Darstellung der Konten-Modelle

Im Hinblick auf den Umfang eines Arbeitszeitkontos, seinen Zweck

und seine Zielrichtung, ist zwischen Lang- und Kurzzeitkonten zu unterscheiden...

Quelle: bewerberAktiv

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Information Kurzzeitkonto Im Hinblick auf den Umfang eines Arbeitszeitkontos, seinen Zweck und seine Zielrichtung, ist zwischen Lang- und Kurzzeitkonten zu unterscheiden. Kurzzeitkonten haben primär den Zweck, Beschäftigungsschwankungen aufzufangen und auszugleichen. Mit der Anwendung eines solchen Arbeitszeitkontensystems kann in besonders effizienter Weise auf die sich ständig ändernde jeweilige betriebliche wie auch saisonale und wirtschaftliche Lage reagiert werden. Kurzzeitkonten gewährleisten, dass Arbeitszeiten, die - in positiver oder in negativer Hinsicht - von der vertraglich vorgesetzten Regelarbeitszeit abweichen, auf dem Konto verbucht und innerhalb des festgesetzten Zeitraums ausgeglichen sein müssen. Dadurch wird die Flexibilisierung der Arbeitszeit erreicht, ohne dass es zu einer Verlängerung oder Verkürzung der Arbeitszeit kommt. Kurzzeitkonten beziehen sich schon dem Wortlaut nach nur auf einen relativ kurzen Zeitraum (z.B. 12 Monate). Der Abbau solcher Kurzzeitkonten erfolgt dann schließlich durch die Gewährung von einzelnen freien Stunden oder Tagen. Information Langzeitkonto Die Zielsetzung von Langzeitkonten ist dagegen eine gänzlich andere. Auf ihnen soll ein umfangreiches Arbeitszeitguthaben angesammelt werden, aus dem sich dann z.B. die Möglichkeit ergeben kann, sich für einen längeren Zeitraum aus der Arbeitswelt zurückzuziehen, eine zeitintensive Familienphase einzulegen oder - verbunden mit einer Altersteilzeitregelung - in den vorgezogenen Ruhestand zu gehen. Während es also bei den Kurzzeitkonten darum geht, Abweichungen von der vertraglichen Regelarbeitszeit zu erfassen und auszugleichen, werden auf Langzeitkonten Freistellungsansprüche der Mitarbeiter festgehalten, die neben abgeleisteter Mehrarbeit auch aus anderen betrieblichen Leistungen, wie in gewissen Grenzen z.B. aus Urlaubsansprüchen, resultieren können. Im Hinblick darauf, dass für die Zielsetzung des Langzeitkontos ein großes Zeitguthaben angesammelt werden muss, das z.B. mehrere tausend Stunden betragen kann, sind für solche Konten auch extrem lange Laufzeiten von 20 bis 30 Jahren anzunehmen. Information Ampelkonto Mit dem Ampelkonto wird der Versuch unternommen, eine gewisse Steuerung des Auf- und Abbaus der Zeitkonten zu gewährleisten. Das Grundprinzip eines Ampelkontos besteht darin, dass das Plus- und Minusvolumen der Arbeitszeit gleichsam wie eine Verkehrsampel in einen grünen, gelben und roten Bereich unterteilt wird. Im grünen Bereich wird eine relativ geringe Abweichung der Arbeitszeitdauer von der Normalarbeitszeitdauer registriert. Diese Abweichung kann sowohl in einem positiven als auch in einem negativen Saldo bestehen. Die Regulierung des Arbeitszeitvolumens in diesem Bereich wird allgemein der Eigenverantwortung des jeweiligen Arbeitnehmers überlassen. Überschreitet das Kontoguthaben die Grenzwerte des grünen Bereichs, bewegt sich das Zeitkontenguthaben in den gelben Bereich. Diese Veränderung zeigt an, dass auf dem Zeitkonto eine nicht unerhebliche Ansammlungen von Plus- bzw. Minusstunden stattgefunden hat, die eines regulierten Abbaus bedarf. Eine weitere Kumulation ist nur in Absprache mit dem Vorgesetzten möglich. In nicht wenigen Betrieben sind sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber darüber hinaus verpflichtet, das Guthaben so weit zu verringern, dass der Status des grünen Bereichs wieder erreicht wird. Wenn das Kontoguthaben des Arbeitnehmers trotz dieser Regelungsmechanismen stetig weiter zunimmt, so gerät der Saldo schließlich in den roten Bereich. Das Guthaben ist in diesem Zustand so sehr angestiegen, dass ein Abbau der Plusbzw. Minusstunden im vereinbarten Ausgleichszeitraum fast schon unmöglich erscheint. Gerät ein Arbeitszeitkonto in den roten Bereich, sind gegensteuernde Maßnahmen zwingend. Information Lernzeitkonto Neben der wohl am weitesten verbreiteten Variante, angesparte Zeitguthaben in Form von Freizeit einzulösen oder sie sich evtl. auszahlen zu lassen, besteht auch die Möglichkeit, diese für berufliche Weiterbildungszwecke zu verwenden. In einem solchen Fall würde dementsprechend die Freistellung nicht allein zu Gunsten der persönlichen Interessen des Arbeitnehmers, sondern vielmehr auch zugunsten betrieblicher Zwecke erfolgen. Dabei stellt sich jedoch die Frage, woraus ein solches ''Lernguthaben'' resultieren kann. Es kann sich - wie auch sonst bei Arbeitszeitkonten üblich - aus Plusstunden ergeben, die der Arbeitnehmer durch Mehrarbeit angespart hat oder es besteht die Möglichkeit, dass der Betrieb jedem Arbeitnehmer ein bestimmtes Zeitguthaben zu Weiterbildungszwecken bereitstellt. Darüber hinaus wird vermehrt auch auf andere Möglichkeiten hingewiesen, durch die das Lernzeitkonto aufgefüllt werden könnte. Beispielsweise könnte ein Teil der bestehenden Lernzeitansprüche aus den Weiterbildungsgesetzen der Länder für das Lernzeitkonto verwendet werden. Außerdem könnten auch die Plusstunden von anderen Kurzzeitkonten auf dem Lernzeitkonto registriert werden, die ansonsten wegen Überschreitung von bestimmten Höchstgrenzen verfallen würden...

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