<h1>Grundrente (Fragen und Antworten)</h1> <h2>Ab 2021 wird eine Grundrente in der Rentenversicherung eingef&uuml;hrt... Quelle Deutsche Rentenversicherung</h2> <p>Fragen und Antworten zum Thema Grundrente Hier finden Sie Antworten auf die am h&auml;ufigsten gestellten Fragen zur Grundrente. Warum und ab wann soll es die Grundrente geben? Kurz gesagt: Wer lange gearbeitet hat, Kinder erzogen oder Angeh&ouml;rige gepflegt hat, soll im Alter eine ausk&ouml;mmliche Rente bekommen, die m&ouml;glichst auch &uuml;ber der Grundsicherung liegt. Nach dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD soll eine Grundrente in der Rentenversicherung eingef&uuml;hrt werden, um die Lebensleistung von Menschen anzuerkennen, die mindestens 35 Jahre gearbeitet, Kinder erzogen und Angeh&ouml;rige gepflegt haben, und insbesondere aufgrund unterdurchschnittlicher L&ouml;hne im Erwerbsleben jetzt nur eine niedrige Rente beziehen. Die Grundrente soll auch einen Beitrag zum Schutz vor Altersarmut leisten. Der Koalition ist es ein Anliegen, dass dabei auch die besonderen Lebenslagen im Osten ber&uuml;cksichtigt werden. Die Grundrente soll f&uuml;r Bestands- und f&uuml;r Neurentner zum 1. Januar 2021 eingef&uuml;hrt werden. Das Bundeskabinett hat am 19. Februar 2020 den Gesetzentwurf zur Einf&uuml;hrung einer Grundrente beschlossen. Nun geht der Gesetzentwurf in das Gesetzgebungsverfahren. Wer bzw. unter welchen Voraussetzungen bekommt man die Grundren te? Die Grundrente werden rund 1,3 Millionen Menschen erhalten k&ouml;nnen, davon ein gro&szlig;er Anteil Frauen. Denn h&auml;ufig haben Frauen der Familie wegen nur in Teilzeit gearbeitet - oder in Berufen, in denen viel verlangt, aber trotzdem wenig verdient wird. Es werden auch viele Ostdeutsche profitieren, die oft besonders lange, aber zu niedrigen L&ouml;hnen gearbeitet haben. Die Verbesserungen werden auch den Rentnerinnen und Rentnern zugutekommen, die bereits eine Rente beziehen. Konkret: Rentner, die mindestens 33 Jahre an Grundrentenzeiten vorweisen k&ouml;nnen - dies sind insbesondere Pflichtbeitragszeiten f&uuml;r versicherte Besch&auml;ftigung, aufgrund von Kindererziehung, Pflege und der Pflichtversicherung f&uuml;r Selbstst&auml;ndige erhalten in Zukunft mit der Grundrente einen Zuschlag. Voraussetzung ist, dass der Durchschnittswert der Entgeltpunkte aus so genannten Grundrentenbewertungszeiten des gesamten Versicherungslebens ab 30 Prozent bis unterhalb von 80 Prozent des Durchschnittseinkommens liegt. Besonders niedrige Entgelte (unter 30 Prozent des Durchschnittseinkommens) werden bei der Berechnung unber&uuml;cksichtigt gelassen. Wie hoch ist die Grundrente? Der durchschnittliche Grundrentenzuschlag (also der Zuschlag zur regul&auml;ren Rente) liegt bei gut 75 Euro (brutto). Maximal kann der Zuschlag 404,86 Euro (brutto) betragen. Grundlage f&uuml;r die Berechnung des Zuschlags sind die Entgeltpunkte, die aufgrund der Beitr&auml;ge w&auml;hrend des gesamten Versicherungslebens aus den Grundrentenbewertungszeiten erworben wurden. Wie in Antwort auf Frage 2 angef&uuml;hrt, wird die gesetzliche Rente um einen Zuschlag erh&ouml;ht, wenn die Versicherten mindestens 35 Jahre Grundrentenzeiten vorweisen k&ouml;nnen. Voraussetzung ist au&szlig;erdem, dass der Durchschnittswert der Entgeltpunkte aus so genannten Grundrentenbewertungszeiten des gesamten Versicherungslebens unter 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes liegt. Zu Grundrentenbewertungszeiten z&auml;hlen nur diejenigen Grundrentenzeiten, die mindestens einen Wert von 0,025 EP/Monat (0,3 EP/Jahr) aufweisen. Liegen mindestens 35 Jahre