<h1>Steuerinfos f&uuml;r Aushilfsarbeit von Sch&uuml;lern und Studenten (BW)</h1> <h2>Ob eine T&auml;tigkeit steuerrechtlich selbstst&auml;ndig oder nichtselbstst&auml;ndig ausge&uuml;bt wird, richtet sich nicht allein nach der Einstufung durch die Vertragsparteien... Quelle Ministerium f&uuml;r Finanzen Baden-W&uuml;rttemberg</h2> <p>Aushilfst&auml;tigkeiten von Sch&uuml;lern und Studenten Sch&uuml;ler, Sch&uuml;lerinnen und Studierende, die in den Ferien arbeiten, stehen als Aushilfskr&auml;fte meist in einem Arbeitsverh&auml;ltnis. Das hei&szlig;t, sie sind f&uuml;r die Dauer ihrer T&auml;tigkeit in einen Betrieb eingeordnet, weisungsgebunden und erzielen als Arbeitnehmer Eink&uuml;nfte aus nichtselbstst&auml;ndiger Arbeit. Sch&uuml;ler, Sch&uuml;lerinnen und Studierende k&ouml;nnen im Rahmen ihrer Aushilfst&auml;tigkeit jedoch auch selbstst&auml;ndig oder gewerblich t&auml;tig sein. Ob eine T&auml;tigkeit steuerrechtlich selbstst&auml;ndig oder nichtselbstst&auml;ndig ausge&uuml;bt wird, richtet sich nicht allein nach der Einstufung durch die Vertragsparteien. Entscheidend f&uuml;r eine Abgrenzung sind die Vertragsgestaltung und das Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse. F&uuml;r eine Arbeitnehmereigenschaft sprechen insbesondere pers&ouml;nliche Abh&auml;ngigkeit, Weisungsgebundenheit hinsichtlich Ort, Zeit und Inhalt der T&auml;tigkeit, vorgegebene Arbeitszeiten sowie eine Eingliederung in den Betrieb. F&uuml;r eine selbstst&auml;ndige oder gewerbliche T&auml;tigkeit spricht hingegen, wenn der Auftragnehmer bei Gestaltung und Erledigung der Arbeiten weitgehend freie Hand hat. Es muss der Arbeitserfolg und nicht die Arbeitskraft geschuldet werden, also das Unternehmerrisiko beim Auftragnehmer liegen. In Zweifelsf&auml;llen kann beim Finanzamt des Arbeitgebers/Auftraggebers eine sogenannte Anrufungsauskunft eingeholt werden. Der Arbeitslohn aus einem Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis ist grunds&auml;tzlich im regul&auml;ren Lohnsteuerabzugsverfahren anhand der individuellen Besteuerungsmerkmale des Arbeitnehmers zu besteuern. Unter gewissen Voraussetzungen, n&auml;mlich wenn eine geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung mit einem monatlichen Arbeitsentgelt von bis zu 450 Euro im Sinne des &sect; 8 Abs. 1 Nr. 1 oder &sect; 8a SGB IV vorliegt, kann der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt aus einer geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigung unter Verzicht auf die Besteuerung nach den individuellen Besteuerungsmerkmalen des Arbeitnehmers mit einem Pauschsteuersatz von 2% pauschal besteuern. Des Weiteren besteht die M&ouml;glichkeit, die Lohnsteuer pauschal mit 20% beziehungsweise 25% zuz&uuml;glich Solidarit&auml;tszuschlag und gegebenenfalls Kirchenlohnsteuer zu erheben (siehe unten). Wesentliche Grundlage f&uuml;r den Lohnsteuerabzug sind die individuellen Besteuerungsmerkmale des Arbeitnehmers (Steuerklasse gegebenenfalls mit Faktor, Zahl der Kinderfreibetr&auml;ge, Kirchensteuermerkmal sowie Freibetr&auml;ge und Hinzurechnungsbetr&auml;ge). Diese werden den Arbeitgebern seit 2013 als so genannte elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) von der Finanzverwaltung zum Abruf zur Verf&uuml;gung