<h1>Ratgeber zu Sch&uuml;lerjobs und Ferienjobs</h1> <h2>Dieser Ratgeber informiert Sie ausf&uuml;hrlich dar&uuml;ber, welche Vorgaben der Gesetzgeber Kindern, Eltern und Arbeitgebern macht... Quelle Arbeitsrechte.de</h2> <p>Ratgeber zu Sch&uuml;lerjobs und Ferienjobs - Welche Arbeiten d&uuml;rfen Sch&uuml;ler und Studenten nebenher ausf&uuml;hren? Geld ist im Kinder- und Jugendalter ein stark begrenztes Gut, sind die meisten doch auf das von den Eltern ausgezahlte Taschengeld angewiesen, um sich S&uuml;&szlig;igkeiten, die angesagtesten Klamotten oder neueste Elektronik leisten zu k&ouml;nnen. Im besten Fall gibt es noch Oma und Opa, die an Geburtstagen, zu Weihnachten oder bei guten Noten das Sparschein etwas praller machen. Nicht jeder hat jedoch das Gl&uuml;ck von Verwandten und Angeh&ouml;rigen in finanzieller Hinsicht zu profitieren, andere wollen gar nicht von den Zuwendungen abh&auml;ngig sein. Sie entscheiden sich dazu, selbst Geld zu verdienen und arbeiten zu gehen. Gerade, wenn die Kinder noch relativ jung sind, f&uuml;hrt das bei Eltern mitunter zu Bedenken. Was ist mit der Schule? Sinken die Noten durch den Job nicht in Keller, da nicht mehr gen&uuml;gend Zeit zum Lernen verf&uuml;gbar ist? Ab wann darf mein Kind &uuml;berhaupt arbeiten? Und welche T&auml;tigkeiten kommen &uuml;berhaupt in Frage? Der vorliegende Ratgeber informiert Sie ausf&uuml;hrlich dar&uuml;ber, welche Vorgaben der Gesetzgeber Kindern, Eltern und Arbeitgebern macht. Schlie&szlig;lich handelt es sich hier um besonders sch&uuml;tzenswerte Gruppe, an die noch nicht die gleichen Anforderungen gestellt werden k&ouml;nnen, wie an erwachsene Arbeitnehmer. Dar&uuml;ber hinaus wird aufgef&uuml;hrt, welche Vor- und Nachteile es dabei gibt, Kinder und Jugendliche arbeiten zu lassen und welche Fragen unbedingt gekl&auml;rt werden sollten, bevor ein Job neben Schule oder Studium aufgenommen wird. Wir w&uuml;nschen Ihnen viel Vergn&uuml;gen bei der Lekt&uuml;re! 1 Ab wann d&uuml;rfen schulpflichtige Kinder arbeiten? Schon fr&uuml;h beginnen manche Kinder fl&uuml;gge zu werden und sich von der Einflussnahme ihrer Eltern zu l&ouml;sen. Die Aufnahme eines kleinen Jobs neben der Schule ist dabei nur eine M&ouml;glichkeit auf dem Weg in die beginnende Selbstst&auml;ndigkeit. Doch was sagt der Gesetzgeber zu arbeitenden Kindern? Ist es in der Bundesrepublik &uuml;berhaupt erlaubt, seine Kinder so fr&uuml;h auf den Arbeitsmarkt zu schicken und den damit verbundenen Mechanismen auszusetzen? 1.1 Welche gesetzlichen Vorgaben gelten f&uuml;r 13- bis 14-j&auml;hrige Besch&auml;ftigte? Ab wann Kinder in Deutschland besch&auml;ftigt werden d&uuml;rfen, geht aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz hervor. Es besagt: Es ist grunds&auml;tzlich verboten, Kinder unter 15 Jahren zu besch&auml;ftigen. Das Jugendarbeitsschutzgesetz erlaubt es jedoch Kindern ab 13 Jahren zu arbeiten, wenn: die Eltern oder Sorgeberechtigten ihre Zustimmung hierzu erteilen es sich um eine leichte Arbeit handelt, die von Kindern ausgef&uuml;hrt werden kann. Die anvisierte T&auml;tigkeit darf die Kinder: weder in ihrer Entwicklung, noch gesundheitlich behindern muss ihnen die n&ouml;tige Sicherheit gew&auml;hrleisten darf sie nicht am Schulbesuch hindern (da Schulpflicht besteht) Der Gesetzgeber erlaubt es Kindern bis zum Alter von 15 Jahren nur f&uuml;r maximal zwei Stunden am Tag zu arbeiten. In der Landwirtschaft, im Speziellen in Familienbetrieben, gilt eine Ausnahmeregel, die besagt: Die H&ouml;chstarbeitszeit betr&auml;gt drei Stunden t&auml;glich. Ferner ist genau festgelegt, in welchem Zeitfenster diese Arbeitszeiten liegen d&uuml;rfen. Wer Kinder in seinem Unternehmen besch&auml;ftigt, der darf dies nicht zwischen 18 Uhr abends und 8 Uhr morgens tun. Diese Zeit ist ihrer Erholung vorbehalten. Des Weiteren ist es ebenfalls untersagt, Kinder vor der ersten Schulstunde und w&auml;hrend des Schulunterrichts zu besch&auml;ftigen. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, die Eltern dar&uuml;ber aufzukl&auml;ren, welche Gefahren bei der Besch&auml;ftigung auftreten k&ouml;nnen und wie er die Sicherheit und den Erhalt der Gesundheit des Sch&uuml;lers gew&auml;hrleisten will. Unter Umst&auml;nden d&uuml;rfen auch schon j&uuml;ngere Kinder arbeiten, zum Beispiel im Theater oder als Model. Das ist u. a. nur erlaubt, wenn eine Ausnahme-genehmigung und ein &auml;rztliches Gutachten vorliegen. zur Verf&uuml;gung gestellt von arbeitsrechte.de 1 1.2 Was schreibt das Gesetz f&uuml;r 15- bis 18-j&auml;hrige Sch&uuml;lerjobber vor? Arbeitswilligen ab 15 Jahren erlaubt der Gesetzgeber bereits l&auml;nger zu arbeiten und zwar h&ouml;chstens acht Stunden am Tag und vierzig Stunden in der Woche. Die Arbeitszeit muss zudem zwischen 6 Uhr fr&uuml;h und 20 Uhr abends liegen. Danach ist Schluss. Sonderregelungen sind auch hier wieder zu finden, wie folgende Beispiele zeigen: Wer in der Gastronomie oder auf dem Rummel arbeitet, darf bis 22 Uhr eingesetzt werden. Ist der Betrieb mehrschichtig organisiert, wird die Grenze um 23 Uhr gezogen. In der Landwirtschaft darf entweder ab 5 Uhr oder bis 21 Uhr gearbeitet werden. Auch in Konditoreien und B&auml;ckereien ist ein Schichtbeginn ab 5 Uhr erlaubt. Mindestens 17 j&auml;hrige d&uuml;rfen sogar schon ab 4 Uhr in der Fr&uuml;h hinter dem Tresen stehen. Achtung: Wird die maximale Anzahl an Arbeitsstunden an einem Werktag nicht erreicht, so ist es dem Arbeitgeber erlaubt, den Jugendlichen an einem anderen Tag daf&uuml;r achteinhalb Stunden zu besch&auml;ftigen. In der Landwirtschaft t&auml;tige Jugendliche, die 16 Jahre oder &auml;lter sind, d&uuml;rfen w&auml;hrend der Erntezeit h&ouml;chstens neun Stunden am Tag ackern. Des Weiteren darf aus Jugendschutzgr&uuml;nden in zwei aufeinander folgenden Wochen die 85-Stunden Grenze nicht geknackt werden. Untersagt ist auch die Besch&auml;ftigung an mehr als f&uuml;nf Tagen in der Woche sowie am Wochenende. Sechstagewochen sind damit tabu. An Samstagen und Sonntagen d&uuml;rfen Jugendliche ausnahmsweise arbeiten, wenn sie z.B. in der Gastronomie, der Pflege, Landwirtschaft oder in Familienhaushalten t&auml;tig sind. Hierf&uuml;r ist ihnen ein freier Ausgleichstag in der Woche zu gew&auml;hren. Beachten m&uuml;ssen Arbeitnehmer, wenn sie junge Besch&auml;ftigte einstellen, welche Arbeiten sie ihnen konkret auftragen. Denn: L&auml;ngst nicht alle f&auml;lligen T&auml;tigkeiten d&uuml;rfen von Jugendlichen erledigt werden. Verboten sind z.B.: Arbeiten in sehr hei&szlig;er oder kalter Umgebung T&auml;tigkeiten, die ein Risiko wegen starker N&auml;sse in sich bergen Aufgaben, die sehr viel Kraft erfordern Arbeiten, die mit sehr lauten Ger&auml;uschen verbunden sind T&auml;tigkeiten, bei denen mit Gefahrstoffen umgegangen werden muss 2 Welche Jobs kommen f&uuml;r Kinder und Jugendliche in Frage? Mit welcher T&auml;tigkeit parallel zur Schule oder in den Ferien Geld verdient werden kann, ist nicht nur abh&auml;ngig vom Alter, sondern auch von Angebot und Nachfrage. Insbesondere in den gro&szlig;en Sommerferien nutzen viele Schulpflichtige die