Berufliche Entwicklung der Hochschulabsolventen 2009

Der Großteil der Absolvent(inn)en ist fünf Jahre nach dem Studienabschluss erwerbstätig.

Rund neun von zehn der Befragten sind in Beschäftigung.

Die Gründe dafür, dass derzeit keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, sind hauptsächlich Elternzeiten bzw. Kindererziehung

oder weitere Qualifizierungen, bei denen es sich meistens um Promotionen handelt...

Quelle: DZHW

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Berufliche Entwicklung der Hochschulabsolvent(inn)en 2009. Hochschulische Weiterqualifizierung. Bachelorabsolvent(inn)en mit Masterabschluss. Bachelorabsolvent(inn)en ohne Masterabschluss. Verlaufsprofile der Absolvent(inn)en. Hochschulische Weiterqualifizierung im Überblick. Determinanten für den Übergang in das Masterstudium. Zusätzliche Erträge des Masterstudiums. Promotionen. Mobilität von Hochqualifizierten. Hochschulische Weiterqualifizierung nach Erstabschluss. Determinanten von Bildungsentscheidungen. Übergänge in das Masterstudium. Dimensionen der Arbeitszufriedenheit. Der Absolventenjahrgang 2009 war bereits trotz der eher widrigen Umstände (Ausläufer der Wirtschafts- und Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008) recht gut gestartet. Auch in der Folgezeit setzte sich dieser positive Start - unterstützt durch eine günstige gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den Jahren ab 2010 - fort. So sind zum Befragungszeitpunkt nur sehr wenige Absolvent(inn)en sowohl mit traditionellem als auch mit Bachelorabschluss arbeitslos. Mit zwei (FH) bzw. drei Prozent (Uni) liegt die Arbeitslosenquote auf dem Gesamtniveau aller Personen mit einem akademischen Abschluss. Der Großteil der Absolvent(inn)en ist fünf Jahre nach dem Studienabschluss erwerbstätig. Rund neun von zehn der Befragten sind in Beschäftigung. Die Gründe dafür, dass derzeit keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, sind hauptsächlich Elternzeiten bzw. Kindererziehung oder weitere Qualifizierungen, bei denen es sich meistens um Promotionen handelt. Werdegänge und Entwicklungen innerhalb der Kohorte Die berufliche Entwicklung und die Werdegänge der Absolvent(inn)en mit traditionellem Abschluss unterscheiden sich nicht wesentlich von denen der Absolvent(inn)en vorheriger Jahrgänge. Arbeitslosigkeit und Übergangsjobs sind vor allem ein Phänomen, das im ersten Jahr nach dem Studienabschluss auftritt. Im Verlauf dieses ersten Jahres steigt der Anteil an Personen in regulärer Erwerbstätigkeit besonders deutlich an. Bei Absolvent(inn)en mit Fachhochschuldiplom ist dann nach rund drei Jahren kein weiterer Anstieg mehr zu verzeichnen. Bei Absolvent(inn)en mit traditionellem Universitätsabschluss gibt es im Zeitraum zwischen 18 und 36 Monaten nach dem Studienabschluss noch einmal eine deutliche Zunahme regulär Erwerbstätiger (von ca. 60 auf gut 80%). Der Hauptgrund dafür ist, dass zahlreiche Absolvent(inn)en zunächst noch eine zweite Ausbildungsphase (wie z.B. ein Referendariat) durchlaufen, bevor sie eine Erwerbstätigkeit aufnehmen. Die Verläufe der Bachelorabsolvent(inn)en weisen dagegen eine deutlich andere Struktur auf. Gerade unter Universitätsabsolvent(inn)en ist ein weiteres Studium im Anschluss an den Bachelorabschluss nahezu der Regelfall. Entsprechend wächst zunächst der Anteil an Personen in einem weiteren Studium an. Gut ein Jahr nach dem Erstabschluss liegt er bei rund 80 Prozent, und ca. zwei Jahre nach dem Erstabschluss sinkt dieser Anteil. Insgesamt haben fünf Jahre nach dem Erstabschluss 85 Prozent der Bachelorabsolvent(inn)en von Universitäten an einer längeren akademischen Weiterbildung (im Regelfall handelt es sich dann um