Werkstoffprüfer (Systemtechnik)*

Werkstoffprüfer/innen der Fachrichtung Systemtechnik überprüfen Bauteile,

die in Anlagen oder technischen Systemen verbaut sind.

Sie wenden vorwiegend zerstörungsfreie, aber auch zerstörende Prüfverfahren an.

Nach Schadensfällen ermitteln sie die Ursachen.

Zunächst planen und koordinieren sie die Prüfaufträge und stimmen sich mit Kunden, Auditoren,

Prüfaufsichtspersonal und Kollegen ab, um die Prüfung möglichst störungsfrei in die betrieblichen Abläufe einzupassen.

Sie richten Prüfarbeitsplätze, Hilfseinrichtungen und Sicherheitsvorkehrungen ein

und beachten die für die jeweiligen Verfahren und Werkstoffe geltenden Anforderungen.

Außerdem überprüfen, kalibrieren und warten sie die Prüf- und Hilfsmittel.

Ihre Prüfergebnisse dokumentieren und analysieren sie.

Sie vergleichen Abweichungen mit Fehlerkatalogen und Prüfstandards und bewerten die Prüfergebnisse.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildungsdauer ist für jeden Ausbildungsberuf in der jeweiligen Ausbildungsordnung festgelegt (Regelausbildungszeit).

Beim Ausbildungsberuf ''Werkstoffprüfer (Systemtechnik)*'' beträgt sie 3,5 Jahre.

Wenn das Ausbildungsziel auch in kürzerer Zeit erreicht werden kann, besteht die Möglichkeit, die Ausbildungszeit zu verkürzen.

Arbeitsbedingungen, Arbeitssituation

Werkstoffprüfer/innen der Fachrichtung Systemtechnik arbeiten mit Mess-, Prüf- und Laborgeräten,

z.B. zur Bestimmung von Schäden an Rohrleitungen. Sie warten Prüfgeräte mit Handwerkzeugen.

Bei manchen Arbeiten tragen sie Schutzkleidung, z.B. Kittel und Schutzbrillen.

Sie arbeiten in Prüflabors, Werkhallen, Büros, bei Kunden vor Ort, z.T. auch im Freien.

Sie gehen mit Chemikalien und Röntgengeräten um. Chemische Dämpfe und Gerüche, Maschinenlärm

und Witterungseinflüsse im Freien gehören zum Alltag. In vielen Betrieben ist Schichtarbeit üblich.

Werkstoffprüfer/innen müssen genau beobachten können, verantwortungsbewusst und exakt arbeiten,

um Normabweichungen oder z.B. Materialfehler in sicherheitsrelevanten Bauteilen rechtzeitig zu erkennen.

Dazu beachten sie z.B. Prüfvorgaben, Normtabellen und Gütevorschriften.

Für das Einrichten und Instandhalten von Materialprüfungsgeräten und -anlagen benötigen sie

handwerkliche Fähigkeiten und technisches Verständnis,

für das messmikroskopische Auswerten der Untersuchungsergebnisse Geschicklichkeit und ein gutes Auge.

Zugang zur Ausbildung

Voraussetzung für den Zugang zu einer dualen Ausbildung ist ein Ausbildungsvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb.

Die Ausbildungsbetriebe suchen sich Auszubildende nach eigenen Kriterien (z.B. schulische Vorbildung) aus.

Jugendliche unter 18 Jahren müssen eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung vorlegen.

Gewünschte schulische Vorkenntnisse

Um die physikalischen Grundlagen verschiedener Prüfverfahren zu verstehen und Werkstoffeigenschaften

sowie Materialfehler von Bauteilen ermitteln zu können, benötigen die Auszubildenden Kenntnisse in Physik.

In der Ausbildung muss man unter anderem die chemischen Eigenschaften von Werkstoffen ermitteln und beurteilen.

Wer bereits Kenntnisse in Chemie mitbringt, ist im Vorteil.

Mathematische Kenntnisse benötigt man in der Ausbildung beispielsweise zum Berechnen von Kennwerten,

zum Ermitteln der statistischen Verteilung von Messwerten.

Angehende Werkstoffprüfer/innen der Fachrichtung Systemtechnik führen computergestützte Prüfungen durch und sichern

und pflegen auftragsbezogene Daten und Dokumente am Rechner. Hierfür sind Vorkenntnisse in Informatik vorteilhaft.

Schon in der Ausbildung kalibriert man Messgeräte, positioniert Prüfgeräte vor Ort

oder führt Wartungsarbeiten an Werkzeugen und Arbeitsmitteln aus.

Handwerkliches Geschick und Kenntnisse aus dem Werkunterricht sind daher von Vorteil.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung richtet sich bei tarifgebundenen Betrieben nach tarifvertraglichen Vereinbarungen.

Nicht tarifgebundene Betriebe müssen eine angemessene Ausbildungsvergütung gewähren.

Eine Übersicht der tariflichen Ausbildungsvergütungen

für nahezu alle quantitativ bedeutenden Ausbildungsberufe bietet die Datenbank Ausbildungsvergütungen.

Perspektiven nach der Ausbildung

Nach ihrer Ausbildung arbeiten Werkstoffprüfer/innen der Fachrichtung Systemtechnik

in branchenübergreifenden Dienstleistungsunternehmen sowie Unternehmen

der chemischen und petrochemischen Industrie, des Fahrzeug- und Maschinenbaus oder der Energietechnik.

Durch Anpassungsweiterbildung kann man seine Fachkenntnisse aktuell halten, auf den neuesten Stand bringen und erweitern.

Das Themenspektrum reicht dabei von Werkstoffprüfung bis hin zu Messtechnik.

Eine Aufstiegsweiterbildung hilft, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen.

Naheliegend ist es, die Weiterbildung als Techniker/in der Fachrichtung Werkstofftechnik zu absolvieren.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren

und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Werkstoffwissenschaft, -technik erwerben.

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf

Ausführliche Informationen zum Ausbildungsberuf finden Sie in der Berufsinfo der Datenbank BERUFENET.

Der Ausbildungsberuf ist im Berufsfeld Technik, Technologiefelder einsortiert.

Freie Ausbildungsplätze

Aktuelle Ausbildungsplatzangebote finden Sie in den Jobbörsen der Unternehmen,

die sich Ihnen mit einem Firmenprofil präsentieren und/oder im entsprechenden Portalbereich bei Jobadu.de.

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