Neuregelungen 2021

Ausbildungsprämie

Nach einem verhaltenen Start hat die Bundesregierung ihr Programm ''Ausbildungsplätze sichern'' ausgeweitet und die Fördervoraussetzungen gelockert. Insgesamt sollen mehr Betriebe als bisher profitieren.

Bisher mussten die Betriebe starke Umsatzeinbrüche im April und Mai 2020 nachweisen, um eine Prämie zu erhalten. Jetzt sollen auch die gefördert werden, bei denen es erst im Herbst 2020 zu Umsatzeinbrüchen kam oder bei denen sich geringere Einbußen über einen langen Zeitraum strecken.

Künftig können alle Unternehmen eine Prämie erhalten, wenn sie Auszubildende aus insolventen Betrieben übernehmen. Unabhängig von der Betriebsgröße. Bisher galt dies nur, wenn beide Betriebe maximal 249 Beschäftigte hatten.

Antragsberechtigt sollen jetzt auch Unternehmen sein, in denen es im Laufe des Jahres 2020 mindestens in einem Monat Kurzarbeit gegeben hat. Bisher war diese Fördervoraussetzung auf das erste Halbjahr beschränkt.

Darüber hinaus sollen jetzt auch Ausbildungen einbezogen werden, die vom 24.06.2020 bis zum 31.07.2020 begonnen haben. Bisher galt der 01.08.2020 als Stichtag.

Bei Übernahmen aus insolventen Betrieben soll jetzt bis 30.06.2021 gefördert werden. Bisher sollte dies nur bis zum Jahresende 2020 gelten.

Auch die Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit werden nun bis Juni 2021 bezahlt.

Alle Anträge können innerhalb von drei Monaten nach erfolgreich bestandener Probezeit bei den Agenturen für Arbeit gestellt werden. Anträge, die bisher abgelehnt wurden, aber jetzt die Fördervoraussetzungen erfüllen, können nochmals gestellt werden.

Kurzarbeitergeld

Die Regelung zur Erhöhung des Kurzarbeitergeldes (auf 70/77 Prozent ab dem vierten Monat und auf 80/87 Prozent ab dem siebten Monat) wird bis zum 31. Dezember 2021 verlängert werden für alle Beschäftigten, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2021 entstanden ist.

Zudem werden die bestehenden befristeten Hinzuverdienstregelungen insoweit bis zum 31.12.2021 verlängert werden, als Entgelt aus einer geringfügigen Beschäftigung, die während der Kurzarbeit aufgenommen wurde, anrechnungsfrei bleibt.

Elterngeld, Elternzeit

Der Partnerschaftsbonus, der die geteilte Kinderbetreuung möglich macht, wurde bezüglich der Bezugsdauer geändert. Diese ist zwischen zwei und vier Monaten flexibel wählbar (bislang vier Monate). Das bedeutet, dass es nun Voraussetzung für den Partnerschaftsbonus ist, dass die beiden Elternteile zwei Monate parallel in Teilzeit tätig waren. So kann der Bonus leichter genutzt werden.

Natürlich ist es auch weiterhin möglich, parallel Einkommen und Elterngeld zu beziehen. Wer Elterngeld nutzt, kann von 24 bis 32 Stunden tätig sein. Bislang waren dies 25 bis 30 Stunden, sodass nun mehr Flexibilität möglich ist.

Eltern von Frühgeborenen (sechs Wochen oder früher) bekommen einen weiteren Monat Elterngeld in der Basisvariante oder zwei extra Elterngeld Plus-Monate.

Kinderkrankengeld

Das Kinderkrankengeld soll es berufstätigen Eltern ermöglichen, Lohnausfälle durch die häusliche Betreuung eines erkrankten Kindes auszugleichen.

Aufgrund der besonderen Herausforderungen in der Corona-Pandemie wird dieser Anspruch für 2021 ausgeweitet: Er besteht nicht nur, wenn das eigene Kind krank ist, sondern auch, wenn die Kinderbetreuung aus einem anderen Grund zu Hause erforderlich wird. Etwa weil die Schule, die Kita, oder auch die Einrichtung für Menschen mit Behinderungen pandemiebedingt geschlossen ist oder einzelne Klassen oder Kitagruppen in Quarantäne sind.

