Arbeitszeitgestaltung im Rahmen von Job-Sharing

Im Job-Sharing-Vertrag ist die Dauer der individuellen Arbeitszeit zu vereinbaren.

Insoweit bedarf es der Regelung der jeweiligen Arbeitszeitanteile...

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Arbeitszeitgestaltung im Rahmen von Job-Sharing Im Job-Sharing-Vertrag ist die Dauer der individuellen Arbeitszeit zu vereinbaren. Insoweit bedarf es der Regelung der jeweiligen Arbeitszeitanteile innerhalb eines bestimmten Bezugszeitraums (z.B. Arbeitszeit des einzelnen Job-Sharers pro Tag, Woche, Monat, Jahr). Die bloße Vereinbarung einer Gesamtarbeitszeit für die Job-Sharer wäre unwirksam. Dagegen ist die Lage der Arbeitszeit nicht im Arbeitsvertrag zu vereinbaren. Kennzeichen des Job-Sharings ist vielmehr die selbständige Entscheidung der Arbeitnehmer über die Lage der Arbeitszeit. Die Arbeitszeitplanung ist Bestandteil der arbeitsvertraglichen Pflichten der Job-Sharer. Das Direktionsrechts des Arbeitgebers in Bezug auf die Arbeitszeitlage ist insoweit eingeschränkt. Allerdings kann der Arbeitgeber Vorgaben machen, die die Zeitsouveränität der Arbeitnehmer einschränken (z.B. Vorgabe von Zeiten, in denen mehrere Job-Sharer anwesend sein müssen) Aufteilung der Arbeitszeit und die Pflicht zur Einigung Die Aufteilung der Arbeitszeit kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. So können die Job-Sharer täglich, wöchentlich oder monatlich wechseln, oder aber nacheinander an demselben Arbeitsplatz arbeiten. Auch kann die Arbeitszeit der Job-Sharer unterschiedlich ausgestaltet sein (z.B. Arbeitnehmer A fünf Stunden, Arbeitnehmer B drei Stunden, oder Arbeitnehmer A drei Arbeitstage, Arbeitnehmer B zwei Arbeitstage usw.). Der jeweilige Arbeitszeitplan ist dem Arbeitgeber rechtzeitig bekannt zu geben. Die Job-Sharer sind verpflichtet, eine Einigung über die Verteilung der Arbeitszeit zu erzielen. Diese Verpflichtung zur Einigung folgt aus der Arbeitszeitplanung als Bestandteil der arbeitsvertraglichen Pflichten gegenüber dem Arbeitgeber. Entsprechend § 315 BGB ist die Verteilung der Arbeitszeit nach billigem Ermessen vorzunehmen. Insoweit stellt sich die Arbeitszeitverteilung - ähnlich der Gleitzeit ohne Kernarbeitszeit - als Ausübung des durch den Arbeitgeber übertragenen Leistungsbestimmungsrechts dar. Können die Job-Sharer keine Einigung über die Arbeitszeitverteilung erzielen, bestimmt der Arbeitgeber die Arbeitszeitlage im Rahmen seines Direktionsrechts. Hinweis: Die Zeitsouveränität der Job-Sharer hinsichtlich der Arbeitszeitplanung umfasst nicht die Urlaubsplanung. Diese kann den Job-Sharern aber durch Vereinbarung übertragen werden. Ebenso kann der Betriebsrat seine Befugnisse hinsichtlich der Urlaubsgestaltung auf die Job-Sharer übertragen ...