Neuregelungen ab 01.01.2019

01. Brückenteilzeit

02. Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose

03. Qualifizierungschancengesetz

04. Kurzfristige Beschäftigung

05. Arbeitslosengeld

06. Drittes Geschlecht

07. Beitragsbemessungsgrenzen der Kranken- und Rentenversicherung

08. Rechengrößen für Kranken- und Pflegeversicherung

09. Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung

10. Mindestbeitrag für Selbstständige in der gesetzlichen Krankenkasse

11. Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung

12. Beitragssatz für die Pflegeversicherung

13. Beitragssatz für die Rentenversicherung

14. Künstlersozialkasse

15. Gleitzonenfaktor

16. Gleitzonen-Regelung ab Juli 2019

17. Umlagesatz für das Insolvenzgeld

18. Mindestlohn

19. Mindestlohn für Maler, Gebäudereiniger und Dachdecker sowie im Baugewerbe

20. Abgabefrist für die Steuererklärung

21. Belege in der Steuererklärung

22. Steuerlicher Grundfreibetrag, Existenzminimum

23. Kinderfreibetrag

24. Kindergeld

25. Kinderzuschlag als Ergänzung zum Kindergeld

26. Unterhalt

27. Sachbezugswerte

28. Vorsorgeaufwendungen

29. Elektrisch betriebene Dienstwagen

30. Dienst- oder Betriebsrad

31. Jobticket

32. Umzugskostenpauschale

33. Waren- und Wertgutscheine

34. Pflegende Angehörige und Reha-Aufenthalt

35. Kosten für Krankenfahrten zum Arzt

36. Betriebliche Altersvorsorge

37. Rente

38. Ost-West Rentenangleichung

39. Freibeträge für Neurentner

40. Mütterrente

41. Erwerbsminderungsrente

42. Regelsätze der Grundsicherung

Brückenteilzeit

Wer seine Arbeitszeit nur für eine bestimmte Zeit verkürzen will, erhält ab 2019 ein Rückkehrrecht zu einer Vollzeitstelle.

Die neue Brückenteilzeit greift für alle Arbeitnehmer, die ab dem 01.01.2019 eine Teilzeitvereinbarung abschließen.

Das Recht auf Brückenteilzeit gilt für Betriebe mit mehr als 45 Arbeitnehmern.

Beschäftigte bekommen Anspruch auf eine befristete Teilzeitphase, die zwischen einem und fünf Jahre dauern kann.

Für Unternehmen, die zwischen 46 und 200 Arbeitnehmer haben, gilt,

dass sie pro 15 Mitarbeiter nur einem den Anspruch auf Brückenteilzeit gewähren müssen. Weitere Anträge können abgelehnt werden.

Anträge auf Brückenteilzeit können nur Arbeitnehmer stellen, die länger als sechs Monate im Unternehmen beschäftigt sind.

Die Teilzeit ist spätestens drei Monate vor Beginn in Textform (z.B. per E-Mail) zu beantragen.

Bestimmte Gründe für die Reduzierung, etwa die Pflege von Angehörigen oder die Erziehung von Kindern, müssen sie nicht angeben.

Will der Arbeitgeber einem Teilzeitbeschäftigten die Aufstockung der Arbeitszeit verweigern,

muss er darlegen, dass es keine entsprechende freie Stelle gibt,

oder dass dringende betriebliche Gründe oder die Interessen anderer Teilzeitbeschäftigter vorliegen.

Ausführliche Informationen finden Sie im entsprechenden Themenbereich unseres Infocenters für Bewerber und Arbeitnehmer.

Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose

Am 01.01.2019 tritt das ''Teilhabechancengesetz'' in Kraft.

Mit diesem Gesetz sollen Langzeitarbeitslose in den allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt integriert werden.

Deren Löhne und Gehälter subventioniert der Staat in einem gestaffelten Modell, die Zuschüsse richten sich nach dem Mindestlohn.

Es sei denn, der Arbeitgeber ist tarifgebunden oder tariforientiert. Dann richtet sich das Entgelt nach dem Tarif.

Profitieren sollen von dem sozialen Arbeitsmarkt verschiedene Zielgruppen.

Zum Beispiel Menschen über 25 Jahre, die mindestens sechs Jahre in den letzten sieben Jahren

Arbeitslosengeld II bezogen und in dieser Zeit nicht oder nur kurzzeitig beschäftigt waren.

Darüber hinaus können Qualifizierungsmaßnahmen finanziert werden.