freie Zeit, um sich ihr Taschengeld aufzubessern und Berufserfahrung zu sammeln. Und welche Arbeiten sind nun pr&auml;destiniert daf&uuml;r, als Sch&uuml;lerjob ausgef&uuml;hrt zu werden? Die folgende Auflistung (Auszug) zeigt, wie vielf&auml;ltig das Bet&auml;tigungsfeld ist: Hunde ausf&uuml;hren Rasen m&auml;hen Eis verkaufen Zeitung/Zeitschriften austragen Regale einr&auml;umen Nachhilfe anbieten Proband in Online-Befragungen Komparse Model Schauspieler Kommissionierer Promotion W&auml;hrend die Nachbarschaftshilfe und das Babysitten in der Regel eher etwas f&uuml;r j&uuml;ngere Sch&uuml;ler ist, bieten sich f&uuml;r &Auml;ltere und Studenten klassische Nebent&auml;tigkeiten als Kellner oder Animateur an. Obacht: Manche Stellenausschreibungen verlangen explizit schon Erfahrung in diesem Bereich, was die potenzielle Auswahl an Ferienjobs einschr&auml;nken kann. Es schadet jedoch nie, sein Gl&uuml;ck trotz nicht vorhandener Qualifikationen zu versuchen. 3 Wie viel d&uuml;rfen Sch&uuml;ler verdienen? Kinder und Jugendliche haben in der Regel noch kein Gef&uuml;hl daf&uuml;r, wobei es sich um viel Geld handelt und wie lange sie arbeiten m&uuml;ssen, um sich bestimmte Dinge leisten zu k&ouml;nnen, ohne sich zu verschulden. Mit einem Sch&uuml;lerjob kann demnach der erste Schritt in Richtung Finanzkompetenz gegangen werden. Doch schreibt der Gesetzgeber vor, wie viel Geld parallel zur Schule verdient werden darf? 3.1 Gibt es eine H&ouml;chstgrenze? Einen fixen maximalen Betrag gibt es laut Gesetzgeber nicht. Aufpassen sollten Eltern beim im Arbeitsvertrag vereinbarten Stundenlohn trotzdem, ist von der Menge des monatlich hinzuverdienten Geldes doch abh&auml;ngig, wie hoch die zu zahlende Steuerabgabe ausf&auml;llt. Viele Sch&uuml;ler arbeiten als geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte und erhalten damit maximal 450 Euro im Monat. Hierf&uuml;r m&uuml;ssen keine Steuerabz&uuml;ge bef&uuml;rchtet werden. Das gilt ebenfalls f&uuml;r kurzfristige Arbeitsverh&auml;ltnisse wie sie beispielsweise in den Ferien h&auml;ufig vorkommen. Auch in diesem Fall sind die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge hinf&auml;llig. Hat Ihr Kind Anrecht auf den gesetzlichen Mindestlohn? Nein, im Mindestlohngesetz sind Sch&uuml;ler und Jugendliche, die noch nicht 18 Jahre alt sind und keine Berufsausbildung haben, explizit vom Mindestlohn ausgenommen. 3.2 Was ist bei der Besteuerung von Ferienjobs zu beachten? Besch&auml;ftigte m&uuml;ssen in Deutschland bestimmte Abgaben von ihrem Bruttoverdienst abf&uuml;hren. Dazu z&auml;hlen u. a.: Lohnsteuer Solidarit&auml;tszuschlag ggf. Kirchensteuer Beitrag zur Krankenversicherung Beitrag zur Rentenversicherung Beitrag zur Pflegeversicherung Arbeitslosenversicherung Sch&uuml;ler und Studenten, die eine geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung aus&uuml;ben (also auf das Jahr gerechnet pro Monat maximal 450 Euro verdienen), m&uuml;ssen keine Beitr&auml;ge zur Arbeitslosenversicherung, gesetzlichen Kranken- sowie Pflegeversicherung zahlen. Die Rentenversicherungspflicht, die vom Bruttolohn anteilig 3,7 Prozent verschlingt, k&ouml;nnen Sie umgehen, indem Sie sich von der Zahlung befreien lassen. Als kurzfristige Besch&auml;ftigung werden Arbeitsverh&auml;ltnisse bezeichnet, die auf 70 Tage oder drei Monate im Jahr befristet sind. Sie gelten ebenfalls als Minijobs. Der Arbeitgeb er meldet sie in der Regel beim Finanzamt an. Mit dem Ende des Arbeitsverh&auml;ltnisses werden Sie do rt wieder abgemeldet. Ist das Kalenderjahr