<h1>Typische Konflikte aus dem Ausbildungsalltag</h1> <h2>Ein typischer Konflikt im Ausbildungsalltag kann sich auf unterschiedlichen Ebenen abspielen, beispielsweise... Quelle Westdeutscher Handwerkskammertag</h2> <p>Typische Konflikte aus dem Ausbildungsalltag Unp&uuml;nktlichkeit Unangebrachte Arbeitskleidung Unklare Weisungsbefugnisse Unliebsame Arbeiten Aufr&auml;umen des Arbeitsplatzes &Uuml;berforderung des Azubis Konflikte in der Ausbildung sind ein wichtiges Thema. Offen oder verdeckt zeigen sie widerspr&uuml;chliche Interessen, Erwartungen und W&uuml;nsche der Konfliktbe teiligten auf. Reibungspunkte und St&ouml;rungen im Ablauf des Ausbildungsalltags werden deutlich. Unbeachtete Konflikte behindern den Ausbildungsverlauf und f&uuml;hren im Extremfall zum Abbruch des Ausbildungsverh&auml;ltnisses. Fr&uuml;hzeitiges Handeln ist gefragt, damit es erst gar nicht so weit kommt. Doch haben die Beteiligten &uuml;berhaupt eine Chance? Konflikthintergr&uuml;nde bleiben oft lange Zeit verborgen. Ein Konflikt schwelt meist schon eine Weile, bevor er sich schlie&szlig;lich an einer scheinbar banalen Angelegenheit entz&uuml;ndet. Wenn ein solcher Ausbruch stattgefunden hat, ist das richtige Vorgehen im Konfliktgespr&auml;ch gefragt. Denn eines ist sicher - Reden hilft! Die vorliegende Fallsammlung liefert ausgew&auml;hlte Beispiele f&uuml;r typische Konflikte in der Ausbildung. Themen wie Unp&uuml;nktlichkeit, unangebrachte Arbeitskleidung, Probleme mit der Ordnung stehen immer wieder im Raum. Ebenso typisch sind im Ausbildungsalltag die Unzufriedenheit von Azubis bei der Ausf&uuml;hrung unliebsamer Arbeiten, pers&ouml;nliche Probleme und fachliche &Uuml;berforderung. Viele Konflikte resultieren z.B. aus unklaren Weisungsbefugnissen und Regelwerken oder sind Folge von reinen Kommunikationsst&ouml;rungen. Die Sammlung zeigt vor allem, wie diesen Problemen vorgebeugt und begegnet werden kann. Die Fallbeispiele machen deutlich: Konflikte im Arbeitsleben sind normal und insbesondere im Ausbildungsalltag nicht wegzudenken. Der richtige Umgang mit Konflikten verbessert jedoch das Betriebsklima und unterst&uuml;tzt den positiven Ausbildungsverlauf. Ausbildungsbeginn im Betrieb oder zehn Minuten zu sp&auml;t. Um nach Feierabend den Bus zu erreichen, geht Sabine immer p&uuml;nktlich, da sie ansonsten eine ganze Stunde warten muss. Die Ausbilderin sieht das Problem. Aus Fairness-Gr&uuml;nden gegen&uuml;ber den anderen beiden Azubis kann sie eine t&auml;gliche Verk&uuml;rzung der Arbeitszeit von 10-15 Minuten bei Sabine nicht durchgehen lassen. Sie besteht auf die strikte Einhaltung der im B&uuml;ro g&auml;ngigen Arbeitszeitregelung. Wenn Sabine es nicht schaffe p&uuml;nktlich zu kommen, solle sie sich entweder von einem Elternteil morgens bringen lassen oder &uuml;ber einen MofaF&uuml;hrerschein nachdenken. Damit ist f&uuml;r die Ausbilderin die Sache gekl&auml;rt. Die Ausbilderin greift auf den scheinbar einfachsten L&ouml;sungsweg zur&uuml;ck und besteht auf die Einhaltung der bestehenden Arbeitszeitregelung. Sabine steht als Verliererin da. Die Ausbilderin macht einen Vorschlag: Sabine darf morgens den sp&auml;teren Bus nehmen und kann abends p&uuml;nktlich gehen. Daf&uuml;r bleibt sie am Freitag, anders als die anderen Auszubildenden, die bereits um 14.00 Uhr gehen k&ouml;nnen, eine Stunde l&auml;nger. In dieser Stunde bearbeitet sie die zuletzt eingegangenen Kundenauftr&auml;ge und k&uuml;mmert