Ausführliche Informationen finden Sie im entsprechenden Themenbereich unseres Infocenters für Bewerber und Arbeitnehmer.

Qualifizierungschancengesetz

Arbeitnehmer sollen durch das ''Qualifizierungschancengesetz'' ab 2019 bessere Zugänge zu Weiterbildungen erhalten.

Der Staat fördert die Weiterbildung stärker als bisher und weitet die Weiterbildungsberatung aus.

Das Gesetz dient dazu, Beschäftigten ihre beruflichen Chancen

trotz Strukturwandels zu erhalten oder sie in einem Beruf weiterzubilden, in dem Fachkräftemangel herrscht.

Ausführliche Informationen finden Sie im entsprechenden Themenbereich unseres Infocenters für Bewerber und Arbeitnehmer.

Kurzfristige Beschäftigung

Auch über den 31.12.2018 hinaus bleibt die Zeitgrenze von drei Monaten oder 70 Tagen für die Bewertung

als kurzfristige Beschäftigung erhalten. Die kurzfristige Beschäftigung ist eine Form der geringfügigen Beschäftigung.

Innerhalb dieser Zeitgrenzen übt ein Beschäftigter, unabhängig vom Arbeitsentgelt eine geringfügige Arbeit aus,

sodass die Beschäftigung sozialversicherungsfrei bleibt und unter bestimmten Bedingungen pauschal lohnversteuert werden kann.

Arbeitslosengeld

Künftig können diejenigen einen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend machen,

die innerhalb von 30 Monaten auf Versicherungszeiten von 12 Monaten (bislang 24 Monaten) kommen.

Die Sonderregelung für überwiegend kurz befristete Beschäftigungen wird ferner bis Ende des Jahres 2022 verlängert.

Drittes Geschlecht

Nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom Oktober 2017 wird es ab Januar 2019 für Intersexuelle

ein drittes Geschlecht im Personenstandsregister geben: Neben ''männlich'' und ''weiblich'' kann dort dann auch ''divers'' stehen.

Für Arbeitgeber ist das vor allem im Hinblick auf Stellenanzeigen relevant.

Wer z.B. einen Ingenieur sucht, muss künftig einen ''Ingenieur (m/w/d)'' inserieren. Das ''d'' steht für divers.

Wer dagegen verstößt, dem könnte nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz eine Strafe wegen Diskriminierung drohen.

Beitragsbemessungsgrenzen der Kranken- und Rentenversicherung

Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West)

steigt von 6500,00 Euro im Monat (2018) auf 6700,00 Euro im Monat.

Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) steigt 2019 auf 6150,00 Euro im Monat (2018: 5800,00 Euro im Monat).

In der knappschaftlichen Rentenversicherung werden folgende neue monatliche Beträge gelten:

Beitragsbemessungsgrenze (West): 8200,00 Euro im Monat, Beitragsbemessungsgrenze (Ost): 7600,00 Euro im Monat.

Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung wird für das Jahr 2019

bundeseinheitlich auf 38901,00 Euro im Jahr festgesetzt.

Rechengrößen für Kranken- und Pflegeversicherung

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (Pflichtversicherungsgrenze) der gesetzlichen Krankenversicherung steigt auf 60750,00 Euro.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ist zur Feststellung der Versicherungspflicht heranzuziehen.

Die Beitragsbemessungsgrenze für alle Versicherten der GKV wird auf 54450,00 Euro (2018: 53100,00 Euro),

bzw. monatlich 4537,50 Euro (2018: 4425,00 Euro) steigen.

Die Bezugsgröße, die für viele Werte in der Sozialversicherung wichtig ist, etwa für die Festsetzung

der Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung,

erhöht sich auf monatlich 3115,00 Euro in den alten Bundesländern und auf 2870,00 Euro in den neuen Bundesländern.

Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung

Arbeitgeber und Beschäftigte bezahlen ab 2019 zu gleichen Teilen die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung.

Das gilt nicht nur - wie bisher - für den allgemeinen Beitragssatz (14,6%).

Dies gilt auch für den individuellen Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse selbst bestimmt.

Erhöht eine Krankenkasse ihren kassenindividuellen Zusatzbeitrag,

haben die Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht und können in eine andere Krankenkasse wechseln.

Mindestbeitrag für Selbstständige in der gesetzlichen Krankenkasse

Selbstständige mit geringem Einkommen können künftig mit niedrigeren Beiträgen rechnen,

wenn sie freiwillig Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind.