ein Masterstudium) teilgenommen. Entsprechend gering sind zunächst die Anteile an Personen in regulärer Erwerbstätigkeit. Ein Jahr nach dem Studienabschluss liegt er bei 20 Prozent, er steigt dann rund zwei Jahre danach sukzessive an und erreicht fünf Jahre nach dem Studienabschluss einen Wert von rund 80 Prozent. Bachelorabsolvent(inn)en von Fachhochschulen nehmen dagegen seltener ein weiteres Studium auf. Knapp zwei Drittel (62%) haben fünf Jahre nach dem Bachelorabschluss eine längere akademische Qualifizierungsphase absolviert. Rund ein Jahr nach dem Erstabschluss liegt der Anteil an Personen in einem weiteren Studium bei gut 50 Prozent, und bereits nach 18 Monaten sinkt der Anteil. Gleichzeitig gehen mehr Absolvent(inn)en in eine reguläre Erwerbstätigkeit über. Lag der Anteil regulär Erwerbstätiger rund ein Jahr nach dem ersten Studium noch bei 45 Prozent, steigt er zwei Jahre danach bereits auf 60 Prozent. Nach fünf Jahren erreicht die Quote dann einen Wert von 90 Prozent. Im Vergleich zur Erstbefragung sind die Quoten der Bachelorabsolvent(inn)en, die ein weiteres Studium aufgenommen haben, noch einmal um rund zehn Prozent angestiegen. Ein Großteil der weiteren Übergänge in ein zusätzliches Studium erfolgt im Zeitraum zwischen ein und zwei Jahren nach dem Bachelorabschluss, allerdings sind über den gesamten Beobachtungszeitraum von fünf Jahren immer wieder Übergänge in ein weiteres Studium zu verzeichnen. Die Aufnahme eines Masterstudiums ist für die Bachelorabsolvent(inn)en von verschiedenen Faktoren bestimmt. Universitätsabsolvent(inn)en beginnen häufiger einen Master als Fachhochschulabsolvent(inn)en, außerdem unterscheiden sich die Übergangsquoten deutlich von Fach zu Fach. Männer studieren häufiger weiter als Frauen, Absolvent(inn)en mit Kindern (zum Zeitpunkt des Bachelorabschlusses) beginnen deutlich seltener ein Masterstudium als solche ohne Kinder. Darüber hinaus sind es vor allem die schnellen und überdurchschnittlich guten Bachelorabsolvent(inn)en, die sich für ein Masterstudium entscheiden. Berufliche Situation fünf Jahre nach dem Abschluss Die unterschiedlichen Verläufe nach dem Studium prägen dann auch die berufliche Situation fünf Jahre nach dem ersten Studienabschluss. Bachelorabsolvent(inn)en, die zunächst noch ein weiteres Studium absolvieren, verfügen über ein geringeres Maß an Berufserfahrung und damit über weniger Möglichkeiten, sich beruflich zu etablieren als Absolvent(inn)en traditioneller Abschlüsse oder Bachelorabsolvent(inn)en, die kein weiteres Studium aufnehmen. Daraus resultieren jedoch nicht bei allen beruflichen Merkmalen Unterschiede zwischen den verschiedenen Teilgruppen. So ist beispielsweise das Ausmaß inadäquater Beschäftigung unter Bachelorabsolvent(inn)en, die zusätzlich noch ein Masterstudium aufgenommen haben, fünf Jahre nach dem ersten Abschluss nicht größer als unter Absolvent(inn)en traditioneller Abschlüsse und liegt jeweils bei rund sieben Prozent. Dagegen zeichnen sich teilweise Schwierigkeiten in der beruflichen Etablierung eher für Bachelorabsolvent(inn)en ohne weiteres Masterstudium ab, denn in dieser Gruppe ist der Anteil inadäquat Beschäftigter deutlich höher und liegt bei etwa einem Fünftel. Jedoch sind diese Schwierigkeiten nur in einigen Fachrichtungen groß. Besonders in geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern und zum Teil auch in den Wirtschaftswissenschaften sind die Anteile inadäquat Beschäftigter hoch. Das sogenannte Normalarbeitsverhältnis (also eine unbefristete Vollzeitstelle) ist fünf Jahre nach dem Studienabschluss auch für die meisten Absolvent(inn)en des Jahrgangs 2009 Normalität geworden. Drei Viertel der Fachhochschul- und gut die