Riestern leicht gemacht (Checkliste)

Soll man privat oder betrieblich riestern?

Oder ist eine andere Vorsorge günstiger als eine Riester-Rente?

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Zusätzliche Altersvorsorge ''Riestern'' leicht gemacht - Ihre Checkliste Privat oder betrieblich ''riestern''? Sie wollen vorsorgen - wir helfen Ihnen Zusätzliche Altersvorsorge ist wichtig und lohnt sich. Doch wie aus den zahlreichen unterschiedlichen Vorsorgeprodukten und Fördermöglichkeiten die richtige Altersvorsorge auswählen? Soll man privat oder betrieblich ''riestern''? Oder ist eine andere Vorsorge günstiger als eine Riester-Rente? Bei der Antwort auf diese und weitere Fragen hilft Ihnen diese Checkliste. Sie enthält wertvolle Hinweise, wie Sie bei der Planung Ihrer persönlichen Altersvorsorge vorgehen sollten. Kompetente Ansprechpartner für eine persönliche Beratung finden Sie auf unseren Serviceseiten 16 bis 19. Nähere Informationen zur zusätzlichen Altersvorsorge erhalten Sie in unseren Broschüren ''Altersvorsorge heute die Zukunft planen'' und ''Betriebliche Altersversorgung''. Altersvorsorge - Ihre persönliche Entscheidung Altersvorsorge richtig planen Riester-Rente oder anders vorsorgen? Privat oder betrieblich ''riestern''? Das richtige Vorsorgeprodukt Nur einen Schritt entfernt: Ihre Rentenversicherung Altersvorsorge Ihre persönliche Entscheidung Die Entscheidung, ob Sie die Fördermöglichkeiten für den Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge nutzen sollten und welches Vorsorgeprodukt für Sie am besten geeignet ist, sollten Sie sorgfältig vorbereiten. Das lohnt sich, denn hier kann es - langfristig betrachtet - um mehrstellige Euro-Beträge gehen. Beginnen sollten Sie stets mit der Analyse Ihrer bereits bestehenden Altersversorgung. Prüfen Sie hierbei, ob Ihr Einkommen, das Sie im Alter erwarten können, Ihrem angestrebten Versorgungsniveau entspricht. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie zusätzlich vorsorgen. In einem zweiten Schritt sollten Sie überlegen, ob Sie dazu die Riester-Rente nutzen wollen. Hier können Sie dann zwischen einer förderbaren privaten und einer förderbaren betrieblichen Altersvorsorge wählen. In einem bestimmten Rahmen sind auch beide Vorsorgewege nebeneinander möglich. Sofern Sie sich für einen förderbaren privaten Vorsorgevertrag entscheiden, können Sie schließlich zwischen zahlreichen verschiedenen Vorsorgeprodukten und Anbietern wählen. Für alle Entscheidungsschritte geben wir Ihnen wichtige Hinweise und Tipps. Doch entscheiden müssen Sie letztlich selbst. Altersvorsorge richtig planen Ermitteln Sie so gut und realistisch wie möglich, welches Einkommen Sie im Alter anstreben, mit welchen Leistungen Sie aufgrund Ihrer bisherigen Vorsorge bereits rechnen können und über welche finanziellen Mittel für eine zusätzliche Altersvorsorge Sie überhaupt verfügen können. 1. Bestimmen Sie Ihre persönlichen Versorgungsziele. Welches Einkommensniveau streben Sie für Ihr Alter an? Überlegen Sie insbesondere, wie Ihr Lebensstandard im Alter aussehen soll und welche monatlichen Ausgaben auf Sie zukommen können. Rechnen Sie dabei in heutigen Werten. Sie müssen auch entscheiden, ob die zusätzliche Vorsorge nur Leistungen im Alter oder auch bei Erwerbsminderung oder für Hinterbliebene gewährleisten soll. Ihre Ansprechpartner: Die Verbraucherzentralen und -verbände. 