Wer bis zu 1142,00 Euro pro Monat verdient, muss ab 2019 in der Regel nur noch einen Beitrag von 171,00 Euro pro Monat zahlen.

Mitgliedsbeiträge können bis zu zwölf Monate (bisher drei Monate) nachträglich korrigiert werden.

Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung

Der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung sinkt ab 2019 um 0,5% von 3,0% auf 2,5%.

Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden für Pflichtversicherte je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.

Beitragssatz für die Pflegeversicherung

Ab dem 01.01.2019 beträgt der Beitragssatz für die Pflegeversicherung 3,05 Prozent,

welcher solidarisch von den Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert wird.

Rentner und Selbstständige müssen den Beitragssatz zur Pflegeversicherung selbstständig aufbringen.

Zu den 3,05 Prozent kommt noch der sogenannte Kinderlosenzuschlag in Höhe von 0,25 Prozentpunkte,

den kinderlose Versicherte ab dem vollendeten 23. Lebensjahr leisten müssen.

Der Kinderlosenzuschlag ist von den Versicherten alleine zu leisten. Eine Beteiligung des Arbeitgebers erfolgt nicht.

Für kinderlose Versicherte ist mit der Beitragssatzerhöhung von 0,5 Prozent ein Gesamt-Beitrag von 3,30 Prozent zu leisten.

Beitragssatz für die Rentenversicherung

Der Beitragssatz für die Rentenversicherung beträgt weiterhin 18,6 Prozent des Bruttoverdienstes.

Der Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte beträgt 83,70 Euro, der Höchstbeitrag 1209,00 Euro.

Künstlersozialkasse

Der Beitragssatz für die Künstlersozialkasse bleibt auch 2019 bei 4,2 Prozent.

Bemessungsgrundlage ist die Gesamtsumme, die aufgewendet wird, um einen Künstler zu engagieren.

Dazu zählt u.a. Gagen oder Honorare, Lizenzzahlungen sowie Vergütungen für andere, auch technische Nebenleistungen.

Gleitzonenfaktor

Ab dem 01.01.2019 gilt für Beschäftigte in der Gleitzone (450,01 bis 850,00 Euro Entgelt im Monat) der neue Gleitzonenfaktor 0,7566.

Die gekürzte Gleitzonenformel lautet: 1,273825 x AE - 232,75125.

Gleitzonen-Regelung ab Juli 2019

3,5 Millionen Beschäftigte mit geringem Einkommen werden nach Angabe des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) davon profitieren,

wenn die sogenannte Gleitzone für die Sozialversicherungsbeiträge von Midijobbern ab 2019 zum ''Übergangsbereich'' wird.

Wer zwischen 450,01 und 1300,00 Euro verdient, wird dann weiterhin reduzierte Beiträge bezahlen müssen,

aber dennoch die vollen Rentenansprüche erwerben.

Diese Erleichterungen sind Teil des Gesetzes zur Rentenreform, das 2019 in Kraft tritt.

Anders als die anderen Neuerungen gelten die Verbesserungen für Geringverdiener allerdings erst ab Juli 2019.

Die gekürzte Formel für den Übergangsbereich lautet: 1,1288588 x AE - 167,51647.

Umlagesatz für das Insolvenzgeld

Die Insolvenzgeldumlage wurde zum 01.01.2018 von 0,09 Prozent auf 0,06 Prozent gesenkt.

Im Jahr 2019 wird dies weiterhin so bleiben.

Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn für Millionen Arbeitnehmer in Deutschland steigt ab dem kommenden Jahr in zwei Stufen.

Zum 01.01.2019 erhöht er sich von derzeit 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde. Ab 2020 ist eine weitere Erhöhung auf 9,35 Euro geplant.

Mindestlohn für Maler, Gebäudereiniger und Dachdecker sowie im Baugewerbe

Gebäudereiniger im Bereich Innenreinigung erhalten ab Januar 2019

einen Mindestlohn in Höhe von 10,56 Euro pro Stunde (West) bzw. in Höhe von 10,05 Euro pro Stunde (Ost).

Gebäudereiniger im Bereich Außen- und Glasarbeiten erhalten ab Januar 2019

einen Mindestlohn in Höhe von 13,82 Euro pro Stunde (West) bzw. in Höhe von 12,83 Euro pro Stunde (Ost).

Im Dachdeckerhandwerk steigt der Mindestlohn 2 ab Januar 2019 auf 13,20 Euro pro Stunde.

Im Baugewerbe ist ab 01.03.2019 ein Mindestlohn in Höhe von 12,20 Euro pro Stunde für Hilfsarbeiter zu zahlen.