um, steht es Besch&auml;ftigten frei, eine Ei nkommensteuererkl&auml;rung abzugeben, um sich zu hohe Steuerzahlungen zur&uuml;ckzuholen. Sch&uuml;ler und Studenten werden in der Regel in Steuerklasse 1 eingruppiert, sofern sie nicht verheiratet sind. Laut Gesetzgeber gilt hier ein Grundfreibetrag von 8652 Euro, das hei&szlig;t: Bis zu einem Einkommen dieser H&ouml;he m&uuml;ssen keine Steuern abgef&uuml;hrt werden. Gerade Studenten nutzen die freie Zeit, um mehrere kurzfristige Besch&auml;ftigungen auszu&uuml;ben. In diesem Fall m&uuml;ssen sie darauf achten, die 450-Euro-Grenze nicht zu &uuml;berschreiten - und das bei den addierten Entgelten und nicht in jedem Job separat. Andernfalls wird von Ihrem Entgelt der Beitrag zur Kranken-, P flege- und Arbeitsversicherung abgezogen, wodurch sich der Nettobetrag verringert. Kann es Komplikationen mit dem Kindergeld geben? Beim Sch&uuml;lerjob ist das meist kein Problem. Studenten sollten jedoch aufpassen: Haben sie bereits eine Erstausbildung beendet und studieren weiter, darf parallel zum Studium nur maximal 20 Stunden pro Woche gearbeitet werden. Halten sie sich hieran nicht, verlieren sie ihren Anspruch auf Kindergeld. Eine Ausnahme gilt in den Ferien: Hierf&uuml;r muss jedoch im Jahresmittel die 20-Stunden-Grenze eingehalten werden. 3.3 Welche Informationen braucht der Arbeitgeber, um das Geld auszuh&auml;ndigen? Sch&uuml;ler, die parallel zur Schule und in den Ferien arbeiten, sind dazu verpflichtet, dem Arbeitgeber bestimmte Dinge mitzuteilen, damit dieser die Verg&uuml;tung und etwaige Abgaben korrekt berechnen kann. Diese Daten nutzt er, um beim Finanzamt die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) herauszufinden. Wurde fr&uuml;her noch die Abgabe der Lohnsteuerkarte verlangt, erfolgt das Prozedere heute elektronisch. Die notwendigen Informationen bezieht der Arbeitgeber direkt vom Finanzamt. Alles, was Sch&uuml;ler dem Arbeitgeber deshalb auszuh&auml;ndigen m&uuml;ssen, ist: das Geburtsdatum die Steueridentifikationsnummer (wenn im Jahr mehr als der Grundfreibetrag von 8652 Euro im Jahr verdient wird) die Auskunft, ob es sich um das erste Arbeitsverh&auml;ltnis handelt oder nicht Dar&uuml; ber hinaus m&uuml;ssen Sch&uuml;ler nachweisen, dass sie auch tats&auml;chlich Sch&uuml;ler sind. Dies gelingt inde m eine Schulbesuchsbescheinigung vorgelegt wird und das m&ouml;glichst noch bevor die T&auml;tigkeit aufgenommen wird. 4 Das eigene Kind arbeiten lassen - Pro und Contra Kommt Ihr Kind mit dem Wunsch, gerne arbeiten zu wollen zu Ihnen oder denken Sie selbst dar&uuml;ber nach, Ihren Spr&ouml;ssling zur Erwerbsarbeit zu motivieren, gilt es, verschiedene Punkte gegeneinander abzuw&auml;gen. Schlie&szlig;lich gibt es zahlreiche Facetten zu ber&uuml;cksichtigen. Welche Punkte f&uuml;r die Aufnahme eines Sch&uuml;ler- oder Ferienjobs sprechen k&ouml;nnen und welche dagegen, f&uuml;hren wir im Folgenden auf. Pro Contra Ihr Kind wird selbstst&auml;ndiger der Sch&uuml;lerjob l&auml;sst die Schule in das Selbstbewusstsein steigt den Hintergrund r&uuml;cken es erlernt Finanzkompetenz nicht mehr genug Zeit f&uuml;r erste Berufserfahrung wird Ausruhen und Entspannen gesammelt Ihr Kind ger&auml;t durch das erlangte ein Sch&uuml;lerjob kann zur Geld in einen Kaufrausch beruflichen Orientierung ehrenamtliche Arbeit mit beitragen gesellschaftlichem Mehrwert ist Kinder lernen mit ihrer Zeit zu zu bevorzugen haushalten die T&auml;tigkeit &uuml;berfordert Ihr Kind zur Verf&uuml;gung gestellt von arbeitsrechte.de 5 4.1 Welche Fragen