gestellt. F&uuml;r den Abruf der ELStAM ben&ouml;tigen die Arbeitgeber vom Arbeitnehmer folgende Angaben: 1. die Identifikationsnummer sowie den Tag der Geburt, 2. ob es sich um das erste oder ein weiteres Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis handelt, 3. gegebenenfalls ob und in welcher H&ouml;he ein vom Finanzamt festgestellter Freibetrag abgerufen werden soll. Die Steuerklasse bestimmt sich nach folgenden Kriterien: Steuerklasse I gilt f&uuml;r ledige und geschiedene Arbeitnehmer, f&uuml;r Arbeitnehmer nach der Aufl&ouml;sung einer Lebenspartnerschaft sowie f&uuml;r verheiratete/verpartnerte Arbeitnehmer, deren Ehegatte/Lebenspartner im Ausland wohnt oder die von ihrem Ehegatten/Lebenspartner dauernd getrennt leben. Verwitwete Arbeitnehmer geh&ouml;ren im Jahr 2016 ebenfalls in die Steuerklasse I, wenn der Ehegatte/ Lebenspartner vor dem 1. Januar 2015 verstorben ist. Steuerklasse II gilt f&uuml;r die unter Steuerklasse I aufgef&uuml;hrten Arbeitnehmer, wenn ihnen der Entlastungsbetrag f&uuml;r Alleinerziehende zusteht. Der Entlastungsbetrag wird Alleinerziehenden gew&auml;hrt, zu deren Haushalt mindestens ein Kind geh&ouml;rt, f&uuml;r das diesen Kindergeld oder ein Freibetrag f&uuml;r Kinder zusteht. Ferner muss das Kind bei ihnen mit Haupt- oder Nebenwohnung gemeldet sein. Der Entlastungsbetrag wird nicht gew&auml;hrt, wenn der oder die Alleinerziehende in einer ehe&auml;hnlichen oder lebenspartnerschafts&auml;hnlichen Lebensgemeinschaft lebt. Das Gleiche gilt, wenn der oder die Alleinerziehende mit einer anderen vollj&auml;hrigen Person einen gemeinsamen Haushalt f&uuml;hrt, f&uuml;r die ihm oder ihr kein Kindergeld oder ein Freibetrag f&uuml;r Kinder zusteht. Der Entlastungsbetrag beziehungsweise die Steuerklasse II wird f&uuml;r jeden vollen Kalendermonat gew&auml;hrt, in dem die vorstehenden Voraussetzungen vorliegen. Steuerklasse III, IV oder V gilt f&uuml;r verheiratete/verpartnerte Arbeitnehmer, wenn beide Ehegatten/Lebenspartner im Inland wohnen und nicht dauernd getrennt leben. Dabei k&ouml;nnen verheiratete/verpartnerte Arbeitnehmer zwischen den Steuerklassenkombinationen III/V und IV/IV oder dem sogenannten Faktorverfahren w&auml;hlen. Steuerklasse VI gilt f&uuml;r ein zweites oder jedes weitere Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis, wenn der Arbeitnehmer von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig Arbeitslohn bezieht. Von dem Arbeitslohn muss der Arbeitgeber Lohnsteuer, den Solidarit&auml;tszuschlag, gegebenenfalls Kirchenlohnsteuer und - soweit Sozialversicherungspflicht besteht Sozialversicherungsbeitr&auml;ge (Beitr&auml;ge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) einbehalten und an das Finanzamt sowie an die jeweilige Krankenkasse - als Einzugsstelle der Tr&auml;ger der Sozialversicherung - abf&uuml;hren. Die vom Arbeitnehmer zu tragenden Sozialversicherungsbeitr&auml;ge belaufen sich f&uuml;r das Jahr 2016 auf 19,325% bzw. 19,575% des Arbeitslohns (Krankenversicherung: 7,3%, Pflegeversicherung: 1,175% beziehungsweise 1,425% f&uuml;r Kinderlose, allgemeine Rentenversicherung: 9,35%, Arbeitslosenversicherung: 1,5%). Ferner erheben die meisten gesetzlichen Krankenkassen einen kassenindividuellen, einkommensabh&auml;ngigen