2. Ermitteln Sie, wie viel Geld Ihnen ohne Änderung Ihrer bisherigen Vorsorge im ­Alter zur Verfügung steht. Rechnen Sie stets in monatlichen Beträgen. Einmalige Kapitalauszahlungen müssen ­beispielsweise in monatliche Renten umgerechnet werden. Rechnen Sie auch hier in heutigen Werten. Künftige Leistungen müssen dabei um die zwischenzeitliche Geldentwertung bereinigt werden. Unser Tipp: Auf den Internetseiten www.deutscherentenversicherung.de finden Sie einen Barwertrechner, mit dem Sie den heutigen Wert künftiger Zahlungen ermitteln können. Ihre Ansprechpartner: Die Deutsche Rentenversicherung, Ihr Arbeitgeber, die Anbieter von Vorsorgeprodukten und die Verbraucherzentralen und -verbände. 3. Überlegen Sie, welche finanziellen Mittel Sie für die zusätzliche Altersvorsorge aufbringen können. Bedenken Sie auch, dass sich Ihre finanzielle Situation ändern kann, wenn Sie beispielsweise eine Familie gründen, arbeitslos werden oder Ihr Ehepartner aus dem Berufsleben ausscheidet. 4. Prüfen Sie, ob Sie Anspruch auf eine Riester-Rente haben und wie hoch die Förderung wäre. Wenden Sie sich hierfür an die Deutsche Rentenversicherung, die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) oder die Anbieter von Vorsorgeprodukten. Unser Tipp: Sie können unmittelbar ­förderberechtigt sein, wenn Sie eine Rente wegen voller Erwerbsminderung oder eine Versorgung wegen Dienstunfähigkeit erhalten. 5. Prüfen Sie, ob Sie für Ihre bereits bestehende betriebliche oder private Altersvorsorge die Riester-Förderung bekommen können. Nähere Auskünfte erhalten Sie bei Ihrem Arbeitgeber, der Deutschen Rentenversicherung, der ZfA und den Anbietern von Vorsorgeprodukten. 6. Bedenken Sie: Je früher Sie mit dem Vorsorgen beginnen, umso höher fällt die spätere Rente aus der Altersvorsorge aus. Unmittelbar Förderberechtigte, die noch nicht 25 Jahre alt sind, erhalten einmalig eine um 200 Euro erhöhte Grundzulage den sogenannten Berufseinsteiger-Bonus. Riester-Rente oder anders vorsorgen? Ergibt Ihre Versorgungsanalyse, dass Sie zusätzlich vorsorgen sollten und dies auch finanzieren können, müssen Sie entscheiden, ob Sie ein Vorsorgeprodukt mit Riester-Förderung oder eine nicht geförderte Vorsorge nutzen möchten. 1. Bei geförderten Altersvorsorgeprodukten bestehen für Sie meist geringere persönliche Gestaltungsmöglichkeiten als bei nicht geförderten Vorsorgeprodukten. Bei geförderten Altersvorsorgeprodukten sind das: Bei der geförderten zusätzlichen Altersvorsorge besteht eine eingeschränkte Produktauswahl, eine Beleihung der Vorsorgeprodukte, um eine Hypothek zu sichern, oder eine Auszahlung vor Vollendung des 60. Lebensjahres (für ab 2012 abgeschlossene Verträge: des 62. Lebensjahres) sind nicht möglich. Die Auszahlung erhalten Sie überwiegend als lebenslange monatliche Rente und nicht als Einmalzahlung. Anders als bei vielen nicht geförderten Produkten ist problemlos ein Wechsel des Riester-Anlageproduktes möglich. Achten Sie auf mögliche Kosten. Sie können einen geförderten Vorsorgevertrag jederzeit ruhen lassen und brauchen dann nicht weiter einzuzahlen. Förderbare Produkte der privaten Altersvorsorge können Sie unter bestimmten Voraussetzungen für die Wohn-Riester-Förderung nutzen: als zusätzliches Eigenkapital oder zur ­Tilgung Ihres Immobiliendarlehens. 