Anspruchsberechtigt sind gesetzlich versicherte, berufstätige Eltern, die selbst Anspruch auf Krankengeld haben und deren Kind bis unter 12 Jahre alt ist. Bei Kindern, die eine Behinderung haben, auch über das 12. Lebensjahr hinaus.

Voraussetzung ist auch, dass es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind betreuen kann. Privatversicherte und beihilfeberechtigte Eltern müssen ihren Anspruch nach §56 Infektionsschutzgesetz (IfSG) geltend machen.

Der Anspruch auf Kinderkrankengeld steigt von 10 Tagen pro Elternteil und Kind auf 20 Tage und damit für Elternpaare pro Kind auf 40 Tage. Auch für Alleinerziehende verdoppelt sich der Anspruch pro Kind von 20 auf nun 40 Tage.

Elternpaare oder Alleinerziehende mit zwei Kindern haben Anspruch auf maximal 80 Kinderkrankentage. Bei weiteren Kindern erhöht sich der Anspruch noch einmal um zehn Tage auf dann maximal 90 Tage.

Assistierte Ausbildung flexibel (AsA flex)

Mit dem Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung wurde die zunächst befristete Assistierte Ausbildung (AsA) am 29. Mai 2020 dauerhaft in das SGB III übernommen.

Um die Komplexität zu reduzieren, wurden die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) und die Assistierte Ausbildung nach § 130 SGB III (AsA alt) zu einem Instrument vereinheitlicht. Die Angebote aus abH und AsA (alt) stehen weiterhin zur Verfügung.

Das neue Instrument der AsA nach §§ 74-75a SGB III steht ab Herbst 2021 mit der begleitenden Phase als Unterstützungsleistung für junge Menschen und (deren) Ausbildungsbetriebe zur Verfügung.

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung

Der gelbe Krankenschein zählt zu den vertrauten Utensilien unserer Arbeitswelt und des Gesundheitssystems. Doch schon bald wird die klassische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Papierform der Vergangenheit angehören. An die Stelle des gelben Krankenscheins wird die digitale Krankschreibung treten.

Ab dem 01.01.2021 müssen Vertragsärzte den Krankenschein direkt elektronisch an die zuständige Krankenkasse senden. Die Informationspflicht liegt dann bei dem behandelnden Arzt und nicht mehr beim Mitarbeiter. Dieser muss die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Papierform nicht mehr einreichen.

Bis zum 31.12.2021 wird es eine Übergangszeit geben. In dieser müssen Ärzte die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung elektronisch an die Krankenkassen übermitteln, aber auch zusätzlich in Papierform ausstellen. Diese muss der Versicherte nach wie vor selbst beim Arbeitgeber einreichen.

Berufskrankheiten

Bislang waren bei neun von 80 Berufskrankheiten wesentliche Leistungen trotz anerkannter Berufskrankheit ausgeschlossen, wenn der Versicherte seine Tätigkeit nicht aufgegeben hat. Dieser Unterlassungszwang ist ab dem Jahr 2021 gestrichen. Stattdessen erhält die individuelle Prävention mehr Aufmerksamkeit. Betroffene müssen hier aktiv mitwirken.

Zudem gibt es jetzt eine gesetzliche Rückwirkungsregelung für Bestandsfälle, in denen der Versicherte bei der Aufnahme einer Krankheit in die BK-Liste bereits erkrankt ist.

Westbalkanregelung

Die sogenannte ''Westbalkanregelung'' wird bis Ende 2023 verlängert. Dies ermöglicht Staatsangehörigen von Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien, dass sie unabhängig von einer formalen Qualifikation zur Erwerbstätigkeit nach Deutschland einreisen dürfen. Die Bundesagentur für Arbeit muss zustimmen. Neu eingeführt wird ein Kontingent für bis zu 25000 Personen jährlich.

Mindestlohn

Das Bundeskabinett hat die Dritte Mindestlohnanpassungsverordnung beschlossen. Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 01.01.2021 zunächst auf 9,50 Euro brutto je Zeitstunde angehoben und steigt dann in weiteren Schritten zum 01.07.2021 auf brutto 9,60 Euro, zum 01.01.2022 auf brutto 9,82 Euro und schließlich zum 01.07.2022 auf brutto 10,45 Euro.

Mindestvergütung in der Ausbildung

Wer ab 2021 eine Ausbildung anfängt, soll eine Mindestvergütung von 550,00 Euro im ersten Lehrjahr erhalten. Diese Vergütung soll in den kommenden Jahren weiter steigen: 2022 auf 585,00 Euro und 2023 auf 620,00 Euro.