Zusatzbeitrag, der ohne Beteiligung des Arbeitgebers nur vom Arbeitnehmer zu tragen ist. Die Lohnsteuer f&uuml;r den laufenden Arbeitslohn wird f&uuml;r den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum (monatlich, w&ouml;chentlich oder t&auml;glich) auf der Grundlage eines hochgerechneten Jahresarbeitslohns ermittelt. Dabei werden bereits eine Reihe von Frei- und Pauschbetr&auml;gen automatisch ber&uuml;cksichtigt. So werden f&uuml;r das Jahr 2016 beispielsweise bei der Steuerklasse I der Grundfreibetrag (8 652 Euro), der Arbeitnehmer-Pauschbetrag f&uuml;r Werbungskosten (1 000 Euro), der Sonderausgaben-Pauschbetrag (36 Euro) und die in Abh&auml;ngigkeit von der H&ouml;he des Arbeitslohns berechnete Vorsorgepauschale f&uuml;r Versicherungsbeitr&auml;ge steuermindernd abgezogen. Allerdings wird bei der Lohnsteuerberechnung unterstellt, dass der Arbeitslohn das ganze Jahr bezogen wird. Dies hat zur Folge, dass in dem laufenden Lohnzahlungszeitraum nur der entsprechende Anteil der Frei- und Pauschbetr&auml;ge abgezogen werden kann, beispielsweise bei einem monatlichen Lohnzahlungszeitraum nur ein Zw&ouml;lftel der oben genannten Betr&auml;ge. Da die Ferienarbeit von Sch&uuml;lern und Studenten im Regelfall nur einige Wochen lang ausge&uuml;bt wird, liegen die Eink&uuml;nfte meist unter den f&uuml;r das ganze Jahr geltenden Frei- und Pauschbetr&auml;gen. Bei einer nur vor&uuml;bergehenden T&auml;tigkeit wird deshalb in der Regel zu viel Steuer einbehalten. Daher kann nach Ablauf des Kalenderjahres durch Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung beim zust&auml;ndigen Wohnsitzfinanzamt die Erstattung der zuviel bezahlten Steuer beantragt werden (sogenannte Antragsveranlagung). Aufgrund der hohen Frei- und Pauschbetr&auml;ge werden - sofern keine weiteren Eink&uuml;nfte vorliegen - beispielsweise bei der Veranlagung eines ledigen Arbeitnehmers die nach der Steuerklasse I einbehaltenen Steuern von einem Jahresbruttoarbeitslohn von bis zu 11 822 Euro in vollem Umfang erstattet. Da der Arbeitgeber die H&ouml;he des Bruttoarbeitslohns, die einbehaltene Lohn- und Kirchenlohnsteuer sowie den einbehaltenen Solidarit&auml;tszuschlag mittels einer elektronischen Lohnsteuerbescheinigung direkt dem Finanzamt mitteilt, muss der dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber zur Verf&uuml;gung gestellte &#039;&#039;Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung f&uuml;r 2016&#039;&#039; einer Einkommensteuererkl&auml;rung nicht beigef&uuml;gt werden. Gleichwohl sollte diese Ausfertigung f&uuml;r die Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rung zur Erstattung der Steuern aufbewahrt werden. Auf der Ausfertigung ist auch eine eTIN (elektronische Transfer-IdentifikationsNummer) sowie eine Identifikationsnummer verzeichnet. Diese sind in der Einkommensteuererkl&auml;rung anzugeben. Aufgrund dieser eTIN sowie der Identifikationsnummer kann das Finanzamt die vom Arbeitgeber &uuml;bermittelten Daten abrufen und die Erstattung der zuviel einbehaltenen Steuer veranlassen. Der Antrag auf Erstattung der zuviel gezahlten Steuer wird durch die Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung gestellt. Die nicht verl&auml;ngerbare Frist f&uuml;r die Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung