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Väterreport*

Publikation

Kurzinfo

Titel der Publikation

Väterreport

Quelle

BMFSFJ

Kurzbeschreibung

Der Väterreport gibt unter anderem Auskunft über Einstellungen und Erwartungen heutiger Väter, die Nutzung von Elterngeld und ElterngeldPlus sowie darüber, wie sich die Nutzung von Elterngeldmonaten auswirkt...

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Textauszug

Vater sein in Deutschland heute. Die Internationale Arbeitsorganisation bezeichnet die neu gelebte, aktive Vaterschaft als ''eine der wichtigsten gesellschaftlichen Veränderungen des 21. Jahrhunderts''. In Deutschland erleben wir in den letzten Jahren hier eine rasante Entwicklung. Das Besondere an diesem Trend: Er eröffnet nicht nur Vätern neue Perspektiven und Erfahrungen, sondern ist ein Gewinn für ihre Familien und die Gesellschaft insgesamt. Väter, die sich verstärkt um ihre Kinder kümmern, unterstützen ihre Partnerinnen. Ihre Kinder profitieren von ihrer Zuwendung und können an ihr wachsen. Aktive Väter tragen auch dazu bei, die gesellschaftliche Bedeutung von Familien hervorzuheben. Mit jedem familienengagierten Vater wird klar: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist Frauen- und Männersache. Beide sind gefordert, ganz selbstverständlich. Mit dem ElterngeldPlus verfolgen wir eine Politik, die betont, dass die Familienorientierung von Vätern genauso viel wert ist wie die Erwerbsorientierung von Müttern. Es ist eine Politik, die es Vätern wie Müttern erlaubt, in Familie und Beruf gleichermaßen zu Hause zu sein und ihre Chancen wahrzunehmen. Sie setzt darauf, dass sich die Partner im Alltag unterstützen und gemeinsam für das Kind da sein wollen, auch nach einer Trennung. Um junge Eltern in ihren Wünschen nach gemeinsamer Alltagsbewältigung, gleichen Chancen und gegenseitiger Unterstützung zu stärken, trete ich für eine Familienarbeitszeit mit einem Familiengeld ein. Beides würde dazu beitragen, dass sich mehr Paare die Aufgaben in der Familie gleichberechtigt und partnerschaftlich aufteilen können, Mütter und Väter ihre Existenzen individuell sichern und so auch die wirtschaftliche Stabilität der Familie gewinnt. Befragungen zeigen, dass sich nicht nur Paare mit Kindern, sondern gerade Kinderlose mit Kinderwunsch - die Eltern von morgen - mit klarer Mehrheit ein solches Angebot wünschen. Insbesondere die Väter erwarten mehr Unterstützung, um sich für ihre Familien Zeit nehmen zu können. Ich möchte diesen Weg gemeinsam mit den Familien und mit der Wirtschaft weitergehen und freue mich über den Väterreport als aktuelle Bestandsaufnahme, die bestätigt, dass dieser Weg der richtige ist. Im Vergleich zu ihren eigenen Vätern hat sich das Selbstverständnis der heutigen Väter stark gewandelt. Rund 70 Prozent sagen, dass sie sich mehr an der Erziehung und Betreuung der Kinder beteiligen als die Väter ihrer Elterngeneration - und sie bewerten das als persönlichen Gewinn. Und mehr als die Hälfte der Väter mit Kindern unter sechs Jahren würde gerne mindestens die Hälfte der Kinderbetreuung übernehmen. Ihr Verständnis von Vaterschaft bedeutet auch, dass sie sich nicht mehr vorstellen können, die Rolle des alleinigen oder hauptsächlichen Familienernährers zu übernehmen. So wünschen sich 76 Prozent der jungen Männer heute eine Partnerin, die selbst für den eigenen Lebensunterhalt sorgt. Insbesondere bei jüngeren Vätern sind partnerschaftliche Einstellungen weit verbreitet. 60 Prozent der Eltern mit Kindern unter drei Jahren fänden es ideal, wenn sich beide Partner gleichermaßen in Beruf und Familie einbringen könnten. Tatsächlich verwirklicht wird ein partnerschaftliches Modell jedoch nur von einer Minderheit von 14 Prozent der Eltern. Eine Trennung von der Partnerin stellt Väter zwar häufig vor große Herausforderungen, bedeutet aber nicht zwangsläufig das Ende einer aktiven Vaterschaft. Für die kindliche Entwicklung sind Väter weiterhin von Bedeutung - und damit auch Familienkonstellationen, in denen sich beide Eltern nach der Trennung partnerschaftlich um ihr Kind kümmern. Väter mit Elterngeld und Elternzeit Jeder dritte Vater nimmt heute, unterstützt vom Elterngeld, eine Elternzeit: Er reduziert seine Arbeitsstunden oder unterbricht seine Erwerbstätigkeit für einen bestimmten Zeitraum. Die deutliche Mehrheit bewertet dies offenbar als Fortschritt: 82 Prozent der Bevölkerung finden es gut, wenn Väter eine Auszeit nehmen oder Arbeitszeiten reduzieren, um sich um die Kinderbetreuung zu kümmern. Fast jeder fünfte Vater hätte gerne Elternzeit genommen, hat aber aus Angst vor Einkommensverlusten