Hälfte der Universitätsabsolvent(inn)en mit traditionellem Abschluss, aber auch rund drei Viertel der Bachelorabsolvent(inn)en von Fachhochschulen und knapp die Hälfte der Bachelorabsolvent(inn)en von Universitäten haben eine unbefristete Vollzeitstelle inne. In dieser Hinsicht machen sich die unterschiedlich langen Zeiten der Berufserfahrung zwischen Bachelorabsolvent(inn)en mit und ohne weiteres Studium jedoch bemerkbar: Sofern sie keinen Masterabschluss erworben haben, sind sie auch häufiger als Bachelorabsolvent(inn)en mit einem Masterabschluss bereits in einem Normalarbeitsverhältnis (Uni: 62% vs. 44%, FH: 82% vs. 74%). Absolvent(inn)en von Universitäten haben aber auch deswegen seltener ein Normalarbeitsverhältnis inne, weil sie oft noch promovieren und dazu auf befristeten Voll- oder Teilzeitstellen beschäftigt sind. Besonders häufig ist dies in den MINT-Fächern der Fall, doch auch in den Sozialwissenschaften, der Psychologie und der Pädagogik sind Normalarbeitsverhältnisse vergleichsweise selten. Darüber hinaus sind auch einige fachspezifische Besonderheiten für die Unterschiede zwischen den Hochschularten verantwortlich. So befinden sich Mediziner(innen) aufgrund der Facharztausbildung häufig noch auf befristeten Vollzeitstellen (53%), Lehrer(innen) sind dagegen überdurchschnittlich oft auf unbefristeten Teilzeitstellen erwerbstätig. Besonders deutlich macht sich die unterschiedliche Dauer der Berufserfahrung zwischen den Teilgruppen der Absolvent(inn)en in den Einkommen bemerkbar. Erwartungsgemäß erzielen Absolvent(inn)en mit traditionellem Abschluss höhere Einkommen als Bachelorabsolvent(inn)en ohne ein weiteres Studium. Vollzeiterwerbstätige Personen mit einem traditionellem Universitätsabschluss verdienen durchschnittlich rund 48.800 Euro brutto im Jahr (ohne Zulagen), Fachhochschulabsolvent(inn)en mit einem Diplom 50.500 Euro. Dieser Unterschied ist vor allem auch durch die unterschiedliche Fächerzusammensetzung an den Hochschulen bedingt. Bachelorabsolvent(inn)en ohne einen weiteren Abschluss erzielen Einkommen in Höhe von 41.550 Euro (Uni) bzw. 47.700 Euro (FH). Sofern die Bachelorabsolvent(inn)en zunächst noch ein Masterstudium abgeschlossen haben, liegen die Einkommen bei 44.250 Euro (Uni) vs. 46.550 Euro (FH). Auf den ersten Blick scheint sich ein zusätzliches Masterstudium somit finanziell nicht besonders zu lohnen. Weitere Analysen belegen jedoch, dass es vor allem die geringere Berufserfahrung der Masterabsolvent(inn)en ist, die das Einkommen (zunächst noch) beeinflusst. Es ist zu erwarten, dass sich die positiven Einkommenseffekte des Masterabschlusses in dieser Kohorte in den kommenden Jahren auch im direkten Gruppenvergleich deutlicher zeigen werden. Vermutlich werden dann Bachelorabsolvent(inn)en mit einem Masterabschluss eher das Einkommensniveau der Absolvent(inn)en traditioneller Abschlüsse erreichen. Im Vergleich zu den vorhergehenden Kohorten weisen die Absolvent(inn)en traditioneller Studiengänge kaum Unterschiede hinsichtlich der Beschäftigungsmerkmale auf. Die Einkommenssteigerungen bewegen sich im Rahmen der üblichen inflationsbedingten und tariflichen Steigerungen, die auch in den vorherigen Jahrgängen beobachtet werden konnten. Hinsichtlich der beruflichen Zufriedenheit zeigen sich trotz der Unterschiede in den Werdegängen kaum Differenzen zwischen Bachelor-, Master und traditionellen Absolvent(inn)en. Wie auch in vorhergehenden Kohorten ist der überwiegende Teil der Befragten mit der beruflichen Situation sehr zufrieden. Promotionen Rund ein Drittel der Universitätsabsolvent(inn)en plant eine Promotion oder hat diese im Zeitraum seit dem Erstabschluss aufgenommen oder inzwischen auch