sollten Sie sich vor der Entscheidung f&uuml;r einen Sch&uuml;lerjob stellen? Bevor Sie &uuml;ber den Kopf Ihres Nachwuchses hinweg entscheiden, ob ein Sch&uuml;lerjob sinnvoll ist oder nicht, empfiehlt es sich, gemeinsam mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn die Beweggr&uuml;nde f&uuml;r den Job zu er&ouml;rtern. Im Gespr&auml;ch erfahren Sie, warum er oder sie gerne arbeiten gehen m&ouml;chte und wie gr&uuml;ndlich &uuml;berlegt Ihr Kind zu diesem Entschluss gekommen ist. Folgende Checkliste gibt Ihnen f&uuml;r die anstehende Diskussion eine Leitlinie, an der Sie sich orientieren k&ouml;nnen. Checkliste - Sch&uuml;lerjob: ja oder nein? Warum willst Du arbeiten gehen? Was willst du erreichen? Welche W&uuml;nsche willst Du Dir mit dem zus&auml;tzlichen Geld erf&uuml;llen? Welche T&auml;tigkeiten kommen f&uuml;r Dich in Frage? An wie vielen Tagen in der Woche willst Du arbeiten? Wann machst Du Deine Hausaufgaben? Was machen wir, wenn Deine Noten absacken? Ist ein Ferienjob wom&ouml;glich die bessere Wahl? Bist Du bereit, einen Teil Deiner Freizeit zu verlieren? Was passiert mit Deinen nebenschulischen Aktivit&auml;ten wie Sport oder Mitgliedschaft im Verein? M&ouml;chtest Du das aufgeben? 4.2 Was tun, wenn sich der Arbeitgeber Ihres Kindes nicht an die gesetzlichen Vorgaben h&auml;lt? Wie bereits erl&auml;utert macht der Gesetzgeber genaue Vorgaben zur Besch&auml;ftigung von Kindern und Jugendlichen. Doch l&auml;ngst nicht alle Arbeitgeber halten sich an diese. Wie k&ouml;nnen Sie reagieren, wenn Ihr Kind l&auml;nger als erlaubt, arbeitet? Unternehmen, die gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz versto&szlig;en, begehen eine Ordnungswidrigkeit - mitunter gelten bestimmte Vergehen sogar als Straftat. Sie sind deshalb nicht auf die leichte Schulter zunehmen, auch weil hohe Geldbu&szlig;en f&uuml;r etwaige Verst&ouml;&szlig;e drohen. Das Jugendarbeitsschutzgesetz wartet mit Betr&auml;gen von bis zu 15.000 Euro pro Ordnungswidrigkeit auf. Unter Umst&auml;nden m&uuml;ssen Arbeitgeber sogar mit einer bis zu sechs monatigen Freiheitsstrafe rechnen. Bei drei verordneten Bu&szlig;geldern ist Schluss: In diesem Fall d&uuml;rfen Jugendliche nie wieder in diesem Unternehmen arbeiten. &Uuml;berpr&uuml;ft wird die Einhaltung der Bestimmungen u. a. vom Gewerbeaufsichtsamt und dem Amt f&uuml;r Arbeitsschutz. An diese Stellen k&ouml;nnen Sie sich als Eltern wenden, wenn Sie auf Verst&ouml;&szlig;e aufmerksam werden. 5 Ferienjobs f&uuml;r Studenten Das Studium ist heute an vielen Hochschulen eng getaktet, sind die Semesterzeiten doch relativ kurz, um die entsprechenden Leistungsnachweise zu erbringen. Neben Pr&auml;sentationen, Hausarbeiten und Zwischenpr&uuml;fungen f&auml;llt es daher manchem Studenten schwer, innerhalb des Semesters noch Zeit abzuknapsen, um sich etwas Geld dazuzuverdienen. Als g&uuml;nstiger erweisen sich daher die Semesterferien bzw. die vorlesungsfreie Zeit. In dieser kann wesentlich flexibler geplant werden und gegebenenfalls sogar durch Jobs im Ausland das eigene Konto aufgepolstert werden. Vom Animateur im Ferienressort, &uuml;ber Promoter bis hin zum Kellner: Die M&ouml;glichkeiten an Studentenjobs sind in der Regel gro&szlig;. Wie viel Geld Sie als Student hierbei verdienen k&ouml;nnen, ist in der Regel abh&auml;ngig: vom Arbeitgeber und seinem Angebot dem Schwierigkeitsgrad der T&auml;tigkeit davon, wie viele Menschen sich auf diesen Job bewerben wie flei&szlig;ig Sie sind (manchmal werden Sie erfolgsabh&auml;ngig verg&uuml;tet) Und wie