Väter in Elternzeit

Diese Broschüre beschäftigt sich mit dem Thema Väter und Elternzeit.

Neben unterschiedliche Elternzeitvarianten und Möglichkeiten der Nutzung des neuen Elterngeld-Plus

werden die wichtigsten betrieblichen Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter vorgestellt.

Quelle: DGB Bundesvorstand

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Väter in Elternzeit Elternzeit für Väter Einflussfaktoren auf die Elterngeldnutzung durch Väter Elterngeldmonate erfolgreich gestalten Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in Betrieben und Verwaltungen längst kein Exotenthema mehr. Hier hat sich in den letzten Jahren viel getan. Dies gilt allerdings noch nicht für die Vereinbarkeit von Männern. Kinderbetreuung, Pflege und Work-Life-Balance werden in Betrieben und Verwaltungen meist als ''Frauenthemen'' diskutiert. Damit verharrt die betriebliche Sicht auf Männer weitgehend in traditionellen Mustern. Denn Betriebe/Verwaltungen profitieren in erster Linie von der klassischen Aufgaben- und Zeitverteilung der Geschlechter - der Mann arbeitet in Vollzeit, die Frau in Teilzeit oder steigt aufgrund von Kindererziehung mehrere Jahre aus dem Erwerbsleben aus. Lange Arbeitszeiten und rigide Anwesenheitskulturen sind nur möglich, wenn Familien- und Fürsorgearbeit ausgeklammert bleiben und Betriebe und Verwaltungen weitgehend über die Arbeitszeiten von Männern verfügen können. Im Gegenzug machen Männer Karriere, verdienen gutes Geld und besetzen die oberen Hierarchien in den Unternehmen. Dieses gesellschaftliche Arrangement gerät zu Recht ins Wanken. Es sind nicht nur die Frauen, die Ansprüche auf Führungspositionen und gleiche Teilhabe in der Erwerbsarbeit anmelden sondern auch die Männer selbst, die das alte ''Männlichkeitsmodell'' infrage stellen. Die Zeiten, in denen der Familienvater das Geld nach Hause brachte und die Mutter für Haushalt und Kinder zuständig war, brachten Männern erhebliche emotionale und gesundheitliche Nachteile. Mit der zunehmenden Kritik an dieser einseitigen Beschränkung auf Erwerbsarbeit wächst auch die Bereitschaft der Männer über neue Konzepte eines guten Lebens nachzudenken. Mann lebt nicht nur für die Arbeit. Stattdessen gewinnen körperliches, geistiges und emotionales Wohlbefinden in einem umfassenden Sinn, Selbstsorge und vor allem die Verantwortung für Kinderbetreuungs- und Pflegeaufgaben an Bedeutung. Es sind vor allem die Väter in Betrieben und Verwaltungen, die deutlich machen, dass Männer neue, vielfältige Bedürfnisse und Lebensentwürfe haben. Die Elternzeit von Vätern hat das alte Männerbild in den Betrieben/ Verwaltungen verändert. Es hat Männern insgesamt neue Türen im Arbeitsleben geöffnet und zu einem familienbewussteren Betriebsklima beigetragen. Eine familienorientierte Personalpolitik rechnet sich auch für den Arbeitgeber. Denn ein gutes Personalmanagement, das Frauen und Männer in ihrer Vielfalt, Verschiedenartigkeit und Ganzheit in den Blick nimmt, vergrößert die Arbeitszufriedenheit, Motivation und Produktivität der Beschäftigten. Mit dieser Broschüre möchten wir Betriebs- und Personalräte dabei unterstützen, die Interessenvertretung von Männern und besonders von Vätern in Betrieben und Verwaltungen zu fördern. Eine familien- und vätersensible Gestaltung der Arbeitsorganisation bietet die Chance, Arbeitszeiten stärker an den Bedürfnissen der Beschäftigten zu orientieren. Mehr Autonomie und eine größere Zeitsouveränität der Beschäftigten sind Voraussetzung für eine lebenslauforientierte Arbeitszeitgestaltung, die auf eine individuelle Flexibilität über den gesamten Erwerbsverlauf abzielt. Denn wir benötigen dringend Arbeitsbedingungen, die es Frauen und Männer ermöglichen Kinderbetreuung, Pflege und Familienarbeit mit dem Beruf zu vereinbaren und alternative Lebensentwürfe und ''Karrieren'' zu leben. Eine vätersensible Betriebskultur hilft nicht zuletzt auch Frauen, indem sie den Weg zu einer gerechteren und partnerschaftlichen Arbeitszeitverteilung zwischen den Geschlechtern unterstützt wird...

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