Flexible Arbeitszeitmodelle (Handlungsempfehlung)

Das Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse

und Bedarfe der Beschäftigten ist auch für Unternehmen vorteilhaft...

Quelle: BMWi

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Flexible Arbeitszeitmodelle auf einen Blick. Zielgruppen für flexible Arbeitszeitmodelle. Arbeitszeitmodelle. Teilzeit. Gleitzeit. Arbeitszeitkonten. Vertrauensarbeitszeit. Jobsharing. Telearbeit. Home-Office. Rahmenbedingungen einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung. Flexible Arbeitszeitmodelle können ein Wettbewerbsvorteil bei der Fachkräftegewinnung sein und Ihnen dabei helfen, Ihre Beschäftigten dauerhaft im Unternehmen zu halten. Zwar spielen monetäre Anreize nach wie vor eine zentrale Rolle bei der Rekrutierung und Bindung von leistungsstarken Fachkräften. Allerdings werden Arbeitsbedingungen und Arbeitsorganisation für die Attraktivität als Arbeitgeber immer wichtiger. Sie können Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch das Angebot flexibler Arbeitszeitmodelle aktiv darin unterstützen, Arbeit und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Durch passende Zeitmodelle, die auf die persönliche Lebenssituation jedes Einzelnen zugeschnitten sind, kann dies gelingen. Ein frisch gebackener Hochschulabsolvent hat andere Bedürfnisse als eine alleinerziehende Mutter oder ein junger Vater. Wer auf den Hausbau spart, hat andere Anforderungen als jemand, der Angehörige pflegt. Helfen Sie Ihren Beschäftigten, diese Herausforderungen zu meistern und profitieren Sie dabei als Unternehmen auch selbst. Eine flexible Arbeitszeitgestaltung verbessert nachhaltig die Arbeitsbedingungen und erhöht die Zufriedenheit der Arbeitskräfte. So können Sie Beschäftigte im Unternehmen halten, die sonst ihre Erwerbstätigkeit einschränken, unterbrechen oder sogar aufgeben müssten. Dadurch verhindern Sie, dass wertvolles Erfahrungswissen verloren geht, sparen die Kosten für Neurekrutierung und Einarbeitung und senken das Fehlbesetzungsrisiko. zz Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität: Flexible Arbeitszeiten nehmen für Beschäftigte eine entscheidende Rolle ein, wenn es um die wichtigsten Anforderungen an zukünftige Arbeitgeber geht. Selbststän digkeit und Freiheit in der Zeitplanung zählen neben Gehalt und Arbeitsplatzsicherheit zu den wichtigsten Kriterien für die Auswahl eines Arbeitsplatzes. Stärkere Mitarbeiterbindung: Viele Arbeitskräfte schätzen Zeitsouveränität und die damit verbundene Möglichkeit, die Arbeitszeiten flexibel zu planen. Sie arbeiten unter diesen Voraussetzungen produktiver und identifizieren sich stärker mit Ihrem Unternehmen - mit positiven Auswirkungen auf die Ihnen entgegengebrachte Loyalität und den unternehmensinternen Verbleib. Erhöhung der Flexibilität: Eine flexible Arbeitszeit gestaltung erlaubt es, Arbeitskraft dann einzufordern, wenn die Auftragslage es verlangt. Gleichzeitig können Ihre Fachkräfte bei schwächerer Auftragslage einen Freizeitausgleich erhalten, wenn wenig Arbeit im Unternehmen anfällt. Geringere Fehlzeiten: Mithilfe flexibler Arbeitszeit modelle können Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter außerbetrieblichen Verpflichtungen nachkommen, ohne die Arbeit zu vernachlässigen. Kürzere private Termine können in den Arbeitsalltag integriert werden, ohne dass Fehlzeiten entstehen. Reduzierung der Fluktuation: Fluktuation lässt sich verringern und Sie können Ihre Kosten für Rekrutierung und Einarbeitung senken. Ein flexibler Arbeitseinsatz