finden Sie nun einen Nebenjob? Haben Sie den Entschluss gefasst, in der freien Zeit einen Job auszu&uuml;ben, dann stellt sich als erstes die Frage: Wo bekommen Sie die entsprechenden Angebote her? Sie k&ouml;nnen auf verschiedenen Wegen an Stellenausschreibungen f&uuml;r Ferienjobs kommen: &uuml;ber das schwarze Brett an der Uni: Hier werden nicht nur Praktika angeboten, sondern auch Nebenjobs Aush&auml;nge in Cafes, Kneipen, Superm&auml;rkten und Drogerien: Halten Sie die Augen offen, einige Unternehmen kommunizieren &uuml;ber Zettel und Plakate, dass sie Bedarf an Minijobbern haben Online-Jobb&ouml;rsen: Den wohl gr&ouml;&szlig;ten &Uuml;berblick &uuml;ber potenzielle Jobs in den Ferien erhalten Sie beim Besuch sogenannter Jobportale. Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen suchen &uuml;ber solche Plattformen tempor&auml;re Unterst&uuml;tzung. Ein Blick in die h&auml;ufig kostenlosen Datenbanken lohnt sich deshalb. Achtung: Bevor Sie auf die Suche nach einem Ferienjob gehen, &uuml;berlegen Sie, welchen Anforderungen dieser gen&uuml;gen soll. Nicht immer ist das reine Geldverdienen die beste Wahl, k&ouml;nnen Sie beim sp&auml;teren Einstieg in den Arbeitsmarkt mit bereits gesammelter Berufserfahrung Punkte sammeln. Das N&uuml;tzliche mit dem Notwendigen zu verbinden, lohnt sich deshalb unter Umst&auml;nden. 6 Was ist bei der Bewerbung f&uuml;r einen Sch&uuml;ler- oder Ferienjob zu beachten? Ist der perfekte Job gefunden, gilt es, sich beim k&uuml;nftigen Arbeitgeber vorzustellen. W&auml;hrend bei kleineren T&auml;tigkeiten im Rahmen der Nachbarschaftshilfe in der Regel eine pers&ouml;nliche Anfrage ausreicht, um den Zuschlag zu bekommen, m&uuml;ssen sich Studenten h&auml;ufig schriftlich bewerben. Das hei&szlig;t: Es ist ein Bewerbungsanschreiben zu verfassen und ein Lebenslauf zu erstellen. Doch was macht eine gute Bewerbung aus? 6.1 Das Anschreiben Bewerbungsschreiben lesen viele Arbeitgeber erst nach dem Lebenslauf, da er ihnen in viel komprimierterer Form einen Eindruck vom Bewerber verschafft. Das Anschreiben dient der ausf&uuml;hrlicheren Vorstellung. Sie haben hier die Chance, ihre Beweggr&uuml;nde und ihre Motivation auf maximal einer A4-Seite auszuf&uuml;hren. Das h&ouml;rt sich zun&auml;chst viel an, ist nach genauerer Betrachtung jedoch recht wenig Platz. Durch pr&auml;gnante Formulierungen wird er optimal genutzt. zur Verf&uuml;gung gestellt von arbeitsrechte.de 8 Das A und O jedes Anschreibens ist, dem Adressaten klar zu machen, weshalb gerade Sie der oder die Richtige f&uuml;r das Unternehmen bist. Dabei geht es darum, die konkret an den verschiedenen Stationen des beruflichen Lebens gesammelten F&auml;higkeiten und Fertigkeiten aufzuf&uuml;hren und mit den Erfordernissen des angestrebten Jobs zu verbinden. Ziel ist es, den eigenen Mehrwert zu verdeutlichen. Wie ein Anschreiben formal aufgebaut werden kann, geht aus der DIN 5008 hervor. Das Deutsche Institut f&uuml;r Normung (DIN) definiert in dieser, wie ein solches Dokument aufzubauen ist, darunter die notwendigen Informationen, maximalen Schriftgr&ouml;&szlig;en und einzuhaltenden Abst&auml;nde. Inhaltlich sollte ein Bewerbungsanschreiben folgende Dinge in der genannten Reihenfolge auff&uuml;hren: Name und Zuname des Absenders seine Adresse Name und Zuname des Adressaten seine Adresse Datum Betreffzeile Begr&uuml;&szlig;ungsformel Einleitung (inkl. Motivation genau diesen Job zu wollen) Hauptteil (inkl. Beschreibung der eigenen Kenntnisse und Fertigkeiten) Bezugnahme zum Unternehmen (inkl. was Du in