Zudem steigt die Mindestvergütung für Auszubildende je Lehrjahr an: Im zweiten Jahr sind es 18 Prozent mehr, im dritten 35 Prozent und im vierten 40 Prozent.

Ausgleichsabgabe

In Deutschland sind Unternehmen dazu verpflichtet schwerbehinderte Menschen einzustellen (gemäß § 154 SGB IX), wenn es im Unternehmen mindestens 20 Arbeitsplätze gibt. Fünf Prozent der Arbeitsplätze müssen mit schwerbehinderten Menschen besetzt werden.

Erfüllt das Unternehmen diese Quote nicht, muss die Ausgleichsabgabe (gemäß § 160 Absatz 1 Satz 1 SGB IX) entrichtet werden.

Zum 01.01.2021 erhöht sich die Ausgleichsabgabe, damit wirkt die Erhöhung erst im Jahr 2022, da diese für unbesetzte Arbeitsplätze im Jahr 2021 entrichtet wird. Für die Ausgleichsabgabe, die im Jahr 2021 für das Jahr 2020 zu entrichten ist, gelten noch die alten Sätze.

Beitragsbemessungsgrenzen der Rentenversicherung

Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West) steigt von 6900,00 Euro im Monat auf 7100,00 Euro im Monat. Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) steigt 2021 auf 6700,00 Euro im Monat (2020: 6450,00 Euro im Monat).

In der knappschaftlichen Rentenversicherung werden folgende neue monatliche Beträge gelten: Beitragsbemessungsgrenze (West): 8700,00 Euro im Monat, Beitragsbemessungsgrenze (Ost): 8250,00 Euro im Monat.

Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung wird für das Jahr 2021 bundeseinheitlich auf 41541,00 Euro im Jahr festgesetzt.

Rechengrößen für Kranken- und Pflegeversicherung

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (Pflichtversicherungsgrenze) der gesetzlichen Krankenversicherung steigt auf 64350,00 Euro. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ist zur Feststellung der Versicherungspflicht heranzuziehen.

Die Beitragsbemessungsgrenze für alle Versicherten der GKV wird auf 58050,00 Euro (2020: 56250,00 Euro) bzw. monatlich 4837,50 Euro (2020: 4687,50 Euro) steigen.

Die Bezugsgröße, die für viele Werte in der Sozialversicherung wichtig ist, etwa für die Festsetzung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung, erhöht sich auf monatlich 3290,00 Euro in den alten Bundesländern und auf 3115,00 Euro in den neuen Bundesländern.

Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung

Arbeitgeber und Beschäftigte bezahlen seit 2019 zu gleichen Teilen die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung. Das gilt nicht nur für den allgemeinen Beitragssatz (14,6%).

Dies gilt auch für den individuellen Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse selbst bestimmt. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt für das Jahr 2021 auf 1,3 Prozent.

Erhöht eine Krankenkasse ihren kassenindividuellen Zusatzbeitrag, haben die Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht und können in eine andere Krankenkasse wechseln.

Krankenkassenwechsel

Ab 01.01.2021 wird der Wechsel in eine andere gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich einfacher. Während der Abschied bisher erst nach einer Mindestvertragslaufzeit (sogenannte Bindungsfrist) von 18 Monaten möglich war, kann der Wechsel mit einer regulären Kündigung nun bereits nach zwölf Monaten erfolgen.

Solidaritätszuschlag

Der Solidaritätszuschlag entfällt für etwa 90 Prozent derjenigen, die ihn bisher gezahlt haben. Für weitere 6,5 Prozent wird er reduziert. Konkret heißt das: Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 61717,00 Euro wird für Arbeitnehmer kein Soli mehr fällig.

Künstlersozialkasse

Der Beitragssatz für die Künstlersozialkasse bleibt auch 2021 bei 4,2 Prozent. Bemessungsgrundlage ist die Gesamtsumme, die aufgewendet wird, um einen Künstler zu engagieren. Dazu zählt u.a. Gagen oder Honorare, Lizenzzahlungen sowie Vergütungen für andere, auch technische Nebenleistungen.