ermöglicht zudem den Erhalt von Arbeitsplätzen bei vorübergehend schwächerer Auftragslage über die Möglichkeiten der Kurzarbeit hinaus, da hier Mehrbzw. Überstunden abgebaut werden können. Dies sichert den Erhalt von unternehmensspezifischem Spezialwissen für den Aufschwung. Erweiterung von Öffnungs- und Produktionszeiten: Die Absprache innerhalb eines Teams im Hinblick auf unterschiedliche Arbeitszeiten verbessert die Optionen, in Ihrem Unternehmen Produktions- oder Verkaufszeiten bei Bedarf auszuweiten. Grundsätzlich kommen flexible Arbeitszeitmodelle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ihres Unternehmens zugute, wenn diese in deren Arbeitsbereichen umsetzbar sind. Allerdings können je nach gewählter Maßnahme bestimmte Gruppen besonders von eigener Zeitsouveränität profitieren. Eigenverantwortlich arbeitende Fachkräfte: Qualifizierte Fachkräfte schätzen die mit flexiblen Arbeitszeiten verbundenen Freiheiten sowie die ihnen übertragene Verantwortung. Dies fördert Kreativität und Innovationskraft. Familiär gebundene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Flexible Arbeitszeitmodelle sind für Beschäftigte mit Familie besonders attraktiv, da sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wesentlich erleichtern. Beschäftigte, die nicht am Unternehmensstandort wohnen: Durch flexible Arbeitszeitregelungen kann diese Zielgruppe produktiver arbeiten und eher im Unternehmen gehalten werden. Stress und Zeitaufwand etwa für die Wegezeiten lassen sich durch flexible Arbeitszeitmodelle reduzieren. Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Die jenigen, die nicht mehr Vollzeit arbeiten wollen oder können, bleiben Ihrem Unternehmen mithilfe flexibler Arbeitszeitmodelle länger erhalten. Für Ihr Unternehmen ergeben sich dadurch Möglichkeiten des Wissensund Erfahrungstransfers an jüngere Kolleginnen und Kollegen, um so relevantes Wissen im Unternehmen zu erhalten. Sie ihre vorhandenen Modelle entsprechend den Bedürfnissen Ihrer Belegschaft weiterentwickeln? Um diese Bedarfe abzufragen, bieten sich je nach Unternehmensgröße Mitarbeitergespräche, Workshops oder eine Mitarbeiterbefragung an. Dabei können Sie unter anderem abfragen: Was denken Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Fachkräfte mit Weiterbildungsambitionen: Die gewonnene Zeitsouveränität bietet Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit zur Weiterbildung, ohne dass sie dabei auf ihr komplettes Gehalt verzichten müssten. Weiterbildungen können so einfacher organisiert werden. Die wichtigste Voraussetzung für jede Art der Arbeitszeitflexibilisierung ist, dass die Arbeitszeit und gegebenenfalls auch der Arbeitsort selbst flexibilisiert werden können. Auf weitere betriebliche Voraussetzungen, wie etwa die Anpassung von Arbeitsverträgen, wird bei der konkreten Beschreibung der verschiedenen Arbeitszeitmodelle eingegangen (Kapitel 5). Zunächst gilt es jedoch, die Bedarfe Ihrer Belegschaft und Ihres Unternehmens zu ermitteln. Die Arbeitszeitmodelle lassen sich so entwickeln, dass sie sowohl für Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen attraktiv sind als auch den Anfor derungen des Unternehmens gerecht werden. Klar definierte Zuständigkeiten von Anfang an helfen dabei, Vertrauen auf allen Seiten aufzubauen. Führen Sie die entwickelten Modelle strukturiert und zielgerichtet ein. Beachten Sie hierbei, dass eine regelmäßige Evaluation und Weiterent wicklung elementar für einen langfristigen Erfolg sind...

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