schon abgeschlossen. Die Anteile sind sowohl unter Absolvent(inn)en mit traditionellem Abschluss als auch mit Bachelorabschluss gleich hoch - wenngleich die Bachelorabsolvent(inn)en im Regelfall zunächst noch ein Masterstudium absolvieren müssen. Dementsprechend haben sie ihr Promotionsvorhaben zum Befragungszeitpunkt deutlich seltener bereits abgeschlossen (2% vs. 17%). Promotionsabbrüche treten in beiden Gruppen fünf Jahre nach dem Erstabschluss nur vereinzelt auf. Fachhochschulabsolvent(inn)en promovieren deutlich seltener - nicht zuletzt, weil die Zulassung zur Promotion für sie an noch weitere Voraussetzungen gebunden ist. Dennoch ist der Anteil an Fachhochschulabsolvent(inn)en, die eine Promotion aufgenommen haben oder zumindest planen, über die Jahrgänge kontinuierlich angestiegen und liegt aktuell bei elf Prozent. Die Motive zur Aufnahme einer Promotion sind überwiegend intrinsisch geprägt. Fast neun von zehn Befragten nennen beispielsweise die persönliche Weiterbildung als Motiv, nur geringfügig weniger Personen möchten an einem interessanten Thema forschen. Ebenfalls weit verbreitet ist der Wunsch, den fachlichen bzw. beruflichen Neigungen mit einer Promotion besser nachkommen zu können (68% trad. und 84% Bachelorabsolvent(inn)en). Von den extrinsischen Motiven wird nur der Grund, die Berufschancen zu verbessern, häufig genannt (74% bzw. 84%). Die Aufnahme einer Promotion steht nicht zwingend im Zusammenhang mit dem Wunsch, eine Tätigkeit in der Forschung auszuüben, denn nur für etwa jede(n) zweite(n) Befragte(n) war dies ein Grund für die Aufnahme der Promotion. Eine angestrebte akademische Laufbahn ist für rund ein Drittel der Befragten ein Motiv gewesen. Die Entscheidung für eine Promotionsaufnahme wür Zwischen Etablierung, Stabilisierung und Aufstieg Ein weiterer Schwerpunkt der Erhebung war das Thema Mobilität. Generell stimmen die Befragten der Notwendigkeit zur Bereitschaft, mobil zu sein, eher zu. Ebenso sehen sie auch den Wert von Mobilitätserfahrungen. In dieser Hinsicht gibt es auch keine Unterschiede in den Einstellungen von Bachelorabsolvent(inn)en und Absolvent(inn)en traditioneller Studiengänge. Ungefähr drei Fünftel der Befragten geben an, dass man in seinem Leben einmal in einer anderen Stadt gewohnt haben sollte, etwas weniger als die Hälfte findet, man sollte zumindest für eine Zeit im Ausland gelebt haben. Ebenso sagen zwei Fünftel der Befragten, dass man bereit sein sollte, für eine Arbeitsstelle umzuziehen, und drei Fünftel befürworten einen Umzug für die Karriere. Die meisten der Absolvent(inn)en - nämlich rund vier Fünftel - sind nach dem Studienabschluss bereits einmal umgezogen. Mehr als die Hälfte der Befragten kann sich zum aktuellen Befragungszeitpunkt zudem vorstellen, dauerhaft oder zumindest zeitweise in eine andere Stadt zu ziehen. Für ein Viertel der Befragten kommt auch ein dauerhafter Umzug ins Ausland in Betracht. Diejenigen, die zum Befragungszeitpunkt über einen Umzug nachdenken, tun dies überwiegend aus beruflichen Gründen (68%), wenngleich auch private Motive (wie die Nähe zu Freunden oder Verwandten oder der Zusammenzug mit der Partnerin/dem Partner) des Öfteren eine Rolle spielen. Auslandserfahrungen sind in der Kohorte recht weit verbreitet. Rund die Hälfte der Befragten war bereits für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten im Ausland, und ein Viertel der Absolvent(inn)en war nach dem Studium bereits mehr als drei Monate am Stück im Ausland erwerbstätig. Häufig waren dann interessante Angebote oder Tätigkeiten in internationalen Forschungszusammenhängen der Grund für die Auslandserwerbstätigkeit...

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