Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss in der Ausbildung

Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss sind die wichtigste Zielgruppe in der Ausbildung...

Quelle: BMWi

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Fachkräfte sichern Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss in der Ausbildung Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss sind die wichtigste Zielgruppe in der Ausbildung. Derzeit befinden sie sich in fast sechs von zehn der ausbildungsaktiven Unternehmen. Durch die Förderung dieser Jugendlichen durch Nachhilfeunterricht und die Aufnahme dieser Zielgruppe in Maßnahmen der Berufsvorbereitung können ihre überdurchschnittliche Motivation und Fähigkeiten zusätzlich weiterentwickelt werden. Daher fördert etwa jedes siebte ausbildungsaktive Unternehmen Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss durch Nachhilfeunterricht und fast jedes sechste durch die Teilnahme an der Berufsvorbereitung. In der Ausbildung beschäftigen Unternehmen bevorzugt Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss: Sie sind in fast sechs von zehn ausbildenden Unternehmen vertreten (Abbildung 1). Dabei zeigt sich, je größer das Unternehmen ist, desto höher ist auch der Anteil an Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss. Während es bei kleinen Unternehmen in knapp 55 Prozent der ausbildungsaktiven Unternehmen Auszubildende mit mittlerem Schulabschluss gibt, ist dies bei großen Unternehmen in über 95 Prozent der Fall. Dies liegt auch daran, dass große Unternehmen im Durchschnitt deutlich mehr Auszubildende beschäftigen als kleine und mittlere Unternehmen. Sie bilden häufig viele verschiedene Zielgruppen in unterschiedlichen Berufen aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich darunter auch Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss befinden, ist also vergleichsweise hoch. Der Blick auf die Branchen ergibt ein relativ gleichmäßiges Bild: In der Industrie beschäftigen mehr als sechs von zehn ausbildungsaktive Unternehmen Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss als Auszubildende (Abbildung 2). In den ausbildungsaktiven Unternehmen der gesellschaftsnahen sowie der unternehmensnahen Dienstleistungen beschäftigen mehr als die Hälfte der Unternehmen Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss. Der Durchschnitt aller Branchen liegt bei knapp 57 Prozent. 2. Rekrutierung von Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss sind jedoch nicht nur häufig als Auszubildende in den Unternehmen beschäftigt, sie werden sogar ganz gezielt von den Unternehmen angeworben. Rund sieben von zehn ausbildungsaktiven Unternehmen rekrutieren sehr häufig oder häufig Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss für die Ausbildung (Tabelle 1). Die Unterschiede nach Unternehmensgröße sind dabei gering. Knapp 70 Prozent der kleinen Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten, aber fast 85 Prozent der großen Unternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten werben gezielt um Jugendliche mit mittlerem Abschluss. Dies könnte damit zusammenhängen, dass große Unternehmen häufiger Erfahrungen mit dieser Zielgruppe als Auszubildende gemacht haben als kleine und mittlere Unternehmen. Tabelle 1: So viele Unternehmen rekrutieren sehr häufig oder regelmäßig Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss als Auszubildende (ausbildungsaktive Unternehmen, nach Größenklassen in% Auch beim Vergleich nach Branchen zeigen sich leichte Unterschiede bei der Häufigkeit der Rekrutierungen von Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss (Abbildung 3). In den Gesellschaftsnahen Dienstleistungen fragen mit rund 96 Prozent fast alle Unternehmen Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss für die Ausbildung nach. Zwar liegt dieser Anteil auch in der Industrie und den unternehmensnahen Dienstleistungen auf hohem Niveau, er ist jedoch im Vergleich deutlich geringer. So rekrutieren rund 89 Prozent der ausbildungsaktiven Unternehmen in der Industrie und knapp 80 Prozent der Unternehmen in den unternehmensnahen Dienstleistungen Jugendliche mit mittlerem Abschluss. Abb. 4: Einschätzung von Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss in Bezug auf Motivation und Engagement im Vergleich zu einem durchschnittlichen Auszubildenden Abb. 5: Einschätzung von Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss in Bezug auf Kenntnisse und Fähigkeiten im Vergleich zu einem durchschnittlichen Auszubildenden 3. Einschätzung von Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss als Auszubildende rund 37 Prozent der Unternehmen sie als etwas oder deutlich besser als den durchschnittlichen Auszubildenden bewerten und nur rund 9 Prozent sie als etwas oder deutlich schlechter einstufen. Die Unterschiede nach Unternehmensgrößenklassen und Branchen sind auch hier gering. Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss werden in Bezug auf Motivation und Engagement insgesamt von Unternehmen etwas besser eingeschätzt als ein durchschnittlicher Auszubildender (Abbildung 4). So gibt allein mehr als die Hälfte der ausbildungsaktiven Unternehmen an, Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss gleich einzuschätzen wie einen durchschnittlichen Auszubildenden. Insgesamt nehmen knapp 39 Prozent der Unternehmen eine Bewertung über dem Durchschnitt, aber nur rund acht Prozent eine unterdurchschnittliche Bewertung vor. Die Unterschiede nach Unternehmensgrößenklassen und Branchen sind dabei gering. Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss sind also auch wegen ihrer vergleichsweise hohen Motivation eine interessante Zielgruppe für ausbildungsaktive Unternehmen. Diese Einschätzung bestätigt sich im Hinblick auf die Kenntnisse und Fähigkeiten der Jugendlichen mit einem mittleren Schulabschluss (Abbildung 5). 50,2 Prozent, und damit die Mehrzahl der ausbildungsaktiven Unternehmen, bewerten diese Jugendlichen auch hier als etwa durchschnittlich. Insgesamt gesehen werden Kenntnisse und Fähigkeiten von Jugendlichen mit mittlerem Abschluss eher als überdurchschnittlich gesehen. Dies wird daran deutlich, dass Sowohl die Motivation, als auch die Fähigkeiten von Auszubildenden spiegeln sich auch darin wider, ob ein Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst wird. Knapp 37 Prozent der Ausbildungsabbrecher im Jahr 2010 hatten einen mittleren Schulabschluss (Tabelle 2, S. 4). Allerdings lag der Anteil der Auszubildenden mit mittlerem Abschluss bei den neu geschlossenen Verträgen in diesem Jahr bei fast 43 Prozent. Im Vergleich ist der Anteil der Ausbildungsabbrecher mit mittlerem Schulabschluss daher eher gering. Bezogen auf die Dauer der Ausbildung beendet etwa jeder fünfte Auszubildende mit mittlerem Schulabschluss die Ausbildung nicht Tabelle 2: Anteil der Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss an allen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen und vorzeitig gelösten Ausbildungsverträgen Es gibt jedoch deutliche Unterschiede nach Bundesländern. Überdurchschnittlich hoch fällt der Anteil der Ausbildungsabbrüche gemessen an der Zahl der Neuverträge lediglich in Berlin und Brandenburg aus. In allen anderen Bundesländern ist der Anteil der Jugendlichen mit mittlerem Abschluss an den Abbrechern geringer als ihr Anteil an den Neuverträgen. Relativ selten brechen Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss ihre Berufsausbildung in Bayern und in Rheinland-Pfalz ab. umfassend genutzt, was unter anderem daran liegen dürfte, dass diese Jugendlichen seltener die Ausbildung abbrechen und deshalb attraktiver für die Ausbildung sind als andere Jugendliche. 4. Besondere Förderung von Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss Obwohl Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss in Bezug auf ihre Kenntnisse und ihre Motivation in etwa eingeschätzt werden wie ein durchschnittlicher Auszubildender, lassen sich die Ausbildungsergebnisse durch Förderung weiter verbessern. Etwa jedes siebte ausbildungsaktive Unternehmen fördert Auszubildende mit mittlerem Schulabschluss dabei durch Nachhilfe oder Stützunterricht (Abbildung 6). Mit der Unternehmensgröße steigt auch der Anteil an Unternehmen, die ihren Auszubildenden mit mittlerem Schulabschluss die Teilnahme an Nachhilfe ermöglichen. Dies könnte an den umfangreicheren finanziellen Mitteln liegen, die in größeren Unternehmen für diese Art der Förderung aufgewendet werden können. Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss sind in der Ausbildung bereits derzeit eine stark nachgefragte Zielgruppe. Aber selbst diese Gruppe ist nicht homogen und wird nicht immer direkt nach der Schule in Ausbildung übernommen. Knapp 16 Prozent der Unternehmen bieten diesen Jugendlichen die Teilnahme an der Berufsvorbereitung an, die eigentlich für nichtausbildungsreife Jugendliche gedacht sind. Auch der Anteil der Jugendlichen mit mittlerem Abschluss an den Neuverträgen variiert deutlich. Besonders häufig werden sie in Sachsen und SachsenAnhalt eingestellt, aber auch in Thüringen und Niedersachsen entfällt mehr als die Hälfte der neuen Ausbildungsverträge auf diese Gruppe. Weniger als jeder dritte neue Ausbildungsvertrag im Saarland wird dagegen von einem Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss unterschrieben. Das Potenzial von Jugendlichen mit mittlerem Abschluss wird somit in den meisten Bundesländern von den Unternehmen bereits...