sich um l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige Arbeiten im B&uuml;ro. Die Ausbilderin versucht die Situation zu l&ouml;sen, indem sie eine Ausnahmeregel aufstellt. Akzeptieren alle Beteiligten die neue Regel, kann der Konflikt als gel&ouml;st betrachtet werden. Es gibt keinen Verlierer. Als einziger m&auml;nnlicher Auszubildender nimmt sich Tobias im Friseursalon von Frau Katt recht viel heraus. Tobias&rsquo; Leistungen sind nicht zu bem&auml;ngeln - vor allem bei den Kundinnen kommt er sehr gut an. Frau Katt ist aus anderen Gr&uuml;nden unzufrieden Mit zunehmenden &Auml;rgernis beobachtet sie Tobias&rsquo; unkonventionelle Art der Kleidung, sowie seine neuerdings bunt gef&auml;rbten Haare. Eines morgens kommt Frau Katt in den Salon und sieht Tobias mit einem neuen Augenbrauen-Pircing. Was zuviel ist, ist zuviel ! Tobias m&ouml;ge das Pircing auf der Stelle entfernen. Au&szlig;erdem solle er in Zukunft bitte anst&auml;ndig gekleidet und ohne gef&auml;rbte Haare zur Arbeit kommen. Tobias hat kein Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Anordnung seiner Chefin. Sein Outfit war doch bislang kein Problem. Bislang gibt es keine klaren Vorgaben, was die Arbeitskleidung angeht. Frau Katt duldet das flippige Outfit von Tobias - bis es ihr zuviel wird. Daraufhin untersagt sie auch die Dinge, die sie bislang geduldet hat. Zu Beginn der Ausbildung stellt Frau Katt ein paar Regeln auf, an die sich alle Auszubildenden halten m&ouml;gen. Unter anderem wird die Arbeitskleidung angesprochen. Frau Katt erkl&auml;rt, warum sie im Salon eine gewisse Kleiderordnung f&uuml;r sinnvoll h&auml;lt. Sie m&ouml;chte sich gegen&uuml;ber den Kunden in einer bestimmten Art pr&auml;sentieren. Eine zu flippige Art w&uuml;rde die Au&szlig;endarstellung des Salons ver&auml;ndern und die Stammkunden vertreiben. F&uuml;r Tobias und die anderen Auszubildenden ist klar, was im Salon gew&uuml;nscht ist und mit welcher Kleidung sie gar nicht erst kommen brauchen. sagt offen, was ihn/sie bewegt vermeidet Vorw&uuml;rfe und beschreibt den Sachverhalt &auml;u&szlig;ert sich klar zu seinen/ihren Sichtweisen, Wahrnehmungen und Vorstellungen, definiert und erkl&auml;rt sie spricht Probleme direkt und in der konkreten Situation an und wartet nicht, bis ihm/ihr &#039;&#039;der Kragen platzt&#039;&#039; Jennifer macht seit Jahren ihre Ausbildung zur Friseurin bei &#039;&#039;Cindy&rsquo;s HairCut&#039;&#039;. Cindys Freund Walter hat vor kurzem seinen Arbeitsplatz verloren. Seitdem h&auml;lt er sich sporadisch im Salon auf. Die Mitarbeiterinnen und Auszubildenden f&uuml;hlen sich beobachtet. Immer &ouml;fter gibt Walter Kommentare zur Arbeitsweise der Auszubildenden im Laden. Cindy merkt nicht, dass besonders Jennifer genervt ist. Eines Abends fegt Jennifer den Laden durch. Sie hat gleich Feierabend. Als sie gehen will, fragt Walter, ob es nicht ihre Aufgabe sei, die Handt&uuml;cher nach hinten zu bringen. Die Zurechtweisung bringt Jennifer auf die Palme und ihr platzt der Kragen: &#039;&#039;Du hast doch &uuml;berhaupt keine Ahnung von allem und au&szlig;erdem - du hast mir gar nichts zu sagen!