betr&auml;gt vier Jahre. Der Antrag auf Einkommensteuerveranlagung f&uuml;r das Jahr 2016 kann deshalb nur bis zum Ablauf des 31. Dezember 2020 (Eingang beim zust&auml;ndigen Finanzamt!) gestellt werden. Wird ein Antrag auf Erstattung der zuviel gezahlten Steuer gestellt (Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung beim zust&auml;ndigen Finanzamt), k&ouml;nnen bei Studenten die im Zusammenhang mit der Ausbildung entstandenen Kosten steuermindernd ber&uuml;cksichtigt werden, wenn sie die Kosten selbst getragen haben. Liegt ein Erststudium vor, k&ouml;nnen die Aufwendungen (in Form von Studiengeb&uuml;hren, Fachliteratur, Fahrtkosten und gegebenenfalls doppelter Haushaltsf&uuml;hrung) bis zu einem H&ouml;chstbetrag von 6 000 Euro im Kalenderjahr als Sonderausgaben abgezogen werden. Ist das Studium ein Zweitstudium oder findet es im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses statt (wie zum Beispiel an einer Dualen Hochschule oder einer Berufsakademie), k&ouml;nnen die Aufwendungen als Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt werden. Ein Zweitstudium liegt dann vor, wenn zuvor bereits eine Berufsausbildung mit einer Mindestdauer von 12 Monaten und Abschlusspr&uuml;fung oder ein Studium abgeschlossen wurde. Wurde die Ausbildung oder das Erststudium ohne Abschluss abgebrochen, liegt kein Zweitstudium vor. Sind die Werbungskosten h&ouml;her als die Einnahmen aus der Aushilfst&auml;tigkeit, entsteht ein Verlust, der in den nachfolgenden Jahren steuermindernd ber&uuml;cksichtigt wird (das gilt nicht f&uuml;r die Sonderausgaben bei einem Erststudium). In bestimmten F&auml;llen kann die Steuerberechnung anstelle der Besteuerung nach den individuellen Besteuerungsmerkmalen nach festen Pauschsteuers&auml;tzen erfolgen. Eine Pauschalierung der Lohnsteuer f&uuml;r Teilzeitbesch&auml;ftigte und geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte kommt insbesondere in Betracht mit einem Pauschsteuersatz von 2% (inklusive Solidarit&auml;tszuschlag und Kirchenlohnsteuer), wenn ein sogenannter 450 Euro-Job im Sinne des &sect; 8 Abs. 1 Nr. 1 oder &sect; 8a SGB IV vorliegt und der Arbeitgeber Pauschal- oder Pflichtbeitr&auml;ge zur gesetzlichen Rentenversicherung in H&ouml;he von 15% zu entrichten hat. Neben den Beitr&auml;gen zur gesetzlichen Rentenversicherung fallen f&uuml;r den Arbeitgeber noch pauschale Krankenversicherungsbeitr&auml;ge von derzeit 13%, Umlagen zum Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit und Schwangerschaft/Mutterschutz von derzeit 1,3% und zur Zahlung des Insolvenzgeldes sowie zus&auml;tzliche Beitr&auml;ge f&uuml;r die gesetzliche Unfallversicherung an, mit einem Pauschsteuersatz von 20%, wenn ein sogenannter 450 Euro-Job im Sinne des &sect; 8 Abs. 1 Nr. 1 oder &sect; 8a SGB IV vorliegt und der Arbeitgeber keine Pauschal- oder Pflichtbeitr&auml;ge zur gesetzlichen Rentenversicherung in H&ouml;he von 15% zu entrichten hat. Zus&auml;tzlich zur pauschalen Lohnsteuer fallen dann noch der Solidarit&auml;tszuschlag und gegebenenfalls Kirchenlohnsteuer an, mit einem Pauschsteuersatz von 25%, wenn der Arbeitnehmer nach steuerlichen Grunds&auml;tzen kurzfristig (nicht mehr als 18 zusammenh&auml;ngende Arbeitstage) besch&auml;ftigt