Definition Vertrauensarbeitszeit

Kernelement der Vertrauensarbeitszeit ist, dass die Arbeitnehmer

in der Regel keine festgelegten Arbeitszeiten haben...

Quelle: bewerberAktiv

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Information Vertrauensarbeitszeit Hinter dem Begriff der ''Vertrauensarbeitszeit'', auch ''Vertrauensgleitzeit'' genannt, verbirgt sich ein Arbeitszeitsystem, das in seiner Grundkonzeption einen extrem hohen Grad an Flexibilität voraussetzt und gleichzeitig auch ermöglicht. Ein Kernelement der Vertrauensarbeitszeit ist dabei, dass die Arbeitnehmer i.d.R. keine festgelegten Arbeitszeiten haben, vielmehr werden ihnen sowohl hinsichtlich der Verteilung des Arbeitszeitdeputats wie auch der Lage der Arbeitszeit erhebliche Handlungsspielräume eröffnet. Das zweite Grundelement der Vertrauensarbeitzeit besteht darin, dass der Arbeitgeber neben der Fixierung der Arbeitszeit auch auf die Kontrolle der Einhaltung der Vertragsarbeitszeit verzichtet. Damit werden Zeiterfassung und Zeitkontrolle durch den Arbeitgeber obsolet, so dass beispielsweise das bei flexiblen Arbeitzeitsystemen häufig verwendetet Instrument der Arbeitzeitkonten hier keine Rolle spielt. An die Stelle der Registrierung der Arbeitszeit durch Zeiterfassungsgeräte tritt bei der Vertrauensarbeitszeit vielmehr der eigenverantwortliche Zeitausgleich unmittelbar durch die Arbeitnehmer. Dies bedeutet, dass für den Arbeitgeber nicht mehr die für die Arbeit verwendete Zeit im Vordergrund steht, so dass die Präsenzzeiten der Beschäftigten nicht als Leistungsbeurteilungskriterien fungieren können. Vielmehr verlagert sich der Schwerpunkt der Leistungsbeurteilung bei der Vertrauensarbeitszeit auf die Arbeitsergebnisse und somit auf die Frage, ob die Arbeitnehmer die ihnen übertragenen Aufgaben erfolgreich erfüllen. Voraussetzung für den Erfolg von Vertrauensarbeitszeit Im Rahmen einer Vertrauensarbeitszeitregelung verzichtet der Arbeitgeber auf die Kontrolle der Arbeitszeit und vertraut darauf, dass die Beschäftigten ihren vertraglichen Verpflichtungen auch ohne betriebliche Überprüfung nachkommen. Voraussetzung für den Erfolg von Vertrauensarbeitszeit sind drei Faktoren: Unternehmenskultur Nur Unternehmen, in denen die Beschäftigten samt ihrem Wissen, Können und Potenzial als das wichtigste Firmenkapital gelten und eine entsprechende Wertschätzung und Offenheit erfahren, verfügen über eine Unternehmenskultur, die Vertrauensarbeitszeit möglich macht. Hier können die Beschäftigten darauf vertrauen, dass ihr beruflicher Erfolg, ihre Anerkennung, ihre Entlohnung und ihre Karriere nicht von ihrer Anwesenheit abhängen, sondern ausschließlich von ihren Arbeitsergebnissen und ihrer Aufgabenerfüllung. Selbstmanagement der Beschäftigten Der Mitarbeiter muss über ein ausgeprägtes Selbstmanagement und eine hohe Eigenverantwortlichkeit verfügen, denn er steuert und plant nicht nur seine Arbeitszeit selbst - wenn nötig in Absprache mit dem Team -, sondern er muss auch überlangen Arbeitszeiten selbst vorbeugen, so dass keine Überlast-Situationen entstehen. Führungskräftekompetenz Die Aufgabe der Vorgesetzten bei Vertrauensarbeitszeit ist sehr anspruchsvoll. Sie sind Coach und Förderer und nicht mehr Anweisungsgeber oder Kontrolleure. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass kein Missverhältnis zwischen Aufgabenumfang und vertraglichem Arbeitszeitbudget entsteht und rechtzeitig Entlastungsmaßnahmen ergriffen werden, beispielsweise eine Neuverteilung der Arbeitsaufgaben oder Schaffung zusätzlicher Kapazitäten. Von entscheidender Bedeutung ist die realistische Zielvereinbarung zwischen den Beschäftigten und den Vorgesetzten. Varianten der Vertrauensarbeitszeit Der Begriff der Vertrauensarbeitszeit deckt ein ganzes Spektrum verschiedener Arbeitszeitformen ab. Meist ist Vertrauensarbeitszeit in ein Personalkonzept eingebunden, das stark auf Zielvereinbarungen baut. Es steht somit die Ergebnis- und nicht die Zeitorientierung im Vordergrund. Folgende Szenarien sind in der Praxis unter dem Namen Vertrauensarbeitszeit verbreitet: - Definition von Besetzungsstärken und Anwesenheitszeiten für Teams, innerhalb derer die persönliche Arbeitszeit im Team ausgehandelt wird - Festliegende Arbeitszeiten, deren Einhaltung nicht überprüft wird - Führung über Zielvereinbarungen - Verzicht auf eine Verabredung über ein abzuleistendes Arbeitszeitvolumen - Verzicht auf Kernanwesenheitsstunden - Führung eines persönlichen Zeitkontos durch den Mitarbeiter zur Selbstkontrolle - Arbeitszeitkonten in der Verantwortung des Mitarbeiters mit Ausgleichszeiträumen, auch als Ampelkonto - Verzicht auf jegliche Zeiterfassung - also auch durch den Arbeitnehmer. Vertrauensarbeitszeit findet ihre Befürworter nicht nur bei Arbeitgebern, sondern auch bei Arbeitnehmern. Während für Arbeitgeber besonders die Variabilität und damit die Anpassungsfähigkeit der persönlichen Arbeitszeiten an die Betriebsinteressen im Vordergrund steht, sieht der Arbeitnehmer Vorteile in der gestiegenen Selbständigkeit und Zeitsouveränität...

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