Neustarts in eine späte Erwerbsphase: als Unternehmerin oder Unternehmer. Viele Spätgründerinnen und -gründer empfinden diesen Neustart als eine besondere berufliche Chance. Die Selbstzufriedenheit mit der Gründungsentscheidung ist in dieser Altersgruppe besonders hoch. Gründungsberatungen nach Alter...

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