wird, der Arbeitslohn 68 Euro durchschnittlich pro Arbeitstag nicht &uuml;bersteigt und der durchschnittliche Stundenlohn nicht mehr als 12 Euro betr&auml;gt. Zus&auml;tzlich zur pauschalen Lohnsteuer fallen dann noch der Solidarit&auml;tszuschlag und gegebenenfalls Kirchenlohnsteuer an. Die Pauschalierung der Lohnsteuer kann nebeneinander f&uuml;r mehrere gleichzeitig ausge&uuml;bte Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse durchgef&uuml;hrt werden. Die Pauschalierung der Lohnsteuer mit dem Pauschsteuersatz von 2% kann neben einer sozialversicherungspflichtigen (Haupt-)Besch&auml;ftigung nur einmal in Anspruch genommen werden. Dies gilt allerdings nicht f&uuml;r mehrere Besch&auml;ftigungen bei demselben Arbeitgeber. In diesen F&auml;llen erfolgt eine Besteuerung nach den individuellen Besteuerungsmerkmalen, die pauschale Erhebung der Lohnsteuer scheidet aus. Schuldner der pauschalen Steuerbetr&auml;ge ist - im Gegensatz zur individuellen Besteuerung - der Arbeitgeber. Allerdings kann zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Innenverh&auml;ltnis (arbeitsvertraglich) vereinbart werden, dass der Arbeitnehmer die pauschalen Steuerbetr&auml;ge zu tragen hat, das hei&szlig;t, er bekommt den Lohn abz&uuml;glich der Pauschalsteuer ausbezahlt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Arbeitgeber bei der Steuerberechnung den Arbeitslohn nicht um die abgew&auml;lzte Pauschalsteuer mindern darf. Mit der pauschalen Erhebung der Lohnsteuer ist der Steuerabzug abgegolten, das hei&szlig;t, der pauschal besteuerte Arbeitslohn wird bei der Einkommensteuerveranlagung nicht angesetzt. Daraus ergibt sich allerdings, dass die pauschal erhobene Steuer nach Ablauf des Jahres nicht erstattet werden kann. F&uuml;r Ausk&uuml;nfte zu den einzelnen Voraussetzungen der 450 Euro-Jobs steht die Minijobzentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zur Verf&uuml;gung. Informationen k&ouml;nnen Sie dort entweder telefonisch im Service-Center unter 0355 2902-70799 oder im Internet unter www.minijob-zentrale.de erhalten. Eine Pauschalierung der Lohnsteuer bei Sch&uuml;lern und Studenten ist in der Regel nur dann sinnvoll, wenn sich bereits aus anderen Gr&uuml;nden eine Jahreseinkommensteuer ergibt. Denn im Fall der Steuerklasse I wird bei einem Jahresbruttoarbeitslohn von bis zu 11 822 Euro - wenn keine weiteren Eink&uuml;nfte vorliegen - die einbehaltene Lohnsteuer in vollem Umfang erstattet (siehe oben). Letztlich kann die Frage, ob die individuelle oder die pauschalierte Besteuerung g&uuml;nstiger ist, aber nur anhand der konkreten Umst&auml;nde des Einzelfalles entschieden werden - gegebenenfalls unter Einbeziehung der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung. Sch&uuml;ler und Studenten werden ab Vollendung des 18. Lebensjahres bei ihren Eltern steuerlich unter folgenden Voraussetzungen als Kinder ber&uuml;cksichtigt: bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, wenn das Kind nicht in einem Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis steht und bei einer Agentur f&uuml;r Arbeit im Inland, einem anderen f&uuml;r Arbeitslosengeld II zust&auml;ndigen Leistungstr&auml;ger oder einer staatlichen Arbeitsvermittlung in einem anderen Mitgliedsstaat der Europ&auml;ischen