<h1>Sexuelle Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz</h1> <h2>Was kann man bei sexueller Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz machen? Quelle Antidiskriminierungsstelle des Bundes</h2> <p>Grenzen setzen Was tun bei sexueller Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz? Sie f&uuml;hlen sich sexuell bel&auml;stigt? Damit sind Sie nicht allein. In einer Studie zum Thema Gewalt gegen Frauen der EU-Grundrechteagentur im Jahr 2014 gab ein Drittel der befragten Frauen in Deutschland an, sexuelle Bel&auml;stigung im Arbeitsumfeld erfahren zu haben. Eine Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aus dem Jahr 2015 best&auml;tigt diese Zahlen: In Deutschland hat jede zweite befragte Person sexuelle Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz erlebt. Sexuelle Bel&auml;stigung kann unabh&auml;ngig von Branche und beruflicher Position am Arbeitsplatz stattfinden. Sie betrifft mehrheitlich Frauen, aber auch M&auml;nner sowie Trans und intergeschlechtliche Personen k&ouml;nnen betroffen sein. Ihr Vorgesetzter starrt Ihnen in den Ausschnitt. Ihr Ausbilder macht Ihnen gegen&uuml;ber sexuelle Anspielungen. Ein Kollege schickt E-Mails mit pornografischem Inhalt. Viele Betroffene sind nach solchen Vorf&auml;llen irritiert und unsicher, ob es sich dabei wirklich um sexuelle Bel&auml;stigung handelt. Sie haben vielleicht Sorge vor Vorw&uuml;rfen: als &uuml;berempfindlich abgestempelt zu werden, alles missverstanden zu haben - oder vor negativen Konsequenzen, wenn sie den T&auml;ter konfrontieren. Was sagt das Gesetz? Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sch&uuml;tzt vor Diskriminierungen aufgrund der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, wegen einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identit&auml;t. Das AGG verbietet sexuelle Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz ausdr&uuml;cklich. Das Gesetz beschreibt sexuelle Bel&auml;stigung als unerw&uuml;nschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, das die W&uuml;rde der betroffenen Person verletzt. Konkret verboten sind zum Beispiel: unerw&uuml;nschte sexuelle Handlungen wie bedr&auml;ngende k&ouml;rperliche N&auml;he, die ein Kollege oder Kunde zu Ihnen sucht, die Aufforderung zu unerw&uuml;nschten sexuellen Handlungen wie Setz dich auf meinen Scho&szlig;!, sexuell bestimmte k&ouml;rperliche Ber&uuml;hrungen, dazu z&auml;hlen (scheinbar zuf&auml;llige) Ber&uuml;hrungen von Brust oder Po oder unerw&uuml;nschte Nackenmassagen, Bemerkungen sexuellen Inhalts wie zum Beispiel obsz&ouml;ne Witze oder sexuelle Anspielungen, unerw&uuml;nschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen wie pornografische Magazine auf dem Schreibtisch oder Nacktfotos an den W&auml;nden. Wenn Sie das kennen, werden Sie sexuell bel&auml;stigt und haben das Recht, sich dagegen zu wehren. Das AGG sch&uuml;tzt alle Menschen vor sexueller Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz! Sie sind nicht selbst schuld! H&auml;ufig suchen Betroffene die Schuld bei sich. Dabei steht eines fest: Es gibt keine Rechtfertigung daf&uuml;r, Sie sexuell zu bel&auml;stigen. Studien belegen, dass sowohl M&auml;nner als auch Frauen ein gutes Gesp&uuml;r daf&uuml;r haben, wann eine Grenz&uuml;berschreitung und W&uuml;rdeverletzung der anderen Person vorliegt. Daher sollten Sie sich auch nicht davon verunsichern lassen, wenn eine sexuelle Bel&auml;stigung im Nachhinein als Kompliment oder gut gemeintes Verhalten dargestellt oder Ihnen &Uuml;berempfindlichkeit vorgeworfen wird. Sexuelle Bel&auml;stigung wird in aller Regel wissentlich ver&uuml;bt. Sie im Nachhinein zu verharmlosen, macht die Situation f&uuml;r die Betroffenen nur noch schlimmer. Was k&ouml;nnen Sie tun? Wichtig ist, dass Sie Ihre Gef&uuml;hle ernst nehmen und reagieren. Sie haben dazu verschiedene M&ouml;glichkeiten. Wie Sie diese anwenden, ist von Ihrer individuellen Situation abh&auml;ngig: Sagen Sie der Person, dass Sie sich durch ihr Verhalten bel&auml;stigt f&uuml;hlen, und machen Sie - wenn m&ouml;glich - deutlich, dass Sie das nicht mehr w&uuml;nschen. K&uuml;ndigen Sie Konsequenzen an. F&uuml;hren Sie ein Ged&auml;chtnisprotokoll, um die &Uuml;bergriffe Ihres Kollegen, Vorgesetzten oder eines Kunden zu dokumentieren. Ein solches Protokoll dient dazu, Fakten zusammenzutragen. Informieren Sie Ihren Arbeitgeber. Sie haben das Recht sich zu beschweren! Ihr Arbeitgeber hat die Pflicht, alle Besch&auml;ftigten vor sexueller Bel&auml;stigung zu sch&uuml;tzen. Dabei ist es egal, ob es sich bei den T&auml;tern um Vorgesetzte, Kollegen oder Kunden handelt. Sollte Ihr Arbeitgeber nicht reagieren oder selbst derjenige sein, der Sie bel&auml;stigt, suchen Sie sich au&szlig;erbetriebliche Unterst&uuml;tzung, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Interne Ansprechpartner sind die betriebliche Beschwerdestelle, Gleichstellungsbeauftragte sowie der Betriebsoder Personalrat. In jedem Fall k&ouml;nnen Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Wir helfen gern! Unsere Beraterinnen und Berater informieren Sie kostenlos &uuml;ber Ihre Rechte und Anspr&uuml;che und vermitteln Sie bei Bedarf auch an weitere geeignete Beratungsstellen. Antidiskriminierungsstelle des Bundes</p> <p><a href="https://www.bewerberAktiv.de/pdf/51055.pdf">Publikation zeigen</a></p>