Für Facharbeiter gilt dann ein Mindestlohn in Höhe von 15,20 Euro (Berlin: 15,05 Euro) pro Stunde.

Der Mindestlohn für Maler- und Lackierer erhöht sich ab Mai 2019 auf 10,85 Euro pro Stunde für ungelernte Arbeiter.

Abgabefrist für die Steuererklärung

Seit 2018 gilt eine längere Abgabefrist für die Steuererklärung. Diese muss dann erst bis zum 31. Juli des Folgejahres

(für die Steuererklärung 2018 also bis zum 31.07.2019) beim Finanzamt eingehen.

Wenn ein Steuerberater mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt wird,

hat dieser künftig bis zum 28/29. Februar des übernächsten Jahres Zeit, die Steuererklärungen abzugeben.

Belege in der Steuererklärung

Die Abgabe der Steuererklärung wurde einfacher. Zumindest was das Einreichen von Belegen angeht.

Seit 2018 genügt es, die Belege aufzuheben und sie auf Nachfrage einzureichen.

Steuerlicher Grundfreibetrag, Existenzminimum

Durch den steuerlichen Grundfreibetrag bleibt das Existenzminimum der Bundesbürger steuerfrei.

Das gilt für Arbeitnehmer, Selbständige, Auszubildende und Rentner.

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt von 9000,00 Euro im Jahr 2018 auf 9168,00 Euro im Jahr 2019 an.

Gemeinsam veranlagte Ehepaaren müssen erst Einkommensteuer zahlen, wenn sie mehr als 18336,00 Euro verdienen.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag wird 2019 für jeden Elternteil auf 2490,00 Euro erhöht.

Dazu kommt der gleichbleibende Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungsbedarf von 1320,00 Euro pro Kind.

Kindergeld

Das Kindergeld für das erste und das zweite Kind beträgt ab 01.07.2019 monatlich jeweils 204,00 Euro,

für das dritte Kind 210,00 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 235,00 Euro.

Kinderzuschlag als Ergänzung zum Kindergeld

Der Kinderzuschlag soll so stark angehoben werden, dass er zusammen mit dem Kindergeld

und den verbesserten Leistungen für Bildung und Teilhabe das Existenzminimum eines Kindes sichert.

Dafür soll der Höchstbetrag des Kinderzuschlags ab 01.07.2019 pro Kind und Monat 185,00 Euro betragen (aktuell 170,00 Euro).

Unterhalt

Der Mindestunterhalt minderjähriger Kinder beträgt in der ersten Altersstufe (bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres)

354,00 Euro statt bisher 348,00 Euro. In der 2. Altersstufe, vom siebten bis zur Vollendung

des zwölften Lebensjahres haben die Kinder einen Anspruch auf 406,00 Euro statt bisher 399,00 Euro.

Vom 13. bis zum 18. Lebensjahr werden 476,00 Euro statt bisher 467,00 Euro monatlich an Unterhalt fällig.

Für volljährige Kinder, die noch im Haushalt eines Elternteils leben, bleibt der Unterhalt unverändert bei 527,00 Euro.

Sachbezugswerte

Der Monatswert für Verpflegung steigt auf 251,00 Euro. Damit steigen auch die Werte

für verbilligte oder unentgeltliche Mahlzeiten (Frühstück 1,77 Euro, Mittag- oder Abendessen 3,30 Euro).

Der Monatswert für Unterkunft oder Mieten erhöht sich auf 231,00 Euro.

Ausführliche Informationen finden Sie im entsprechenden Themenbereich unseres Infocenters für Bewerber und Arbeitnehmer.

Vorsorgeaufwendungen

Wer in die gesetzliche Rentenversicherung oder in berufsständigen Versorgungswerken einzahlt,

darf im Jahr 2019 maximal 88 Prozent des Höchstbetrages von 24305,00 Euro steuerlich geltend machen.

Alleinstehende können also maximal 21389,00 Euro, Ehepaare 42778,00 Euro absetzen.

2018 waren es pro Kopf nur 20392,00 Euro (86 Prozent des Höchstbetrages).

Aber Vorsicht:

Bei Arbeitnehmern, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wird der steuerfreie Arbeitgeberanteil bereits abgezogen.

Elektrisch betriebene Dienstwagen

Bei elektrisch betriebenen Dienstwagen, die auch privat genutzt werden, kann die private Nutzung weiterhin pauschal

mit der 1-Prozent-Methode berechnet werden, allerdings bezogen auf den halben Bruttolistenpreis, nicht mehr den vollen.

