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Wer muss die Kosten für ein Bewerbungsgespräch tragen?*

Publikation

Kurzinfo

Titel der Publikation

Wer muss die Kosten für ein Bewerbungsgespräch tragen?

Quelle

Juristische Redaktion anwalt.de, Sandra Voigt

Kurzbeschreibung

Gerade beim Bewerbungsgespräch entstehen immer wieder immense Kosten, z.B. Fahrtkosten oder Ausgaben für Verpflegung und Übernachtung. Muss der potenzielle Arbeitgeber diese Aufwendungen erstatten? Hier werden Sie informiert...

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Suchbegriffe und Textauszug

Wer muss die Kosten für ein Bewerbungsgespräch tragen?, Bewerbungskosten, Juristische Redaktion anwalt.de, Sandra Voigt. wer muss die kosten für ein bewerbungsgespräch tragen? die arbeitssuche ist oftmals sehr zeitaufwendig. mit dem finden passender stellenanzeigen, dem verfassen bzw. verschicken der individuell erstellten bewerbung bis hin zu einem etwaigen vorstellungsgespräch können wochen - wenn nicht sogar monate - ins land gehen. gerade beim bewerbungsgespräch entstehen darüber hinaus auch immer wieder immense kosten, z.b. fahrtkosten oder ausgaben für verpflegung und übernachtung. muss der potenzielle arbeitgeber diese aufwendungen erstatten? grundsatz: arbeitgeber muss zahlen eine explizite regelung für den ersatz von vorstellungskosten gibt es nicht. nach den §§ 662, 670 bürgerliches gesetzbuch (bgb) kann der bewerber unter bestimmten voraussetzungen jedoch die kosten verlangen, die er für erforderlich halten durfte. aber: der arbeitgeber muss nur zahlen, wenn er die anfahrt des bewerbers veranlasst hat. er muss den arbeitssuchenden also explizit zu einem vorstellungsgespräch eingeladen oder sich mit einem treffen einverstanden erklärt haben. erscheint der arbeitssuchende dagegen unaufgefordert - z.b. nach lesen der stellenanzeige -, kann er keine bewerbungskosten vom potenziellen arbeitgeber verlangen. eine zahlungspflicht des chefs entfällt ebenfalls, wenn der arbeitssuchende - z.b. aufgrund falscher angaben in der bewerbung - zwar zu einem vorstellungsgespräch eingeladen wurde, für die stelle aber objektiv ungeeignet ist. er durfte die kosten dann nicht für erforderlich halten, weil er genau wusste, dass er die verlangte tätigkeit nicht ausüben kann. wie hoch dürfen die bewerbungskosten sein? auch wenn der arbeitgeber die vorstellungskosten in der regel tragen muss, so kann er eine zahlung in bestimmten fällen dennoch ablehnen - nämlich wenn die aufwendungen nicht erforderlich bzw. nicht folge der einladung zum bewerbungsgespräch bei ihm waren. das bedeutet: die kosten müssen im zusammenhang mit dem konkreten vorstellungsgespräch angefallen sein. das ist der fall, wenn der bewerber für die anreise zu dem betreffenden gespräch fahrttickets erwerben musste. das muss er jedoch nicht, wenn er bereits eine gültige fahrkarte - z.b. die bahncard 100 - besitzt, die er für die anfahrt nutzen kann. die ausgaben für diese karte hätte er auch ohne die einladung zum bewerbungsgespräch tätigen müssen. deshalb muss der arbeitgeber hier auch keine fiktiven fahrtkosten erstatten. erwirbt der inhaber einer solchen dauerkarte für den betreffenden tag ein extraticket, sind die kosten ebenfalls nicht vom arbeitgeber zu tragen - sie wären schließlich nicht erforderlich gewesen (arbeitsgericht - arbg - münchen, endurteil vom 07.10.2014, az.: 14 ca 7743/14). ansonsten gilt unter anderem der grundsatz: je höher die angestrebte position, desto höher können die zu erstattenden fahrtkosten sein. es muss jedoch immer einzelfallabhängig geprüft werden, ob die ausgaben erforderlich waren. weitere informationen fürs berufsleben finden sie im internet bei jobadu.de folgende bewerbungskosten fallen immer wieder an: bus- und bahnkosten in der regel werden kosten von bus- oder bahnreisen in der zweiten klasse als erforderlich angesehen. bewirbt sich jemand allerdings auf eine führungsposition - z.b. als manager -, in der man geschäftlich auch noch viel reisen muss, kann der arbeitssuchende auch die übernahme von bahnkosten für die erste klasse vom potenziellen arbeitgeber verlangen. kfz-kosten die anfahrt mit dem privatwagen kostet auch - nämlich benzin und verschleiß des kfz. bewerber dürfen diese kosten daher ebenfalls vom arbeitgeber verlangen. der umfang der aufwendungen wird nach den steuerrechtlichen vorschriften zu dienstfahrten mit dem eigenen kfz ermittelt. der bewerber darf also pro gefahrenen kilometer 30 cent verlangen. doch vorsicht: wie auch im steuerrecht muss hier generell die kürzeste bzw. sicherste und verkehrsgünstigste strecke als berechnungsgrundlage herangezogen werden. ab- bzw. umwege sind bei der berechnung der kosten in aller regel nicht zu berücksichtigen. flugkosten mittlerweile kommt es gelegentlich vor, dass bewerber mit dem flugzeug zu einem bewerbergespräch anreisen. manchmal kostet das ticket sogar weniger als eine bahnkarte. dennoch ist nach wie vor umstritten, ob der arbeitssuchende die kosten für ein flugticket für erforderlich halten darf. teilweise wird verlangt, dass der arbeitgeber die anreise per flieger zuvor abgesegnet haben muss, um zahlungspflichtig zu sein. schließlich wäre es dem bewerber auch zumutbar, innerhalb von deutschland per bus, bahn oder kfz zu reisen - was in der regel günstiger sein wird. ist der flug dagegen billiger als ein bahnticket, die zu besetzende stelle bedeutsam bzw. gut bezahlt, ...

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