Union, des Europ&auml;ischen Wirtschaftsraums oder der Schweiz als arbeitssuchend gemeldet ist. bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, wenn sich das Kind in Schul- oder Berufsausbildung befindet, das Kind eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatz nicht beginnen oder fortsetzen kann, das Kind einen ber&uuml;cksichtigungsf&auml;higen Freiwilligendienst ableistet, wie zum Beispiel ein freiwilliges soziales oder &ouml;kologisches Jahr, einen europ&auml;ischen oder entwicklungspolitischen Freiwilligendienst oder einen Freiwilligendienst aller Generationen im Sinne von &sect; 2 Absatz 1a Siebtes Buch Sozialgesetzbuch oder einen Bundesfreiwilligendienst oder einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst oder einen Anderen Dienst im Ausland (&sect; 5 Bundesfreiwilligendienst&shy;gesetz), sich das Kind in einer &Uuml;bergangszeit von h&ouml;chstens vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befindet, zum Beispiel zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung. Entsprechendes gilt f&uuml;r andere Zwangspausen (zum Beispiel vor und nach der Ableistung eines freiwilligen Wehrdienstes und nach Zeiten einer Erkrankung oder eines Besch&auml;ftigungsverbots nach dem Mutterschutzgesetz). Befindet sich das Kind in der Zweitausbildung oder im Zweitstudium nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums wird es steuerlich nur dann bei den Eltern ber&uuml;cksichtigt, wenn es keiner Erwerbst&auml;tigkeit nachgeht. Eine Erwerbst&auml;tigkeit mit bis zu 20 Stunden regelm&auml;&szlig;iger w&ouml;chentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverh&auml;ltnis (im Regelfall bei einer Dualen Hochschule oder einer Berufsakademie gegeben) oder ein geringf&uuml;giges Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis sind unsch&auml;dlich f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung des Kindes bei den Eltern. Die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung als Kind bei den Eltern des Sch&uuml;lers oder des Studenten ist insbesondere f&uuml;r die Gew&auml;hrung des Kindergeldes oder der steuerlichen Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder und f&uuml;r den Ansatz des Freibetrags zur Abgeltung eines Sonderbedarfs bei Berufsausbildung eines ausw&auml;rtig untergebrachten, vollj&auml;hrigen Kindes von Bedeutung. Einzelheiten zur steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung von Kindern k&ouml;nnen dem Steuerratgeber des Ministeriums f&uuml;r Finanzen &#039;&#039;Steuertipps f&uuml;r Familien&#039;&#039; entnommen werden. Der Steuerratgeber ist beim Finanzamt oder der Pressestelle des Ministeriums f&uuml;r Finanzen erh&auml;ltlich. Er kann bei der Pressestelle des Ministeriums f&uuml;r Finanzen, Neues Schloss, 70173 Stuttgart oder auf der Internetseite des Ministeriums f&uuml;r Finanzen (www.fm.baden-wuerttemberg.de) unter Publikationen / Steuerratgeber angefordert werden. Auf der Internetseite ist der Steuerratgeber auch als PDF-Datei abrufbar. Stefanie aus Stuttgart ist 22 Jahre alt, ledig und studiert im Jahr 2016 an der Universit&auml;t Heidelberg. Sie hat direkt nach dem Abitur mit dem Studium begonnen. Sie ist w&auml;hrend der Semesterferien in den Monaten M&auml;rz, August und September 