&#039;&#039; Walter ist &uuml;ber Jennifers Ausbruch ver&auml;rgert und reagiert spontan: Sie solle aufpassen, was sie sagt, schlie&szlig;lich sei sie blo&szlig; Auszubildende. Jennifer f&uuml;hlt sich durch Walters Verhalten gest&ouml;rt, spricht das Problem jedoch nicht an. Der Konflikt schwelt. Walter erwidert den Vorwurf sofort mit einer verbalen Attacke. Die Situation eskaliert. Walter h&auml;lt sich mit einer Gegen&auml;u&szlig;erung zur&uuml;ck und nimmt sich vor, Cindy anzusprechen. Im sp&auml;teren Gespr&auml;ch mit Cindy offenbart Jennifer, dass sie sich in ihrer Arbeit durch Walters Kommentare und Anma&szlig;ungen gest&ouml;rt f&uuml;hlt. Cindy war nicht bewusst, dass die Anwesenheit ihres Freundes im Laden von einigen Mitarbeiterinnen als st&ouml;rend empfunden wird. Sie fordert Walter auf, im Laden zur&uuml;ckhaltend zu sein und erkl&auml;rt ihm, dass er nicht befugt ist, Arbeitsanweisungen zu erteilen, die nicht in seinen Kompetenzbereich fallen. legt fest, wer den Auszubildenden gegen&uuml;ber weisungsbefugt ist und &auml;u&szlig;ert dies auch gegen&uuml;ber den Auszubildenden spricht Probleme fr&uuml;hzeitig an und wartet nicht, bis diese eskalieren nimmt sich bewusst Zeit, sich zu beruhigen, um sachlich und nicht verletzend zu reagieren Seit einem halben Jahr macht Katja, ein junges M&auml;dchen aus Slowenien, bei Frau Kalowski eine Ausbildung zur Schneiderin. Eigentlich hat Frau Kalowski von Katja bislang einen guten Eindruck erhalten - wenn Katja nur nicht immer so m&uuml;de und unkonzentriert zur Arbeit k&auml;me. Eines Tages fragt Katja vorsichtig an, ob Frau Kalowski ihr einen finanziellen Vorschuss geben k&ouml;nnte. Sie sei momentan pleite. So k&ouml;nne das nicht weitergehen, meint Frau Kalowski und berichtet Katjas Mutter von der Situation. Im sp&auml;teren Gespr&auml;ch mit ihrer Tochter erf&auml;hrt diese, dass Katja ihre Handyrechnung nicht bezahlen kann und total &uuml;berschuldet ist. Die Mutter bef&uuml;rchtet, dass Katja ihren Ausbildungsplatz verliert. Die finanzielle Belastung w&auml;re f&uuml;r sie schwer tragbar. Es kommt zu einem handfesten Streit. Katja kann die Schulden, die sich aufgrund von Handykosten einstellen, nicht mehr bezahlen. Sie hat ein Problem, sich bei der Arbeit zu konzentrieren. Lange wei&szlig; keiner warum, weil sie sich niemandem anvertraut. In einer ruhigen Minute spricht Frau Kalowski Katja auf ihre unkonzentrierte Arbeitsweise an. Sie erf&auml;hrt, dass sich Katjas Eltern vor zwei Jahren getrennt haben. W&auml;hrend sie mit ihrer Mutter nach Deutschland kam, leben Katjas Vater und die beiden j&uuml;ngeren Geschwister in Slowenien. Um mit ihren Freunden und ihrer Familie in Kontakt zu bleiben, telefoniert Katja viel. Dies zeigen auch ihre hohe Handyrechnungen, die sie langsam nicht mehr bezahlen kann. Ihrer Mutter m&ouml;chte Katja ihr Heimweh nicht anvertrauen, da zwischen den Eltern weiterhin Unklarheiten bestehen und sie ihrer Mutter Sorgen ersparen will. Frau Kalowski r&auml;t Katja, sich ihren Schuldenproblemen zu stellen und eine Schuldner-Beratung aufzusuchen. Sie motiviert sie, sich wieder auf die Ausbildung zu konzentrieren. Mit einem guten Abschluss st&auml;nden ihr alle Wege offen. schafft eine vertrauensvolle Gespr&auml;chsatmosph&auml;re h&ouml;rt zu und fragt nach den eigentlichen Hintergr&uuml;nden des Problems beachtet pers&ouml;nliche Probleme und Gef&uuml;hle bindet professionelle Hilfe von spezialisierten Beratungsstellen ein Markus ist Azubi zum Maler und Lackierer. Seit einigen Wochen arbeitet er mit seinem Chef und zwei Gesellen in einer sanierungsbed&uuml;rftigen Wohnsiedlung. Markus &auml;rgert sich, dass er als Azubi fast ausschlie&szlig;lich mit der Reinigung und dem Streichen der alten Rippen-Heizk&ouml;rper