und/oder beruflichen Nachteilen sowie organisatorischen Problemen im Betrieb darauf verzichtet. Das ElterngeldPlus, das eine Teilzeitarbeit beider Partner während der Elternzeit attraktiver macht und für Kinder in Anspruch genommen werden kann, die ab dem 1. Juli 2015 geboren wurden, kommt bei Eltern offenbar gut an. Die Nutzerzahlen steigen, in einigen Regionen sind sogar schon knapp 30 Prozent erreicht. Für Väter ist offenbar besonders der Partnerschaftsbonus attraktiv, der die gleichzeitige Erwerbstätigkeit von 25 bis 30 Wochenstunden mit der Partnerin fördert: Bis zu 37 Prozent der Väter, die ElterngeldPlus beantragen, entscheiden sich zugleich für den Partnerschaftsbonus. Während der Elternzeit widmen sich die Väter nachweislich ihren Kindern und unterstützen so ihre Partnerin beim Wiedereinstieg in den Beruf. Auch mittel- und längerfristig wirkt die Elternzeit zugunsten einer aktiven Vaterschaft: Väter, die in Elternzeit waren, verbringen auch danach mehr Zeit mit ihren Kindern und reduzieren mit höherer Wahrscheinlichkeit auch später ihre Arbeitsstunden, um sich ihren Kindern widmen zu können. Sie entwickeln eine intensivere Beziehung zu ihrem Kind und teilen sich Familienaufgaben partnerschaftlicher mit ihrer Partnerin auf. Obwohl sich Väter heute stärker in der Familie engagieren, findet jeder dritte Vater, dass seine Zeit für die Kinder nicht ausreichend ist. 79 Prozent der Väter wünschen sich mehr Zeit für ihre Familie. Rund ein Drittel würde gerne in Teilzeit arbeiten. Viele möchten vor allem Überstunden reduzieren und eher vollzeitnah als Vollzeit arbeiten. Auch ökonomische Erwägungen führen aber dazu, dass sich Eltern für eine Beibehaltung der Vollzeittätigkeit der Väter entscheiden. Aktive Vaterschaft - ein vielfacher Gewinn Aktive Vaterschaft ist in vielfacher Hinsicht ein Gewinn. Zum einen sind aktive Väter zufriedener: Väter, die Elternzeit in Anspruch genommen haben, würden dies größtenteils wieder tun. Sie berichten von einer Steigerung des eigenen Wohlbefindens und der eigenen Zufriedenheit und betonen den Erwerb neuer Familienkompetenzen. Zum anderen profitieren auch Mütter, weil aktive Väter starke Partner sind und sie wirksam in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützen. Schließlich profitieren auch die Kinder von einem verstärkten väterlichen Engagement. Neben einer engen Bindung sind positive Effekte u. a. auf die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung der Kinder wissenschaftlich nachgewiesen. Der Nutzen aktiver Vaterschaft erstreckt sich aber nicht nur auf die Familie. Unternehmen sind betriebswirtschaftlich erfolgreicher, wenn sie ihre personalpolitischen Maßnahmen auch auf die Väter ausrichten. Eine betriebliche Familienpolitik, die aktive Vaterschaft unterstützt und zur Lösung der Vereinbarkeitsprobleme speziell von Vätern beiträgt, führt zu einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit, geringen Fehlzeiten und einer höheren Mitarbeiterproduktivität. Die Gewinne lassen sich gesamtwirtschaftlich fassen, wenn die gegenseitige Entlastung, die sich Eltern wünschen, Realität werden würde und Arbeitszeiten von Eltern sich annähern könnten: unter anderem als steigende Haushaltseinkommen und geringere Armutsrisiken. Entwicklungspfade und Perspektiven Die vergleichsweise jungen Familienleistungen Elterngeld und ElterngeldPlus, die erstmals gezielt beide Partner in ihren Lebenswirklichkeiten und Bedarfen adressieren, haben eine neue Nachfrage geschaffen. Nicht nur Eltern selbst, sondern die große Mehrheit der Bevölkerung sieht inzwischen Politik und Wirtschaft in der Pflicht, gerade auch die Väterbeteiligung noch stärker zu fördern. Für die Politik bedeutet dies die Aufgabe, die Familienleistungen entsprechend weiterzuentwickeln. Eine Familienarbeitszeit mit einem Familiengeld zur Unterstützung vollzeitnaher Teilzeit für beide Eltern würde Vätern und Kindern mehr Zeit miteinander verschaffen und so aktive Vaterschaft stärken. Und sie würde wirksam dazu beitragen, dass es Eltern besser gelingt, die gewünschte Partnerschaftlichkeit zu leben und gleichzeitig ihre Existenzen zu sichern. So können sich Mütter und Väter in beiden Lebensbereichen Sinnerfüllung und Existenzen sichern. Gemeinsam mit der Wirtschaft bleibt es Aufgabe, die Flexibilität und Arbeitszeitautonomie von Eltern lebensphasenbezogen zu stärken, damit am Ende davon alle profitieren. Auf den guten Erfahrungen aus Kooperationen mit Sozialpartnern und anderen engagierten Akteuren aufzusetzen, ist hier die Perspektive, um das Vater sein zu erleichtern...

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