Grundrentenzeiten vor, wird f&uuml;r den Zuschlag der Durchschnittswert an Entgeltpunkten f&uuml;r maximal 33 Jahre auf das 2-Fache erh&ouml;ht, maximal jedoch auf 0,8 Entgeltpunkte (j&auml;hrlich), und sodann wird der so ermittelte Wert mit dem Faktor 0,875 vervielf&auml;ltigt. Mit diesem Faktor wird erreicht, dass die Gesamtrente aus den eigenen Beitr&auml;gen und dem Zuschlag an Entgeltpunkten umso h&ouml;her ausf&auml;llt, je h&ouml;her die eigene Beitragsleistung ist. So findet sich das &Auml;quivalenzprinzip auch bei der Grundrente wieder. Ab einem ermittelten Durchschnittswert von 0,8 EP besteht kein Anspruch auf einen Zuschlag. Im &Uuml;bergangsbereich zwischen 33 und 35 Jahren wird ein aufwachsender Grundrentenzuschlag gew&auml;hrt: Bei 33 Jahren wird der EP-Durchschnittswert auf bis zu 0,4 EP hochgewertet. Mit jedem weiteren Monat an Grundrentenzeiten erh&ouml;ht sich der maximale Aufstockungsbetrag kontinuierlich, bis er bei 35 Jahren 0,8 EP erreicht. Neben den n&ouml;tigen Beitragsjahren ist die Feststellung des Bedarfes entscheidend. Dazu findet eine Einkommenspr&uuml;fung statt. Dabei gilt ein Einkommensfreibetrag in H&ouml;he von 1.250 Euro f&uuml;r Alleinstehende und 1.950 Euro f&uuml;r Paare. Liegt das Einkommen &uuml;ber dem jeweiligen Einkommensfreibetrag f&uuml;r Alleinstehende bzw. f&uuml;r Paare, wird der dar&uuml;ber liegende Betrag zu 60 Prozent auf die Grundrente angerechnet. Bei einem Einkommen von 1.600 Euro (Alleinstehende) bzw. 2.300 Euro (Paare) wird das diesen Betrag &uuml;bersteigende Einkommen vollst&auml;ndig auf die Grundrente angerechnet. Eine Verm&ouml;genspr&uuml;fung erfolgt nicht. Beispiele: Kathrin M. ist Bauingenieurin aus Leipzig. Sie hat bis zur Wende gut verdient. Dann jedoch ging die Firma insolvent und Kathrin M. war ein paar Jahre arbeitslos, bis sie als Angestellte in unterschiedlichen Bereichen wieder Arbeit fand - allerdings unterhalb ihrer Qualifikation. Mit dem Verdienst kam sie zwar einigerma&szlig;en zurecht, doch bel&auml;uft sich ihre Altersrente nur auf 746 Euro (brutto). Sie lebt allein und hat keine weiteren Eink&uuml;nfte. Da sie (trotz der Arbeitslosigkeit) insgesamt auf &uuml;ber 35 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung kommt, hat die Leipzigerin nun mit der Grundrente eine Gesamtrente in H&ouml;he von 941 Euro. Berechnung: durchschnittlicher Verdienst 0,6 Entgeltpunkte (EP) Rente aus eigener Beitragszahlung: 39 Jahre x 0,6 EP x 31,89 Euro (aktueller Rentenwert (Ost) - ab 7/2019) rund 746 Euro Grundrentenzuschlag: 35 x 0,2 EP x 0,875 x 31,89 Euro (aRW Ost ab 7/2019) rund 195 Euro Gesamtrente: 746 und 195 941 Euro (brutto) Andreas K. aus Duisburg hat keinen Schulabschluss. Er hat sein Leben lang als Hilfsarbeiter gearbeitet. Er hat zun&auml;chst 20 Jahre lang 38,5 Wochenstunden und sp&auml;ter aus gesundheitlichen Gr&uuml;nden 15 Jahre lang 25 Wochenstunden auf Niveau des Mindestlohns gearbeitet. Heute bekommt er eine Rente von 463 Euro brutto. Bisher stockt er mit der Grundsicherung im Alter auf und muss lange Formulare ausf&uuml;llen. Mit der Grundrente muss er das nicht mehr. Seine geringen Ersparnisse muss er nun auch nicht mehr offenlegen. Mit der Grundrente bekommt er 868 Euro - also rund 405 Euro zus&auml;tzlich. Berechnung: durchschnittlicher Verdienst 0,4 EP (f&uuml;r 35 Jahre Grundrentenbewertungszeiten) Rente aus eigener Beitragszahlung: 35 Jahre x 0,4 EP x 33,05 Euro (aktueller Rentenwert - aRW ab 7/2019) rund 463 Euro Grundrentenzuschlag: 35 x 0,4 EP x 0,875 x 33,05 Euro (aRW ab 7/2019) rund 405 Euro Gesamtrente: 463 und 405 rund 868 Euro (brutto) Andreas K. verf&uuml;gt