besch&auml;ftigt ist. Am Ende der Woche &auml;u&szlig;ert Markus seinen Unmut gegen&uuml;ber seinem Chef, Herrn Kampmann. Herr Kampmann ist mit dem Sanierungsauftrag sehr besch&auml;ftigt. Der Fertigstellungstermin dr&auml;ngt. Er reagiert auf Markus&rsquo; &Auml;u&szlig;erung mit Unverst&auml;ndnis und fragt, wie er sich die Arbeit eines Malers und Lackierers denn vorgestellt h&auml;tte. Wenn er nicht in der Lage sei, auch einmal unliebsame Arbeiten durchzuf&uuml;hren, w&uuml;sste er nicht, ob er sich den richtigen Job ausgesucht h&auml;tte. Markus f&uuml;hlt sich ungerecht behandelt und hat &#039;&#039;keinen Bock mehr auf den ganzen Mist&#039;&#039;. Markus hat Angst, dass er zu wenig fachliche Anleitung und Praxis erh&auml;lt und deshalb die Gesellenpr&uuml;fung nicht besteht. Ihm fehlt die Anerkennung f&uuml;r seine Arbeit. Er ist unmotiviert. Herr Kampmann sieht ein, dass das Reinigen und Streichen der Heizk&ouml;rper keine besonders anspornende Arbeit f&uuml;r einen Azubi ist. Auf der anderen Seite steht er unter Druck, da der Auftrag in sp&auml;testens 4 Wochen abgeschlossen sein muss und er keinen anderen Azubi hat. Herr Kampmann zeigt Verst&auml;ndnis f&uuml;r Markus&rsquo; Unmut und betont die Wichtigkeit seiner Arbeit. Er erw&auml;hnt aber auch, dass Routinearbeiten zum Ausbildungsalltag dazugeh&ouml;ren und sp&auml;ter in der Praxis immer wieder vorkommen. Herr Kampmann gibt Markus zu verstehen, dass er sehr froh dar&uuml;ber ist, ihn als Azubi zu haben. Er verspricht ihm, dass er nach diesem Auftrag andere Arbeiten zugewiesen bekommt. legt Ausbildungsinhalte und -ziele klar fest bringt Auszubildenden Anerkennung und Wertsch&auml;tzung entgegen motiviert durch ein Lob betont gemeinsame Interessen und macht deutlich: &#039;&#039;Wir sitzen in einem Boot&#039;&#039; In der Kfz-Werkstatt kommt es immer wieder zu Problemen mit dem Aufr&auml;umen und Saubermachen. Der Reinigungsplan wird nicht eingehalten. Einige Azubis schaffen es durch Tricks, die l&auml;stige Arbeit zu umgehen. Die Folge ist, dass es immer dieselben sind, die aufr&auml;umen. Eines Freitags wird ihnen das jedoch zuviel und sie verweigern das Saubermachen. Als der Chef kommt, wird er &auml;rgerlich. Herr Reichert, Ausbildungsleiter und Chef der Werkstatt, hat das st&auml;ndige Hin und Her um die Aufr&auml;umarbeiten satt: &#039;&#039;Mir ist egal, wer aufr&auml;umt. Ihr bleibt solange, bis alles sauber ist!&#039;&#039; Die Azubis machen sich an die Arbeit. Ein Machtwort kann manchmal sinnvoll sein, um das Hochschaukeln eines Konfliktes zu verhindern. An dieser Stelle bewirkt es jedoch nur einen kurzfristigen Erfolg. An dem eigentlichen Problem, dass manche Auszubildende Regeln unterwandern, &auml;ndert es nichts. Durch das Machtwort geht der Chef der konstruktiven Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Problem aus dem Weg. Dadurch werden diejenigen, die sowieso immer Aufr&auml;umen, doppelt bestraft. Nachdem Herr Reichert das Machtwort gesprochen hat, bestellt er alle Beteiligten f&uuml;r Montag Vormittag in sein B&uuml;ro. Ein umstrukturierter Reinigungsplan soll das l&auml;stige Problem ums Saubermachen l&ouml;sen. Am Montag teilt Herr Reichert jedem Azubi einen eigenen Bereich zu, den dieser vor Feierabend ordentlich zu verlassen hat. Mit dem Aufsetzen eines neuen Reinigungsplans zeigt Herr Reichert seinen Azubis, dass er &#039;&#039;Querschl&auml;gern auf die Schliche kommen will&#039;&#039; und durchaus