Diese Änderung gilt aber nur für Elektro- oder schadstoffarme Hybridelektrofahrzeuge,

die neu ab dem Zeitraum vom 01.01.2019 bis 31.12.2021 angeschafft werden.

Dienst- oder Betriebsrad

Im Gegensatz zum Dienstauto muss der Arbeitnehmer ein eventuelles Dienstfahrrad nicht mehr mit dem geldwerten Vorteil versteuern.

Das gilt auch für Elektrofahrräder.

Solange diese jedenfalls nicht verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug gelten (d.h. schneller als 25 km/h sind).

Die Steuerfreiheit für das Dienst- oder Betriebsrad ist befristet und gilt vom 01.01.2019 bis Ende 2021.

Jobticket

Erhalten Beschäftigte von ihrem Arbeitgeber Tickets oder Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr,

ist das ab dem Jahr 2019 wieder steuerfrei. Allerdings wird die Entfernungspauschale beim Arbeitnehmer entsprechend gekürzt.

Umzugskostenpauschale

Wer arbeitsbedingt den Wohnort wechselt, kann neben den Einzelkosten für Makler oder Spedition

auch den Pauschbetrag für ''sonstige Umzugskosten'' von der Steuerlast abziehen.

Für Umzüge ab dem 01.04.2019 beträgt die Pauschale für Verheiratete und Lebenspartner 1622,00 Euro sowie für Singles 811,00 Euro.

Der Erhöhungsbetrag für Kinder und sonstige Angehörige beträgt dann 357,00 Euro.

Hinweis:

Wenn die Kinder durch den Umzug an der neuen Schule nicht mehr mitkommen,

können sogar die Kosten für den erforderlichen Nachhilfeunterricht steuerlich geltend gemacht werden.

Waren- und Wertgutscheine

Ab dem 01.01.2019 wird die bisherige umsatzsteuerrechtliche Abgrenzung von Waren- und Wertgutscheinen aufgegeben.

In Umsetzung der sogenannten Gutschein-Richtlinie der EU werden ab dem 01.01.2019 ausgestellte Gutscheine

nach dem Typus ''Einzweck-Gutschein'' und ''Mehrzweck-Gutschein'' definiert und mit unterschiedlichen Folgen abgegrenzt.

Pflegende Angehörige und Reha-Aufenthalt

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) bringt auch Neuerungen für pflegenden Angehörigen mit sich.

Wenn pflegende Angehörige eine Reha antreten,

können sie das pflegebedürftige Familienmitglied in der Reha parallel betreuen lassen.

Diese Regel greift schon lange. Neu ist ab Januar 2019 aber:

Sollte die parallele Betreuung nicht möglich sein, ist die Krankenkasse in der Pflicht,

die Versorgung des Pflegebedürftigen während des Kuraufenthalts abzusprechen und zu koordinieren.

Auch können pflegende Angehörige künftig eine stationäre Reha nutzen,

selbst wenn rein medizinisch betrachtet eine ambulante Maßnahme ausreichen würde. Das erleichtert die Organisation der Pflege.

Kosten für Krankenfahrten zum Arzt

Ab Januar 2019 gibt es eine Vereinfachung bei der Erstattung der Fahrtkosten zu ärztlichen Behandlungen für diejenigen,

die einen Schwerbehindertenausweis oder einen Pflegegrad zugewiesen bekommen haben

(3 mit dauerhaft eingeschränkter Mobilität, 4 oder 5).

Für diese Gruppe gelten die Krankenfahrten ''automatisch'' als genehmigt.

Das bedeutet: Sie müssen sich die Fahrtkosten nicht mehr vorab von der Kasse genehmigen lassen.

Sie brauchen grundsätzlich aber nach wie vor eine ärztliche Verordnung für die Krankenfahrten

und sie müssen nach wie vor einen Eigenanteil erbringen. Die beschriebenen Neuerungen gelten nur für die erwähnte Gruppe.

Betriebliche Altersvorsorge

Viele Arbeitgeber zahlen ihren Angestellten bereits jetzt Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge.

Ab 2019 wird ein Zuschuss Pflicht,

wenn Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung ihrer Mitarbeiter Sozialversicherungsbeiträge einsparen.

Der Zuschuss beträgt 15 Prozent des Sparbeitrags, den die Arbeitnehmer durch Umwandlung

eines Teiles ihres Gehalts in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung einzahlen.