noch &uuml;ber Mieteinnahmen von mtl. 300 Euro. Zusammen mit der Rente (brutto) liegt das zu versteuernde Einkommen (unter Hinzurechnung des steuerfrei gestellten Anteils der Rente) unter dem Freibetrag von 1.250 Euro. Somit findet keine Einkommensanrechnung auf den Grundrentenzuschlag statt. Was ist, wenn man nur 34 oder weniger anrechenbare Jahre nachweisen kann? F&uuml;r Rentnerinnen und Rentner, die nur 33 bis 35 Jahre Grundrentenzeiten erworben haben, gibt es einen &Uuml;bergangsbereich, in dem ein aufwachsender Grundrentenzuschlag gew&auml;hrt wird, vgl. oben. Wie erf&auml;hrt man, ob man berechtigt ist und was muss man tun, um die Grundrente zu bekommen? Die Grundrente ist ein integraler Bestandteil der gesetzlichen Rente und muss nicht gesondert beantragt werden. Sie wird als Zuschlag zur Rente automatisch ausgezahlt. Aus dem vollst&auml;ndigen Rentenbescheid wird auch die H&ouml;he der Grundrente hervorgehen. Wie wird die Grundrente mit Wohngeld und anderen Leistungen ver rechnet? Durch die Einf&uuml;hrung eines Freibetrags beim Wohngeld soll gew&auml;hrleistet werden, dass die Grundrente beim Wohngeld nicht voll als Einkommen angerechnet wird. Wer mindestens 33 Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war oder vergleichbare Zeiten in verpflichtenden Alterssicherungssystemen erworben hat, soll einen Freibetrag beim Wohngeld, in der Grundsicherung und bei den f&uuml;rsorgerischen Leistungen der Sozialen Entsch&auml;digung erhalten. Er soll 100 Euro monatlich zuz&uuml;glich 30 Prozent des diesen Betrag &uuml;bersteigenden Einkommens aus der gesetzlichen Rente betragen. Der Freibetrag ist auf einen Betrag von 50 Prozent der Regelbedarfsstufe 1 gedeckelt, das sind aktuell 216 Euro monatlich. Muss man die Grundrente in Anspruch nehmen? Ist die Aufstockung der regul&auml;ren Rente durch die Grundsicherung unter bestimmten Umst&auml;n den nicht lukrativer? Die Grundrente ist ein integraler Bestandteil der gesetzlichen Rente und muss nicht gesondert beantragt werden. Sie wird als Zuschlag zur Rente automatisch ausgezahlt. Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung kann zus&auml;tzlich - wenn das Einkommen und Verm&ouml;gen nicht zur Deckung des Lebensunterhalts ausreicht beantragt werden. Muss man eine Steuererkl&auml;rung machen, um die Grundrente zu beantra gen? Nein, nur wegen der Grundrente muss keine Steuererkl&auml;rung gemacht werden. Es ist eine m&ouml;glichst b&uuml;rgerfreundliche Einkommenspr&uuml;fung durch weitgehend automatisierten Datenaustausch zwischen Renten und Steuerverwaltung vorgesehen. Wenn Rentnerinnen und Rentner keine Steuererkl&auml;rung abgeben, weil ihr im Alter zu versteuerndes Einkommen den steuerlichen Grundfreibetrag nicht &uuml;bersteigt, wird dies so bei der Einkommensanrechnung ber&uuml;cksichtigt. Wie wird die Grundrente finanziert? Die Freibetr&auml;ge in der Grundsicherung, beim Wohngeld und die Grundrente werden aus Steuern und ohne Beitragserh&ouml;hung in der Rentenversicherung finanziert. Entsprechend dazu wird der Bundeszuschuss in der allgemeinen Rentenversicherung erh&ouml;ht und entsprechend den gesetzlichen Regelungen fortgeschrieben. Was genau passiert jetzt bis zur Einf&uuml;hrung der Grundrente? Der vom Bundeskabinett verabschiedete Gesetzentwurf wird nun von Bundesrat und Bundestag beraten. Nach deren Zustimmung, gelten die Regelungen mit vereinbartem Startdatum. Die Grundrente soll dann ab 1. Januar 2021 ausbezahlt werden (aber nicht r&uuml;ckwirkend f&uuml;r die Zeit vor diesem Termin)</p> <p><a href="https://www.bewerberAktiv.de/pdf/01059.pdf">Publikation zeigen</a></p>