bereit ist, Konsequenzen zu ziehen, wenn jemand die Regeln missachtet. Es wird nicht der Eindruck vermittelt, dass &#039;&#039;der St&auml;rkere gewinnt&#039;&#039;, sondern dass an einer gerechten L&ouml;sung des Problems gearbeitet wird. deckt den tats&auml;chlichen Konflikthintergrund auf findet eine gerechte L&ouml;sung bespricht den L&ouml;sungsvorschlag gemeinsam mit den Beteiligten und versucht einen Konsens herbeizuf&uuml;hren achtet auf die Verbindlichkeit von Vereinbarungen und &uuml;berpr&uuml;ft sie sp&auml;ter Herr Rielke ist ein geduldiger Ausbilder. Seit einem Jahr bildet er seinen Lehrling Sandro aus. Zu Beginn der B&auml;cker-Ausbildung war Sandro eigentlich gut und machte einen wissbegierigen Eindruck. Was in der letzten Zeit mit Sandro los ist, kann sich Herr Rielke jedoch nicht erkl&auml;ren. Laut Aussagen des Lehrers kommt Sandro nur noch selten zum Berufsschulunterricht. Zudem gibt es auch im Betrieb immer h&auml;ufiger Probleme. Sandro macht einfach nichts richtig. Erst gestern musste der Betrieb zwei gro&szlig;e Blechkuchen vernichten. Herr Rielke rauft sich die Haare: &#039;&#039;Was soll ich mit dem blo&szlig; noch machen?&#039;&#039;. Herr Rielke bedauert es, Sandro schlie&szlig;lich eine schriftliche Abmahnung wegen seiner zunehmenden Schulvers&auml;umnisse erteilen zu m&uuml;ssen. Was anderes scheint nicht zu helfen. Sogar das Gespr&auml;ch mit der Mutter hat nichts gen&uuml;tzt. Einige Zeit sp&auml;ter sieht Herr Rielke keine andere M&ouml;glichkeit, als den Ausbildungsvertrag aufzul&ouml;sen. Sandro will nicht in die Berufsschule gehen. Den Grund kennt nur er. Seit geraumer Zeit macht er seine Arbeit im Betrieb nicht mehr richtig. Keiner wei&szlig; warum, schlie&szlig;lich hat es doch vorher auch geklappt. Nach dem Gespr&auml;ch mit der Mutter will Herr Rielke das Problem nun auf andere Art in die Hand nehmen. Er sucht das Gespr&auml;ch mit einem Ausbildungsberater und schildert diesem die Situation. Anschlie&szlig;ende Gespr&auml;che mit Lehrkr&auml;ften, Sandro und Herrn Rielke haben ergeben, dass Sandro sowohl im Betrieb als auch in der Schule &uuml;berfordert ist. Der Ausbildungsberater schl&auml;gt vor, die Anforderungen anzupassen. Herr Rielke wartet einige Wochen, stellt jedoch immer noch keine Besserung fest. Auch in der Schule verbessern sich Sandros Leistungen nicht. Herr Rielke bleibt hartn&auml;ckig. Nach erneuten Gespr&auml;chen sind sich schlie&szlig;lich alle einig: Sandro wird das 1. Ausbildungsjahr wiederholen. Nach ca. 4 Wochen ist Sandro wie ausgewechselt. Sein Selbstbewusstsein nimmt wieder zu. Er begibt sich mit neuem Mut ans &#039;&#039;Br&ouml;tchen backen&#039;&#039;. nimmt sich Zeit f&uuml;r das Problem und ist geduldig macht sich durch Gespr&auml;che mit Dritten ein umfassendes Bild von der Situation kritisiert sachlich und &auml;u&szlig;ert sich nicht verletzend nimmt die Ausbildungsberatung der Kammer in Anspruch Svenja macht seit einem halben Jahr eine Ausbildung zur Kosmetikerin in einem Friseur- und Kosmetikstudio. Das Verh&auml;ltnis zwischen Svenja und ihrer Chefin Maria ist sehr herzlich und gut. Svenja sieht in Maria ein Art Freundin und freut sich, dass sie sich sogar &uuml;ber private Dinge ganz offen unterhalten. Am Wochenende hat Svenja vergessen ihr Handy aufzuladen und bringt es mit ins Studio, um es in einer f&uuml;r die Kunden unsichtbaren Ecke ans Stromnetz anzuschlie&szlig;en. Als Maria das Handy auff&auml;llt, gibt