Wenn also eine Mitarbeiterin 3000,00 Euro brutto pro Monat verdient und davon 100,00 Euro in eine Direktversicherung einzahlt,

dann spart der Arbeitgeber dadurch 19,43 Euro an Sozialversicherungsbeiträgen.

Ab 2019 muss er der Mitarbeiterin 15,00 Euro

zur Direktversicherung zuschießen, so dass sie 115,00 Euro in ihre Altersvorsorge einzahlen kann.

Diese Verpflichtung gilt zunächst für Neuzusagen ab dem 01.01.2019, ab 2022 dann für alle bestehenden Verträge.

Von dieser Regelung kann allerdings in Tarifverträgen abgewichen werden.

Rente

Die Altersbezüge sollen ab 01.07.2019 um rund vier Prozent steigen.

Voraussetzung ist allerdings, dass sich Löhne und Gehälter wie derzeit prognostiziert entwickeln.

Ost-West Rentenangleichung

Die Renten in Ost- und Westdeutschland werden seit 2018 in sieben Schritten angeglichen.

Im zweiten Schritt wird der Rentenwert Ost ab dem 01.07.2019

auf 96,5 Prozent des Westwertes gehoben, in den darauffolgenden Jahren um jeweils 0,7 Prozent.

Zum 01.07.2024 beträgt der Rentenwert Ost dann - wie gesetzlich vorgesehen - 100 Prozent des Rentenwertes West.

Freibeträge für Neurentner

Menschen, die 2019 in die Rente gehen, müssen 78 Prozent ihrer Renteneinkünfte mit dem persönlichen Steuersatz versteuern.

22 Prozent der ersten Jahresbruttorente bleiben als dauerhafter Festbetrag steuerfrei.

Mütterrente

Ab 01.01.2019 bekommen Mütter und Väter für vor 1992 geborene Kinder für jedes Kind ein halbes Jahr Erziehungszeit

zusätzlich bei der Rente angerechnet. Bisher werden bereits zwei Jahre als Kindererziehungszeit berücksichtigt.

Wer ab Januar 2019 oder später neu in Rente geht, erhält die neue Mütterrente bereits von der ersten Rentenzahlung an.

Für Mütter und Väter, deren Rente vorher begonnen hat, erfolgt die zusätzliche Zahlung automatisch bis Mitte nächsten Jahres.

Für die Zeit ab 01.01.2019 erhalten die Betroffenen eine Nachzahlung.

Versicherte, die noch keine Rente beziehen, aber vor 1992 geborene Kinder erzogen haben,

erhalten über die Anerkennung weiterer Erziehungszeiten automatisch einen Bescheid von der Rentenversicherung.

Mütter und Väter, die bereits Rente beziehen, erhalten die neue Leistung automatisch und müssen keinen gesonderten Antrag stellen.

Dies gilt auch für Hinterbliebenenrenten, bei denen Kindererziehungszeiten berücksichtigt wurden.

Eine Ausnahme bilden jedoch Adoptiv- und Pflegeeltern:

Können sie die neue Mütterrente beanspruchen, müssen sie diese beim zuständigen Rentenversicherungsträger formlos beantragen.

Erwerbsminderungsrente

Die Zurechnungszeit wird ab dem 01.01.2019 um 3 Jahre und 5 Kalendermonate auf einem Schlag angehoben.

Mit der Zurechnungszeit wird als beitragsfreie Zeit ein Durchschnittsentgeltpunkt

für vor der Zurechnungszeit liegende Beitragszeiten ermittelt. Damit kann sich die Rente monatlich deutlich erhöhen.

Ausführliche Informationen finden Sie im entsprechenden Themenbereich unseres Infocenters für Bewerber und Arbeitnehmer.

Regelsätze der Grundsicherung

Wer Grundsicherung bezieht, erhält ab Januar 2019 mehr Geld.

Der monatliche Regelsatz für Alleinstehende steigt dann von 416,00 auf 424,00 Euro im Monat.

Bei Paaren erhält jeder Partner 382,00 statt 374,00 Euro.

Wer unter 25 Jahre alt ist und im Haushalt der Eltern wohnt, bekommt statt 332,00 nun 339,00 Euro.

Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren erhalten 322,00 Euro (vorher 316,00 Euro).

Bei Kindern von Hartz IV-Familien, die zwischen sechs und 13 Jahre alt sind, erhöht sich der Satz von 296,00 auf 302,00 Euro.

Bei einem Alter zwischen null und sechs Jahren beträgt der Regelsatz 245,00 Euro (vorher 240,00 Euro).