Faktor F für die Gleitzone

Ab dem 01.01.2021 gilt für Beschäftigte in der Gleitzone (450,01 bis 1300,00 Euro Entgelt im Monat) der neue Gleitzonenfaktor 0,7509.

Umlagesatz für das Insolvenzgeld

Die Insolvenzgeldumlage wurde zuletzt zum 01.01.2018 von 0,09 Prozent auf 0,06 Prozent gesenkt. Im Jahr 2021 steigt die Umlage auf 0,12 Prozent.

Steuerlicher Grundfreibetrag

Durch den steuerlichen Grundfreibetrag bleibt das Existenzminimum der Bundesbürger steuerfrei. Das gilt für Arbeitnehmer, Selbständige, Auszubildende und Rentner.

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt von 9408,00 Euro im Jahr 2020 auf 9744,00 Euro im Jahr 2021 an. Gemeinsam veranlagte Ehepaaren müssen erst Einkommensteuer zahlen, wenn sie mehr als 19488,00 Euro verdienen.

Steuerklassenwechsel

Ehepaare und Lebenspartner dürfen ihre Lohnsteuerklasse jetzt so oft wechseln, wie sie wollen. Bisher war das nur einmal pro Jahr möglich oder ausnahmsweise zweimal, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt waren.

Sachbezugswerte

Der Monatswert für Verpflegung steigt auf 263,00 Euro. Damit steigen auch die Werte für verbilligte oder unentgeltliche Mahlzeiten (Frühstück 1,83 Euro, Mittag- oder Abendessen 3,47 Euro). Der Monatswert für Unterkunft oder Mieten erhöht sich auf 237,00 Euro.

Entfernungspauschale, Mobilitätsprämie

2021 erhöht sich die Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt. Statt 30 Cent darf man ab dem 21. Kilometer dann 35 Cent pro Kilometer für den einfachen Weg zur Arbeit absetzen. Für die ersten 20 Kilometer bleibt es bei 30 Cent.

Neu ist ab 2021 zudem, dass auch Arbeitnehmer von der erhöhten Pendlerpauschale profitieren, die gar keine Lohn- beziehungsweise Einkommensteuern bezahlen.

Diese Arbeitnehmer können eine sogenannte Mobilitätsprämie beim zuständigen Finanzamt beantragen. Den steuerlichen Vorteil durch die höhere Pendlerpauschale, der sich bei einem steuerzahlenden Arbeitnehmer ergeben würde, erhalten diese Arbeitnehmer als Prämie ausgezahlt.

Beispiel:

Wenn ein Arbeitnehmer mit 35 Kilometer Arbeitsweg und 210 Fahrten zur Arbeit keine steuerliche Wirkung mit der Pendlerpauschale erzielt, weil er ein zu geringes Einkommen hat, kann er eine Mobilitätsprämie von 154,35 Euro erhalten.

Übrigens:

Die Entfernungspauschale ist grundsätzlich unabhängig von der Art des genutzten Verkehrsmittels. Ob man den Arbeitsweg zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Motorrad, dem Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegt, macht keinen Unterschied.

Homeoffice

2020 haben wegen der Corona-Pandemie viele Menschen von zu Hause aus gearbeitet, ohne ein echtes Arbeitszimmer zu besitzen. Die Bundesregierung hat sich deshalb auf eine Homeoffice-Pauschale von 5,00 Euro pro Tag geeinigt.

E-Dienstwagen

Wer seinen Dienstwagen auch privat nutzt, muss das als geldwerten Vorteil versteuern. Bei E-Autos und Hybridfahrzeugen gibt es aber ''Rabatt'', wenn man den Wagen nicht vor 2019 erhalten hat.

Je nachdem, welche Voraussetzungen der Dienstwagen erfüllt, halbiert sich die Bemessungsgrundlage für die Besteuerung oder schrumpft sogar auf ein Viertel im Vergleich zu einem klassischen Dienstwagen.

Am meisten Steuern spart man, wenn das Auto gar kein CO2 ausstößt und laut Listenpreis nicht teurer ist als 60000,00 Euro. Als Listenpreis gilt die unverbindliche Bruttopreisempfehlung des Händlers oder Herstellers zu dem Zeitpunkt, an dem man das Auto erstmals nutzt.

Dienstfahrrad

Auch wenn der Arbeitgeber ein Dienstfahrrad überlässt, das man privat nutzen darf, muss man das wie ein Dienstauto auch als geldwerten Vorteil versteuern.