sie Svenja zu verstehen, dass sie es nicht gut hei&szlig;t, wenn Mitarbeiterinnen ihre Handys im Laden aufladen. Svenja versteht die Welt nicht mehr. Sie hat mit Maria doch so ein gutes Verh&auml;ltnis. Warum darf sie denn nicht ihr Handy im Laden aufladen? Nachdem Svenja ihr Handy trotzig in die Tasche gesteckt hat, ist sie f&uuml;r den Rest des Tages schweigsam. Sie dachte, Maria und sie w&auml;ren gute Freundinnen. Im Salon fehlen klare Regelungen, unter anderem zur privaten Handynutzung. Privates und Gesch&auml;ftliches wird vermischt. Es gibt keine oder nur wenig Distanz zwischen Chefin und Auszubildender. Maria merkt, dass Svenja ihre Aufforderung, das Handy vom Stromnetz zu nehmen, mit Unverst&auml;ndnis auffasst. Ihr entgehen der trotzige Gesichtsausdruck und die schweigsame Art nicht. Sie nimmt sich vor, mit Svenja zu sprechen, wenn am Abend Ruhe im Laden ist. Maria erkl&auml;rt Svenja, dass gewisse private Dinge nicht ins Gesch&auml;ft geh&ouml;ren. Sie erl&auml;utert ihr, warum sie als Chefin im Sinne des Gesch&auml;fts auch unliebsame Entscheidungen treffen muss. Trotzdem sei ein gutes Vertrauensverh&auml;ltnis zwischen ihnen m&ouml;glich und w&uuml;nschenswert. legt zu Beginn der Ausbildung Vereinbarungen und Regeln fest und bespricht sie mit den Auszubildenden trennt zwischen Privatem und Beruflichem und h&auml;lt zu seinen Auszubildenden eine gesunde Distanz l&auml;sst keine Unklarheiten in Bezug auf die Rollenaufteilung &#039;&#039;Chefin-Auszubildende&#039;&#039; aufkommen Zum Projekt &#039;&#039;Ziellauf&#039;&#039; Die vorzeitige L&ouml;sung von Ausbildungsvertragsverh&auml;ltnissen ist ein Problem, welches alle Wirtschaftszweige, jedoch insbesondere das Handwerk betrifft. Zwischen Ausbilder/ innen und Lehrlingen entstehen immer wieder Konflikte, die der Ausl&ouml;ser f&uuml;r Ausbildungsabbr&uuml;che sein k&ouml;nnen. Die aufgef&uuml;hrten Fallbeispiele zeigen, wie mit relativ leichtem Handwerkszeug Konflikten vorgebeugt werden kann. Hat es dennoch zwischen Ausbilder/ in und Lehrling einmal gekracht, muss es f&uuml;r eine L&ouml;sungsfindung noch lange nicht zu sp&auml;t sein! Das Projekt &#039;&#039;Ziellauf - F&ouml;rderung der Konfliktf&auml;higkeit und Coaching der Ausbildung&#039;&#039; m&ouml;chte hierbei Unterst&uuml;tzung liefern und drohenden Ausbildungsabbr&uuml;chen entgegenwirken. Die Handwerkskammern Dortmund, D&uuml;sseldorf und M&uuml;nster errichten zu diesem Zweck ein Fr&uuml;hwarnsystem, um m&ouml;gliche Abbr&uuml;che zu erkennen. Ausbildungsstellencoaches sensibilisieren in den berufsbildenden Schulen wie auch in den Betrieben f&uuml;r das Thema. Sie bringen im Einzelfall die Konfliktpartner zusammen, beraten sie und erarbeiten individuelle Konfliktl&ouml;sungsstrategien. Frei gewordene Ausbildungsstellen werden in Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen neu besetzt. F&uuml;r Auszubildende, Ausbilder/ innen, Meister/ innen, Ausbildungsberater/ innen und Lehrkr&auml;fte wird Informationsmaterial erstellt, das zum Aufbau von Konfliktf&auml;higkeit und Konfliktl&ouml;sungskompetenz dient. Die Aktivit&auml;ten konzentrieren sich in den Ziel 2-Gebieten Nordrhein-Westfalens auf Lehrlinge in den Berufen Malerund Lackierer/-in, Zahntechniker/-in und in den Nahrungsmittelhandwerken, den Gesundheits- und K&ouml;rperpflege- sowie den Reinigungshandwerken</p> <p><a href="https://www.bewerberAktiv.de/pdf/01266.pdf">Publikation zeigen</a></p>