2. Die Rendite von geförderten und nicht geförderten Vorsorgeprodukten ist unterschiedlich hoch. Nicht geförderte Vorsorgeprodukte können im Durchschnitt eine höhere Rendite am Kapitalmarkt erzielen. Sie haben allerdings oft ein höheres Anlagerisiko. Bei Renditevergleichen sollten Sie stets auch die Wirkung der staatlichen Förderung berücksichtigen. 3. Die Riester-Rente ist ''Hartz IV-sicher''. Das geförderte Altersvorsorgekapital ist in der Ansparphase der Riester-Rente ''Hartz IV-sicher'' und wird bei der Bedürftigkeitsprüfung für Arbeitslosengeld II nicht als Vermögen angerechnet. In der Auszahlungsphase wird die Riester-Rente jedoch bei der Berechnung des Grundsicherungsbedarfs berücksichtigt. 4. Die verschiedenen Vorsorgeprodukte werden unterschiedlich besteuert. Bei geförderten Vorsorgeprodukten sind die gezahlten Beiträge/Tilgungsleistungen in der Ansparphase bis zu einer ­Obergrenze als Vorsorgeaufwendungen steuerlich abzugsfähig. Im Gegenzug werden die Rentenzahlungen im Alter nachgelagert besteuert. Bei der Wohn-Riester-Förderung können Sie zwischen einer jährlichen Besteuerung (Verminderungsbetrag) und der einmaligen Besteuerung (Auflösungsbetrag) wählen. Entscheiden Sie sich für die Einmalbesteuerung, müssen nur 70 Prozent des Auflösungsbetrages versteuert werden. Privat oder betrieblich ''riestern''? Die Riester-Förderung können Sie für den Aufbau einer Betriebsrente oder für eine private Vorsorge nutzen. Bedenken Sie dabei: 1. Ihr persönlicher Verwaltungsaufwand ist bei beiden Vorsorgewegen unterschiedlich hoch. Solange Sie beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt bleiben, kann Ihr Zeitaufwand bei einer betrieblichen Altersversorgung geringer als bei einer privaten Vorsorge sein. In der Regel kümmert sich der Arbeitgeber um die Verwaltung. Wenn Sie häufiger die Arbeitsstelle wechseln, kann sich das umkehren. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Arbeitgeber oder Betriebsrat. 2. Achten Sie auf die Höhe der Verwaltungskosten! Bei einer betrieblichen Altersversorgung fallen die Verwaltungskosten meist geringer aus als bei einer privaten Altersvorsorge. Erfragen Sie die Höhe der Verwaltungskosten deshalb immer in Euro-Beträgen. Ihre Ansprechpartner: Ihr Arbeitgeber, der Betriebsrat, die Anbieter von privaten Vorsorgeprodukten. 3. Ihre persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten sind bei einer betrieblichen Altersvorsorge geringer als bei einer privaten. Wenn Sie betrieblich ''riestern'', können Sie nur die Gestaltungsmöglichkeiten nutzen, die Ihr Arbeitgeber für eine Betriebsrente anbietet. Das heißt, der Durchführungsweg beziehungsweise die Form der Kapitalanlage, mit der Ihre Betriebsrente aufgebaut wird, sind festgelegt. Auch der Umfang der Versorgung, ob beispielsweise Leistungen an Hinterbliebene oder im Fall einer Erwerbsminderung gezahlt werden, steht meist fest. Für die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge bekommen Sie keine Riester-Förderung, wenn Sie nicht unmittelbar förderberechtigt sind - also beispielsweise, wenn Sie sich nach Ablauf der Kindererziehungszeit weiterhin beurlauben lassen. In der privaten Altersvorsorge können Sie dagegen einen vom Ehepartner abgeleiteten Zulagenanspruch haben, wenn Sie ab 2012 einen Beitrag von mindestens 60 