Ab 2021 wird das aber günstiger. Bisher errechnete sich der monatliche Durchschnittswert für die private Nutzung so: 1 Prozent von der Hälfte des auf volle 100,00 Euro abgerundeten Listenpreises. Ab 2021 gilt nur noch ein Viertel des Listenpreises.

Pauschbetrag für Pflegende

Zur Entlastung pflegender Angehöriger betrug der Pflegepauschbetrag bisher 924,00 Euro und konnte nur von Pflegenden beansprucht werden, deren gepflegter Angehöriger einen Pflegegrad 4 oder 5 oder einen Schwerbehindertenausweis mit der Kennzeichnung ''H'' oder ''Bl'' hat.

Ab 2021 erhalten Pflegende eine Steuererleichterung von 600.00 Euro, wenn der Pflegebedürftige Pflegegrad 2 hat, von 1100,00 Euro, wenn der Pflegebedürftige Pflegegrad 3 hat und sogar 1800,00 Euro, wenn der Pflegebedürftige Pflegegrad 4 oder 5 hat.

An die Anpassungen ab 2021 werden aber auch Bedingungen geknüpft, wie beispielsweise dass die Pflegeperson den Angehörigen in seinem oder in ihrem eigenen Haushalt versorgt und keine Einnahmen für ihre Leistungen erhalten hat. Die jeweilige Summe wird dann - unabhängig von der tatsächlichen Ausgabenhöhe - vom zu versteuernden Einkommen abgezogen.

Sollten höhere Pflegeausgaben entstanden sein, als die Höhe des Pauschbetrages erstattet, so kann auf diesen verzichtet werden und die entsprechenden, nachweislichen Kosten können angefügt werden. Nachteilig hierbei wäre allerdings, das in diesem Fall ein Selbstbehalt, die sogenannte zumutbare Belastung, abgezogen würde.

Zur Bewilligung des Pauschbetrages muss der pflegende Angehörige diesen in seiner Steuererklärung als ''Außergewöhnliche Belastung'' geltend machen.

Kinderfreibetrag, BEA-Freibeträge

Jedem Elternteil steht ab 2021 ein Kinderfreibetrag von 2730,00 Euro pro Jahr zur Verfügung. Das macht bei verheirateten Paaren 5460,00 Euro. Der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf eines Kindes wird um 288,00 Euro auf 2928,00 Euro erhöht.

Behinderten-Pauschbetrag

Menschen mit Behinderungen können bei der Steuererklärung ab 2021 höhere Pauschbeträge geltend machen. Dadurch können sie es sich in vielen Fällen sparen, zum Beispiel Fahrtkosten aufwendig einzeln nachzuweisen. Bei einem Grad der Behinderung von 50 gilt ab 2021 eine Pauschale von 1140,00 Euro, bei einem Grad von 100 sind es 2840,00 Euro.

Der erhöhte Behinderten-Pauschbetrag für blinde Menschen sowie Menschen, die als hilflos gelten, wird zudem von 3700,00 Euro auf 7400,00 Euro angehoben (Merkzeichen ''H'' im Schwerbehindertenausweis oder festgestellte Einstufung in Pflegegrad 4 oder 5).

Umzugskostenpauschale

Seit dem 01.06.2020 gelten neue Spielregeln. Für die Person, die aus beruflichen Gründen umzieht, gilt eine Pauschale von 860,00 Euro. Hatte die Person vor oder nach dem Umzug keine eigene Wohnung, verringert sich die Pauschale auf 172,00 Euro.

Für einen Ehepartner, der mit umzieht, kommen 573,00 Euro hinzu. Der gleiche Betrag gilt auch für Kinder und Stief- oder Pflegekinder, die mit umziehen.

Die große Unterschied der Neuregelung zu den alten Pauschalen liegt in der Gleichbehandlung von Ledigen, Verheirateten, Geschiedenen und Verwitweten.

Wenn die Kinder durch den Umzug an der neuen Schule nicht mehr mitkommen, können die Kosten für den erforderlichen Nachhilfeunterricht steuerlich geltend gemacht werden. Hierbei gilt ein Höchstbetrag von 1146,00 Euro. Bis zu dieser Höhe sind die Nachhilfekosten ungekürzt abzugsfähig.

