Gesundheitsförderung beim externen Mitarbeitereinsatz

Diese Infobroschüre hat zum Ziel, das vorhandene Wissen

zu Zeitarbeit unter dem Gesichtspunkt

der Gesundheitsförderung systematisch aufzubereiten...

Quelle: Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRW

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Gesundheitliche Risiken von Zeitarbeit. Krankenstandsdaten und subjektive Gesundheit. Nutzen von Gesundheitsförderung in der Zeitarbeit. Nutzen für die Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer. Nutzen für das Zeitarbeitsunternehmen. Nutzen für das Entleihunternehmen. Methoden der Gesundheitsförderung in der Zeitarbeit. Grundlegendes zur Gesundheitsförderung. Der Settingansatz als Strategie zur Gesundheitsförderung in der Zeitarbeit. Checkliste gesundheitsförderliches Entleihunternehmen (VGB, GRAziL, GDA). Der vorliegende Band hat zum Ziel, das vorhandene Wissen zu Zeitarbeit unter dem Gesichtspunkt der Gesundheitsförderung systematisch aufzubereiten und den relevanten Akteuren (Kapitel 1.3) zugänglich zu machen. Um über die Darstellung einzelner praktischer Gesundheitsförderungsansätze hinausgehend auch die Ableitung einer Interventionsstrategie zu ermöglichen, werden zudem die Phasen, in denen sich Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer befinden können, beleuchtet und zu den jeweiligen Settings in Beziehung gesetzt. Da Zeitarbeit als Beschäftigungsform in den vergangenen Jahrzehnten vielfachen rechtlichen Änderungen unterlag und sich die Funktion von Zeitarbeit deutlich ausdifferenziert hat, werden vorab die aktuellen Entwicklungen in der Zeitarbeit (Kapitel 1.2) überblicksartig dargestellt. Warum liegt der Schwerpunkt des Bandes gerade auf dem Thema Gesundheitsförderung? Einem ganzheitlichen Verständnis von Gesundheitsförderung (Kapitel 4.1) zufolge geht es dabei um die Förderung körperlicher, psychischer und sozialer Ressourcen, die die Leistungsfähigkeit eines jeden Beschäftigten beeinflussen. Zeitarbeit ist mit einer Reihe von gesundheitlichen Risiken verbunden (Kapitel 2). Diesen Risiken mit einer wirksamen Strategie der Gesundheitsförderung zu begegnen, kann zu einer Win-Win-Situation führen, die von Nutzen für die Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer selbst ist (Kapitel 3.1), aber auch von Nutzen für das Zeitarbeitsunternehmen (Kapitel 3.2) sowie für das Entleihunternehmen (Kapitel 3.3). Darüber hinaus hat Gesundheitsförderung immer auch eine gesellschaftliche Komponente, da durch die Prävention von Erkrankungen Folgekosten für das Gesundheitssystem eingespart werden können. Der gesellschaftliche Nutzen (Kapitel 3.4) besteht zudem darin, dass flexible Beschäftigung als möglicher Vorläufer künftiger Normalbiografien Schlussfolgerungen für die Ausrichtung einer zukunftsfähigen Gesundheitsförderung erlauben kann. Die Methoden der Gesundheitsförderung in der Zeitarbeit (Kapitel 4.1) müssen nicht neu erfunden werden. Es gilt vielmehr, inhaltliche Schwerpunkte zu identifizieren und den Rahmen für eine mögliche Umsetzung genauer zu definieren. Die Darstellung der Methoden ist danach geordnet, ob sie auf eine Optimierung der Verhältnisse abzielen, in denen Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer sich befinden, oder ob sie das Verhalten von Zeitarbeitskräften zu beeinflussen versuchen (Kapitel 4.2). Die Ansätze der Verhältnisprävention sind geordnet nach dem Setting Zeitarbeitsunternehmen, Setting Entleihunternehmen, Setting Arbeitsvermittlung und Beschäftigungsförderung sowie dem Setting Kommune. Darüber hinaus wird hinsichtlich der verhaltensbezogenen Ansätze dargelegt, welche Angebote durch das Zeitarbeitsunternehmen selbst erfolgen können und wo sich eine Vermittlung in externe Angebote anbietet. Schließlich wird in Form von zwei Fallbeispielen (Kapitel 5.) dargestellt, wie konkretes Handwerkszeug für Entleihunternehmen und Zeitarbeitsunternehmen aussehen kann. Zeitarbeit ist eine der größten Wachstumsbranchen der letzten Jahre und verzeichnet auch nach den Einbrüchen der Wirtschaftskrise bereits wieder Beschäftigungszuwächse (1). Arbeitsmarktpolitisch ist eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes forciert worden, um damit Anreize für Beschäftigung zu schaffen. Seit der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes im Jahr 2004 gibt es entsprechend keine Begrenzung der Höchstdauer für den Verleih mehr, die unbegrenzte Vergabe von Anschlussverträgen ist möglich und Zeitarbeit ist auch für das Baugewerbe zulässig. Angesichts der überproportionalen Zuwachsraten für Zeitarbeit und des hohen Anteils an vormals erwerbslosen Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmern bietet sich damit tatsächlich eine Integrationsmöglichkeit in den ersten Arbeitsmarkt. Einschränkend muss allerdings hinzugefügt werden, dass diese Integration in der Regel nicht von Dauer ist. Zeitarbeit bietet ebenso selten wie andere prekäre Beschäftigungsverhältnisse berufliche Aufstiegsmöglichkeiten oder eine Entlohnung, die längerfristig die Existenz sichert (2). Für die Mehrzahl der Beschäftigten folgt daraus ein Verbleib im prekären Beschäftigungssegment. Auch die als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt konzipierten Personal-Service-Agenturen (PSA) sind inzwischen weitgehend wieder abgeschafft worden...

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