Euro im jeweiligen Beitragsjahr zugunsten eines eigenen Altersvorsorgevertrags leisten. In der betrieblichen Altersversorgung gibt es keine Wohn-Riester-Förderung. Die private Altersvorsorge lässt Ihnen einen größeren Gestaltungsspielraum. Sie sollten jedoch bedenken, dass bestimmte Gestaltungen Ihres Vorsorgevertrages durch risikospezifische Beiträge - beispielsweise für Leistungen bei Invalidität trotz Vorerkrankungen - teuer werden können. Ihre Ansprechpartner: Ihr Arbeitgeber, der Betriebsrat und die Anbieter von Vorsorgeprodukten. 4. Von einer Betriebsrente müssen Sie Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen. Von Renten aus privaten Riester-Verträgen müssen Sie dies nicht tun. Unser Tipp: Lesen Sie auch unsere Broschüre ''Betriebliche Altersvorsorge'', die alles Wissenswerte rund um die Betriebsrenten enthält und erläutert. Das richtige Vorsorgeprodukt Wenn Sie betrieblich ''riestern'' wollen, können Sie nur zwischen den Vorsorgeprodukten wählen, die Ihr Arbeitgeber anbietet. Haben Sie sich für eine private Riester-Rente entschieden, können Sie aus einer Vielzahl zertifizierter, das heißt förderbarer Altersvorsorgeverträge auswählen. Grundsätzlich gibt es drei Produktgruppen: Banksparpläne, Versicherungsprodukte und Fondssparpläne. Mit Wohn-Riester wurde diese Palette um förderbare Bausparprodukte und Baudarlehen sowie Beteiligungen an Baugenossenschaften erweitert. Bei Ihrer Entscheidung sollten Sie Folgendes bedenken: 1. Ihre persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten der Vorsorge sind bei allen Produktgruppen unterschiedlich groß. Eine zusätzliche Sicherung für den Fall einer Erwerbsminderung oder für Hinterbliebene wird nur in Verbindung mit Versicherungsprodukten angeboten. Wenn Sie auf die Anlage Ihres angesparten Kapitals Einfluss nehmen möchten, können Sie nur einen geförderten Investmentfonds wählen. Bei Versicherungsprodukten oder Banksparplänen ist dies nicht möglich. 2. Bei der privaten Altersvorsorge können Sie zwischen zwei Formen der Auszahlung im Alter wählen. Sie können sich für eine monatliche Rente entscheiden, die - bis auf Ausnahmefälle - frühestens ab dem 60. Geburtstag gezahlt wird. Sie können auch einen Auszahlungsplan vom 60. bis zum 85. Lebensjahr mit einer daran anschließenden monatlichen Rentenzahlung wählen. Für ab 2012 abgeschlossene Verträge kann eine Auszahlung frühestens ab dem 62. Lebensjahr beginnen. Die Anpassung der Altersgrenze folgt der Anhebung der Altersgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung. 3. Achten Sie auf Rendite und Sicherheit der verschiedenen Produkte! Bei allen geförderten Altersvorsorgeverträgen wird Ihnen garantiert, dass Ihr Vorsorgekapital bei Auszahlungsbeginn mindestens der Summe der Einzahlungen - also Ihren Beiträgen plus staatlichen Zulagen - entspricht. Bei vielen Versicherungsprodukten wird Ihnen eine feste Rendite auf das angelegte Kapital zugesichert. In der Regel sind die Renditechancen bei Investmentfonds, die auf Aktienanlagen beruhen, höher als bei Versicherungsprodukten. Dafür ist hier aber auch das Risiko, nur eine sehr geringe oder keine Rendite zu erhalten, am höchsten, bei Banksparplänen und Versicherungsprodukten mit garantierter Mindestverzinsung gibt es kein Renditerisiko ...

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