Vorsorgeaufwendungen

Wer in die gesetzliche Rentenversicherung oder in berufsständigen Versorgungswerken einzahlt, darf im Jahr 2021 maximal 92 Prozent des Höchstbetrages steuerlich geltend machen. Bis zum Jahr 2025 steigt dieser Wert um jährlich zwei Prozentpunkte.

Betriebliche Altersvorsorge

Beiträge an eine kapitalgedeckte Pensionskasse, an einen Pensionsfonds und für eine Direktversicherung sind grundsätzlich bis zu 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) steuerfrei. Das höchstmögliche steuerfreie Volumen in 2021 beträgt 6816,00 Euro (2020: 6624,00 Euro).

Kindergeld

Das Kindergeld für das erste und das zweite Kind beträgt ab 01.01.2021 monatlich jeweils 219,00 Euro, für das dritte Kind 225,00 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 250,00 Euro.

Kinderzuschlag (Ergänzung zum Kindergeld)

Ab Januar 2021 steigt der Kinderzuschlag auf bis zu 205,00 Euro pro Kind. Den Kinderzuschlag kann man schriftlich bei der Familienkasse beantragen oder online über den Kinderzuschlags-Lotsen.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Wer alleine Kinder groß zieht, darf bei der Einkommensteuer noch einen sogenannten Entlastungsbetrag geltend machen, also einen zusätzlichen Steuerfreibetrag. Der liegt normalerweise bei 1908,00 Euro für das erste Kind. Wegen der Corona-Krise war er jedoch schon 2020 erhöht worden. Auf 4008,00 Euro. Diese Regel wird 2021 beibehalten. Für jedes weitere Kind kommen 240,00 Euro hinzu.

Unterhalt

Der Mindestunterhalt minderjähriger Kinder beträgt in der ersten Altersstufe (bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres) 393,00 Euro statt bisher 369,00 Euro. In der 2. Altersstufe, vom siebten bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres haben die Kinder einen Anspruch auf 451,00 Euro statt bisher 424,00 Euro. Vom 13. bis zum 18. Lebensjahr werden 528,00 Euro statt bisher 497,00 Euro monatlich an Unterhalt fällig.

Unterhaltsvorschuss

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses, der auf Antrag gewährt wird, richtet sich nach dem Alter der Kinder und beträgt ab 01.01.2021 für Kinder unter 6 Jahren höchstens 174,00 Euro, für Kinder von 6 bis 11 Jahren höchstens 232,00 Euro und für Kinder von 12 bis 17 Jahren höchstens 309,00 Euro monatlich.

Rentenerhöhung

Deutsche Rentner können für 2021 im besten Fall auf eine Mini-Erhöhung des Altersgeldes hoffen. Während Ruheständlern im Osten schmale 0,72 Prozent mehr Altersgeld winken, müssen Altersrentner im Westen wohl auf eine Rentenerhöhung verzichten.

Grundrente

Das Gesetz zur Grundrente tritt am 01.01.2021 in Kraft. Die Grundrente ist ein individueller Zuschlag zur Rente und honoriert eine langjährige Versicherung bei unterdurchschnittlichem Einkommen.

Das heißt, langjährig Versicherte mit einem durchschnittlich versicherten Einkommen von weniger als 80 Prozent des Durchschnittseinkommens können unter Umständen einen individuellen Zuschlag zu ihrer Rente erhalten.

Um den Grundrentenzuschlag in voller Höhe erhalten zu können, müssen mindestens 35 Jahre an sogenannten Grundrentenzeiten vorhanden sein. Die Grundrente startet in einem sogenannten Übergangsbereich bereits dann, wenn 33 Jahre Grundrentenzeiten vorhanden sind. Ob ein Anspruch auf die Grundrente besteht, wird von der Rentenversicherung automatisch geprüft.

Ost-West Rentenangleichung

Die Renten in Ost- und Westdeutschland werden seit 2018 in sieben Schritten angeglichen. Im vierten Schritt wird der Rentenwert Ost ab dem 01.07.2021 auf 97,9 Prozent des Westwertes gehoben, in den darauffolgenden Jahren um jeweils 0,7 Prozent. Zum 01.07.2024 beträgt der Rentenwert Ost dann - wie gesetzlich vorgesehen - 100 Prozent des Rentenwertes West.