2016, also insgesamt f&uuml;r drei Monate, bei dem Unternehmer Unger aushilfsweise als Arbeitnehmerin besch&auml;ftigt. Es ist vertraglich eine w&ouml;chentliche Arbeitszeit von 40 Stunden vereinbart. Hierf&uuml;r bezieht sie einen monatlichen Bruttolohn von 2 700 Euro. Unger nimmt den Lohnsteuerabzug entsprechend den individuellen Besteuerungsmerkmalen (Steuerklasse I, Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft) vor und beh&auml;lt f&uuml;r jeden T&auml;tigkeitsmonat 371,41 Euro Lohnsteuer, 20,42 Euro Solidarit&auml;tszuschlag und 29,71 Euro Kirchenlohnsteuer, f&uuml;r das Jahr 2016 insgesamt 1 264,62 Euro ein. Der Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbetrag betrug insgesamt 1 585,59 Euro. Im Dezember 2016 ist Stefanie aushilfsweise bei dem Gastwirt Gall im Rahmen eines geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses im Sinne des &sect; 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV f&uuml;r 450 Euro t&auml;tig. Gall f&uuml;hrt unter anderem Rentenversicherungsbeitr&auml;ge in H&ouml;he von 15% an die Minijob-Zentrale ab und &uuml;bernimmt zus&auml;tzlich die Pauschsteuer (inklusive Solidarit&auml;tszuschlag und Kirchenlohnsteuer) von 9 Euro. Nach Ablauf des Jahres 2016 reicht Stefanie beim Finanzamt eine Einkommensteuererkl&auml;rung ein. Einnahmen aus nichtselbstst&auml;ndiger Arbeit Arbeitnehmer-Pauschbetrag Sonderausgaben (gezahlte Kirchensteuer) beschr&auml;nkt abziehbare Vorsorgeaufwendungen Zu versteuerndes Einkommen Das zu versteuernde Einkommen liegt unter dem f&uuml;r das Jahr 2016 geltenden Grundfreibetrag von 8 652 Euro. Stefanie werden vom Finanzamt die auf der Ausfertigung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung eingetragenen Steuerbetr&auml;ge von insgesamt 1 265,39 Euro (Lohnsteuer 1 115 Euro, Solidarit&auml;tszuschlag 61,26 Euro und Kirchenlohnsteuer 89,13 Euro) erstattet. Die von Gall erhobene Pauschsteuer von insgesamt 9 Euro ist nicht erstattungsf&auml;hig. Stefanie kann im Jahr 2016 bei den Eltern steuerlich ber&uuml;cksichtigt werden, da sie sich aufgrund ihres Studiums in Berufsausbildung befindet, das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und das Studium ein Erststudium ist (direkt im Anschluss an den Schulabschluss ohne dazwischen liegende andere Ausbildung oder ein zuvor abgeschlossenes anderes Studium). Auf die H&ouml;he ihrer eigenen Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge kommt es nicht an. H&auml;tte Stefanie nach dem Abitur zun&auml;chst eine dreij&auml;hrige Lehre mit Abschlusspr&uuml;fung durchgef&uuml;hrt und erst anschlie&szlig;end mit dem Studium begonnen, w&uuml;rde es sich bei dem Studium um eine Zweitausbildung handeln. In diesem Fall k&ouml;nnte Stefanie steuerlich nicht bei den Eltern ber&uuml;cksichtigt werden, da sie eine Erwerbst&auml;tigkeit mit mehr als 20 Stunden regelm&auml;&szlig;iger w&ouml;chentlicher Arbeitszeit ausge&uuml;bt hat. Die aushilfsweise T&auml;tigkeit im Rahmen eines geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses (bis 450 Euro im Monat) w&auml;re dagegen unsch&auml;dlich f&uuml;r die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung bei den Eltern</p> <p><a href="https://www.bewerberAktiv.de/pdf/02277.pdf">Publikation zeigen</a></p>