der angestrebten Position erreichen willst) Ausklang (inkl. Bereitschaft zum pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch) Verabschiedung gegebenenfalls Anlagenverzeichnis 6.2 Der Lebenslauf Eine Bewerbung ohne Lebenslauf? Undenkbar! Er ist das Herzst&uuml;ck Ihrer Vorstellung, weshalb Sie bei seiner Erstellung besonders achtsam vorgehen sollten. Das auch als Curriculum Vitae (CV) bekannte Dokument beschreibt kurz und knapp - gegebenenfalls auch tabellarisch - wer sich vorstellt, welche F&auml;higkeiten er oder sie besitzt und was bereits an Berufserfahrung gesammelt wurde. Diese Informationen d&uuml;rfen in Deinem Lebenslauf auf gar keinen Fall fehlen: Vor- und Zuname Adresse Geburtsdatum Kontaktdaten (E-Mail-Adresse, Telefonnummer) schulischer Werdegang (Angabe des Schulnamens und Abschlusses, gegebenenfalls auch mit Abschlussnote) Berufserfahrung (T&auml;tigkeiten, die du in der Vergangenheit ausge&uuml;bt hast, anf&uuml;hren solltest Du an dieser Stelle auch, bei welchem Unternehmen Du gearbeitet hast und was konkret dort deine Aufgaben waren) Sprachkenntnisse (inkl. Niveau bzw. Level) Interessen (was machst Du gern in deiner Freizeit, wof&uuml;r schl&auml;gt dein Herz besonders) Wie der Lebenslauf gestaltet wird, bleibt jedem selbst &uuml;berlassen. Das Wichtigste dabei ist, dass sich der Bewerber ansprechend pr&auml;sentiert und es dem Adressaten leicht macht, die f&uuml;r ihn bedeutsamsten Informationen schnell herauszuziehen. Geachtet werden sollte auch auf die kleinen Dinge, wie eine seri&ouml;se E-Mail-Adresse. Schon solche Kleinigkeiten k&ouml;nnen den Ausschlag daf&uuml;r geben, ob man einen Job bekommt oder nicht. Glossar zum Thema Sch&uuml;lerjobs und Ferienjobs ARBEITSZEIT Das Jugendarbeitsschutzgesetz definiert die Arbeitszeit als den Zeitraum, der zwischen dem Start und Ende der t&auml;glichen Arbeit liegt. Ruhepausen z&auml;hlen nicht zur Arbeitszeit und m&uuml;ssen von ihr demnach abgezogen werden. Die Arbeitszeit pro Woche bemisst sich anhand der addierten t&auml;glichen Arbeitszeiten von Montag bis Freitag. BU&szlig;GELD Arbeitgeber sind gut damit beraten, die Vorgaben des Jugendarbeitsschutzes einzuhalten. Tun sie das nicht, begehen sie Ordnungswidrigkeiten, die mit bis zu 15.000 Euro Strafe geahndet werden. FERIENJOB Arbeitet ein Kind oder Jugendlicher ausschlie&szlig;lich in der schulfreien Zeit, handelt es sich um einen Ferienjob. Das Arbeitsverh&auml;ltnis ist gekennzeichnet durch seine befristete und kurze Dauer. Ferienjobs k&ouml;nnen auch Studenten in der vorlesungsfreien Zeit eingehen. Erst mit dem 15. Geburtstag d&uuml;rfen Jugendliche in Deutschland einen Ferienjob aus&uuml;ben. Seine maximale Dauer ist je nach Alter auf maximal acht Wochen oder 50 Arbeitstage im Jahr begrenzt. Wegen ihrer Befristung ist keine K&uuml;ndigung vonn&ouml;ten. FREIZEIT Die Erholung nach der Arbeit wird vom Gesetzgeber hochgehalten, um die Gesundheit zu schonen. Bei Kindern und Jugendlichen gilt laut Jugendarbeitsschutzgesetz: Zwischen zwei Arbeitstagen m&uuml;ssen mindestens 12 Stunden Freizeit liegen. Erst dann darf der junge Arbeitnehmer wieder arbeiten. JUGENDLICHER Der Gesetzgeber bezeichnet Personen, die zwischen 15 und 18 Jahren alt sind im Jugendarbeitsschutzgesetz als Jugendliche. In manchen Gesetzen gelten schon 14-j&auml;hrige als jugendlich (u. a. 8. Buch Sozialgesetzbuch, Jugendschutzgesetz). Mit dem 18. Geburtstag sind sie vollj&auml;hrig und damit heranwachsend. JUGENDARBEITSSCHUTZGESETZ In diesem auch als JArbSchG benannten Gesetz ist