Freibeträge für Neurentner

Menschen, die 2021 in die Rente gehen, müssen 81 Prozent ihrer Renteneinkünfte mit dem persönlichen Steuersatz versteuern. 19 Prozent der ersten Jahresbruttorente bleiben als dauerhafter Festbetrag steuerfrei.

Absicherung bei Erwerbsminderung

Wer in jüngeren Jahren vermindert erwerbsfähig wird, hat in der Regel noch keine ausreichenden Rentenanwartschaften aufbauen können.

Damit die Versicherten dennoch eine angemessene Sicherung erhalten, werden Bezieher einer Erwerbsminderungsrente so gestellt, als hätten diese über den Eintritt der Erwerbsminderung hinaus so weitergearbeitet, wie zuvor (Zurechnungszeit).

Die Zurechnungszeit wurde im Jahr 2019 durch das Gesetz über Leistungsverbesserungen undStabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz) in einem Schritt auf 65 Jahre und 8 Monate angehoben.

Für die Rentenzugänge ab dem Jahr 2020 wird sie in Anlehnung an die Anhebung der Regelaltersgrenze bis zum Jahr 2031 schrittweise bis auf 67 Jahre verlängert. Bei einem Beginn der Erwerbsminderungsrente im Jahr 2021 endet die Zurechnungszeit mit 65 Jahren und zehn Monaten.

Hinzuverdienstgrenze bei Altersrenten

In Anbetracht der aktuellen Entwicklung der Corona-Krise und den damit verbundenen zukünftigen Herausforderungen wird die befristete Anhebung der kalenderjährlichen Hinzuverdienstgrenze für Altersrenten vor Erreichen der Regelaltersgrenze auf der Grundlage der aktuellen Werte um ein Jahr verlängert und gilt somit auch für das Kalenderjahr 2021.

Dadurch ist sichergestellt, dass weiterhin einem Durchschnittsverdiener mit zwei jährlichen Sonderzahlungen ein Hinzuverdienst ermöglicht wird, ohne dass es zu einer Anrechnung des Hinzuverdiensts auf die Rente wegen Alters kommt.

Für das Jahr 2021 beträgt die kalenderjährliche Hinzuverdienstgrenze 46060,00 Euro (in 2020: 44590,00 Euro). Der sogenannte Hinzuverdienstdeckel ist weiterhin nicht anzuwenden.

Wohngeld

Als Ausgleich für die höheren Kosten bei Benzin, Heizöl und Gas zahlt der Staat ab Januar 2021 ein höheres Wohngeld. Etwa 15,00 Euro mehr werden es pro Monat sein, pro weiterem Haushaltsmitglied kommen 3,60 Euro hinzu.

Regelsätze der Grundsicherung

Wer Grundsicherung bezieht, erhält ab Januar 2021 mehr Geld. Der monatliche Regelsatz für Alleinstehende steigt dann von 432,00 auf 446,00 Euro im Monat. Bei Paaren erhält jeder Partner 401,00 statt 389,00 Euro.

Wer unter 25 Jahre alt ist und im Haushalt der Eltern wohnt, bekommt statt 345,00 nun 357,00 Euro. Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren erhalten 373,00 Euro (vorher 328,00 Euro).

Bei Kindern von Hartz IV-Familien, die zwischen sechs und 13 Jahre alt sind, erhöht sich der Satz von 308,00 auf 309,00 Euro. Bei einem Alter zwischen null und sechs Jahren beträgt der Regelsatz 283,00 Euro (vorher 250,00 Euro).

Pfändungsschutz

Das PfändungsschutzKonto (P-Konto) bietet Schuldnern die Möglichkeit, trotz Kontopfändung wichtige Buchungen wie Miete und Versicherungsbeiträge weiter auszuführen.

Der unpfändbare Teil der Einkünfte (Pfändungsfreigrenze) liegt bisher bei 1178,59 Euro pro Monat. Künftig ändert sich die Grenze jährlich zum 01.07.. Bisher erfolgte die Anpassung alle zwei Jahre.

Künftig kann nicht verbrauchtes pfändungsfreies Guthaben bis zu drei Monaten übertragen werden. Erst wenn es auch im vierten Monat nicht verbraucht ist, steht der Betrag dem Gläubiger zu.

Weitere Neuerungen:

Es wird ein Pfändungsschutz für Gemeinschaftskonten eingeführt und es wird leichter, Gründe für die Erhöhung der Pfändungsfreigrenze nachzuweisen.