Pausenregelung im Rahmen der Gleitzeitarbeit

Bei Gleitzeitarbeit kann es zu Schwierigkeiten

bei der Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Pausenregelungen kommen...

Quelle: bewerberAktiv

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Pausenregelung im Rahmen der Gleitzeitarbeit Bei Gleitzeitarbeit kann es zu Schwierigkeiten bei der Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Pausenregelungen kommen. In § 4 S. 1 ArbZG ist vorgeschrieben, dass die Ruhepausen ''im voraus'' feststehen müssen. Dies ergibt sich aus dem Schutzbedürfnis des Arbeitnehmers, der sich auf die Pause einrichten können muss. Problematisch ist eine bereits im voraus zu definierende Lage der Pause jedoch insoweit, als dass es sich bei der Gleitzeitarbeit gerade um kein starres Arbeitszeitsystem mit fixen Anfangs- und Endzeitpunkten handelt, sondern die Arbeitnehmer - abhängig von der konkreten Ausgestaltung des Gleitzeitmodells - ihre persönliche Arbeitszeit in gewissen Grenzen frei einteilen können. Damit stellt sich die Frage, wie man den Voraussetzungen des § 4 ArbZG gerecht werden kann, ohne dass der Arbeitnehmer seine Arbeitszeitsouveränität verliert. In der Literatur werden drei Gestaltungsmöglichkeiten vorgeschlagen, die zum interessengerechten Ergebnis führen. Gestaltungsmöglichkeit - Fester Pausenzeitpunkt Es besteht die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber fixe Zeitpunkte für die Pausen festlegt, die innerhalb der Kernarbeitszeit liegen. Dabei hat er jedoch zu berücksichtigen, dass nach § 4 S. 3 ArbZG kein Arbeitnehmer länger als sechs Stunden hintereinander beschäftigt werden darf. Es ist deshalb von besonderer Bedeutung, dass der Arbeitgeber bei der Festlegung der Pausenzeitpunkte auch den Gleitzeitrahmen berücksichtigt. Beispiel: Kernarbeitzeit: 11.00 bis 15.00 Uhr, Gleitzeitrahmen: 07.00 bis 11.00 Uhr und 15.00 bis 21.00 Uhr Legt der Arbeitgeber den Zeitpunkt der Pause auf 13.00 bis 14.00 Uhr, so sollte das nur unter Berücksichtigung des Beginns des morgendlichen Gleitzeitrahmens geschehen (07.00 Uhr), denn es ist erforderlich, dass - wenn der Arbeitnehmer seine Arbeit um 07.00 Uhr aufnimmt - der Zeitpunkt der Pause nicht später als 6 Stunden nach Arbeitsbeginn liegt. Bei dem vorliegenden Beispiel wäre diese Voraussetzung bei einer Mittagspause beginnend um 13.00 Uhr gegeben. Der § 4 S. 3 ArbZG ist aber auch für den Zeitpunkt nach der Pause zu berücksichtigen, so dass bei einer Pause bis 14.00 Uhr spätestens um 20.00 Uhr erneut eine Pause einzulegen ist. Gestaltungsmöglichkeit - Pausenfenster Daneben besteht die Möglichkeit, anstatt fester Zeitpunkte einen Zeitrahmen für die Pausen zu definieren, innerhalb dessen der Arbeitnehmer seine Pause - je nach persönlicher Arbeitszeitplanung - legen kann. Dies steht auch mit der Rechtsprechung des BAG in Einklang. Das Gericht hat festgestellt, dass das Schutzbedürfnis des Arbeitnehmers zumindest einen zu Beginn der täglichen Arbeitszeit feststehenden zeitlichen Rahmen erfordert, in dem die Pause genommen werden muss. Beispiel: Kernarbeitszeit: 11.00 bis 15.00 Uhr, Gleitzeitrahmen: 07.00 bis 11.00 Uhr und 15.00 bis 21.00 Uhr, Pausenfenster: 12.00 bis 14.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Innerhalb des Pausenfensters von 12 bis 14 Uhr kann sich der Arbeitnehmer selbst aussuchen, wann er seine persönliche Ruhepause nehmen möchte. Der Arbeitgeber hat die Zeitspanne für das Pausenfenster ebenfalls so zu wählen, dass nicht gegen § 4 S. 3 ArbZG verstoßen wird. Gestaltungsmöglichkeit - Anbindung an die Arbeitsausnahme Insbesondere für Gleitzeitarbeit ohne Kernarbeitszeiten ist es empfehlenswert, den Zeitpunkt der Pause an den individuellen Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme des einzelnen Arbeitnehmers zu koppeln, so dass die Arbeitnehmer in der Verteilung und täglichen Dauer ihrer Arbeitszeit weitgehend souverän bleiben, aber gleichzeitig dennoch den Vorgaben des § 4 S. 1 ArbZG genüge getan wird. Beispiel: Unabhängig von der jeweiligen Lage und Dauer der täglichen Arbeitszeit, haben alle Arbeitnehmer nach 4,5 Stunden ab dem Zeitpunkt ihrer Arbeitsaufnahme eine halbstündige Pause einzulegen...

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