festgehalten, unter welchen Bedingungen Kinder und Jugendliche arbeiten d&uuml;rfen. Es schreibt genau vor, was Arbeitgeber bei der Besch&auml;ftigung junger Arbeitnehmer hinsichtlich Arbeitszeit, Ruhepausen, Urlaub etc. beachten m&uuml;ssen. JUGENDSCHUTZGESETZ Das Jugendschutzgesetz beinhaltet Regelungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der &Ouml;ffentlichkeit, darunter den Genuss von Alkohol und Zigaretten sowie dem Konsum von Telemedien und Spielen. JOBB&Ouml;RSE Einige Anbieter sammeln viele verschiedene Stellenangebote f&uuml;r Ferien- und Sch&uuml;lerjobs und pr&auml;sentieren diese Interessierten auf ihrer Webseite. Solche auch als Jobportale bezeichnete Internetseiten enthalten h&auml;ufig zudem auch noch Bewerbungstipps und allerlei weitere n&uuml;tzliche Informationen. Die Nutzung des Angebots ist je nach Anbieter entweder mit Kosten verbunden oder nicht. KIND Im Jugendarbeitsschutzgesetz ist von Kindern die Rede, wenn Personen gemeint sind, die ihren 15. Geburtstag noch nicht gefeiert haben. Das Jugendschutzgesetz benennt Personen unter 14 Jahren als Kinder. NEBENJOB Als Nebenjob gelten T&auml;tigkeiten, die neben einer anderen Hauptbesch&auml;ftigung ausgef&uuml;hrt werden. Dabei kann es sich um einen Minijob oder eine geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung in Form eines Ferienjobs handeln. PRAKTIKUM Ein Praktikum ist meist auf drei bis sechs Monate begrenzt und dient dazu, Berufserfahrung in einem bestimmten Bereich zu sammeln. Sch&uuml;ler und Jugendliche lernen hier auch, Sozialkompetenz zu entwickeln. Praktikanten werden nicht als Arbeitnehmer betrachtet und profitieren in der Regel nicht vom gesetzlichen Mindestlohn, wenn sie j&uuml;nger als 18 Jahre sind. Dar&uuml;ber hinaus werden Praktika nur mit dem Mindestlohn verg&uuml;tet, wenn sie l&auml;nger als drei Monate dauern. RUHEPAUSEN Gem&auml;&szlig; Arbeitsschutzgesetz m&uuml;ssen Kinder und Jugendliche bei einer Arbeitszeit von viereinhalb bis sechs Stunden mindestens 30 Minuten Pause einlegen. Sind es mehr als sechs Stunden, bedarf es mindestens einer Unterbrechung von 60 Minuten. Die Pause muss nach sp&auml;testens viereinhalb Stunden eingelegt werden und darf fr&uuml;hestens eine Stunde nach Arbeitsbeginn bzw. sp&auml;testens eine Stunde vor dem Ende der t&auml;glichen Arbeitszeit eingeschoben werden. SCH&Uuml;LERJOB Ob f&uuml;r Rasen m&auml;hen f&uuml;r den Nachbarn oder Babysitten f&uuml;r die Eltern eines Freundes: Sch&uuml;ler k&ouml;nnen bereits ab 13 Jahren kleinere T&auml;tigkeiten neben der Schule ausf&uuml;hren und daf&uuml;r Geld einstreichen. Hierbei sind die Vorgaben des Jugendarbeitsschutzes einzuhalten. STEUER F&uuml;r Ferienjobs m&uuml;ssen meist keine Steuerabgaben geleistet werden. Auch bei regelm&auml;&szlig;igen Sch&uuml;lerjobs gilt: &Uuml;bersteigen die Einnahmen eine Grenze von durchschnittlich 450 Euro im Monat nicht, zieht der Fiskus ebenfalls nichts ab. In die Rentenversicherung muss nicht eingezahlt werden, wenn eine Befreiung erwirkt wird. TASCHENGELD Eltern &uuml;berlassen ihren Spr&ouml;sslingen in der Regel einen monatlichen Betrag an Geld, den sie zur ihrer freien Verf&uuml;gung haben, um sich W&uuml;nsche zu erf&uuml;llen. Welcher Betrag in welchem Alter angemessen ist, dar&uuml;ber herrscht Uneinigkeit. Im Umgang mit dem Geld erlernen Kinder und Jugendliche, verantwortungsvoll mit den eigenen finanziellen Ressourcen umzugehen</p> <p><a href="https://www.arbeitsrechte.de/wp-content/uploads/ebook-schuelerjobs-ferienjobs.pdf">Publikation zeigen</a></p>